Testbericht: Trelock LS 760

10. Juni 2020


Trelock LS 760

Beleuchtungsstärke: 100 / 80 / 60 / 40 / 20 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Lichtmenge: 213 / 187 / 153 / 112 / 55 Lumen (eigene Messung)
Leuchtdauer gemessen: ca. 2 h, gedimmt bis 10 h (eigene Messung, laut Hersteller 2,5 h / 9 h)
Akkus: integrierter Li-Ion-Akku, 3000 mAh
Gewicht: ca. 176 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung: ja
Preis: ab ca. 100 €

Bezugsquellen:

+ helle, breite und gleichmäßige Ausleuchtung
+ Powerbank-Funktion
+ elektronische Wasserwaage zur blendfreien Ausrichtung
o Akkulaufzeit auf höchster Stufe eher mäßig, in niedrigeren, immer noch recht hellen Stufen, aber wesentlich besser
o Tasten etwas schwergängig
o Teils recht starke Erwärmung. Lampe regelt aber bei zu starker Erwärmung Leuchstufe herunter (tritt mit ausreichend Fahrtwind eher nicht auf)
eher teuer

Lieferumfang

Gekauft habe ich die LS 760 von Trelock für den Test regulär im Handel. Dies ist meine favorisierte Vorgehensweise, um nicht durch von Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellte Produkte unterbewusst in meiner Einschätzung beeinflusst zu werden.

Die Trelock LS 760 wird mit Halterung, Ladekabel und Bedienungsanleitung geliefert. Weiterhin wird ein Kabel von USB-C auf USB-A Buchse mitgeliefert, um Geräte am Ladeanschluss von der Lampe laden zu lassen (Powerbank-Funktion).

Verarbeitung und Bedienung

Die Trelock LS 760 ist aus Kunststoff gefertigt. Am Gehäuse gibt es nichts auszusetzen, allerdings könnte man sich für eine Lampe dieser Preisklasse eventuell ein etwas hochwertiger wirkendes Gehäuse wünschen. Die Lampe ist mit ca. 140 g leichter, als man bei der Gehäusegröße erwarten könnte. Das ist zunächst positiv, liegt aber natürlich auch an dem eher schwach dimensionierten Akku (wie wir später sehen werden) und dem komplett aus Kunststoff gefertigtem Gehäuse. Oben auf der Lampe befindet sich ein Display, darunter zwei Tasten „+“ und „-“. Hinten befindet sich unter einer Gummikappe der Ladeanschluss. Dieser ist als USB-C Buchse ausgeführt. Dieser Anschluss setzt sich gegenüber der Micro-USB Buchse immer mehr durch, ist etwas robuster und kann auch um 180° verdreht angeschlossen werden.

Mit einem kurzen Druck auf die „+“ Taste wird das Display der LS 760 für 10 s angeschaltet, was ein Ablesen des Akkuladezustandes ermöglicht. Mit einem langen Druck wird die Lampe eingeschaltet. Das Display auf der Oberseite zeigt die wesentlichen Werte gleichzeitig an: Restlaufzeit, Akkuladezustand als Balken, die aktuell gewählte Leuchtstufe und die Uhrzeit (welche bei erster Benutzung im Menü eingestellt wird).

Mit der „+“ und „-“ Taste können die 5 Helligkeitsstufen durchgeschaltet werden. Für meinen Geschmack sind die Tasten etwas schwergängig. Etwas leichtgängigere Tasten würden die Bedienung vereinfachen.

Mit einem langen Druck auf die „+“ Taste in der höchsten Leuchtstufe aktiviert man die elektronische Wasserwaage. Diese zeigt die horizontale Ausrichtung an, damit die Lampe blendfrei eingestellt werden kann. Das klappte im Test auch recht gut. Wahnsinnig groß finde ich den Mehrwert allerdings auch nicht. Auch ohne diese Funktion ist die blendfreie Einstellung einer Fahrradlampe nicht schwer. Ist einem das Problem bewusst, fällt recht schnell auf, ob der Lichtkegel zu hoch eingestellt ist und damit blendet. Aber wenn dieses Gimmick wenigstens etwas dazu beiträgt, das Problem der extremen Blendung bei zu hoch eingestellten Fahrradlampen mehr ins Bewusstsein zu rücken, ist das auch schon etwas wert.

