Testbericht: Busch & Müller Ixon Rock

8. November 2021


Busch & Müller Ixon Rock

Kategorie: Akku-Scheinwerfer

Lichtstrom 230 / 120 / 39 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 100 / 50 / 15 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Leuchtdauer 2:30 / 6:00 / 25:00 h je nach Leuchtstufe (geprüfte Herstellerangabe)
Akkus integrierter Li-Ion-Akku
Gewicht 163 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung ja

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ gleichmäßige Ausleuchtung ohne überhelle Bereiche
+ gute Fernsicht
+ breite Ausleuchtung im mittleren Bereich
+ Powerbank-Funktion (aber eventuell Probleme beim Laden einiger Smartphones? Möglicherweise nur Einzelfälle, bedarf genauerer Untersuchtung)

Nachteile:
Ladevorgang nur mit Originalnetzteil halbwegs schnell

Fazit
Die Busch & Müller Ixon Rock erzeugt einen angemessenen Lichtstrom für ihr Preissegment und fällt durch eine sehr gute Lichtverteilung auf. Auch sonst gibt es wenig an ihr auszusetzen – nur die recht lange Ladezeit, wenn man nicht das Originalnetzteil verwendet ist etwas unschön.

Transparenzhinweis: Die Busch & Müller Ixon Rock wurde mir für den Test vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Die Ixon Rock wird mit folgendem Zubehör geliefert:

  • Bedienungsanleitung
  • Lenkerhalterung
  • Gummiring der unter die Halterung an den Lenker kommt
  • längere Schraube für die Halterung für größere Lenkerdurchmesser
  • Ladegerät
  • Ladekabel (USB A auf Micro-USB)
  • Kabel für die Powerbank-Funktion (Micro-USB auf USB A Buchse)

Aussehen und Bedienung

Das Gehäuse der Busch & Müller Ixon Rock besteht teils aus Aluminium, teils aus Kunststoff. Vorn befindet sich hinter einer Kunststoffscheibe der Reflektor, der das Licht der oben im Gehäuse angebrachten LED verteilt. Die Kunststoffscheibe ist auch zur Seite hin ein Stück weitergezogen, so dass auch zur Seite etwas Streulicht austritt und eine Sichtbarkeit auch von der Seite sicherstellt.

Auf der Oberseite befindet sich ein Taster. Ein langer Druck auf diesen schaltet die Lampe ein. Ein kurzer Druck schaltet dann die drei Leuchtstufen durch. Ein weiterer langer Druck schaltet die Lampe wieder aus. Außerdem in den Schalter integriert sind eine rote und eine blaue LED, welche der Anzeige der gewählten Leuchtstufe dienen. In der niedrigen Stufe leuchtet die rote LED, in der mittleren die rote und die blaue und in der höchsten Leuchtstufe nur die blaue LED. Die Helligkeit dieser Anzeige-LEDs ist recht gering. Bei hellem Umgebungslicht lassen sie sich nur schwer erkennen. Das finde ich allerdings recht positiv, da zu helle Anzeigeelemente nachts durchaus unangenehm blenden. Das ist hier nicht der Fall. Gut ablesbar sind sie in der Dunkelheit trotzdem.

An den Seiten der Lampe befinden sich jeweils 5 LEDs zur Anzeige des Akkuladestandes. Bei eingeschalteter Lampe leuchten je nach Ladestand 1 bis 5 blaue LEDs. Bei unter 10% Ladestand leuchtet neben der letzten blauen LED noch eine rote LED (beide zusammen erscheinen dann purpur). Bei ausgeschalteter Lampe kann durch einen kurzen Druck auf den Taster auch der Ladestand kurz angezeigt werden. Praktisch, um diesen abzufragen, ohne die Lampe einschalten zu müssen.

Bei fast leerem Akku, wenn die Lampe in einem Notmodus mit verminderter Helligkeit noch eine Weile weiterleuchtet (mehr dazu weiter unten) blinkt außerdem die rote in den Taster integrierte LED.

Hinten an der Ixon Rock befindet sich hinter einer Gummikappe, die den ganzen hinteren Teil der Lampe bedeckt, ein Micro-USB Ladeanschluss.

Halterung

Die Halterung der Ixon Rock ist die gleiche, wie bei der Ixon Space.

Die Halterung wird werkzeuglos am Lenker montiert. Zunächst wird ein Gummiring über den Lenker gelegt, über den die eigentliche Halterung kommt. Diese besteht aus zwei beweglichen Armen. Eine Schraube wird in einen Bolzen in dem einen Arm gedreht, dann über den anderen Arm gestülpt und ganz festgedreht. Es sind zwei unterschiedlich lange Schrauben im Lieferumfang und somit ist eine Montage an Lenkern mit 22 bis 32 mm Durchmesser möglich.
Durch Verdrehen auf dem Gummiring, der eine gewölbte Oberfläche hat, lässt sich die Ixon Space übrigens auch an nicht geraden Lenkern bis zu einem gewissen Grad nutzen.

Die Lampe wird dann mit einem Bajonettverschluss auf der Halterung befestigt. Sie wird von oben in den Ring auf der Halterung gedrückt bis sie einrastet. Durch Drehen am Ring im Uhrzeigersinn wird die Lampe wieder entriegelt.

Alles in Allem bin ich mit der Halterung zufrieden. Sie lässt sich relativ gut montieren und die Lampe sitzt auf ihr ausreichend fest.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Busch & Müller Ixon Rock (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Den Lichtstrom der Ixon Rock habe ich mit 230 Lumen gemessen (in den gedimmten Leuchtstufen 120 und 39 Lumen). Das ist ein ordentlicher Wert, aber auch nichts was außerordentlich hoch wäre. Viele andere Lampen in diesem Preisbereich liefern ähnliche Lichtströme.

Die Lichtverteilung der Ixon Rock gefällt mir sehr gut. Es sind keine überhellen Bereiche vorhanden, auf die sich das Auge einstellt und dann in den schlechter ausgeleuchteten Bereichen schlechter sieht. Die Ausleuchtung besteht aus zwei Teilen. Einem nach hinten schnell breiter werdenden Teil. Dieser sorgt im Nahbereich für eine noch eher schmale, im mittleren Bereich dann aber relativ breite Ausleuchtung. Im Fernbereich wird dieser Teil dann so schwach, dass er nicht mehr für eine sinnvolle Ausleuchtung sorgt. Allerdings reicht die Ausleuchtung von diesem breiten Teil in der Realität etwas weiter, als es auf dem Foto den Anschein macht (der Kontrastumfang einer Kamera ist deutlich kleiner als der des menschlichen Auges). Das Lichtfeld dieses ersten Teils läuft quasi nach hinten langsam aus. Der zweite Teil des Lichtfeldes ist stärker konzentriert und sorgt für eine gute Fernsicht. Dieser ist durch die größere Entfernung auch dort breit genug, aber nicht zu breit, was für eine zu schwache Beleuchtungsstärke sorgen würde.

Die Lichtverteilung sorgt durch die breite Ausleuchtung bis in den mittleren Bereich für eine vernünftige Sicht auch in Kurven. Durch den konzentrierten Teil für den Fernbereich ist aber auch eine gute Fernsicht sichergestellt. Insgesamt ist das Lichtfeld zu den Seiten hin nicht sehr klar abgegrenzt sondern läuft eher langsam aus – was ich recht positiv finde. Bei sehr klar abgegrenzten Lichtfeldern hat man manchmal etwas das Gefühl, in einem „Lichttunnel“ zu fahren, was bei der Ixon Rock nicht der Fall ist.

Leuchtdauer

Der Herstellerangabe zur Leuchtdauer kann man leider nicht immer vertrauen, weshalb ich grundsätzlich nachmesse.

