Testbericht: Busch & Müller Ixon Space

2. Juni 2020


Busch & Müller Ixon Space

Preis: ab ca. 140 €
Beleuchtungsstärke: 150 Lux (8 Helligkeitsstufen von 20-150 Lux wählbar)
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku
Leuchtdauer: 2,5 Stunden auf höchster Stufe, bis 30 Stunden auf niedrigster Stufe
Gewicht: ca. 256 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung: ja

Bezugsquellen:

+ extrem helle und breite Ausleuchtung
+ recht gleichmäßige Lichtverteilung
+ Powerbank-Funktion
+ fest sitzende Halterung
o Slider für Helligkeitsstufenauswahl funktioniert mäßig gut
o Akkulaufzeit auf höchster Stufe eher mäßig, in niedrigeren, immer noch recht hellen Stufen, aber wesentlich besser
o Teils recht starke Erwärmung. Lampe regelt aber bei zu starker Erwärmung Leuchstufe herunter (tritt mit ausreichend Fahrtwind eher nicht auf).
akzeptable Ladezeit (5 h) nur mit Original-Netzteil, sonst 10 h
verhältnismäßig schwer und klobig
teuer

Lieferumfang

Gekauft habe ich die Ixon Space von Busch & Müller für den Test regulär im Handel. Dies ist meine favorisierte Vorgehensweise, um nicht durch von Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellte Produkte unterbewusst in meiner Einschätzung beeinflusst zu werden.

Die Ixon Space wird mit Halterung, Ladekabel und Ladegerät und Bedienungsanleitung geliefert. Außerdem ist eine längere Schraube zur Befestigung an Lenkern mit großem Durchmesser (bis 32 mm) dabei. Weiterhin ein Kabel von micro-USB auf USB-A Buchse, um Geräte am Ladeanschluss von der Lampe laden zu lassen (Powerbank-Funktion).

Verarbeitung und Bedienung

Was bei der Ixon Space zuerst auffällt, sind die recht großen Abmessungen (gut 12 cm Länge und an der breitesten Stelle knapp 4,5 cm breit) und das hohe Gewicht (ca. 240 g). Natürlich muss man das etwas ins Verhältnis setzen: noch vor 5 Jahren war eine Fahrradlampe dieser Größe und Gewichtsklasse normal (und lieferte um Welten weniger Licht). Heute, mit leistungsfähigen Li-Ion-Akkus, sind Fahrradlampen im Schnitt jedoch deutlich kleiner geworden. Bei der Ixon Space erkauft man sich eine herausragende Helligkeit (mehr dazu später) eben mit einem höheren Gewicht.

Das Gehäuse der Ixon Space besteht aus Aluminium und Kunststoff und wirkt durchaus recht robust. Die transparente Kunststoffabdeckung vor der LED ist geschraubt. Laut einer Amazon-Rezension kann hier von Busch & Müller notfalls ein Ersatzteil angefordert und selbst getauscht werden.

Oben auf der Lampe befindet sich ein kleines Display, der Einschaltknopf und ein Slider zur Helligkeitsauswahl. An der Rückseite der Ixon Space befindet sich eine Gummiabdeckung, unter der sich der Micro-USB-Anschluss zum Nachladen befindet.

Ein kurzer Druck auf den Einschaltknopf zeigt kurz die Restladung des Akkus in Prozent an. Praktisch, damit man die Lampe nicht einschalten muss, wenn man diese Info benötigt.
Ein langer Druck auf den Einschaltknopf schaltet die Ixon Space ein. Im Display kann im eingeschalteten Zustand einer von drei unterschiedliche Werte angezeigt werden: die Restladung des Akkus in Prozent, die ungefähre verbleibende Leuchtdauer in der aktuell gewählten Stufe, sowie die Uhrzeit. Mit einem kurzen Druck auf den Einschalter werden die Werte durchgeschaltet. Die Uhrzeit kann im Menü (langer gleichzeitiger Druck auf das untere und obere Ende des Touch-Sliders) eingestellt werden.

