Testbericht: Busch & Müller IQ-XL

4. Oktober 2021


Busch & Müller IQ-XL

Kategorie: E-Bike-Scheinwerfer

Lichtstrom Abblendlicht 473 Lumen, Fernlicht 797 Lumen (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke Abblendlicht 300 Lux, Fernlicht 250 Lux (Herstellerangabe)
Spannung 11-48 V DC (Herstellerangabe)
Leistung mindestens 16 W am Lichtanschluss (Herstellerangabe)
Gewicht 245 g (eigene Messung)
StVZO-Zulassung ja

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ Fernlicht verbessert Sicht deutlich
+ recht gleichmäßige Lichtverteilung ohne überhelle Bereiche
+ viel Licht bei Abblend- und Fernlicht
+ neutralweißes Licht für kontraststarkes Sehen
+ breite Ausleuchtung
+ Tagfahrlicht

Nachteile
Halterung ist nicht steif genug, schwingt leicht (Verwendung anderer Halterung möglich)
hoher Preis
recht großes Gehäuse
eher schmale und dunkle Ausleuchtung im Nahbereich

Fazit
Der Busch & Müller IQ-XL erzeugt viel Licht und verteilt dieses gut. Auch das Fernlicht ist sinnvoll verteilt und bietet einen echten Mehrwert. Schade ist, dass die Halterung leicht schwingt, aber die lässt sich notfalls gegen eine andere tauschen. Ein Schnäppchen ist der IQ-XL natürlich nicht, aber der Preis ist für das Gebotene angemessen.

Transparenzhinweis: Der Busch & Müller IQ-XL wurde mir vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Mit der IQ-XL erweitert Busch & Müller sein Sortiment im Bereich der E-Bike-Scheinwerfer mit Fernlichtfunktion und stößt weiter ins Premiumsegment vor, das bisher von Supernova und Lupine dominiert wird.

Lieferumfang

Der Busch & Müller IQ-XL wird in einem Pappkarton geliefert. Sicher nicht der wichtigste Aspekt einer Fahrradlampe, aber mir gefällt es, dass Busch & Müller die alte Blisterverpackung aus Kunststoff durch einen umweltfreundlicheren Pappkarton ersetzt hat.

Am Scheinwerfer fest angebracht ist das Anschlusskabel und der Lenkertaster. Mitgeliefert wird die Rückseite der Befestigungsschelle des Lenkertasters und zwei Schrauben zur Befestigung von diesem. Zwei passende Sechsrund-Schlüssel, die für die Schrauben des Lenkertasters und für die Schrauben der Halterung passen, an denen man die Neigung des Scheinwerfers einstellt. Außerdem ist eine Bedienungsanleitung und ein kleines Hinweisblatt dabei (auf dem im Wesentlichen steht, dass bei unsachgemäßer Befestigung und Verwendung keine Haftung übernommen wird).

Aussehen und Bedienung

Der IQ-XL besteht aus einem schwarzen, pulverbeschichteten Aluminiumgehäuse. Auffällig ist die Größe des Scheinwerfers. Er ist deutlich größer, als man das bei Fahrrad- oder E-Bike-Scheinwerfern sonst kennt. Ca. 7 cm breit, 6,5 cm hoch und 6 cm lang ist das Lampengehäuse. Möglicherweise findet der ein oder andere das Gehäuse etwas klobig – Geschmackssache. Aber mit einem größeren Reflektor lässt sich auch eine bessere Lichtverteilung erreichen und auch bei der Wärmeabführung dürfte es weniger Probleme geben. Von daher ist das große Gehäuse eigentlich ein logischer Schritt.

Auf der Ober- und Rückseite des IQ-XL befinden sich Kühlrippen. Auch zwei seitliche Lichtauslässe sind im Gehäuse vorhanden, um die Sichtbarkeit von der Seite sicherzustellen.

Vorn befindet sich hinter einer Kunststoffscheibe der Reflektor, der für die Lichtverteilung zuständig ist. Oben im Gehäuse sind insgesamt 9 LEDs vorhanden 3 davon leuchten für das für Abblendlicht, 6 weitere sind für das Fernlicht zuständig. Oben vorn im Gehäuse befinden sich drei weitere LEDs für das Tagfahrlicht. Diese leuchten nicht direkt nach vorn, sondern haben jeweils dahinter eine Art eigenen kleinen Minireflektor.