Gemessen habe ich folgende Zeiten in den drei wählbaren Leuchtstufen:

höchste Leuchtstufe: 2:45 h
mittlere Leuchtstufe: 6:20 h
niedrige Leuchtstufe: 22:12 h

Gemessen habe ich die Leuchtdauer jeweils bis zu dem Zeitpunkt, an dem zusätzlich zur letzten blauen Akkustands-LED die rote LED im Ladestandsbalken angeht. Die Leuchtstärke wird dann (zumindest im der hohen und mittleren Leuchtstufe) sofort deutlich reduziert und nimmt mit der Zeit noch weiter ab. Die Dauer dieses Notmodus bis die Lampe ganz abschaltet hat etwas variiert, lag aber immer zwischen gut 1 h und knapp 2 h.

Die Herstellerangabe beträgt je nach Leuchtstufe 2:30 / 6:00 / 25:00 h bei gleichbleibender Helligkeit. In der niedrigen Leuchtstufe liegt meine gemessene Zeit etwas darunter. Aber wenn man den Notmodus in dieser Leuchtstufe noch teilweise dazu zählt, was denke ich angemessen ist, ist die Abweichung nur sehr klein und liegt absolut im Rahmen. In der hohen und mittleren Stufe wird die Herstellerangabe dagegen etwas übertroffen.

Ladezeit

Die Ladezeit habe ich sowohl mit dem mitgelieferten Originalnetzteil, als auch mit einem hochwertigen Netzteil eines anderen Herstellers probiert. Beim Laden leuchten die seitlichen LEDs je nach Ladestand, die vorderste LED blinkt beim Ladevorgang. Außerdem leuchtet auch die blaue LED im Taster – dauerhaft beim Laden mit dem Originalnetzteil, blinkend bei anderen Netzteilen (das Originalnetzteil wird also erkannt).

Folgende Ladezeiten bei vorher komplett entleertem Akku habe ich dabei gemessen:

Originalnetzteil: 2:47 h
Fremdnetzteil: 4:28 h

Wie schon bei der Ixon Space ist also die Ladezeit bei Nicht-Originalnetzteilen deutlich erhöht.

Interessehalber habe ich auch mal die Ladeströme gemessen: Mit dem Originalnetzteil werden bis zu 1 A Ladestrom erreicht (gegen Ende des Ladevorganges wird der Ladestrom aber reduziert), mit anderen Netzteilen wird der Strom generell auf 0,5 A begrenzt. Ich habe das mit verschiedenen Netzteilen probiert, aber kam immer zum gleichen Ergebnis. Selbst das mitgelieferte Netzteil der Ixon Space habe ich probiert – auch hier maximal 0,5 A.

Sicher haben sich die Entwickler von Busch & Müller irgendwas dabei gedacht, aber ganz erklären kann ich mir dieses Verhalten nicht. Jedes Smartphone und auch andere Geräte mit integriertem Akku kriegt es zuverlässig hin, je nach Ladegerät den Ladestrom anzupassen. Die von mir verwendeten Ladegeräte von Drittherstellern können teilweise bis zu 2,4 A Ladestrom liefern und schaffen das bei anderen Geräten auch problemlos.

Zumindest hält die Ixon Rock aber die versprochenen Werte in der Bedienungsanleitung (ca. 3 h mit Originalnetzteil, bis ca. 5 h mit anderen Netzteilen) ein. Aber die Hoffnung, dass man mit anderen Netzteilen die stark genug sind, die gleichen Ladezeiten wie mit dem Originalnetzteil erreicht, wird leider nicht erfüllt.

Möglich ist übrigens auch ein Nachladen der Ixon Rock im eingeschalteten Zustand. So kann man die Leuchtdauer mit einer Powerbank quasi beliebig verlängern. Aufgrund des stark begrenzten Ladestroms wenn nicht das Originalnetzteil verwendet wird, dürfte das allerdings nur in der mittleren Stufe dauerhaft gehen. In der höchsten Leuchtstufe wird die Entladung des Akkus nur verzögert.

Powerbank-Funktion

Um die Powerbank-Funktion der Ixon Rock zu aktivieren, muss 4x kurz hintereinander der Taster auf der Oberseite gedrückt werden. Die seitlichen Ladestands-LEDs blinken dann kurz und leuchten dann dauerhaft weiter (sonst sind sie bei ausgeschalteter Lampe aus). Jetzt kann man das mitgelieferte Kabel anstecken und in dieses wiederum das Ladekabel des zu ladenden Gerätes.

