Busch & Müller Briq-S T senso plus
Kategorie: Dynamo-Scheinwerfer
Vorteile:
+ sehr viel Licht, kann locker mit deutlich teureren Lampen mithalten
+ gute Lichtverteilung
+ gute Fernsicht
+ breite Ausleuchtung direkt vor dem Rad
Nachteile:
– recht einfaches Kunststoffgehäuse
– schwaches Standlicht (reicht nur zum gesehen werden)
– Ausleuchtung im Fernbereich könnte etwas breiter sein
– etwas stärkeres Flackern bei niedriger Geschwindigkeit
– Standlicht lässt sich nicht abschalten
Busch & Müller Briq-S T senso plus kaufen:
Briq-S N (ohne Standlicht): Anzeige: eBay, Bike Components
Fazit:
Der Busch & Müller Briq-S ist ein Dynamoscheinwerfer im einfach verarbeiteten Gehäuse, dessen Ausleuchtung aber sehr positiv überrascht. Wer nur wenig ausgeben will, erhält in diesem Preisbereich derzeit kaum eine bessere Ausleuchtung. Aber selbst mit deutlich teureren Dynamolampen kann der Briq-S gut konkurrieren, wenn man sich mit einem eher einfachen Kunststoffgehäuse zufrieden gibt.
Transparenzhinweis: Der Busch & Müller Briq-S wurde mir kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
Aussehen und Bedienung
Das Gehäuse des Briq-S ist ein einfach gehaltenes Kunststoffgehäuse. Die Verarbeitung ist in Ordnung, aber wer ein sehr hochwertiges und besonders stabiles Gehäuse möchte, ist beim Briq-S definitiv falsch. Mitgeliefert wird auch ein Rückstrahler, der unten angesteckt werden kann. Der Halter aus Metall ist für die Montage an der Gabelbrücke gedacht. Als Zubehörteil ist aber auch ein Halter für Lenkermontage von Busch & Müller erhältlich (der leider nicht viel günstiger als der Scheinwerfer selbst ist).
Es gibt zwei Versionen des Briq-S für Dynamo: den Briq-S T senso plus mit Tagfahrlicht, Sensorfunktion und Standlicht, welcher auch in diesem Artikel getestet wurde. Und einen Briq-S N ohne diese Funktionen. Beide Versionen haben hinten einen Schalter. Beim Briq-S N wird damit der Scheinwerfer einfach an- und ausgeschaltet. Beim Briq-S T senso plus wird dagegen mit dem Schalter zwischen den Zuständen aus und auto geschaltet. Im Auto-Modus sind am Tag die Tagfahrlicht-LEDs oben im Gehäuse besonders hell, der Hauptscheinwerfer minimal dunkler. Nachts sind die Tagfahrlicht-LEDs gedimmt.
Der Schalter ist wirklich ein Schalter, der Scheinwerfer lässt sich damit also auch im Stand schalten. Bei einigen anderen Scheinwerfern des gleichen Herstellers ist dagegen ein Taster verbaut. Ein Ausschalten im Stand, wenn der Standlichtkondensator entleert ist, ist dann nicht möglich – man muss erst losfahren und dann schalten.
Leider lässt sich der Schaltzustand des Schalters beim Briq-S aber nicht erfühlen.
Das Standlicht lässt sich mit dem Schalter leider nicht abschalten – es leuchtet weiter, bis der Standlichtkondensator nach einigen Minuten entleert ist.
Die Lichtverteilung ist über einen Spiegelreflektor realisiert. Die Haupt-LED (genauer ein 2er-LED-Array) ist oben im Gehäuse zu sehen. Eine weitere LED davor dient zusätzlich zu den vier Tagfahrlicht-LEDs oberhalb als Standlicht. Durch die andere Position im Gehäuse strahlt sie weiter nach oben als die Haupt-LED und sorgt so für besseres gesehen werden, da sie nicht abgeblendet ist. Bei der stark reduzierten Leuchtstärke (Messwerte weiter unten) im Standlicht ist so auch keine Blendung zu erwarten.
Lichtverteilung
Hier Fotos der Ausleuchtung des Busch & Müller Briq-S. Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen. Für mehr Ausleuchtungsfotos von Dynamoscheinwerfern siehe Übersicht Dynamoscheinwerfer.
Busch & Müller Briq-S T senso plus kaufen:Positiv fällt ein insgesamt sehr helles und gleichmäßiges Lichtbild auf. Schon vorn direkt vor dem Rad ist die Ausleuchtung sehr breit. Das ist sehr angenehm, da eine fehlende Ausleuchtung im Blickwinkel (zumindest bei mir) immer ein etwas unangenehmens Gefühl erzeugt.