Die Helligkeit der Ixon Space ist in 8 Stufen einstellbar und wird am Touch-Slider auf der Oberseite eingestellt. Der Vorteil gegenüber den sonst üblichen + und – Tasten ist, dass die gewünschte Helligkeitsstufe direkt gewählt werden kann, und nicht die einzelnen Stufen durchgeschaltet werden müssen. Was gut gedacht ist funktioniert meiner Meinung nach aber leider nur mittelmäßig. Zwar kann theoretisch wirklich jede Leuchtstufe direkt angewählt werden. Allerdings reagiert der Slider nicht auf ein bloßes Antippen wie bei einem Touch-Display, sondern es ist ein gewisser Druck notwendig. Die unter dem Slider vermutlich angeordneten Tasten haben keinen klaren Druckpunkt, so dass schwierig erfühlbar ist, ob nun schon ein ausreichender Druck erfolgt ist. Auch ist eine sicheres Tippen auf genau die richtige Stelle schwierig, oft ist dafür mehr als ein Versuch nötig. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich immerhin ein wenig an das neue Bedienungskonzept und die Auswahl klappt etwas besser. Trotzdem, ich bin mir nicht sicher, ob der Touch-Slider gegenüber ein oder zwei Einzeltasten welche die Helligkeitsstufen durchschalten, wirklich ein Gewinn ist.

Halterung

Die Halterung der Ixon Space wird werkzeuglos am Lenker montiert. Zunächst wird ein Gummiring über den Lenker gelegt, über den die eigentliche Halterung kommt. Diese besteht aus zwei beweglichen Armen. Eine Schraube wird in einen Bolzen in dem einen Arm gedreht, dann über den anderen Arm gestülpt und ganz festgedreht. Es sind zwei unterschiedlich lange Schrauben im Lieferumfang und somit ist eine Montage an Lenkern mit 22 bis 32 mm Durchmesser möglich. In der Bedienungsanleitung ist bis 35 mm angegeben, jedoch ist ein kleiner Zettel beigelegt, auf dem der maximale Lenkerdurchmesser auf 32 mm korrigiert wird.
Durch Verdrehen auf der Gummihalterung lässt sich die Ixon Space übrigens auch an nicht geraden Lenkern bis zu einem gewissen Grad nutzen.

Die Lampe wird dann mit einem Bajonettverschluss auf der Halterung befestigt. Sie wird von oben in den Ring auf der Halterung gedrückt bis sie einrastet. Durch drehen am Ring im Uhrzeigersinn wird die Lampe wieder entriegelt.

Alles in Allem bin ich mit der Halterung sehr zufrieden. Sie lässt sich relativ gut montieren und die Lampe sitzt auf ihr trotz ihres recht hohen Gewichts sehr fest.

Unerwähnt bleiben soll allerdings nicht, dass es mehrere Amazon-Rezensionen gibt, welche die Halterung stark kritisieren und von einem leichten Verrutschen dieser am Lenker sprechen. Ich konnte das nicht nachvollziehen, möglicherweise gibt es aber Konstellationen (Lenkermaterial und -durchmesser), bei denen die Halterung weniger gut funktioniert.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Ixon Space (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Ausleuchtung der Ixon Space ist die hellste, die ich bei einer straßenzugelassenen Fahrradlampe bisher gesehen habe. Im Nahfeld bis ca. 2 m Entfernung wird deutlich dunkler ausgeleuchtet, was aber unproblematisch ist. Ab da steht eine sehr helle und breite Ausleuchtung zur Verfügung, auch der Fernbereich ist sehr gut ausgeleuchtet. Ich bin absolut begeistert! Wenn man noch etwas Negatives finden will, dann sollte man die zwei im mittleren Bereich seitlich auftauchenden Bereiche mit etwas geringerer Ausleuchtung erwähnen. Eine perfekt homogene Ausleuchtung wäre noch besser, aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Auf den mitteren Stufen leuchtet die Ixon Space immer noch ähnlich gut aus wie so mancher Mittelklassescheinwerfer. Hier ein Foto der Ausleuchtung auf niedrigster Leuchstufe:

Die Helligkeit ist in der niedrigsten Stufe recht gering und kommt maximal noch an sehr billige Fahrradlampen heran. Die ausgeleuchtete Fläche übertrifft die billiger Fahrradlampen aber natürlich immer noch bei weitem. Für Fahrten in der Stadt bei guter Straßenbeleuchtung ist diese Stufe absolut ausreichend. Hier geht es nicht darum zu sehen, sondern nur gesehen zu werden. Auf dunklen Wegen kann man mit dieser Ausleuchtung zwar notfalls fahren, Freude kommt aber nicht mehr auf.

Erwähnenswert ist noch, dass sich die Ixon Space auf hohen Leuchtstufen recht stark erwärmt. Trotz der recht guten Wärmeableitung über das Aluminiumgehäuse lässt sich das bei der hohen Leuchstärke wohl nicht vermeiden. Zumindest erkennt die Lampe eine zu starke Erwärmung aber selbstständig und schaltet dann die Leuchtstufe zurück. Bei Fahrt mit ausreichend Fahrtwind ist mir das bisher nicht passiert. Bei sommerlichen Temperaturen im Stand auf höchster Leuchtstufe ist tritt das allerdings regelmäßig nach 10-15 min auf.

Leuchtdauer

Je heller ein Fahrradscheinwerfer, desto mehr Strom verbraucht er auch und desto kürzer wird die Leuchtdauer. Mit einem größeren Akku kann man die Leuchtdauer wiederum erhöhen, was aber auch das Gewicht der Lampe erhöht. In so fern würde ich eine lange Leuchtdauer nicht pauschal als gut bewerten. Wichtig ist aber, dass man weiß, was man erwarten kann. Deshalb überprüfe ich die Herstellerangabe zur Leuchtdauer.

Auf höchster Leuchtstufe habe ich ca 2:45 h Leuchtdauer erreicht, also etwas mehr als die Herstellerangabe von 2:30 h.
Auf niedrigster Leuchtstufe wurden 30:50 h erreicht, also auch hier etwas mehr als die Herstellerangabe von 30 Stunden.

Ladezeit

Die Ladezeit habe ich ebenfalls getestet. Mit Originalnetzteil wurde eine Ladezeit von 0 auf 100% von ca. 4:30 h erreicht, also etwas weniger als die Herstellerangabe von 5:00 h. Ähnliche Werte wurden sowohl mit dem Originalkabel erreicht, welches recht dick und hochwertig aussieht, erreicht, als auch mit anderen USB-Kabeln guter Qualität. Mit schlechten Kabeln stieg die Ladezeit teilweise etwas an.

Bei Tests mit anderen USB-Ladegeräten offenbart sich leider ein klarer Nachteil der Ixon Space. Mit allen Netzteilen die ich probiert habe, verdoppelte sich die Ladezeit auf ca. 10 h. Ein Messen des Ladestroms offenbarte den Grund: die Ixon Space lädt mit dem Original-Netzteil mit einem Ladestrom von ca. 1 A. Bei allen anderen Netzteilen (und auch Powerbanks bzw. externen Akkus) wurde nur mit ca. 0,5 A geladen. Warum, kann ich mir nicht ganz erklären. Die Netzteile sind nicht der Grund, teilweise waren diese für mehr als 2 A Ladestrom konzipiert und schafften dies auch spielend bei anderen Geräten. Ich vermute, die Ixon Space erkennt das Original-Netzteil über die Datenleitungen und reduziert den Ladestrom, wenn dieses nicht erkannt wird. Warum das sinnvoll ist, leuchtet mir nicht ganz ein. Zumindest habe ich mit anderen Geräten keine Probleme, diese auch mit Nicht-Originalnetzteilen mit hohen Ladeströmen zu laden, wenn sowohl Gerät als auch Netzteil dies unterstützen.
Zu Hause mag dieser Nachteil noch verschmerzbar sein. Aber wenn man unterwegs ist und mehrere Ladegeräte für verschiedene Geräte mitführen muss, ist das schon ärgerlich.

