3 Tipps zur Erhöhung der Lebensdauer von Akku-Fahrradbeleuchtung

22. Februar 2022

Akku-Fahrradbeleuchtung hat heute meistens integrierte Lithium-Ionen-Akkus. Der Defekt dieses Akkus ist einer der Hauptgründe für einen Defekt von Akku-Fahrradbeleuchtung. Leider ist ein Wechsel des integrierten Akkus bei den meisten Fahrradlampen nicht vorgesehen und höchstens mit Bastelgeschick und Löterfahrung möglich. Eine schonende Behandlung des Akkus ist daher ratsam. Im Folgenden daher einige Tipps, wie ihr die Lebensdauer eurer Akku-Fahrradbeleuchtung erhöhen könnt.

Übrigens gelten diese Tipps für alle anderen Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus (Smartphones, Laptops, Kameras…) gleichermaßen.

Akku-Fahrradbeleuchtun:g Akkulebensdauer
Akku-Fahrradbeleuchtung mit integriertem Lithium-Ionen-Akku und USB-Ladeanschluss: wie die Lebensdauer des Akkus erhöhen?

1. Tiefentladung unbedingt vermeiden

Eine Tiefentladung ist meiner Erfahrung nach der häufigste Grund für einen vorzeitigen Akku-Tod. Akku-Fahrradbeleuchtung hat eigentlich immer einen Schutz vor Tiefentladung integriert. Bevor der Akku zu tief entladen wird, schaltet die Lampe ab.

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Problematisch wird es aber, wenn man seine Akku-Fahrradbeleuchtung über längere Zeit nicht nutzt. Insbesondere dann, wenn der Akku vor längerer Lagerung schon fast entladen ist. Durch einen sehr geringen Stromverbrauch einiger Lampen selbst im ausgeschalteten Zustand, aber auch durch die Selbstentladung des Akkus, kann bei einer Nichtbenutzung über längere Zeit der Akku tiefentladen werden. Vor einer längeren Nichtbenutzung sollte der Akku daher niemals leer oder fast leer sein. Bei sehr langer Lagerung (> 1 Jahr) kann ggf. auch ein Nachladen nötig sein.

Tiefentladung vermeiden
Tiefentladung schädigt den Akku: vor längerer Nichtbenutzung sollte Akku-Fahrradbeleuchtung geladen werden

Tiefentladung von Li-Ion-Akkus vermindert nicht nur die Kapazität deutlich. Sie kann auch zu Kurzschlüssen führen, die dann beim Laden zu einem Brand führen können. Tiefentladene Li-Ion-Akkus sollten daher aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet werden.

2. kühl und trocken, mittlerer Ladestand

Während Tiefentladung die meisten Probleme verursacht, gibt es auch noch andere Faktoren, welche die Lebensdauer des Fahrradbeleuchtungs-Akkus verringern.

Vollgeladen altert ein Akku schneller. Oft wird daher ein Ladestand zwischen 40 und 60% für die längere Lagerung empfohlen. Damit vermeidet man zum Einen schnellere Alterung durch zu hohen Ladestand, aber auch eine Schädigung durch Tiefentladung. Bei vielen Akku-Fahrradlampen ist die Ladestandsanzeige nicht sehr genau. Teilweise ist es dann schwierig, den Ladestand genau abzulesen. Aber auf Präzision kommt es hier auch nicht an. Ungefähr halb voll ist ein guter Richtwert.

Akku-Fahrradbeleuchtung Lagerung bei 40-60% Ladestand
Ein Ladestand von ca. 40-60% ist bei längerer Nichtbenutzung optimal für Fahrradbeleuchtung

Auch hohe Temperaturen lassen einen Akku schneller altern. Teilweise wird daher eine Lagerung im Kühlschrank empfohlen. Allerdings ist es dort teilweise auch feucht, was auf Dauer leicht zu Korrosion an Kontakten führen kann. Ich würde daher eine Lagerung bei Raumtemperatur empfehlen, aber versuchen, hohe Temperaturen zu vermeiden. Z.B. sollte man eine Fahrradlampe nicht länger in der Sonne liegen lassen.

3. komplette Ladezyklen vermeiden

Dieser letzte Tipp ist in der Praxis etwas schwieriger umzusetzen, soll der Vollständigkeit halber aber trotzdem erwähnt werden.

Ein Missverständnis, welches man oft hört, ist die Annahme, dass Akkus ja eine gewisse Anzahl Ladezyklen als Lebensdauer haben und man die Ladezyklen daher immer voll ausnutzen sollte (also immer komplett entladen, bevor man neu lädt). Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall.

Die angegebene Zyklen-Lebensdauer von Akkus ist ein recht theoretischer Wert, der sich auf komplette Zyklen bezieht. Allerdings lassen zwei halbe Zyklen einen Lithium-Ionen-Akku weniger altern, als ein voller Zyklus. Entlädt man einen Akku also zwei Mal von 80 auf 30% Ladestand und lädt dazwischen, ist das besser, als von 100% auf 0% zu entladen.

Ideal wäre es daher, den Akku von Fahrradbeleuchtung nie voll zu laden und dann möglichst oft nach Benutzung wieder ein wenig nachzuladen. Natürlich ist das äußerst unpraktisch. Normalerweise will man lieber mit 100% Akkuladestand losfahren, um Reserven zu haben. Auch müsste man die Beleuchtung immer im Blick haben und rechtzeitig vom Ladekabel abziehen, um ein Vollladen zu vermeiden.
Aber zumindest ist es der Lebensdauer dienlich, die Fahrradlampe nicht erst zu laden, wenn sie komplett leer ist und sie vielleicht mal vom Ladekabel abzuziehen, bevor sie ganz voll ist. Wenn man das zumindest ein wenig im Hinterkopf behält, tut das der Akkulebensdauer gut.

Fazit

Fahrradbeleuchtung mit integrierten Lithium-Ionen-Akkus wird von einigen als Rückschritt gegenüber früher üblichen Lampen mit tauschbaren Standardzellen (Batterien oder NiMH-Akkus) gesehen. Denn ist der Akku kaputt, ist die ganze Lampe Müll, wenn dieser nicht ausgetauscht werden kann. Immerhin kann man aber selbst einiges tun, um die Akkulebensdauer zu verlängern.

Vielleicht kommt ja ein Hersteller von Fahrradbeleuchtung irgendwann auf die Idee, Fahrradbeleuchtung mit leicht tauschbaren Lithium-Ionen-Standardzellen zu bauen. Bei Taschenlampen ist das weit verbreitet und bewährt – warum nicht auch bei Fahrradbeleuchtung?


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Kommentare [1]

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— Alexander Schmidt · 5. April 2022, 18:43 · #

Manche Hersteller bieten schon heute Ersatzakkus an, z.B. Litecco Highlux 30, allerdings nur auf Anfrage per Mail.

Leider werden sich die Hersteller ohne gesetzlichen Zwang kaum bewegen, denn Geräte mit fest eingebautem Akku sind eine regelmäßige Einnahmequelle auf Kosten der Umwelt und der Verbraucher.

Zum Glück wird in Deutschland und der EU gerade ein Recht auf Reparatur diskutiert. Damit soll der Zugang zu Ersatzteilen und die Reparierbarkeit sichergestellt werden. In Frankreich gibt es immerhin schon einen Reparaturindex (wie bei iFixIt), ähnlich der Energieeffizienzklasse.

Für die EU als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wäre es durchaus möglich, austauschbare Akkus ohne Verklebung und mit Stecker vorzuschreiben. Wasserdicht bekommt man auch Gummidichtungen ohne Kleber.

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