Testbericht: Busch & Müller IQ-XS

17. September 2020


Busch & Müller IQ-XS T senso plus

Lichtstrom 169 Lumen bei 20 km/h (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 70 Lux (Herstellerangabe)
Stromquelle Dynamo
Gewicht 108 g (eigene Messung)
StVZO-Zulassung ja
Preis ab ca. 50 €

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ stabiles, gut verarbeitetes Gehäuse
+ gleichmäßige Lichtverteilung
+ ausreichend viel Licht für die meisten Situationen

Nachteile:
Breite des Lichtkegels nur durchschnittlich
Standlicht wenig geeignet, um selbst etwas zu sehen

Fazit:
Der Busch & Müller IQ-XS ist ein solider Mittelklassescheinwerfer. Das Gehäuse ist stabil und wertig. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig und erlaubt gute Sicht vom Nah- bis in den Fernbereich. Die breite des Lichtkegels ist ausreichend, allerdings wird der IQ-XS diesbezüglich von einigen anderen Scheinwerfern geschlagen.

Transparenzhinweis: Den IQ-XS habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Lieferumfang

Mitgeliefert wird zum Busch & Müller IQ-XS eine kurze Bedienungsanleitung, ein Rückstrahler der bei Bedarf angeschraubt werden kann, zwei passende Schraubendreher für die Schraube der Halterung, sowie ein Anschlusskabel für das Rücklicht mit einseitig montierten Flachsteckhülsen, falls noch kein Kabel zum Rücklicht am Fahrrad verlegt ist.

Verarbeitung und Bedienung

Das Gehäuse des IQ-XS besteht aus Aluminium und wirkt recht stabil. Mein Exemplar ist schwarz lackiert, es ist aber auch eine silberne Variante erhältlich.

Die Halterung besteht aus Metall und ist bei der schwarzen Variante ebenfalls schwarz lackiert. Der Scheinwerfer lässt sich nach Lockern der Befestigungsschraube horizontal ausrichten. Hierfür sind zwei passende Innensechsrund-Schraubenzieher der Größe T20 beigelegt. Das ist recht praktisch, da diese Ausführung immer noch nicht sehr verbreitet ist und man idealerweise zwei davon zum Festziehen verwendet.

Entfernt man die Schrauben des Halters, kann man auch den beigelegten Rückstrahler mit der Halterung verbinden. Dieser befindet sich dann unter dem Scheinwerfer und ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn kein separater Rückstrahler montiert ist.

An der Rückseite der IQ-XS befindet sich ein Taster. Dieser ist gut zu bedienen und hat einen gut fühlbaren Druckpunkt. Beim Losfahren ist der Scheinwerfer standardmäßig immer eingeschaltet, ein Druck auf den Taster schaltet dann zwischen den Zuständen „Ein“ und „Aus“ hin- und her. In den Taster ist außerdem eine grüne LED integriert, die einen eingeschalteten Scheinwerfer signalisiert. Im eingeschalteten Zustand befindet sich der IQ-XS immer im Sensormodus. Das heißt, dass er am Tag gedimmt leuchtet und das Tagfahrlicht eingeschaltet ist (dieses strahlt schwächer als der Hauptscheinwerfer, ist aber im Gegensatz zu diesem nicht abgeblendet und strahlt auch nach oben, damit man optimal gesehen wird). Nachts leuchtet der Hauptscheinwerfer mit voller Helligkeit und das Tagfahrlicht ist abgeschaltet. Schalten lässt sich der Scheinwerfer im Stand nur, wenn der Standlichtkondensator noch geladen ist. Ist dieser entladen, merkt sich der Scheinwerfer auch den Schaltzustand nicht. Das ist eher ungünstig, wenn man normalerweise ohne Licht fahren will. Dazu muss man immer beim Start der Tour erst den Scheinwerfer ausschalten.

Wie bei Dynamoscheinerfern üblich ist neben dem Anschlusskabel für den Dynamo ist am IQ-XS auch ein kurzes Anschlusskabel für das Rücklicht vorhanden. So wird das Rücklicht vom Hauptscheinwerfer mit geschaltet und ist immer an, wenn auch dieser eingeschaltet ist (auch im Tagfahrmodus).