Das Anschlusskabel und das Kabel des Lenkertasters sind fest mit dem Scheinwerfer verbunden und unten aus diesem herausgeführt. Das Anschlusskabel ist zusätzlich noch einmal ummantelt und sollte so etwas besser vor Beschädigung geschützt sein.

Unten am Scheinwerfer ist die Halterung angebracht, mit der der IQ-XL an der Gabelbrücke montiert wird. Der größte Teil der Halterung besteht aus Metall, der untere Teil aus Kunststoff. Dieser untere Teil ist leider nicht steif genug, was ein leichtes Schwingen des Scheinwerfers nach oben und unten zulässt. Schaut man sich die Halterung an, glaubt man das zunächst nicht, das Kunststoffteil macht eigentlich einen steifen Eindruck. Ist der Scheinwerfer aber montiert, bemerkt man, dass man ihn ein klein wenig nach oben und unten bewegen kann. Montiert man stattdessen einen einfachen Edelstahlhalter des gleichen Herstellers, ist das nicht möglich. Diese leichte Bewegung hat zur Folge, dass der Scheinwerfer sich bei Bodenunebenheiten leicht bewegt – und mit ihm der Lichtkegel. Das ist nicht dramatisch, aber den ein oder anderen könnte es durchaus stören. Ich empfehle, das einfach mal zu probieren. Falls es stört, lässt sich nämlich auch der Edelstahlhalter* verwenden – oder man verwendet einen Lenkerhalter*.

Der IQ-XL hat einen Lenkertaster, welcher mit einem ca. 65 cm langen Kabel fest mit dem Scheinwerfergehäuse verbunden ist. Mit dem Lenkertaster wird zwischen Abblendlicht und Fernlicht hin- und hergeschaltet (kurzer Druck), mit einem langen Druck kann der Scheinwerfer auch ganz ausgeschaltet werden. Im Lenkertaster ist außerdem eine Anzeige integriert. Diese signalisiert mit einem grünen Leuchten das Abblendlicht, bei Fernlicht leuchtet sie blau.

Wichtig zu erwähnen ist vielleicht noch, dass im Gehäuse des IQ-XL kein Rückstrahler integriert ist und (anders als bei den meisten anderen Dynamo- und E-Bike-Scheinwerfern von Busch & Müller) auch keine Montage eines Rückstrahlers an der Befestigung des Halters vorgesehen ist. Um regelkonform unterwegs zu sein muss man also an anderer Stelle noch einen Frontrückstrahler montieren.

Montage

Der IQ-XL ist für die Montage an der Gabelbrücke vorgesehen. Nachdem der Scheinwerfer dort angeschraubt wurde, muss der Lenkertaster am Lenker montiert werden. Eine Montage ist an Lenkern mit 22 mm Durchmesser möglich. Dazu wird der Lenkertaster auf den Lenker gelegt und das Gegenstück auf der anderen Seite dagegen geschraubt. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Lenkertaster an passenden Bremshebeln festzuschrauben. Bei einigen Bremshebeln von Magura und Tektro ist das möglich. Das spart etwas von dem oft knappen Platz am Lenker.

Zuletzt muss noch das Kabel zur Stromversorgung montiert werden. Das ist leider oft nicht ganz so einfach, besonders wenn vorher noch kein Scheinwerfer montiert war, und unterscheidet sich je nach Antriebssystem etwas. Eine gute Anleitung dazu gibt es beispielsweise bei Bike-Components.de.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung des Busch & Müller IQ-XL (für mehr Ausleuchtungsfotos von E-Bike-Lampen siehe Übersicht E-Bike Beleuchtung):


Busch & Müller IQ-XL Abblendlicht (links) und Fernlicht (rechts)

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Zunächst habe ich den Lichtstrom des IQ-XL in Lumen gemessen. Das Ergebnis sind 473 Lumen mit Abblendlicht und 797 Lumen mit Fernlicht (siehe auch Erklärung von Lux und Lumen). Da vermutlich die wenigsten diese Messwerte einordnen können, hier ein paar Vergleiche: Das Abblendlicht übertrifft alles, was man von Dynamoscheinwerfern kennt deutlich, hier ist bei ca. 300 Lumen Schluss, die meisten liegen deutlich darunter. Auch StVZO-zugelassene Akkulampen mit integriertem Akku gibt es nicht viele in diesem Bereich. Derzeit ist mir nur die Ixon Space bekannt, die ähnliche Lumen-Werte liefert. Für mehr Licht muss man dann zu Lampen mit separatem Akku greifen. Im Bereich der E-Bike-Scheinwerfer gibt es aber doch das ein oder andere, was den IQ-XL übertrifft. Von Lupine gibt es zugelassene E-Bike-Scheinwerfer mit bis zu 1800 Lumen Fernlicht, Lampen von Supernova mit bis zu 1150 Lumen Fernlicht. Allerdings liegen solche Lampen preislich auch teils deutlich über dem IQ-XL. Mit diesem befindet man sich also im oberen Bereich, was lichttechnisch bei E-Bikes möglich ist, aber einige sehr teure Lampen erzeugen nochmals merklich mehr Licht.

Abblendlicht

Das Abblendlicht besteht aus einem recht gleichmäßig ausgeleuchteten in der Entfernung breiter werdenden Lichtkegel. Auch im Fernbereich kommt genug Licht an. Das ist bei vielen Scheinwerfern eine Schwäche, da oft zu wenig Licht auf den Fernbereich konzentriert wird. Busch & Müller macht hier mit den Scheinwerfern der letzten Jahre einiges richtig. Im Fernbereich ist das Licht besonders auf den zentralen Bereich konzentriert, zum Rand hin nimmt die Lichtstärke deutlich ab. Auf dem Ausleuchtungsfoto ist das nur schlecht zu sehen, da der Fernbereich links und rechts durch Bäume und Büsche begrenzt wird. Insgesamt ist diese Konzentration auf den zentralen Bereich in der Ferne positiv, eine gleichmäßige Helligkeit auf der gesamten Breite würde das Licht zu schwach für eine gute Fernsicht werden lassen.

Im Nahbereich bis ca. 3 m vor dem Rad hat man eher wenig Licht. Der Bereich ist noch gut genug ausgeleuchtet um ausreichend gut etwas erkennen zu können, aber einige andere Scheinwerfer werfen hier mehr Licht hin. Auch ist die Ausleuchtung im ganz nahen Bereich eher schmal. Man sollte allerdings beachten, dass man in der Realität in diesem Bereich noch etwas mehr sieht, als auf dem Ausleuchtungsfoto ersichtlich. Der große Kontrastbereich den das menschliche Auge abdeckt, kann eine Kamera nicht wiedergeben. Positiv hervorzuheben ist zumindest auch, dass der Nahbereich nicht überhell ausgeleuchtet ist. Das ist durchaus bei einigen anderen Scheinwerfern der Fall. Das sieht zwar erstmal beeindruckend aus, sorgt aber dafür, dass sich das Auge auf diese hellen Bereiche einstellt, wodurch dann die Sicht im Fernbereich etwas leidet.

Links und Rechts vom Hauptlichtkegel ist noch ein etwas dunklerer Bereich vorhanden, der den Lichtkegel im mittleren Bereich deutlich verbreitert. Dieser sorgt dafür, dass man nicht so sehr das Gefühl hat, in einem Tunnel zu fahren, da die Ausleuchtung des Lichtkegels nicht abrupt aufhört. Auch in Kurven hilft diese breite Ausleuchtung etwas.

Fernlicht

Vergleicht man die Ausleuchtungsfotos von Abblendlicht und Fernlicht, fällt zunächst auf, dass das Fernlicht dunkler erscheint, als das Abblendlicht. Das liegt daran, dass bei eingeschaltetem Fernlicht die Abblendlicht-LEDs in ihrer Helligkeit reduziert werden. Nur im ganz nahen Bereich bis ca. 2 m kommt ein wenig Licht hinzu, der restliche Bereich des Abblendlichts wird aber in der Helligkeit reduziert. Da das Fernlicht in einen großen Bereich streut und nicht nur auf die Straße strahlt wie das Abblendlicht, fällt es auf dem Foto trotz insgesamt mehr Licht weniger auf.

Das aktivierte Fernlicht leuchtet in den Bereich über der Hell-Dunkel-Grenze des Abblendlichts. Das sollte man auch bedenken, denn das sorgt für eine starke Blendung anderer Verkehrsteilnehmer. Demnach darf das Fernlicht nicht eingeschaltet werden, wenn Entgegenkommende oder Vorausfahrende geblendet werden können.

Das Fernlicht besteht gewissermaßen aus zwei Bereichen. Der mittlere, zentrale Bereich strahlt recht stark und konzentriert. Die obere Grenze dieses Bereichs steigt um etwa 8 cm pro Meter über die Hell-Dunkel-Grenze des Abblendlichts an. Dieser Bereich sorgt für ordentliche Weitsicht. Von der Breite ist dieser zentrale Fernlichtbereich in etwa vergleichbar mit dem Fernlicht des günstigeren IQ-XM. Der IQ-XM strahlt das Fernlicht aber noch etwas höher ab (ca. 12 cm je Meter).

Über dem zentralen Fernlichtbereich und auch links und rechts davon strahlt ein zweiter, weniger intensiver, Fernlichtbereich. Dessen Hell-Dunkel-Grenze steigt im mittleren Bereich um etwa 20 cm je Meter über die Hell-Dunkel-Grenze des Abblendlichts an. Nach links und rechts steigt dieser zweite Fernlichtbereich weniger stark an. Dieser zweite Fernlichtbereich ist deutlich weniger intensiv als der zentrale Bereich. Er reicht von seiner Stärke nicht für eine wirkliche Fernsicht aus. Aber er erlaubt eine Sicht auf mittlere Entfernung. So kann man beispielsweise tief hängende Äste gut erkennen und hat auch nach links und rechts der Fahrbahn eine höhere Ausleuchtung. Auch im Wald ist der Effekt dieser recht stark nach oben gerichteten Ausleuchtung schön. Schon in relativ geringer Entfernung werden dann die Baumkronen beleuchtet, was dann noch mehr den angenehmen Eindruck eines ausgeleuchteten Tunnels erzeugt.

Tagfahrlicht

Der IQ-XL hat ein sensorgesteuertes Tagfahrlicht. Ein Tagfahrlicht besteht aus separaten LEDs, welche im Gegensatz zum Abblendlicht nicht abgeblendet sind, aber auch nicht so stark wie das Fernlicht sind. Sie sind nicht dafür da, selbst etwas zu sehen, sondern dafür, am Tag besser gesehen zu werden. Denn dann ist das Abblendlicht meist nicht optimal zu sehen.

Der IQ-XL hat dafür oben drei separate LEDs, die jeweils vor einer Art Minireflektor sitzen. Bei ausreichender Helligkeit wird dann das Tagfahrlicht automatisch aktiviert und das Abblendlicht abgeschaltet. Der obere Bereich des Scheinwerfers erscheint dann fast wie ein durchgehendes, helles Leuchtband. Beim Einschalten des Tagfahrlichts bei ausreichender Helligkeit gibt es eine Verzögerung von 8 Sekunden, so dass es fast nicht passieren kann, dass das Tagfahrlicht ungewünscht aktiviert wird, wenn etwas in den seitlichen Sensor scheint. Der Sensor scheint außerdem nur auf Infrarotlicht zu reagieren – sprich Tageslicht aktiviert ihn, LED-Licht jedoch nicht. Das kann man gut sehen, wenn man mit einer LED in den Sensor leuchtet, dann passiert nämlich nichts. Nur mit einer Glüh- oder Halogenbirne, die auch einen relevanten Infrarotanteil abstrahlt, wird das Tagfahrlicht aktiviert, wenn diese in den Sensor strahlt.

Interessant am Tagfahrlicht ist natürlich auch, dass dieses deutlich weniger Strom verbraucht und damit deutlich akkuschonender ist als das Abblendlicht. Mehr zum Leistungsbedarf weiter unten.

Wandprojektion

Interessant ist auch eine Wandprojektion, bei der der Scheinwerfer aus kurzer Distanz eine Wand anstrahlt. Mit etwas Erfahrung lässt sich daraus einiges bezüglich der in der Realität erzielbaren Ausleuchtung ableiten. Auch die oben schon beschriebenen Eigenschaften des Lichtkegels lassen sich darin wiedererkennen.


Wandprojektion des IQ-XL mit Abblendlicht und Fernlicht

In der Wandprojektion des Abblendlichts ist als heller Fleck gut der mittlere und ferne Bereich der Ausleuchtung sichtbar. Hier wird viel Licht auf eine kleine Fläche der Wand konzentriert. Auf der Straße wird dieser Anteil dann aber auf eine sehr große Fläche verteilt. Im Zentrum oben ist dieser durchgehend weiß aussehende Bereich nochmals deutlich heller – in der Realität ist der Unterschied besser sichtbar. Die Lichtstärke nimmt also im Fernbereich zu den Rändern hin ab.

Unter dem hellen Fleck schließt sich ein deutlich dunklerer Bereich an. Dieser setzt sich in der Realität bis zum unteren Bildrand mit immer weiter abnehmender Intensität weiter fort, wird aber auf dem Foto aufgrund des geringeren Kontrastumfanges nicht wiedergegeben. Dies ist die Nahfeldausleuchtung des Scheinwerfers – je weiter unten in der Wandprojektion, desto weiter vorn trifft ein Bereich auf die Straße.. Hier ist die Leuchtdichte wesentlich kleiner, da dieser Bereich auf die eher kleine Fläche des Nahbereichs verteilt wird, was sonst im Vergleich zum Fernbereich zu große Leuchtdichten ergeben würde.

Links und rechts des besonders hellen Bereichs ist noch ein deutlich dunklerer Bereich erkennbar. Das ist der dunklere seitliche Bereich, der das Lichtfeld nochmals verbreitert.

Die Wandprojektion des Fernlichts zeigt zunächst einmal, dass das Abblendlicht in der Helligkeit etwas reduziert wird. In den besonders hellen Bereichen ist das auf dem Foto nicht sichtbar, da diese ohnehin überbelichtet sind. Aber in den weiter unten und seitlich befindlichen Bereichen sieht man, dass einige Bereiche ganz verschwinden, da von der Kamera nicht mehr darstellbar und andere Bereiche sich in der Helligkeit reduzieren (in der Realität reduziert der gesamte Abblendbereich seine Helligkeit gleichmäßig).

Über dem Abblendbereich kommt der Fernlichbereich hinzu. Zum einen wird der sehr helle zentrale Bereich nach oben etwas vergrößert. Dieser in der Wandprojektion sehr kleine Bereich ergibt dann in großer Entfernung aber einen mehrere Meter hohen und breiten Bereich, der mit konzentriertem Licht für gute Fernsicht sorgt.

Noch weiter über dem besonders hellen Zentralbereich des Abblendlichts sieht man den weniger hellen Bereich. Dieser setzt sich auch nach links und rechts etwas weiter fort als auf dem Foto zu sehen. Mit diesem Anteil ist keine gute Fernsicht möglich, aber eine gute Sicht im mittleren und seitlichen Bereich auf mittlere Entfernung.

Farbtemperatur des Lichts

Weißes Licht ist eine Mischung verschiedener Wellenlängen. Mischungen mit viel Blauanteil bezeichnet man als Kaltweiß, ausgewogene als Neutralweiß und Mischungen mit höherem Rotanteil als Warmweiß. Viele Fahrradlampen haben kaltweißes Licht (wohl auch, weil die Effizienz solcher LEDs meist etwas höher ist). Allerdings verschlechtert kaltweißes Licht das Kontrastsehen. Ich habe keine Möglichkeit, die Farbtemperatur zu messen, aber beim IQ-XL fällt deutlich auf, dass die Farbtemperatur mehr ins Neutralweiße geht und nicht so viel Blauanteil vorhanden ist, wie bei vielen anderen Lampen. Sehr positiv!

Nötige Spannung und Leistungsaufnahme

Bei einem E-Bike-Scheinwerfer ist die notwendige Spannung und die Leistungsanforderung immer ein kritischer Punkt. Denn diese muss vom Lichtausgang des E-Bikes zur Verfügung gestellt werden. Gerade bei stärkeren Lampen, zur denen der IQ-XL gehört, ist nicht bei allen E-Bikes sichergestellt, dass der Lichtausgang die nötige Spannung und Leistung auch zur Verfügung gestellt werden kann.

