Vorschriften für Fahrradbeleuchtung nach StVZO

5. August 2014 -  Kategorie:

Fahrradbeleuchtung ist unverzichtbar, wenn man ein Fahrrad im Dunkeln oder unter schlechten Sichtverhältnissen benutzen will. Abgesehen davon, gibt es in Deutschland aber auch gesetztliche Vorschriften, die dann greifen, wenn ein Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird. Dieser Artikel soll einen Überblick geben, was zu einer vorschriftsmäßigen Fahrradbeleuchtung gehört.

Bitte beachten: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Er sollte zwar die wesentlichen gesetzlichen Regelungen zusammenfassen und wurde gründlich recherchiert. Weder ist er aber notwendigerweise vollständig noch kann eine Garantie für Richtigkeit übernommen werden.




Was gehört zu einer vorschriftsgemäßen Fahrradbeleuchtung?

Die entsprechenden Vorschriften sind für Deutschland in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) §67 festgelegt.

Im Einzelnen gehört zu einer vorschriftsmäßigen Beleuchtung:

Fahrradbeleuchtung Vorschrift StVZO

Vorbemerkung: auf zugelassene Teile achten!

Alle oben aufgeführten Elemente der Fahrradbeleuchtung müssen eine ganze Reihe von technischen Anforderungen erfüllen. Diese werden von Kraftfahrtbundesamt geprüft und die entsprechenden Produkte erhalten eine Zulassungsnummer in der Form ~~~ K 12345. Möchte man eine zugelassene Fahrradbeleuchtung haben, sollte man also darauf achten. Wird ein Produkt mit “StVZO-zugelassen” beworben, kann man davon ausgehen, dass es auch eine entsprechende Prüfnummer hat.

Weiterhin beachtet werden sollte übrigens, dass weitere als die im §67 StVZO explizit zugelassenen Leuchten und Reflektoren nicht erlaubt sind.

Dynamo

Ein Dynamo ist seit der Änderung des §67 StVZO nicht mehr vorgeschrieben. Wird er allerdings verwendet, muss er mindestens eine Nennleistung von 3 W und eine Nennspannung von 6 V besitzen. In der Regel entsprechen verkaufte Dynamos diesen Anforderungen. Es gibt allerdings auch einige 2,4 W Nabendynamos, die strenggenommen in Deutschland nicht eingesetzt werden dürfen, auch wenn sie im Prinzip funktionieren und die volle Beleuchtungsstärke nur bei etwas höheren Geschwindigkeiten erreicht wird. Eine Ausnahme ist der SON delux, der trotz 2,4 W eine Sonderzulassung, aber nur mit dem Edelux-Scheinwerfer ebenfalls von SON besitzt.

Der in der Abbildung verwendete Nabendynamo ist die mittlerweile am häufigsten verwendete Dynamoform und aufgrund vieler Vorteile für die allermeisten Fälle zu empfehlen. Auch andere Dynamo-Typen wie Seitenläuferdynamo und Speichendynamos dürfen aber natürlich eingesetzt werden.

Frontscheinwerfer

Ein Fahrrad muss mit einem Frontscheinwerfer ausgerüstet sein. Dieser wird entweder von einem Dynamo oder von Akkus/Batterien betrieben.

Vorgeschrieben ist unter anderem eine Beleuchtungsstärke von mindestens 10 Lux. Außerdem muss (und sollte im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer!) der Frontscheinwerfer blendfrei eingestellt sein. Streng nach StVZO so, dass die die Mitte des Lichtkegels in 5 m Entfernung nur noch halb so hoch ist, wie am Lichtaustritt.

Es ist übrigens kein zweiter Scheinwerfer erlaubt. Wer also zusätzlich zur Dynamolampe noch einen Akkuscheinwerfer verwendet, fährt also im Prinzip nicht mehr vorschriftsmäßig. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass dies bei einer Kontrolle jemand beanstandet…

» dynamobetriebene Frontscheinwerfer
» akkubetriebene Frontscheinwerfer

Frontreflektor

Nach vorn muss außerdem mindestens ein weißer Frontreflektor angebracht sein (weitere sind erlaubt). Bei vielen Dynamoscheinwerfern ist dieser bereits integriert. Wenn nicht oder bei den meisten Akkuscheinwerfern ist jedoch ein separater Frontreflektor zu montieren.

» Frontreflektoren

Rücklicht

Vorgeschrieben ist ein rotes Rücklicht. Dieses muss sich mindestens 25 cm (niedrigster leuchtender Punkt) über der Fahrbahn befinden. Auch dieses darf entweder per Dynamo oder mit Akkus/Batterien betrieben werden.

Eine weitere, zusätzliche Schlussleuchte die auch im Stand wirkt ist ebenfalls zugelassen (aber nicht vorgeschrieben). Diese muss allerdings separat ein- und ausgeschaltet werden können. Wer ein zweites Rücklicht montieren will, darf dies also tun.

» dynamobetriebene Rücklichter
» akkubetriebene Rücklichter

Heckrückstrahler

Es ist mindestens ein (weitere sind erlaubt) roter Rückstrahler vorgeschrieben. Dieser darf sich (höchster Punkt) höchstens 60 cm über der Fahrbahn befinden. Um das zu erreichen, kann man z.B. einen Rückstrahler unten am Schutzblech anbringen oder (bei Rädern ohne Schutzblech oder mit i.d.R. kürzeren Steckschutzblechen) an der Hinterbaustrebe.

Zusätzlich muss ein sogenannter Großflächenrückstrahler angebracht werden (mit dem Buchstaben “Z” gekennzeichnet).

Einer dieser Rückstrahler darf übrigens im Rücklicht integriert sein. Z.B. ist in vielen Rücklichttern für Schutzblechmontage bereits ein Rückstrahler integriert. In Rücklichtern für Gepäckträgermontage ist oft bereits ein Großflächen-Rückstrahler integriert.

» Heckreflektoren
» Großflächen- (Z-) Reflektoren

Speichenrückstrahler

Vorgeschrieben sind mindestens zwei um 180° versetzte gelbe Speichenrückstrahler an jedem Rad. Werden mehr verwendet, müssen diese gleichmäßig verteilt werden.

Stattdessen oder zusätzlich können aber auch weiße umlaufende Streifen an Reifen oder in den Speichen verwendet werden. Einige Reifen besitzen beispielsweise bereits einen entsprechenden Reflexstreifen, den ich den klassischen Speichenreflektoren (verliert man leicht) jederzeit vorziehe. Auch reflektierende Speichensticks sind wohl erlaubt.

Übrigens sind weitere gelbe Rückstrahler die zur Seite wirken explizit erlaubt.

» Speichenreflektoren

Pedalrückstrahler

An jeder Pedale muss ein gelber Rückstrahler nach vorn und hinten angebracht sein.
Zusätzliche zur Seite wirkende gelbe Pedalrückstrahler sind zulässig.

» Pedalreflektoren

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