Vorschriften für Fahrradbeleuchtung nach StVZO

17. Mai 2012 -  Kategorie:

Fahrradbeleuchtung ist unverzichtbar, wenn man ein Fahrrad im Dunkeln oder unter schlechten Sichtverhältnissen benutzen will. Abgesehen davon, gibt es in Deutschland aber auch gesetztliche Vorschriften, die dann greifen, wenn ein Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird. Und zwar nicht nur nachts sondern generell. Auch wer tagsüber ein Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr bewegt, muss also für eine vorschriftsgemäße und funktionierende Beleuchtung sorgen.

Dieser Artikel ist in Teilen veraltet: Bitte auch die aktuellen Änderungen des §67 STVZO beachten. Mit dieser Änderung ist auch Batteriebeleuchtung zukünftig für alle Fahrräder zugelassen.

Was gehört zu einer vorschriftsgemäßen Fahrradbeleuchtung?

Die entsprechenden Vorschriften sind für Deutschland in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) §67 festgelegt. Im Einzelnen gehört zu einer vorschriftsmäßigen Beleuchtung:

  • ein Dynamo mit einer Nennleistung von mindestens 3 W und einer Nennspannung von 6 V. Zusätzlich darf eine Batterie mit einer Nennspannung von 6 V verwendet werden. Beide Betriebsarten dürfen sich aber nicht gegenseitig beeinflussen
  • eine weiße Frontleuchte
  • eine rotes Rücklicht (nicht weniger als 25 cm über der Fahrbahn)
    Front- und Rückleuchte dürfen nur gemeinsam einschaltbar sein und müssen fest angebracht sein
  • ein weißer Frontreflektor

Einer der beiden folgenden Rückstrahler darf mit dem Rücklicht in einem Gerät vereinigt sein:

  • ein roter Rückstrahler (nicht mehr als 60 cm über der Fahrbahn)
  • ein roter Großflächen-Rückstrahler, der mit dem Buchstaben “Z” gekennzeichnet ist

  • Je ein gelber Rückstrahler nach vorn und hinten an jeder Pedale
  • mindestens zwei um je 180° versetzte gelbe Speichenrückstrahler an Vorder- und Hinterrad oder ringförmige weiße Reflektoren an den Reifen oder in den Speichen

Ausnahmen für Rennräder

Rennräder unterliegen besonderen Bestimmungen. Für alle Rennräder mit unter 11 kg Gewicht gilt Folgendes:

  • statt eines Dynamos sind Batterien erlaubt, die mitgeführt werden müssen
  • Frontscheinwerfer und Rücklicht müssen nicht fest am Rad angebracht sein, müssen aber mitgeführt und angebracht werden, wenn die Sichtverhältnisse es erfordern. Außerdem müssen beide nicht gemeinsam einschaltbar sein
  • Es ist auch ein Frontscheinwerfer mit einer Nennspannung von weniger als 6 V erlaubt

und nun?

Wer diese Vorschriften gelesen hat, dem fällt natürlich eines schnell auf: Die Vorschriften der StVZO sind relativ realitätsfern.

Im Dunkeln mit geeigneter Beleuchtung zu fahren, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dass aber eine batteriebetriebene Beleuchtung beispielsweise nicht geeignet sein soll, ist schwer vorstellbar, aber so in der StVZO geregelt.

Und was mache ich, wenn ich mit meinem Mountainbike (welches natürlich keine StVZO-gerechte Beleuchtung hat) eine Runde im Wald drehen will? Von zu Hause aus muss ich damit zwangsläufig ein kleines Stück über öffentliche Straßen fahren. Bei Helligkeit kein Problem, könnte man meinen. Nicht jedoch nach den Vorschriften der StVZO.

Bei aller Liebe zu guter Fahrradbeleuchtung gilt also: ist diese nicht StVZO-gerecht, kann einem ein Bußgeld auferlegt werden wenn man erwischt wird. So sind die Regeln nun mal… Also aufpassen, mit welchem Rad man am Straßenverkehr teilnimmt.

Bitte beachten: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der gemachten Angaben.

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