Testbericht: Busch & Müller Ixon Core

14. März 2022


Busch & Müller Ixon Core

Kategorie: Akku-Scheinwerfer

Lichtstrom 170 / 55 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 50 / 12 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Leuchtdauer 3:45 h / 16 h je nach Leuchtstufe (eigene Messung, Herstellerangabe 3 / 15 h)
Akkus integrierter Li-Ion-Akku
Gewicht 141 / 108 g mit/ohne Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung ja

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ kompakte und leichte Lampe
+ vernünftige Lichtverteilung
+ gute Nahfeldausleuchtung

Nachteile:
keine allzu breite Ausleuchtung
im Fernbereich an den Rändern etwas schwach ausgeleuchtet
tendenziell etwas zu viel Licht im Nahbereich
deutlich verlängerte Ladezeit bei den meisten Netzteilen von Fremdherstellern

Testfazit
Die Ixon Core erzeugt vom Nah- bis in den Fernbereich einen brauchbaren Lichtkegel ohne größere Schwächen in der Lichtverteilung. Sie erzeugt allerdings keine besonders hohe Helligkeit und leuchtet eher schmal aus. Für den eher moderaten Preis ist das aber völlig in Ordnung. Bei moderaten Ansprüchen oder auch wenn eine recht leichte kompakte Fahrradlampe gesucht wird, ist die Ixon Core empfehlenswert.

Transparenzhinweis: Die Busch & Müller Ixon Core habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Lieferumfang und Verpackung

Die Ixon Core wird in einem schönen Pappkarton geliefert. Das ist eine Veränderung zu meiner 2014 gekauften Ixon Core, die noch in einer Blisterverpackung mit viel Kunststoff, die auch schwer zu öffnen ist, geliefert wurde. Das dürfte dem Nachhaltigkeiskonzept von Busch & Müller zu verdanken sein. Noch nachhaltiger wäre es freilich, nicht noch ein Netzteil mitzuliefern. Fast alle anderen Hersteller verzichten bereits darauf. Manche verzichten sogar auf ein Ladekabel.

Im Karton enthalten ist folgender Inhalt:

  • die Lampe selbst
  • Lenkerhalterung
  • Gummi-Unterlage zum besseren Halt der Lenkerhalterung
  • längere Schraube für Montage bei größeren Lenkerdurchmessern
  • Netzteil mit USB-Anschluss
  • Micro-USB Ladekabel
  • Bedienungsanleitung (DE, EN, FR, NL, IT, ES)
  • Beiblatt mit Hinweis zur veränderten Halterung

Aussehen und Bedienung

Das Gehäuse der Ixon Core besteht teilweise aus Kunststoff, teilweise aus Aluminium. Das Gehäuse ist auf jeden Fall einigermaßen klein. Auch wenn der Lampenkopf etwas größer ist als der Rest des Gehäuses, ist die Ixon Core noch ganz gut geeignet, wenn man eine kleine und leichte Lampe haben will. Mit Halterung wiegt die Lampe 141 g, ohne 108 g.

Oben auf der Ixon Core befindet sich ein Taster. Mit einem langen Druck schaltet man die Lampe ein und aus. Ein kurzer Druck schaltet zwischen der hohen und niedrigen Leuchtstufe hin- und her.
Optimal ist der Taster nicht. Während er sich ohne Handschuhe noch einigermaßen gut bedienen lässt, wird es mit Handschuhen schwieriger. Der Taster ist recht groß, aber um ihn zu drücken, muss man genau die Mitte treffen. Aber als wirklich großen Nachteil sehe ich das nicht, da man normalerweise nicht ständig während der Fahrt die Leuchtstufen umschaltet.

Vorn an der Ixon Core befindet sich der Reflektor, der das Licht der oben im Gehäuse angebrachten LED verteilt. Durch den Reflektor ist der Lampenkopf etwas größer, als bei vielen anderen Lampen, die statt einem Reflektor eine Linse verwenden. Auf der anderen Seite ist mit einem Reflektor nach meinen Erfahrungen meist eine bessere Lichtverteilung realisierbar. Der Reflektor befindet sich hinter einer Kunststoffscheibe, die mit 3 Schrauben befestigt ist. Diese ist auch als Ersatzteil beim Hersteller bestellbar.

Hinten an der Ixon Core befindet sich hinter einer großen Abdeckung ein Micro-USB Ladeanschluss. Unten ist die Abdeckung an der Lampe befestigt, sie kann also nicht verloren gehen. Um einen Schutz vor Nässe zu gewährleisten, muss die Abdeckung ordentlich geschlossen werden. Leider geht das nicht ganz so gut – man muss die Abdeckung rundherum in die Aussparung drücken, bis sie überall richtig anliegt. Kein Drama, aber bei anderen Lampen geht das besser.