Auch im Fernbereich ist die Ausleuchtung angenehm hell, die Fernsicht ist damit erstaunlich gut. Nur die Breite der Ausleuchtung könnte im Fernbereich gern noch etwas höher sein. Sicher ist das Jammern auf hohem Niveau, vor allem bei einer Lampe dieser Preisklasse…
Was außerdem auffällt ist ein zum Rand hin langsam auslaufendes Lichtfeld, welches nicht zu scharf abgegrenzt ist. Sicher ein Stück weit auch Geschmackssache, aber ich mag diese Art der Lichtverteilung sehr.
Was leider noch auffällt, ist ein etwas stärkeres Flackern bei niedriger Geschwindigkeit als bei anderen Lampen. Bis 10 km/h fällt mir das Flackern deutlich auf, erst im Bereich 12-13 km/h fällt es mir dann nicht mehr störend auf. Ich habe ein paar Vergleiche mit anderen Lampen gemacht. Und mein Eindruck war, dass andere Lampen wie der IQ-X oder IQ-XS zwar nicht bei niedrigerer Geschwindigkeit aufhören zu flackern, das Flackern aber insgesamt etwas weniger stark ausgeprägt ist.
Insgesamt war ich sehr angetan von der Ausleuchtung des Briq-S. Für eine Lampe dieser Preisklasse fast schon zu gut…
Um besser vergleichen zu können, habe ich den Briq-S auch mit jeweils einer anderen Lampe und einem Schalter zum Umschalten am Rad montiert, um ein paar Probefahrten zu machen. Hier kurz meine Eindrücke:
Herrmans MR8: Dies war lange Zeit meine Empfehlung für Dynamoscheinwerfer im günstigen Bereich. Auch wenn ich den MR8 weiterhin mag, ist der Briq-S in eigentlich jeder Hinsicht überlegen, ohne mehr zu kosten. In allen Bereichen eine hellere Ausleuchtung, besonders im Fernbereich ist die hellere Ausleuchtung des Briq-S deutlich sichtbar. Trotzdem leuchtet der Briq-S ähnlich breit aus, im mittleren Bereich sogar etwas breiter.
Busch & Müller IQ-XS: Die Helligkeit im Fernbereich ist ähnlich gut, ansonsten leuchtet der IQ-XS aber eher etwas dunkler aus. Auch die breite Ausleuchtung im vordersten Nahbereich fehlt mir beim IQ-XS. Im mittleren Bereich ist die Ausleuchtung des IQ-XS dagegen etwas breiter. Auch die diffus auslaufenden Ränder der Ausleuchtung finde ich beim Briq-S besser. Obwohl der Briq-S deutlich günstiger ist, als der IQ-XS, würde ich die Ausleuchtung des Briq-S vorziehen.
Busch & Müller IQ-X: Selbst im Vergleich mit diesem rund 3x so teuren Scheinwerfer schlägt sich der Briq-S sehr gut. Ich bin mir unsicher, welchen ich vorziehen würde, beide haben ihre Vor- und Nachteile (rein von der Ausleuchtung – das Gehäuse des IQ-X ist natürlich wesentlich hochwertiger). Der entscheidende Vorteil des IQ-X ist die im Fernbereich etwas breitere Ausleuchtung. Das mag nicht viel sein, macht aber durchaus einen Unterschied. Im vordersten Nahfeld leuchtet der IQ-X dagegen recht schmal aus, hier gefällt mir der Briq-S besser. Die etwas unschöne Lücke in der Ausleuchtung des IQ-X im mittleren Bereich ist auch ein Nachteil – der Briq-S leuchtet da gleichmäßiger aus. Und auch die diffus auslaufenden Randbereiche gefallen mit beim Briq-S besser. Die Ausleuchtung des IQ-X ist doch recht scharf abgegrenzt.
Beleuchtungsstärke in Lux
Die Beleuchtungsstärke in Lux wird am hellsten Punkt des Lichtkegels in 10 Meter Entfernung, senkrecht zur Fahrbahn gemessen. Die Aussagekraft ist begrenzt, da sie nur einen Punkt des Lichtkegels beschreibt. Zumindest lässt sich aber eine gewisse Aussage damit treffen, wie gut die Fernsicht etwa ist.
Die Beleuchtungsstärke habe ich selbst bei 20 km/h gemessen (bzw. einer Drehgeschwindigkeit des Dynamos, welche dieser Geschwindigkeit entspricht), ein Rücklicht war dabei nicht angeschlossen (dieses verringert die Leuchtkraft des Frontscheinwerfers ein klein wenig). Hier die Messergebnisse vom Briq-S und einigen anderen Scheinwerfern im Vergleich zur Herstellerangabe:
| Herstellerangabe | eigene Messung | |
|---|---|---|
| Busch & Müller Briq-S | 60 lx | 110 lx |
| Herrmans MR8 | - | 50 lx |
| Busch & Müller IQ-XS | 80 lx | 100 lx |
| Busch & Müller IQ-X | 100 lx | 140 lx |
Auffällig ist, dass alle Dynamoscheinwerfer laut meiner Messung deutlich über der Herstellerangabe liegen. Möglicherweise misst der Hersteller bei geringerer Geschwindigkeit, aber auch das kann die Unterschiede sicher nicht komplett erklären. Zum Verlauf in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit kann man übrigens auch die Lumen-Messung im nächsten Abschnitt heranziehen. Der Verlauf sollte für den Lux-Wert genauso sein.
