Fahrradscheinwerfer richtig einstellen - warum viele Radfahrer andere gefährden, ohne es zu wissen

9. Januar 2014

Das Problem: viele Scheinwerfer sind falsch eingestellt

In Deutschland für den Straßenverkehr zugelassene Fahrradscheinwerfer müssen so beschaffen sein, dass sie den Gegenverkehr nicht blenden. Leider reicht es jedoch nicht, einen Fahrradscheinwerfer zu benutzen, der den Anforderungen genügt. Er muss auch richtig eingestellt sein!
Viele Radfahrer sind sich garnicht bewusst, dass ihr Fahrradscheinwerfer durch falsche Einstellung den Gegenverkehr blendet und damit andere gefährden kann.

Diese beiden Fotos verdeutlichen das:

Fahrradscheinwerfer richtig eingestellt
richtig eingestellt
Fahrradscheinwerfer falsch eingestellt
falsch eingestellt

Die Fotos sind unter gleichen Bedingungen entstanden. Nur dass der rechte Scheinwerfer falsch eingestellt ist. Wer hier entgegenkommt, wird während dieser Zeit nur sehr eingeschränkt sehen können.
Leider sind viele Radfahrer mit falsch eingestellten Leuchten unterwegs. Denn dass der eigene Scheinwerfer falsch eingestellt ist, bemerkt man in der Regel nicht!

Die Lösung: wie man seinen Fahrradscheinwerfer richtig einstellt

Wie stellt man seinen Fahrradscheinwerfer richtig ein? So, dass das Licht nicht direkt in die Augen anderer Verkehrsteilnehmer strahlt.

Richtige Einstellung des Fahrradscheinwerfers

Der Scheinwerfer oben ist zu hoch eingestellt. Die Oberkante des Lichtkegels steigt immer weiter an und blendet so entgegenkommenten Verkehr. Der Scheinwerfer in der Mitte ist richtig eingestellt. Die Oberkante des Lichtkegels fällt immer weiter ab und leuchtet so niemandem direkt in die Augen. Der Scheinwerfer unten ist zu tief eingestellt. Zwar wird damit niemand geblendet, aber dafür wird der Weg vor einem nicht weit genug ausgeleuchtet.

Vorgehen beim Einstellen der Fahrradbeleuchtung

Um die Höhe der Fahrradlampe richtig einzustellen, gehen Sie wie folgt vor:

Schritt 1: mit Fahrrad frontal vor eine Mauer/Wand stellen
Stellen Sie sich mit Ihrem Fahrrad vor eine Wand, ca. 5 Meter Abstand sind optimal

Schritt 2: Scheinwerferhöhe an Wand markieren
Messen Sie, in welcher Höhe ihr Scheinwerfer am Fahrrad angebracht ist. Markieren Sie sich diese Höhe an der Wand.

Schritt 3: Beleuchtung ein
Stellen Sie das Fahrrad gerade hin und halten Sie es fest (nicht den Ständer benutzen). Den Lenker gerade halten
a) Batteriebeleuchtung: schalten Sie den Frontscheinwerfer ein
b) Dynamobeleuchtung: heben Sie das Vorderrad ganz leicht an und drehen Sie es kräftig, so dass der Scheinwerfer leuchtet.
c) Seitenläuferdynamo am Hinterrad: heben Sie das Hinterrad leicht an und drehen Sie mit der Pedale das Hinterrad

Bei Dynamobeleuchtung mit Standlicht, welches über den Hauptscheinwerfer realisiert ist (nicht bei Standlicht über Tagfahrlicht-LEDs) können Sie auch alternativ eine kleine Runde drehen, so dass das Standlicht leuchtet.

Schritt 4: Prüfen, ob Oberkante Lichtkegel unter Scheinwerferhöhe
Während der Scheinwerfer leuchtet, achten Sie auf den Lichtkegel an der Wand: befindet sich die Oberkante des Lichtkegels unter der Höhenmarkierung?
Wenn ja, ist alles in Ordnung. Wenn nein, dann blendet der Scheinwerfer. Verändern Sie die Neigung des Scheinwerfers etwas nach unten und beginnen Sie wieder mit Schritt 3!