In den Schalter integriert ist auch eine rote und eine blaue LED. Diese zeigen den Betriebszustand der Lampe und den Ladestand an:

  • rote LED leuchtet bei niedriger Leuchtstufe dauerhaft, blaue LED bei hoher Leuchtstufe
  • beim Einschalten, Leuchtstufenwechsel, sowie alle 2 min: Blinken der roten/blauen LED zeigt Ladezustand an, der Blinkcode wird jeweils 3x mit kurzer Pause dazwischen wiederholt
    • 5x Blinken: 80-100% Ladestand
    • 4x Blinken: 60-80% Ladestand
    • 3x Blinken: 40-60% Ladestand
    • 2x Blinken: 20-40% Ladestand
    • 1x Blinken: 0-20% Ladestand
  • bei fast leerem Akku schaltet die Lampe zudem automatisch in die niedrige Leuchtstufe. Sinkt der Ladestand noch weiter, blinken rote und blaue LED dauerhaft und die Helligkeit sinkt immer weiter
  • beim Nachladen: blaue LED zeigt den laufenden Ladevorgang ab. Ist dieser abgeschlossen, erlischt die blaue LED

Alles in allem sind diese Blinkcodes für den Ladestand nicht ganz optimal. So kann man nicht intuitiv den Ladestand erfassen, sondern muss immer mitzählen. Auch könnte ich mir vorstellen, dass sich empfindliche Gemüter von der ständigen Blinkerei gestört fühlen (mich selbst hat es nicht gestört).
Auf der anderen Seite hat man aber immerhin überhaupt eine einigermaßen fein eingeteilte Ladestandsanzeige. Das ist durchaus nicht bei allen Fahrradlampen in diesem Preisbereich der Fall. Oft hat man nur eine Warnanzeige bei fast leerem Akku, sonst aber gar keine Information.

Halterung

Die Halterung der Ixon Core wird werkzeugfrei am Lenker angebracht. Sie hat zwei bewegliche Arme. An einem befindet sich eine in einen Bolzen geschraubte Schraube. Unter die Halterung wird ein Gummiring untergelegt. Dieser sorgt für einen besseren Halt. Außerdem ist die Oberfläche dieses Gummirings gewölbt. Daher kann die Halterung um ein wenig gekippt auf diesem angebracht werden, wenn das aufgrund der Lenkerform nötig ist, um die Lampe gerade auszurichten.
Der Kopf der Schraube wird dann über den zweiten Arm gelegt und dort festgeschraubt.

Im Lieferumfang ist eine lange und eine kurze Schraube, die je nach Lenkerdurchmesser verwendet werden können. 21 – 32 mm Lenkerdurchmesser sind laut Hersteller möglich.

Nach Montage der Halterung wird die Ixon Core seitlich auf die Halterung aufgeschoben und rastet dort ein.
Der obere Teil der Halterung lässt sich nach Lockern einer Schraube auch verdrehen, so dass die Lampe auch an gebogenen Lenkern gerade ausgerichtet werden kann.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Busch & Müller Ixon Core (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Ixon Core leuchtet vom Nahbereich ab direkt vor dem Rad bis in den Fernbereich aus. Übermäßig breit ist der Lichtkegel nicht, aber für viele Situationen zumindest ausreichend.

Tendenziell landet im Nahbereich eher ein wenig zu viel Licht. Zumindest ist die Ausleuchtung dort aber nicht so stark überstrahlt, dass die Fernsicht stark leidet.

Im Fernbereich ist die Ausleuchtung noch ein wenig breiter, als auf dem Foto sichtbar. Die seitlichen Bereiche im Fernbereich sind weniger stark ausgeleuchtet und auf dem Foto nur noch sehr schlecht zu erkennen. Das Auge kann damit aber noch deutlich besser umgehen, als eine Kamera. Trotzdem stellt sich das Auge natürlich auf die hellsten Bereiche (vor allem im Nahbereich) ein und sieht dann in den schlechter ausgeleuchteten Bereichen weniger. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass die schlechter ausgeleuchteten Bereiche im Fernbereich noch einigermaßen gut nutzbar sind.

Test von Lichtstrom und Leuchtdauer

Der Lichtstrom gemessen in Lumen gibt an, wie viel Licht eine Fahrradlampe insgesamt erzeugt. Dieser Wert sagt meiner Meinung nach mehr aus, als die oft angegebene Beleuchtungsstärke in Lux. Hier auch mehr zu Lux und Lumen.
Da der Lichtstrom von den meisten Herstellern nicht angegeben wird, messe ich den Lumen-Wert selbst.

Gemessen habe ich einen Lichtstrom von ca. 170 Lumen in der hohen und 55 Lumen in der niedrigen Leuchtstufe. Die Ixon Core erzeugt damit ähnlich viel Licht, wie viele andere StVZO-zugelassene Fahrradbeleuchtung in diesem Preisbereich.

Interessanterweise hatte ich bei meiner 2014 gekauften Ixon Core nur 130 und 40 Lumen gemessen. Da ich diese dauerverliehen habe, kann ich sie aktuell nicht nachmessen. Aber möglich, dass zwischendurch die Spezifikation verändert wurde und ältere Varianten noch etwas weniger Licht erzeugen.