Auf der Herstellerwebsite sind folgende Werte angegeben:
Spannung: 11-48 V
Leistung: mindestens 16 W Nennleistung am Lichtanschluss des Antriebssystems

Interessehalber habe ich aber auch mal selbst gemessen. Betrieben habe ich den IQ-XL dabei an einer unterschiedlichen Anzahl an NiMH-Akkus. Gemessen habe ich den fließenden Strom und die Spannung am Anschlusskabel des Scheinwerfers. Die Leistung als Produkt aus Strom und Spannung habe ich berechnet.

Anzahl Zellen 6 7 8 10 14 16
Abblendlicht
Spannung / V 8,44 9,09 10,61 13,31 17,98 20,76
Strom / A 0,193 0,803 0,93 0,72 0,538 0,468
Leistung / W 1,63 7,30 9,87 9,58 9,67 9,72
Fernlicht
Spannung / V 8,83 10,06 12,98 17,51 20,5
Strom / A 1,08 1,203 0,94 0,696 0,602
Leistung / W 9,54 12,10 12,20 12,19 12,34
Tagfahrlicht
Spannung / V 10,21 12,87 20,91
Strom / A 0,306 0,247 0,158
Leistung / W 3,12 3,18 3,30

Die Werte für Spannung und Stromstärke, sowie der sich daraus ergebenden Leistung (Produkt aus Spannung und Stromstärke) sollte man nicht zu genau nehmen. Gerade nach dem Einschalten hat die Stromstärke durchaus etwas geschwankt. Kleine Änderungen bei der errechneten Leistung sollte man daher nicht überinterpretieren. Einige klare Tendenzen sind aber zu sehen.

Ab ca. 10 V anliegender Spannung scheint die maximale Leistung erreicht zu werden. Busch & Müller gibt zwar mindestens 11 V vor, aber sicher ist hier auch noch eine gewisse Sicherheitsmarge eingerechnet. Das Abblendlicht verbraucht knapp 10 W, das Fernlicht etwas mehr als 12 W, das Tagfahrlicht begnügt sich mit etwas mehr als 3 W.

Interessant ist der recht geringe Unterschied der elektrischen Leistung zwischen Abblendlicht und Fernlicht. Dieser ist kleiner, als der Unterschied des Lumen-Outputs. Entsprechend erzeugt das Fernlicht ca. 65 lm/W, während das Abblendlicht nur ca 49 lm/W erzeugt. Ein Grund dafür könnte sein, dass wie oben beschrieben, bei Fernlicht das Abblendlicht deutlich gedimmt wird. Da LEDs bei geringeren Strömen effizienter sind, könnte an dieser Stelle der Grund für die insgesamt bessere Effizienz liegen.

Stichprobenartig gemessen habe ich übrigens auch noch den Lichtstrom in Lumen bei verschiedenen Spannungen. Hier gab es bei ausreichend hohen Spannungen (ab ca. 10 V) keine relevante Veränderung des Lichtstroms mehr. Der IQ-XL kann also durchaus am unteren Ende der vorgesehenen Spannung ohne Helligkeitseinbußen betrieben werden.

Fazit

Der Busch & Müller IQ-XL erzeugt viel Licht und verteilt dieses gut. Auch das Fernlicht ist sinnvoll verteilt und bietet einen echten Mehrwert. Schade ist, dass die Halterung leicht schwingt, aber die lässt sich notfalls gegen eine andere tauschen. Ein Schnäppchen ist der IQ-XL natürlich nicht, aber der Preis ist für das Gebotene angemessen.

Bezugsquellen:

Eine qualitativ hochwertige Alternative für etwas mehr Geld wäre der Supernova M99 Mini Pro-25 (Amazon*, eBay*). Nochmal deutlich mehr Licht bietet die Lupine SL X (Amazon*, eBay*). Will man dagegen weniger ausgeben, würde ich den Busch & Müller IQ-XM in Betracht ziehen. Hier muss man aber vor allem bezüglich Abblendlicht schon deutliche Abstriche in Kauf nehmen. Ist das Fernlicht dagegen nicht so wichtig, ist der Busch & Müller IQ-X E (Amazon*, eBay*, Rose*) ein echtes Schnäppchen – mit etwa vergleichbarem Abblendlicht aber ohne Fernlicht für deutlich weniger Geld.

Etwas zum IQ-XL im Vergleich zu zwei anderen E-Bike-Scheinwerfern mit Fernlicht findet ihr auch im Vergleich Busch & Müller IQ-XL, IQ-XM und IQ-XS High Beam.


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