Messungen von Akku- und E-Bike-Lampen von Busch & Müller ergaben übrigens Lux-Werte nahe der Herstellerangabe, eine generell falsche Messung meinerseits scheint also auch nicht der Grund zu sein.
Interessant ist vor allem, wo sich der Briq-S verglichen mit den teureren Lampen des gleichen Herstellers einordnet. Vor allem, dass der Lux-Wert über dem vom Hersteller mit mehr Lux angegebenen IQ-XS liegt, hat mich so verwundert, dass ich mehrfach nachgemessen habe – immer mit den gleichen Ergebnissen. Dass Busch & Müller die Einsteigerlampe Briq-S marketingtechnisch absichtlich etwas niedriger eingeordnet hat, drängt sich förmlich auf…
Lichtstrom in Lumen
Der Lichtstrom in Lumen ist ein Maß dafür, wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt erzeugt. Die Aussagekraft davon ist meiner Meinung nach höher, als die Beleuchtungsstärke in Lux, die nur die Helligkeit am hellsten Punkt beschreibt (Mehr dazu im Artikel über Lux und Lumen).
Da der Lichtstrom in Lumen von vielen Herstellern nicht angegeben wird, messe ich ihn mit einer selbstgebauten Ulbrichtkugel.
Bei der Einschätzung der Messergebnisse sollte man beachten, dass dies kein kalibriertes Messgerät ist. Die Messergebnisse sollten daher einigermaßen mit Vorsicht betrachtet werden. Auf der anderen Seite bin ich mir aber doch recht sicher, dass die Messergebnisse eine grobe Einordnung zulassen.
Unten der erzeugte Lichtstrom des Busch & Müller Briq-S in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit im Vergleich mit einigen anderen Dynamolampen. Die Scheinwerfer waren für die Messung an einem motorgetriebenen Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) angeschlossen. Die Geschwindigkeit ist bezogen auf ein 28-Zoll-Rad (2200 mm Abrollumfang). Bei anderen Radgrößen verschieben sich die Geschwindigkeiten entsprechend leicht (je kleiner das Rad, desto höher die Drehzahl bei gleicher Geschwindigkeit). Ein Rücklicht war für die Messung nicht angeschlossen, dieses verringert die Helligkeit des Frontscheinwerfers erfahrungsgemäß etwas, aber nur unwesentlich.
Die Ergebnisse sind überraschend gut: der Unterschied zum deutlich teureren IQ-X ist nur minimal und dürfte innerhalb der Messgenauigkeit liegen. Wenn man sich die Ausleuchtung ansieht, überrascht mich das allerdings nicht. Auch wenn eine Abschätzung von Lumenwerten nur vom Augenschein schwierig ist, liegt der Briq-S von meinem Eindruck in der Praxis doch eher auf dem Niveau des IQ-X und klar über IQ-XS und Herrmans MR8.
Gemessen habe ich auch den Lichtstrom des Standlichts. Dazu habe ich den Scheinwerfer zuerst 5 min am Nabendynamo betrieben um den Standlichtkondensator aufzuladen. Dann wurde der Lichtstrom im Zeitverlauf gemessen.
Das Standlicht von Dynamoscheinwerfern wird aus Kondensatoren gespeist. Diese sind robuster und langlebiger als Akkus, können aber nur wenig Energie speichern. Die Helligkeit des Standlichts ist daher deutlich geringer als während der Fahrt. Trotzdem ist das Standlicht des Briq-S im Vergleich recht schwach. Zum gesehen werden ist das in Ordnung, selbst sieht man damit aber nichts. Andere Standlichter, wie beispielsweise das des IQ-X sind hier wesentlich stärker und erlauben auch noch zumindest eine eingeschränkte Sicht auf der Straße.
Fazit
Der Busch & Müller Briq-S ist ein Dynamoscheinwerfer im einfach verarbeiteten Gehäuse, dessen Ausleuchtung aber sehr positiv überrascht. Wer nur wenig ausgeben will, erhält in diesem Preisbereich derzeit kaum eine bessere Ausleuchtung. Aber selbst mit deutlich teureren Dynamolampen kann der Briq-S gut konkurrieren, wenn man sich mit einem eher einfachen Kunststoffgehäuse zufrieden gibt.
Busch & Müller Briq-S T senso plus kaufen:
Briq-S N (ohne Standlicht): Anzeige: eBay, Bike Components
Hier ein Video zum Busch & Müller Briq-S auf meinem Youtube-Kanal:











