Testbericht: Sigma Sport Aura 60

24. Juni 2020


Sigma Sport Aura 60

Preis: ab ca. 40 €
Beleuchtungsstärke: 60 Lux (gedimmt 30 oder 18 Lux)
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku
Leuchtdauer: ca. 4 h / 7 h / 10 h je nach Leuchtstufe
Gewicht: ca. 105 g (mit Halterung)
StVZO-Zulassung: ja

Bezugsquellen:

+ helle Ausleuchtung
+ verhältnismäßig gleichmäßige Ausleuchtung
+ kompakte und leichte Lampe
o Breite der Ausleuchtung nicht übermäßig hoch
o Halterung durchwachsen: mancher kommt damit klar, mancher nicht
Nahfeldausleuchtung bis ca. 4 m kaum vorhanden

Lieferumfang

Die Sigma Sport Aura 60 habe ich im Handel extra für diesen Test erworben. So verfahre ich meistens, im eine Beeinflussung zu vermeiden, die leider bei kostenlos zur Verfügung gestellten Testexemplaren nie ganz ausgeschlossen werden kann.

Mitgeliefert werden zur Sigma Sport Aura 60 eine Bedienungsanleitung und ein kurzes Micro-USB Ladekabel. Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert, es kann ein handelsübliches USB-Ladegerät genutzt werden.

Verarbeitung und Bedienung

Das Gehäuse der Sigma Sport Aura 60 besteht aus Kunststoff und sieht gut verarbeitet und ausreichend robust aus. An der Seite ist ein umlaufender Leuchtstreifen vorhanden, wodurch die Lampe auch von der Seite gut sichtbar ist.

Auf der Oberseite befindet sich der Schalter, sowie eine LED zur Anzeige des Akkuladestands. Diese ist dreistufig: über 70% leuchtet die LED überhaupt nicht, zwischen 31 und 70% Ladestand grün und ab 30% Ladestand und darunter rot. Eine genauere Anzeige des Ladestandes wäre besser, ist aber bei Lampen dieser Preisklasse eher nicht üblich.

Eingeschaltet wird die Aura 60 mit einem zweifachen Druck auf den Schalter, das verhindert effektiv ein versehentliches Einschalten. Danach schaltet ein kurzer Druck auf den Schalter die 3 Leuchtstufen durch. Ein langer Druck schaltet die Lampe wieder aus.

Halterung

Bei vielen Fahrradlampen ist es üblich, dass eine Halterung am Lenker montiert wird, auf die die Lampe dann aufgesteckt wird. Bei der Sigma Sport Aura 60 ist das anders gelöst: hier besteht die Halterung aus einem elastischen Band welches fest an der Lampe angebracht ist. Mit diesem Band wird die Lampe dann am Lenker befestigt.

An sich funktioniert dieses System erstmal gut, um die Lampe am Lenker zu befestigen. Der Nachteil ist, dass man die Lampe auch jedes mal wieder blendfrei ausrichten muss, was aber mit etwas Übung nicht schwer ist. Der Vorteil ist, dass man die Lampe einfach an verschiedenen Fahrrädern nutzen kann, ohne mehrere Halterungen zu kaufen.
Aufgefallen ist mit nach dem Lesen vieler Rezensionen zur Aura 60, dass es viele verschiedene Meinungen zu dieser Halterung zu geben scheint. Möglicherweise wird das auch durch folgendes verursacht: im elastischen Band der Halterung befinden sich vier Löcher, die je nach Lenkerdurchmesser in den Befestigungshaken eingehakt werden. Bei günstigem Lenkerdurchmesser funktioniert das gut. Die Lampe kann mit akzeptablem Kraftaufwand ausreichend fest am Lenker befestigt werden. Bei ungünstigem Lenkerdurchmesser kann es aber passieren, dass ein Loch keine ausreichende Befestigung ermöglicht, das nächste Loch aber nur noch mit sehr großem Kraftaufwand bis zum Befestigungshaken zu spannen ist. Da man eine Akkulampe aus Diebstahlschutzgründen eher nicht dauerhaft am Lenker belässt und so die Lampe nicht nur einmalig am Lenker befestigen muss, kann das unter Umständen recht unpraktisch sein.

Laut Bedienungsanleitung ist die Halterung übrigens an Lenkern mit 22 bis 35 mm Durchmesser verwendbar.

