Testbericht: Trelock LS 660

3. Februar 2021


Trelock LS 660

Lichtstrom 197 / 118 / 34 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 80 / 40 / 10 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Leuchtdauer 3:00 / 6:00 / 15:00 h je nach Leuchtstufe (geprüfte Herstellerangabe)
Akkus integrierter Li-Ion-Akku
Gewicht 174 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung ja
Preis ab ca. 80 €

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ sehr gleichmäßige Ausleuchtung
+ gute seitliche Sichtbarkeit

Nachteile:
Tasten etwas schwergängig
ähnlich viel Licht gibt es bei anderen Lampen auch günstiger (aber nicht so gut verteilt)

Fazit

Die Trelock LS 660 mag eher wenig Licht fürs Geld bieten, das macht sie allerdings durch eine sehr gute Lichtverteilung wieder wett. Daher gehört sie für mich aktuell zu den empfehlenswertesten straßenzugelassenen Akkulampen.

Transparenzhinweis: Die Trelock LS 660 habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Lieferumfang

Mitgeliefert wird zur Trelock LS 660 nur ein Micro-USB Ladekabel und die Lenkerhalterung. Eine Bedienungsanleitung war nicht im Lieferumfang, was mich etwas verwundert hat, da bei der sehr ähnlichen LS 760 eine dabei war. Möglicherweise wurde sie nur vergessen und ist normalerweise im Lieferumfang enthalten?


Aussehen und Bedienung

Die Trelock LS 660 hat das gleiche Kunsstoff-Gehäuse wie der größere Bruder LS 760. Hinten befindet sich unter einer Gummiabdeckung der Micro-USB Ladeanschluss.

Oben auf der LS 660 befinden sich zwei Taster "+" und "-". Leider sind diese etwas schwergängig, leichtgängigere Taster würden sich etwas besser bedienen lassen. Ein kurzer Druck auf eine der Tasten schaltet das Display für ca. 10 s ein, worauf dann Ladestand des Akkus sowie die Uhrzeit angezeigt werden. Praktisch, damit man die Lampe nicht erst einschalten muss, um diese beiden Werte kurz zu sehen. Ein langer Druck auf "+" schaltet die LS 660 dann ein. Im Display wird dann per Symbol die gewählte Leuchtstufe, die Restlaufzeit in der gewählten Leuchtstufe in hh:mm, der Akkuladestand, sowie die Uhrzeit angezeigt. Mit einem Druck auf "+" bzw. "-" kann man dann die drei Leuchtstufen durchschalten. Mit einem langen Druck auf "-" schaltet man die LS 660 wieder aus.

Die Uhrzeit wird übrigens mit einem langen Druck auf „+“ und „-“ gleichzeitig eingestellt. Tut man das, erlöschen alle anderen Anzeigen außer der Uhrzeit und man kann diese verstellen. Lässt man eine Taste gedrückt, läuft die Zeit schnell durch. Ein erneuter Druck auf beide Tasten gleichzeitig verlässt den Einstellmodus wieder, bzw. er wird auch automatisch wieder verlassen, wenn eine gewisse Zeit keine Eingabe erfolgt.

Seitlich am Gehäuse befinden sich zwei Lichtauslässe, hinter denen sich separate LEDs befinden. Diese sorgen für eine gute seitliche Sichtbarkeit der Trelock LS 660.

Halterung

Die Halterung der Trelock LS 660 wird werkzeuglos am Lenker montiert. Dazu wird das Band der Halterung festgezogen und dann noch mit einem Spannhebel zusätzlich gespannt. Hier ist doch einiges an Kraft nötig, um die Halterung ordentlich fest zu bekommen. Hat man das geschafft, hält diese aber gut am Lenker.


Halterung der Trelock LS 660, mit geöffnetem und geschlossenem Spannhebel

Der obere Teil der Halterung kann nach Lockern einer Schraube verdreht werden, so dass die LS 660 auch an gebogenen Lenkern nach vorne ausgerichtet werden kann.