Übrigens: um genau der StVZO zu entsprechen, muss der Scheinwerfer so eingestellt sein, dass das Zentrum des Lichtkegels sich bei einer Entfernung von 5 Meter zur Wand auf halber Höhe wie der Scheinwerfer befindet – oder tiefer.

Scheinwerfereinstellung: zu hoch
Scheinwerfereinstellung: blendfrei


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Kommentare [17]

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— Michael · 2. Januar 2016, 01:11 · #

Ich habe mein Trekking Bike von der E3 Pro 2 auf E3 Triple 2 aufgerüstet (beides 2015 Modelle). Der Sicherheitsgewinn auf dunklen, gewundenen Waldfusswegen mit evt. tiefhängenden Ästen (offizielle Fahrradwege !), ist enorm. Entgegenkommende Jogger und Hundehalter haben jedoch sichtlich Mühe mit der Lichtmenge, mit der Triple 2 macht man sich da wahrlich keine Freunde.
Autofahrer scheinen weniger Schwierigkeiten zu haben, da sie bereits einen hellen Lichtkegel vor sich haben und die erforderlich Anpassung der Augen an die entgegenkommende Lichtquelle geringer ist.
Für den “Normal”-Fahrer ist die E3 Pro 2 gut genug bzw. fantastisch. Sie bietet, obwohl STVZO-konform, genügend Licht um auch weitentfernte Verkehrsschilder früh zu erkennen. In urbanem Umfeld hat man mit der E3 Triple 2 keinen Zusatznutzen (nur rausgeworfenes Geld und verärgerte Fussgänger).
In Anbetracht der rasanten Entwicklung bei der Fahrradbeleuchtung sollten wohl bald manuell schaltbare Frontlichter zu erwarten sein (Abblendlicht/Fernlicht).
Bis es soweit ist, werde ich die E3 Triple 2 weiterhin verwenden (sorry), aber manuell tiefergestellt wenn’s nicht durch die Wälder geht.

— Freddy · 27. Dezember 2015, 01:19 · #

Viele fahren bei uns mit dem Licht nach ganz unten oder in den Himmel leuchtend, wegen der Straßenlaternen brauchen die keine Ausleuchtung.
Etliche Radfahrer bauen Batterieleuchten an die Sattelstützen und verdecken sie durch Gepäck, aber hauptsache einen Helm tragen….. O.o

— Hirn · 15. Dezember 2015, 01:11 · #

Radwege fahren heißt Sehen müssen, mit Stvo konformen Lampen kann man nichts sehen, ergo muss man mit Lampen fahren die Licht geben. Es sind einfach zu viele ohne Licht unterwegs, die ich sehen will, weil wenn ich über einen unbeleuchteten Hund oder in einen unbeleuchteten Fußgänger reinfahre habe ich ein Problem. Bei 2. bin ich sogar Schuld und muss blechen, wenn ich das nicht will benötige ich ausreichend Licht. Meine Lampe konstruiert für den Outdooreinsatz ist hell wie ein Autoscheinwerfer und ist meist soweit auf den Boden gerichtet dass sie zumindest niemandem das Augenlicht raubt und immer in kleinster Leuchtstärke. Ich fahre täglich 50 km zur Arbeit, meist auf Radwegen entlang von Straßen. Einige Km sind dann auch auf linksseitigen Radwegen zu bewältigen, dort erhöhe ich die Leuchtstärke denn die Autos blenden immer in den rechten Fahrbahnrand hinein und dann brauche ich soviel Licht dass ich unbeleuchtete Hindernisse trotz Blendung erkennen kann. Auf den Bergab-Strecken fahre ich teilweise um die 60km/h da brauche ich auch ausreichend Licht…
Meine Lampe liefert das Licht dafür blendet aber immer, wenn nun Fernlicht erlaubt wäre für Radfahrer wäre das die Lösung, wie bei den motorisierten Vehikeln könnte man die Lichtmenge anpassen an die Erfordernisse. Da das aber verboten ist, muss man sich die einfachste Lösung suchen. Früher fuhr ich mit Eigenbau LED-Lampen und hatte noch nie irgendwelche Probleme, auch bei Unfällen oder Kontrollen war dem Hüter des Gesetztes nur wichtig dass ich Licht hatte nicht ob dieses Prüfzeichen hatte. Früher war ich aber ziemlich alleine, inzwischen blenden fast Alle, deshalb ist es nur eine Frage der Zeit bis da was passiert, bzw. dann auch kontrolliert wird.
Ich hatte schon immer ein Duck-Bill für den Helm, inzwischen haben Radhelme schon ein Visier mit dran so dass man nur den Kopf etwas senken muss und am Blender vorbeischauen kann…