Level-Funktion: Neigungswinkel wird auf dem Display angezeigt. Links: zu hoch eingestellt, blendet Gegenverkehr. Rechts: richtig eingestellt

Halterung

Die Halterung der Trelock LS 760 wird werkzeuglos am Lenker montiert. Dazu wird das Band der Halterung festgezogen und dann noch mit einer Art Spannhebel gespannt. Leider ist hier doch einiges an Kraft nötig, um die Halterung einigermaßen fest zu bekommen. Hat man das einigermaßen geschafft, hält diese gut am Lenker, aber beim härteren Geländeeinsatz hätte ich meine Bedenken.

Der obere Teil der Halterung kann nach Lockern einer Schraube verdreht werden, so dass die Lampe auch an gebogenen Lenkern nach vorne ausgerichtet werden kann.

Die Lampe wird dann auf die Halterung gedrückt bis sie einrastet. Zum Entfernen entriegelt man die Lampe durch Druck auf den Entriegelungsknopf. An der Befestigung der Lampe an der Halterung gibt es nichts auszusetzen, sie funktioniert sehr gut.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Trelock LS 760 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Ausleuchtung der LS 760 ist im Nahbereich bis ca. 3 m etwas dunkler. Ab da bis in den Fernbereich sehr hell, relativ breit und sehr gleichmäßig. Gemessen habe ich auf höchster Stufe einen Lichtstrom von 213 Lumen (mehr zur Messung hier). Das ist verglichen mit der Konkurrenz nicht wenig, allerdings auch nicht so beeindruckend, wenn man bedenkt, dass deutlich günstigere Fahrradlampen davon teils nicht sehr weit entfernt sind. Durch die gute Lichtverteilung setzt sich die LS 760 dann aber doch wieder von vielen Konkurrenzprodukten ab. Bevor ich gemessen habe, hätte ich jedenfalls gefühlsmäßig einen größeren Vorsprung vor der Konkurrenz vermutet – da sieht man, was gute Lichtverteilung ausmacht.

Auch auf niedrigeren Leuchtstufen leuchtet die Trelock LS 760 immer noch ganz brauchbar aus. Hier erreicht man noch eine Beleuchtungsstärke von 20 Lux (Herstellerangabe) und einen Lichtstrom von 55 Lumen (eigene Messung). Unten ein Foto der Ausleuchtung auf niedrigster Leuchstufe. Mit dieser ist man gut bei ausreichender Straßenbeleuchtung unterwegs. Bei völliger Dunkelheit findet man zwar den Weg, Freude kommt aber nicht mehr auf.

Noch erwähnenswert ist, dass sich die LS 760 bei höchster Leuchtstufe recht stark erwärmt. Während der Fahrt mit genügend Fahrtwind ist das normalerweise kein Problem. Im Stand kann es aber durchaus passieren, dass sich die Lampe zu stark erwärmt. Glücklicherweise erkennt sie das und schaltet dann die Leuchtstufe etwas zurück.

Leuchtdauer

Je heller ein Fahrradscheinwerfer, desto mehr Strom verbraucht er auch und desto kürzer wird die Leuchtdauer. Mit einem größeren Akku kann man die Leuchtdauer wiederum erhöhen, was aber auch das Gewicht der Lampe erhöht. In so fern würde ich eine lange Leuchtdauer nicht pauschal als gut bewerten. Wichtig ist aber, dass man weiß, was man erwarten kann. Deshalb überprüfe ich die Herstellerangabe zur Leuchtdauer.