Die Lampe wird dann auf die Halterung gedrückt bis sie einrastet. Zum Entfernen entriegelt man die Lampe durch Druck auf den Entriegelungsknopf. An der Befestigung der Lampe an der Halterung gibt es nichts auszusetzen, sie funktioniert sehr gut und gehört diesbezüglich zu einem der besten Systeme auf dem Markt.

Beurteilung der Ausleuchtung

An dieser Stelle folgt eigentlich immer ein Foto der Ausleuchtung. Leider benötigt man für vergleichbare Fotos aber einen trockenen Untergrund, was jetzt im Winter kaum einmal der Fall ist. Das Ausleuchtungsfoto werde ich daher im Frühjahr nachholen. Allerdings ist der Lichtkegel der LS 660 identisch zu dem der LS 760, nur dass die Helligkeit leicht geringer ist. Das Ausleuchtungsfoto dieser ist zur Einschätzung der LS 660 also durchaus hilfreich.

Den Lichtstrom der LS 660 habe ich mit 197 Lumen gemessen (in den gedimmten Leuchtstufen 118 und 34 Lumen). Das ist ein ordentlicher Wert, heute aber auch nichts Besonderes mehr. Vor allem bekommt man straßenzugelassene Lampen mit einem ähnlich hohen Lichtstrom teilweise auch schon für etwas weniger Geld.
Was mir bei der LS 660 allerdings gut gefällt, ist die gleichmäßige Ausleuchtung. Das Nahfeld bis ca. 3 m vor dem Rad ist etwas weniger stark ausgeleuchtet, aber ab da steht einem ein sehr gleichmäßiger Lichtkegel zur Verfügung. Vergleicht man die Trelock LS 660 beispielsweise mit der Cateye GVolt70.1 oder der Lezyne Hecto Drive Stvzo Pro 65, gefällt mir die Ausleuchtung der Trelock LS 660 mit Abstand am besten. Alle drei erzeugen etwa den gleichen Lichtstrom, durch die gleichmäßige Lichtverteilung sieht man mit der LS 660 aber in den meisten Situationen am besten.

Was noch auffällt, ist eine relativ starke Erwärmung der LS 660 auf der Oberseite, wenn die höchste Leuchtstufe aktiviert ist. Die Lampe erkennt dies aber und schaltet dann automatisch eine Stufe herunter. Während der Fahrt ist mir das nicht passiert, durch den Fahrtwind wird die Lampe ausreichend gekühlt. Im Stand tritt die Überhitzung aber nach einiger Zeit regelmäßig auf.

Leuchtdauer

Die Leuchtdauer der Trelock LS 660 habe ich überprüft.
Der Hersteller gibt bis zu 15 Stunden Laufzeit an, was sich auf die niedrigste Leuchtstufe bezieht. Im Display mit komplett vollem Akku werden 3:00, 6:00 und 15:00 h je nach Leuchtstufe angezeigt.

In der Realität habe ich folgende Werte gemessen:
hohe Leuchtstufe: 3:00 h
mittlere Leuchtstufe: 5:52 h
niedrige Leuchtstufe: 15:02 h

Die vom Hersteller angegebene Leuchtdauer, bzw. die im Display anfangs versprochene, wird also recht genau eingehalten.

Die Trelock LS 660 bleibt während der oben genannten Leuchtdauer dauerhaft in der jeweils gewählten Leuchtstufe. Sie schaltet nicht wie einige andere Lampen (auch der größere Bruder LS 760) automatisch gegen Ende der Leuchtdauer die Leuchtstufe zwangsweise herunter. Das finde ich an sich auch gut so, ich will selbst entscheiden können, welche Leuchtstufe ich wähle, auch wenn der Akku bald leer ist. Und durch die genaue Anzeige der Restlaufzeit im Display sieht man auch genau, was das bezüglich der verbleibenden Leuchtdauer bedeutet.
Sofort abschalten tut die LS 660 allerdings auch nach Ende der Laufzeit nicht. Sie leuchtet noch ca. 1,5 h in einer Art Notmodus weiter. Dieser ist anfangs etwa so hell wie die niedrigste Leuchtstufe und nimmt dann gegen Ende in der Helligkeit ab.