— Ulli · 7. Dezember 2015, 17:51 · #

Ja super, aber gesehen wird man NULL, wurde gerade fast von einem links abbiegenden Linienbus umgemäht, während ich rechtsfahrend, beleuchtet, mit einer zusätzlichen Blink-LED am Lenker, über die grüne Ampel wollte.

Was soll man denn bitte machen, wenn man mit legalem Abblendlicht nicht gesehen wird? Ich zahle lieber jedes Jahr ein paar Euro Strafe, als dass ich statistisch in den nächsten 10 Jahren irgendwann im Krankenhaus lande, weil irgendwelche Deppen keine Augen im Kopf haben!

Also lieber mehr Lumen. Viel hilft zumindest mehr.

— Stadtschlampe · 23. November 2015, 14:36 · #

Werde zunehmend mit neuer Licht-Pest konfrontiert. Als würden die irrlichternden Helmlampen nicht schon genug nerven, gibt es immer häufiger weiße, blitzende Frontlampen. Was für ein blendender Schwachsinn. Sorry, aber da gibt es kein Pardon: Umschalten von 70 auf 90 Lux und die Luxos so positionieren, dass sie genau ins Gesicht strahlt. “E. Kant” lässt grüßen: “Was Du nicht willst, man Dir tut, …

Marcel Leibenath · 4. November 2015, 19:49 · #

Hallo,

ich fahre sehr gerne Fahrrad, das gute hat 2 x ixon IQ speed (bis zu 100 Lux) von bm, laufe aber auch mit Hund und “Positionslicht” über dunkle Waldwege.

Aufgrund des “selber schlecht Merkens” mache ich entgegenkommende blendende Teilnehmer auch darauf aufmerksam, das Sie blenden.

Manche reagieren mit einfachen Abblenden, andere mit Schimpftiraden.

Ich wünsche mir einfach, das sich die Leute so benehmen, wie Sie es von anderen erwarten und da sollten zwei Dinge klar sein:

- wenn die Kegeloberseite auch nur leicht nach oben zeigt, wird irgend wann jemand geblendet und

- wenn man ein Gesicht erkennen kann, scheint dem wahrscheinlich was helleres an.

— bavarobear · 31. Oktober 2015, 19:30 · #

Als Fussgänger (Hindernis?) habe ich Nachts immer eine 120lm Taschenlampe dabei. Wer mich blendet, dessen Gesicht sehe ich mir mit meiner Lampe etwas genauer an. PKW´s die mit Dauerfernlicht fahren begreifen es meist besser, wenn man zurückblendet.

— Meise · 28. Oktober 2015, 12:01 · #

Also ich brülle jetzt jeden Idioten mit blendendem Scheinwerfer an:

“Schweinwerfer nach UNTEN richten!”

Die PKW-Scheinwerfer blenden im Vergleich dazu kaum, da sie eine niedrigere Leuchtdirchte haben und allermeistens richtig eingestellt sind.

— Hans · 27. September 2015, 22:49 · #

Hallo,
ich habe mir eine AXA Blueline mit 30 Lux ans Rad gebaut.
Habe aber Probleme mit der richtigen Einstellung.
Die Ausleuchtung ist eher Rund wie eine Taschenlampe, deswegen muss ich die Beleuchtung sehr niedrig einstellen um keinen zu blenden, damit leuchte ich aber auch nicht mehr weit.