Gemessen habe ich auch den Lichtstrom im Zeitverlauf:

Nach einem anfänglichen geringen Abfall des Lichtstroms in den ersten Minuten aufgrund der Erwärmung, pendelt sich der Lichtstrom bei ca. 160 Lumen ein. In der niedrigen Leuchtstufe ist der anfängliche Abfall noch geringer, da die Erwärmung der LED schwächer ist.

Nach 228 min (3:48 h) schaltete die Ixon Core dann in die niedrige Leuchtstufe. In dieser leuchtete sie noch ca. 90 min weiter, dann begannen rote und blaue LED dauerhaft zu blinken und die Helligkeit nahm immer weiter ab. Nach weiteren rund 70 min schaltete die Ixon Core dann ganz ab.

Insgesamt liegt die Zeit in der höchsten Leuchtstufe, bis die Leuchtstufe automatisch zurückgeschaltet wird, im Rahmen der Herstellerangabe. Mehr als 3 h wurden versprochen, 3:48 h erreicht. So sollten die 3 h auch unter ungünstigeren Bedingungen (z.B. Kälte) erreicht werden.

In der niedrigen Leuchtstufe wurden 989 min (16:29 h) erreicht, bis die rote und blaue LED zur Warnung blinken und die Leuchtstärke langsam abnimmt. Auch das liegt gut über der Herstellerangabe von 15 h.

Hier nochmal die ermittelten Leuchtdauern im Vergleich zur Herstellerangabe, gemessen jeweils bis zum Beginn der Leuchtkraftreduzierung:

  • hohe Leuchtstufe: 3:48 h, Herstellerangabe >3 h
  • niedrige Leichtstufe: 16:29 h, Herstellerangabe 15 h

Der erzeugte Lichtstrom wird während der Laufzeit, bis auf den Abfall am Anfang aufgrund der Erwärmung und die Reduzierung am Ende, sehr konstant gehalten. Allerdings ist mir eine regelmäßige Welligkeit aufgefallen, welche die gesamte Leuchtdauer anhält. Die Helligkeit nimmt leicht ab (über einen Zeitraum von 1-20 min) und springt dann wieder nach oben.
Diese Welligkeit hat keinerlei praktische Relevanz, sie ist mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar. Ich erwähne sie hier nur mit, da sie mir aufgefallen ist und ich das bei anderen Lampen bisher nicht gesehen habe.

Hier ein Ausschnitt, auf dem man diese Welligkeit besser erkennt (Achseneinteilung beachten!):

Test der Ladezeit

Der Ladevorgang bei komplett entleertem Akku war bei meinem Test mit dem mitgelieferten Originalnetzteil nach 3:18 h abgeschlossen. Das entspricht ungefähr der Herstellerangabe von 3,5 h.

Leider war der Ladevorgang bei den meisten Fremdnetzteilen, die ich ausprobiert habe, deutlich länger. Während die Ixon Core mit dem Originalnetzteil mit ca. 1 A lädt, ist der Ladestrom bei fast allen Fremdnetzteilen die ich probiert habe, auf 500 mA begrenzt. Das traf auch auf Netzteile zu, die deutlich mehr Strom liefern können und das bei anderen Geräten auch erreichen. Selbst das Netzteil der Ixon Space vom gleichen Hersteller erreichte nicht mehr als 500 mA. Nur zwei günstige Powerbanks konnte ich in meinem Bestand finden, mit denen 1 A Ladestrom erreicht wurde.

Das ist das gleiche Verhalten wie bei den anderen aktuellen Akkulampen von Busch & Müller, der Ixon Rock und der Ixon Space: mit Nicht-Original-Netzteil verlängert sich die Ladezeit bis auf wenige Ausnahmen deutlich.

Nachladen lässt sich die Ixon Core übrigens auch im Betrieb. So lässt sich die Leuchtdauer mit einer Powerbank bei Bedarf quasi beliebig verlängern.

Testfazit Busch & Müller Ixon Core

Die Ixon Core erzeugt vom Nah- bis in den Fernbereich einen brauchbaren Lichtkegel ohne größere Schwächen in der Lichtverteilung. Sie erzeugt allerdings keine besonders hohe Helligkeit und leuchtet eher schmal aus. Für den eher moderaten Preis ist das aber völlig in Ordnung. Bei moderaten Ansprüchen oder auch wenn eine recht leichte kompakte Fahrradlampe gesucht wird, ist die Ixon Core empfehlenswert.

Eine Alternative zur Ixon Core wäre zum Einen die Sigma Sport Aura 80. Diese kostet ähnlich viel, erzeugt ähnlich viel Licht, verteilt dieses aber anders. Siehe auch Vergleich Ixon Core und Aura 80.

Reicht einem die Ixon Core nicht aus, sollte man sich die Trelock LS 660 und die Busch & Müller Ixon Rock ansehen. Beide erzeugen noch etwas mehr Licht als die Ixon Core und bieten eine breitere Ausleuchtung. Allerdings kosten sie auch bereits ein gutes Stück mehr.


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