Ladezeit

Die Ladezeit bei komplett entleertem Akku habe ich mit 5:04 h gemessen. Das ist verglichen mit vielen Konkurrenzprodukten eher lang.

Nachladen lässt sich die LS 660 übrigens auch im Betrieb, beispielsweise mit einer Powerbank. So ist eine quasi unbegrenzte Verlängerung der Leuchtdauer möglich.

Vergleich Trelock LS 660 und LS 760

An dieser Stelle möchte ich die Trelock LS 660 kurz mit der etwas teureren LS 760 vergleichen. Denn da beide sehr ähnlich sind, stellt sich die Frage, welche von beiden man wählen sollte, wenn einem beide Lampen grundsätzlich zusagen.

Das Gehäuse von beiden ist identisch. Form, Gewicht, Tasten und auch Halterung unterscheiden sich nicht. Ein kleiner Unterschied ist der Ladeanschluss, der bei der LS 660 als Micro-USB und bei der LS 760 als USB-C ausgeführt ist.

Das Display hat die gleiche Größe und prinzipiell auch nahezu den gleichen Informationsgehalt. Die Anordnung und Darstellung der einzelnen Werte unterscheidet sich im Detail aber etwas. Was bei der LS 760 etwas besser ist, ist die Anzeige des Akkuladestandes, wenn bei ausgeschalteter Lampe eine Taste gedrückt wird. Hier wird der Ladestand als Balken und als Prozentwert angezeigt. Bei der LS 660 dagegen wird nur ein Balken angezeigt. Mir persönlich gefällt der Prozentwert besser, aber genaugenommen ist der Nachteil wohl minimal.


Display von LS 760 (links) und LS 660 (rechts) im Vergleich, bei eingeschalteter Lampe und ausgeschalteter Lampe

Was die LS 760 zusätzlich bietet, sind die Level-Funktion und die Powerbank-Funktion. Die Level-Funktion zeigt die Ausrichtung der Lampe an, sprich ob sie blendfrei eingestellt ist. Allerdings ist die blendfreie Einstellung auch ohne diese Funktion nicht schwer, wenn man sich vor einer Wand befindet und den Lichtkegel einfach so einstellt, dass er nicht nach oben ansteigt.
Mit der Powerbankfunktion lassen sich bei Bedarf mit dem integrierten Akku der LS 760 andere Geräte laden. Sicher im Fall des Falles ein praktisches Gimmick, aber auch nur, wenn man das passende Kabel dabei hat.

Nun zum vermutlich wichtigsten Punkt: wie unterscheidet sich die Ausleuchtung? Die Trelock LS 660 und 760 verteilen das Licht ganz genauso, haben also den gleichen Lichtkegel. Allerdings hat die LS 760 fünf Leuchtstufen statt der drei Leuchtstufen der LS 660. Die höchste Leuchtstufe ist etwas heller.

Hier die von mir gemessenen Lumen-Werte, sowie die Herstellerangaben zur Beleuchtungsstärke in Lux beider Lampen in den einzelnen Leuchtstufen:

Licht­strom / Lumen Beleuchtungs­stärke / Lux Bezugs­quellen
LS 660 197, 118, 34 80, 40, 10 Amazon*, eBay*
LS 760 213, 187, 153, 112, 55 100, 80, 60, 40, 20 Amazon*, eBay*

Der Lichtstrom der LS 660 auf der höchsten Stufe ist etwas höher, als der der LS 760 in Stufe 4 von 5. Serienstreuung und Messabweichungen könnten hier aber eine Rolle spielen. Grundsätzlich würde ich davon ausgehen, dass die vierte Stufe der LS 760 der höchsten Stufe der LS 660 entspricht.