Anzumerken ist noch, dass das Gummiband zu Befestigung unten mit einer Schraube an der Lampe befestigt ist. Sollte die Halterung also mal kaputt gehen, kann eine Ersatzhalterung gekauft und angeschraubt werden. Auch lässt sich die Halterung nach Lockern der Schraube verdrehen und die Aura 60 so an nicht geraden Lenkern verwenden.

Alles in allem komme ich gut mit der Halterung der Aura 60 klar. Nur Vorteile hat das System allerdings nicht, und so ist es vermutlich auch ein wenig Geschmackssache, ob man diese Art der Halterung nun gut oder schlecht findet.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Sigma Sport Aura 60 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Aura 60 erzeugt ein relativ helles und recht gleichmäßig ausgeleuchtetes Lichtfeld. Der Bereich bis ca. 4 m vor dem Rad ist allerdings bis auf etwas Streulicht kaum ausgeleuchtet, was bei sehr schwieriger Bodenbeschaffenheit oder sehr engen Kurven störend sein kann. Im mittleren und Fernbereich reicht die Ausleuchtung in jedem Fall auch bei schnellem Tempo und schwierigen Strecken aus. Bei kurvigen Strecken könnte man sich allerdings manchmal eine breitere Ausleuchtung wünschen, diesbezüglich liegt die Aura 60 nur im Mittelfeld.

Leuchtdauer

Je heller ein Fahrradscheinwerfer, desto mehr Strom verbraucht er auch und desto kürzer wird die Leuchtdauer. Mit einem größeren Akku kann man die Leuchtdauer wiederum erhöhen, was aber auch das Gewicht der Lampe erhöht. In so fern würde ich eine lange Leuchtdauer nicht pauschal als gut bewerten. Wichtig ist aber, dass man weiß, was man erwarten kann. Deshalb überprüfe ich die Herstellerangabe zur Leuchtdauer.

Da sich die Aura 60 bei fast leeren Akku recht spät abschaltet sondern nur die Helligkeit immer weiter abnimmt, habe ich die Leuchtdauer als die Zeit definiert, bis eine wahrnehmbare Helligkeitsabnahme festzustellen ist.
Auf höchster Stufe habe ich eine Leuchtdauer von ca. 4:20 h erreicht, die vom Hersteller angegebenen 4 Stunden scheinen also einigermaßen konservativ zu sein. Auf niedrigster Leuchtstufe konnte die Herstellerangabe von 10 Stunden ebenfalls übertroffen werden. Gut 12 Stunden habe ich hier gemessen.

Ladezeit

Die Sigma Sport Aura 60 wird über einen Micro-USB Anschluss geladen. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang – was ich aber eher positiv finde, da mittlerweile fast jeder eines hat und so der Elektronikschrott etwas reduziert wird.

Die Ladezeit ist vom Hersteller mit 3,5 Stunden angegeben, was ich ungefähr bestätigen konnte.

Übrigens ist ein Laden auch bei eingeschalteter Lampe möglich. Es ist also beispielsweise möglich, die Aura 60 im Betrieb mit einer Powerbank nachzuladen.

Fazit

Die Sigma Sport Aura 60 bietet eine relativ helle und gleichmäßige, wenn auch nicht wahnsinnig breite Ausleuchtung. Auch auf eine gute Ausleuchtung im Nahbereich muss man verzichten. Positiv anzumerken ist ein relativ leichtes und kompaktes Gehäuse und eine ausreichende Akkulaufzeit. Alles in allem ein gutes Gesamtpaket für einen angemessenen Preis, solange einem die genannten Nachteile nicht zu wichtig sind.

Eine gute Alternative könnte die Sigma Sport Aura 80 sein. Diese hat die gleiche Lichtverteilung, bietet aber eine etwas höhere Helligkeit und eine genauere Akkuladestandsanzeige. Wem dagegen etwas weniger Licht reicht, der kann zur Sigma Sport Aura 45 greifen, welche ebenfalls die gleiche Lichtverteilung bietet, aber etwas günstiger ist.
Ist eine deutlich bessere Nahausleuchtung gewünscht, könnte die Busch & Müller Ixon Core eine Option sein.
Wer dagegen deutlich mehr Licht möchte, muss auch deutlich tiefer in die Tasche greifen und sollte ein Auge auf die Trelock LS 760 und die Busch & Müller Ixon Space werfen.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten:

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