Ein Nachladen der Ixon Space während sie eingeschaltet ist, ist übrigens möglich. So kann man die Lampe bei Bedarf beispielsweise unterwegs mit einer Powerbank nachladen, während man sie nutzt.
Auch hier offenbart sich natürlich der oben erwähnte niedrige Ladestrom. Nur bis Leuchtstufe 4 von 8 war es möglich, den Ladestand konstant zu halten. Bei höheren Stufen kann man die Entladung verzögern.

Powerbank-Funktion

Mit der Powerbank-Funktion der Ixon Space kann die Lampe als Stromquelle genutzt werden. So können andere Geräte wie Smartphones von der Ixon Space geladen werden. Für eine regelmäßige Nutzung macht das denke ich weniger Sinn, aber als Notfalllösung sicher nicht unpraktisch.

Die Powerbank-Funktion wird mit einem Druck 4x kurz hintereinander auf den Einschaltknopf gestartet. Der Lampe liegt ein kurzes Adapterkabel von Micro-USB auf USB-A Buchse bei. In die Buchse kann dann das Ladekabel des zu landenden Gerätes gesteckt werden.

Die Powerbank-Funktion ist mit maximal 3000 mAh Kapazität und bis zu 1300 mA Ladestrom angegeben. Meine Messungen haben das etwa bestätigt: Ein Ladestrom von 1300 mA wird erreicht (mehr ist allerdings tatsächlich nicht möglich). Und es war eine Ladungsmenge von 2950 mAh entnehmbar, bis sich die Powerbank-Funktion bei einem Akkuladestand unter 10% abschaltete.
Zur ungefähren Einschätzung: das dürfte etwa reichen, um einen recht großen Smartphone-Akku zur Hälfte zu laden, kleinere Smartphone-Akkus auch komplett.

Zu beachten ist übrigens noch, dass Busch & Müller in der Bedienungsanleitung darauf hinweist, dass das mitgelieferte Kabel von Micro-USB auf USB-A Buchse verwendet werden sollte. Sonst kann es passieren, dass das Smartphone die Lampe lädt und der Smartphoneakku durch Tiefentladung geschädigt wird. Unter welchen Voraussetzungen das genau zum Problem werden kann, kann ich schwer einschätzen. Aber vermutlich hat Busch & Müller im mitgelieferten Kabel eine Diode eingebaut, die einen Stromfluss in die falsche Richtung unterbindet, weil dieses Problem aufgetreten ist.

Fazit

Die Ixon Space bietet derzeit bezüglich Ausleuchtung das Maximum was man im Bereich straßenzugelassener Akkulampen erhalten kann. Die Ausleuchtung ist sehr hell, sehr breit und recht gleichmäßig (wenn auch nicht perfekt gleichmäßig). Natürlich bezahlt man das auch, die Ixon Space ist nicht gerade günstig. Auch erkauft man sich die hohe Leuchtkraft mit einer – für heutige Verhältnisse – vergleichsweise klobigen und schweren Lampe. Auch sollte man bedenken, dass die Leuchtdauer auf höchster Stufe mit 2,5 Stunden eher moderat ist. Auf niedrigeren Leuchtstufen, die immer noch recht hell sind, erreicht man jedoch durchaus recht lange Akkulaufzeiten. Auch nicht unerwähnt bleiben muss die Ladezeit. Nur mit Original-Netzteil erreicht man akzeptable 5 h, bei Fremdnetzteilen begrenzt die Ixon Space den Ladestrom und lässt sich 10 h Zeit für eine Komplettladung.
Wer ein Maximum an Licht will, kommt um die Ixon Space kaum herum. Kann man darauf verzichten, gibt es aber auch genügend andere ausreichend gute, kleinere und günstigere Akku-Fahrradlampen.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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