Auf höchster Leuchtstufe habe ich ca 2:00 h Leuchtdauer erreicht. Danach schaltet die Lampe auf Leuchstufe 4 zurück und zeigt in dieser noch eine Restlaufzeit von 0:25 h an. Später wird die Leuchtstufe dann weiter heruntergeregelt. Die Herstellerangabe von 2:30 h auf höchster Leuchtstufe konnte also nicht erreicht werden.

Auf niedrigster Leuchtstufe dagegen wurden 10:00 h erreicht, also etwas mehr als die Herstellerangabe von 9 Stunden.

Ladezeit

Eine Angabe zur Ladezeit ist in der Bedienungsanleitung oder auf der Herstellerwebseite nicht zu finden.
Mehrere Tests ergaben bei komplett leerem Akku eine Ladezeit von ca. 4:45 h bis zu einem Ladestand von 100%.

Übrigens ist ein Laden auch bei eingeschalteter Lampe möglich. Es ist also beispielsweise möglich, die LS 760 im Betrieb mit einer Powerbank* nachzuladen. In der höchsten Stufe wird dabei aufgrund des hohen Stromverbrauches allerdings nur das Entladen verzögert.

Powerbank-Funktion

Mit der Powerbank-Funktion der LS 760 kann die Lampe als Stromquelle genutzt werden. So können andere Geräte wie Smartphones von geladen werden. Für eine regelmäßige Nutzung macht das denke ich weniger Sinn, aber als Notfalllösung sicher nicht unpraktisch.

Der Lampe liegt ein kurzes Adapterkabel von USB-C auf USB-A Buchse bei, bei dessen Einstecken die Powerbank-Funktion gestartet wird. In die Buchse kann dann das Ladekabel des zu landenden Gerätes gesteckt werden.

Bei einem Test ließen sich der Trelock LS 760 ca. 1600 mAh entnehmen, bis sich die Powerbank-Funktion bei einem Ladestand unter 20% automatisch abschaltet. Das dürfte etwa ausreichen, um einen mittelgroßen Smartphoneakku zur Hälfte zu laden.
Der erreichbare Ladestrom betrug dabei bis zu 1,2 A.

Übrigens lässt sich die Powerbank-Funktion auch nutzen, wenn die Lampe eingeschaltet ist. Allerdings ist sie dann auf die niedrigste Leuchtstufe begrenzt.

Fazit

Die Trelock LS 760 ist lichttechnisch aktuell eine der Top-Fahrradlampen im Bereich der straßenzugelassenen Akkulampen und durchaus zu empfehlen. Die Lampe erzeugt relativ viel Licht und verteilt dieses vor allem ausgesprochen gut. Auch die informativen Anzeigen auf dem Display sind positiv hervorzuheben. Ganz billig ist die LS 760 allerdings nicht. Leben muss man auch mit einer recht moderaten Akkulaufzeit auf höchster Stufe.

Gute Alternativen könnten zum Einen die Sigma Sport Aura 80 sein, welche zwar lichttechnisch nicht an die Trelock LS 760 heranreicht, aber eine durchaus gute Ausleuchtung liefert und deutlich weniger kostet. Leben muss man bei dieser allerdings mit einer fehlenden Nahfeldausleuchtung. Oder aber die Ixon Space von Busch & Müller, welche teilweise für einen vertretbaren Aufpreis zur Trelock LS 760 zu haben ist, aber diese lichttechnisch noch einmal deutlich übertrifft.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten:

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Kommentare [2]

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Stefan | Fahrradbeleuchtung-info.de · 30. September 2020, 09:41 · #

@Andreas:
Die LS 760 ist vorn an der breitesten stelle ca. 40 mm breit. Weiter hinten wird sie dann ein paar Millimeter schmaler.

— Andreas K. · 30. September 2020, 01:06 · #

Frage: Wie breit ist die Lampe genau in Millimetern? Ich möchte sie am Segway Ninebot G30D nutzen. Passt sie da an den original bestückten Lenker?
Vielen Dank für eine mögliche Antwort und beste Grüße

Andreas Köppe