Wie groß ist der Unterschied der höchsten Leuchtstufe beider Lampen in der Praxis? Sieht man sich den Lichtkegel beider Lampen im direkten Vergleich an, bemerkt man einen kleinen Unterschied, wenn man aufmerksam ist. Ohne direkten Vergleich kann ich mir allerdings kaum vorstellen, dass den Unterschied jemand bemerkt.

Wie unterscheidet sich die Akkulaufzeit? Ich vermute, dass in beiden Lampen der gleiche Akku verbaut ist. Die LS 760 erreicht mit mehr Licht in der höchsten Leuchtstufe dementsprechend auch eine kürzere Laufzeit. Auch in der 4. Stufe erreicht die LS 760 aber eine etwas kürzere Laufzeit als die LS 660 in der höchsten, obwohl doch beide gleich hell sein sollten (das gleiche dürfte man auch beim Vergleich der Stufen mit 40 Lux feststellen). Das liegt allerdings an einem etwas unterschiedlichen Verhalten der Lampen, wenn der Akku bald leer ist. Die LS 660 behält die gewählte Stufe lange bei und schaltet erst gegen Ende in eine Art Notmodus um. Die LS 760 dagegen schaltet die gewählte Stufe schon etwas eher selbstständig Stück für Stück zurück, bevor sie gegen Ende in den Notmodus umschaltet. In der entsprechenden Stufe hat man daher mit der LS 760 eine etwas kürzere Laufzeit, dafür hat man dann aber etwas länger mit einer zwangsweise verordneten niedrigeren Leuchtstufe Licht.
Mir gefällt ehrlich gesagt das Verhalten der LS 660 besser. Gerade mit einer genau angezeigten Restlaufzeit habe ich gerne die Möglichkeit, auch bis zum Schluss mit höchster Leuchtstufe zu fahren. Auf der anderen Seite schaltet die LS 760 auch nicht extrem früh die Leuchtstufe zurück, der Unterschied in der Praxis ist eher gering.
Was man vielleicht auch noch betrachten könnte, ist die niedrigste Leuchtstufe (34 Lumen bei der LS 660 und 55 Lumen bei der LS 760). Die LS 660 erreicht in dieser 15 h Laufzeit, die LS 760 nur 10 h – wie erwartet bei weniger Licht und damit weniger Energieverbrauch. Wer wenig Licht akzeptieren kann und eine besonders lange Laufzeit benötigt, hat mit der LS 660 also einen gewissen Vorteil.

Also, LS 660 oder LS 760? Ich würde sagen, der Unterschied ist nicht groß. Die LS 760 bietet nur etwas mehr Licht und zwei mäßig praktische Gimmicks zusätzlich. Allerdings ist der Preisunterschied meist auch nicht sehr groß. Daher kann ich hier keine klare Empfehlung abgeben, beide sind eine gute Wahl.

Fazit

Die Trelock LS 660 mag eher wenig Licht fürs Geld bieten, das macht sie allerdings durch eine sehr gute Lichtverteilung wieder wett. Daher gehört sie für mich aktuell zu den empfehlenswertesten straßenzugelassenen Akkulampen.

Bezugsquellen:

Alternativen wären, wie weiter oben schon erwähnt, die Trelock LS 760.
Wer deutlich mehr Licht will, der sollte sich die Busch & Müller Ixon Space ansehen.
Wem dagegen die LS 660 zu teuer ist, der könnte einen Blick auf die Sigma Sport Aura 80 werfen, die deutlich günstiger ist, aber auch etwas weniger Licht erzeugt, etwas schmaler ausleuchtet und auf den ersten Metern eine Nahfeldausleuchtung vermissen lässt.


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