Praxiseinsatz

Hier ein Foto der Ausleuchtung des Busch & Müller IQ-XS (für mehr Ausleuchtungsfotos von Dynamoscheinwerfern siehe Übersicht Dynamoscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Den Lichtstrom des Busch & Müller IQ-XS habe ich mit 157, 169 bzw. 176 Lumen bei 15, 20 bzw. 25 km/h gemessen (siehe Lumenmessung Fahrradbeleuchtung). Das ist ein gutes Ergebnis, aber nichts Besonderes. In diesem Bereich bewegen sich heute die meisten mittelpreisigen Dynamo-Fahrradlampen. Einzig der größere Bruder IQ-X kann sich hier mit rund 300 Lumen deutlich absetzten.

Der Lichtkegel des IQ-XS beginnt direkt vor dem Rad und verteilt dieses angenehm gleichmäßig. Im Nahbereich befindet sich neben dem Hauptlichtkegel noch ein etwas schwächer ausgeleuchteter Bereich. Dieser wirkt auf dem Foto etwas dunkler als in der Realität, da das Auge mit größeren Kontrasten als eine Kamera umgehen kann.
Die Breite des Lichtkegels ist ausreichend, erreicht allerdings nicht die ausgesprochen große Breite wie die des Cyo Premium, Luxos oder IQ-X. Gerade im Vergleich mit Cyo Premium oder Luxos fällt allerdings die gleichmäßig helle Ausleuchtung des IQ-XS auf, der im Gegensatz zu diesen nicht nur in einem kleinen Teil des Lichtkegels eine große Helligkeit erreicht.
Auch im Fernbereich kommt ausreichend Licht an und der Nahbereich ist im Vergleich mit diesem nicht überstrahlt. Das ermöglicht auch eine gute Fernsicht.

Das Tagfahrlicht des IQ-XS ist interessant gelöst. Statt einer direkt nach vorn abstrahlenden LED leuchtet eine separate LED aus einem etwas anderen Winkel in den Reflektor, so dass auch Licht nach oben abgestrahlt wird. Dadurch wird die Blendwirkung des Tagfahrlichts etwas reduziert.

Der IQ-XS hat auch ein Standlicht. Hierfür wird etwas Energie in einem Kondensator zwischengespeichert, der den Scheinwerfer dann auch im Stand noch etwas weiter betreiben kann. Leider ist das Standlicht beim IQ-XS über die Tagfahr-LED realisiert und nicht über den Hauptschweinwerfer. Das reicht aus um gesehen zu werden, selbst sieht man damit aber nur noch sehr eingeschränkt etwas. Bei Scheinwerfern mit über die Haupt-LED realisiertem Standlicht leuchtet dieses zwar auch wesentlich dunkler als während der Fahrt, aber hier sieht man doch noch wesentlich mehr. Gerade der große Bruder IQ-X gefällt mir in dieser Hinsicht deutlich besser.

Zur seitlichen Sichtbarkeit sind an der Seite des IQ-XS zwei Schlitze ins Gehäuse eingelassen, die etwas Streulicht vom Hauptscheinwerfer herauslassen. Dadurch wird man auch von der Seite besser gesehen.

Fazit

Der Busch & Müller IQ-XS ist ein solider Mittelklassescheinwerfer. Das Gehäuse ist stabil und wertig. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig und erlaubt gute Sicht vom Nah- bis in den Fernbereich. Die breite des Lichtkegels ist ausreichend, allerdings wird der IQ-XS diesbezüglich von einigen anderen Scheinwerfern geschlagen.

Bezugsquellen:

Gute Alternativen zum IQ-XS sind der Cyo Premium, der etwa vergleichbar viel Licht abstrahlt, dieses aber breiter verteilt. Er bewegt sich in einem ähnlichen Preisbereich wie der IQ-XS. Ist man bereit deutlich mehr auszugeben, kommt auch der IQ-X infrage. Er besitzt ein ähnliches Gehäuse, strahlt aber nochmal deutlich mehr Licht ab und leuchtet ebenfalls breiter aus als der IQ-XS.

Siehe auch: Vergleich: IQ-X, Cyo Premium, IQ-XS

Ergänzung: IQ-XS friendly

Seit einiger Zeit bietet Busch & Müller auch den IQ-XS friendly an. Dieser ist im Prinzip der gleiche Scheinwerfer, das Gehäuse besteht aber aus kompostierbarem Kunststoff, statt Metall. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt etwas niedriger, als die des klassischen IQ-XS. Wer also ein bisschen Geld sparen will und nicht unbedingt auf ein Metallgehäuse wert legt, kann auch diesen nehmen.

IQ-XS friendly: Amazon*, eBay*, Rose*


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