Was mache ich falsch?

— MIGO · 14. September 2015, 08:57 · #

Ich mache das genauso wie Ben, eher etwas höher.
Gesehen werden ist mir besonders wichtig, da macht es nichts, wenn der Lichtkegel etwas höher scheint. Wirklich blenden können m. M. n. diese doch relativ schwachen Fahrradscheinwerfer nicht, vor allem im Vergleich zum PKW.
Am Winterrad hab ich sogar einen Supernova E3 Triple 2. Über den hat sich auch noch kein Entgegenkommender beschwert.
Wenn ich im Dunkeln richtig Licht brauche, schalte ich eine Lupine U3 am Helm zu.

Stefan | Fahrradbeleuchtung-Info · 5. September 2015, 11:09 · #

@Ben:

Ich stelle den Scheinwerfer meist so ein, dass der Lichtkegel nur knapp unter der horizontalen aufhört, mit einer Leuchtweite von wenigstens 50-60 m. Zwar leuchten die meisten Scheinwerfer nicht bis in diese Entfernung sinnvoll aus, aber zumindest aufragende Hindernisse (Fußgänger etc.) erkennt man so früher.

Nur eher schwache Scheinwerfer stelle ich etwas tiefer ein.

— Ben · 5. September 2015, 08:59 · #

Auf welche Entfernung stellt Ihr eure Scheinwerfer ein.
Nach STVZO soll der hellste bereich des Lichtscheins ja nun nach 10 Meter auf dem Boden aufschlagen.

Das Licht reicht also nicht wesentlich weiter als 12 Meter.

Der IQ Cyo hat genug Power um mehr als 12 Meter gut auszuleuchten.

Dazu müsste ich Ihn aber nicht gemäß der STVZO einstellen sondern nur so das er andere nicht blendet, wie in der Zeichung oben dargestellt.

Dann hätte man auch mehr vom licht.

Auf welchen Winkel zur Horizontalen stellt ihr den Scheinwerfer ein?

Nach STVZO sind es 4,5 Grad nach unten geneigt.

Wie viel sind es bei euch?

Danke
MfG

BB

— jens · 2. Mai 2015, 20:36 · #

Stefan: denk doch mal nach!

Stefan · 23. April 2015, 06:47 · #

Paul: wie kommst du darauf, dass man den Scheinwerfer eher am Lenker als an der Gabel anbringen soll?

— Paul · 22. April 2015, 14:42 · #

Ich sollte also den Scheinwerfer eher am Lenker anbringen als an der Gabel. Wär schoen wenn die Hersteller bzw. Fahrradhändler das gleich machen würden.

— hotte · 13. November 2014, 21:33 · #

etwa 80% der radler sind sich nicht bewusst dass es blendet.

Was mich am meisten erschreckt ist: ich – als eingefleischter radler – beobachte, dass gerade studenten, also die kommende elite der nation, es meistens nicht bemerken wenn sie blenden. Auch studis die zur “technischen hochschule” fahren merken es nicht.

Schrecklich!

— Werner · 10. August 2014, 00:04 · #

Hallo….
fahre auch am Tage mit Beleuchtung.

Handhabe es so, dass ich am Tage(gerade bei starkem Sonnenlicht) den Fahrradlichkegel höher stelle. Das bringt eine weitaus bessere Auffälligkeit und blendet bei hellen Umgebungseinflüssen, wie jetzt im Sommer nicht. Wenn man sich die selbstangebauten superhellen Tagfahrlichter der PKW mal anschaut ;-). Tagfahrlichter an Radscheinwerfern sind unbefriedigend.

Bei Dämmerung oder Nacht ist das Licht selbstverständlich wieder konsequent blendfrei eingestellt ! !!

Habe 2 Scheinwerfer am Rad. Die preisgünstige LED-Nabendynamoleuchte ist fürs Tageslicht, eine Philips Saferide 80 Akku, mit dem motorradähnlichen Lichtkegel, ist für Dämmerung und Nacht am Rad.

Gruß