Ich habe das Laden von verschiedenen Geräten probiert. Dabei wurden je nach Gerät Ladeströme bis ca. 1,35 A erreicht, also etwas mehr, als die in der Bedienungsanleitung angegeben 1,3 A. Nutzen lässt sich die Powerbank-Funktion übrigens auch bei eingeschalteter Lampe. Allerdings verringert sich dann der mögliche Ladestrom laut Bedienungsanleitung auf 0,5 A – was ich bei meiner Messung auch bestätigen konnte.

Beim Laden von Smartphones sind mir allerdings gelegentlich Probleme beim Laden aufgefallen. Bei einem Oneplus 5T startete und stoppte der Ladevorgang bei relativ leerem Akku im Sekundentakt und es kam kein richtiges Laden zustande. Bei vollerem Akku funktionierte das Laden dann aber. Bei einem Moto G6 zeigten sich teils ähnliche Symptome, nach kurzer Zeit funktionierte das Laden dann aber. Wie häufig solche Probleme sind, kann ich schwer beurteilen. Wer die Ixon Rock hat: bitte probiert die Powerbankfunktion doch mal mit eurem Smartphone aus und schreibt das Ergebnis in die Kommentare!

Auch die entnehmbare Ladungsmenge habe ich gemessen. In der Bedienungsanleitung ist angegeben, dass 1500 mAh für die Powerbank-Funktion zur Verfügung stehen. Ein Mittelwert aus mehreren Messungen ergab eine Ladungsmenge von ca. 1400 mAh, die am Ausgang mit 5 V abgegeben wurde. Die Herstellerangabe wird also weitestgehend eingehalten. Die angegebene Ladungsmenge bezieht sich dabei auch auf die 5 V USB-Spannung und nicht wie bei Powerbanks sonst oft üblich die Ladungsmenge am internen Akku bei 3,7 V Spannung, die sich nach der Spannungswandlung auf 5 V dann natürlich deutlich verringert.

Deaktivieren tut sich die Powerbankfunktion automatisch. Und zwar, wenn 5 Minuten nach dem Aktivieren kein Gerät angeschlossen wurde, wenn der Ladestrom während der Nutzung für 5 Sekunden auf Null sinkt oder bei zu niedrigem Akkuladestand. Manuell kann sie auch durch nochmaliges 4-faches Drücken des Tasters wieder deaktiviert werden.

Wie praktisch ist die Powerbankfunktion denn nun? In meinen Augen ist das ein nettes Gimmick, welches aber eher nicht allzu praktisch ist. Für eine regelmäßige Nutzung ist die Lampe einfach zu groß und die Kapazität zu klein. Hier ist man mit einer Powerbank sicher besser beraten. Und wenn man mal unerwartet im Notfall etwas Strom braucht, ist die Frage, ob man dann das passende Kabel auch dabei hat. Aber das eigene Nutzungsszenario für die Powerbankfunktion kann vermutlich jeder selbst am besten einschätzen – vielleicht gibt es auch Szenarien, wo diese Funktion wirklich nützlich ist.

Fazit

Die Busch & Müller Ixon Rock erzeugt einen angemessenen Lichtstrom für ihr Preissegment und fällt durch eine sehr gute Lichtverteilung auf. Auch sonst gibt es wenig an ihr auszusetzen – nur die recht lange Ladezeit, wenn man nicht das Originalnetzteil verwendet ist etwas unschön.

Bezugsquellen:

Alternativen: Eine gute Alternative ist die Trelock LS 660. Sie erzeugt ähnlich viel Licht wie die Ixon Rock und verteilt dieses anders, aber auch gut. Siehe auch Vergleich Ixon Rock und LS 660.
Wer deutlich mehr Licht will, sollte sich die Busch & Müller Ixon Space ansehen. Diese erzeugt fast doppelt so viel Licht, kostet aber auch deutlich mehr.
Als günstige Alternative für wenig Geld aber noch akzeptabler Ausleuchtung sollte man sich die Sigma Sport Aura 80 ansehen.


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