Testbericht: Trelock LS 383

21. Oktober 2022


Trelock LS 383 Bike-I Veo 50

Kategorie: Dynamo-Scheinwerfer

Lichtstrom 45 Lumen bei 20 km/h (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 50 Lux (Herstellerangabe)
Gewicht 79 g (eigene Messung)
Ausstattung Standlicht
StVZO-Zulassung ja

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ einigermaßen gleichmäßige Lichtverteilung

Nachteile:
erzeugt nur wenig Licht
Farbstiche an einigen Stellen des Lichtkegels
schwergängiger Schalter

Fazit:
Der Trelock LS 383 erzeugt leider nur sehr wenig Licht. Das mag bei geringen Ansprüchen zwar ausreichend sein, aber es gibt andere Dynamolampen, die deutlich mehr Licht erzeugen, ohne teurer zu sein.

Transparenzhinweis: Der Trelock LS 383 Bike-I Veo 50 wurde mir für den Test vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Aussehen und Bedienung

Das Gehäuse des Trelock LS 383 besteht aus schwarzem Kunststoff.

Vorn ist eine Linse zur Lichtverteilung eingesetzt. Unter dem Lampengehäuse ist außerdem ein Frontrückstrahler angebracht.
Seitlich befinden sich links und rechts Lichtauslässe, durch die etwas Licht austreten kann. So ist auch eine Sichtbarkeit von der Seite sichergestellt.

Hinten am Gehäuse befindet sich ein großer Drehschalter, mit dem sich der Scheinwerfer an und aus schalten lässt. Von der Form her wäre der Schalter eigentlich gut geeignet, um ihn selbst mit Handschuhen gut bedienen zu können. Leider ist der Schalter aber so schwergängig, dass das nicht übermäßig gut funktioniert.



Unten am Gehäuse findet man 4 Flachstecker. Zwei für den Anschluss zum Dynamo, zwei weitere zum Anschluss des Rücklichts (dieses wird dann gemeinsam mit den Frontscheinwerfer geschaltet). Etwas schwer erkennbar steht über den Anschlüssen DY für Dynamo (die beiden linken Anschlüsse auf dem Foto) und RL für Rücklicht (die beiden rechten Anschlüsse auf dem Foto).
Dass das Kabel nicht fest verbunden ist sondern angesteckt wird, hat den Vorteil, dass dieses bei einem Defekt leicht ausgetauscht werden kann.

Ein Anschlusskabel für den Dynamo wird mitgeliefert, an diesem sind zwei passende Flachsteckhülsen angebracht, um es am Scheinwerfer anzustecken. Der Rückstrahler kann auch abgezogen werden, wenn man ihn nicht verwenden will (laut StVZO muss am Fahrrad aber ein Frontrückstrahler montiert sein).

Der Halter besteht aus Kunststoff, damit wird der Scheinwerfer an der Gabelbrücke montiert. Nach Lockern der Schraube oben kann die Neigung des Scheinwerfers zur blendfreien Einstellung verändert werden. Unten am Halter, wo dieser festgeschraubt wird, ist ein kleines Metallteil eingearbeitet.

Lichtstrom in Lumen

Der Lichtstrom in Lumen ist ein Maß dafür, wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt erzeugt. Die Aussagekraft davon ist meiner Meinung nach höher, als die sonst oft angegebene Beleuchtungsstärke in Lux, die nur die Helligkeit am hellsten Punkt beschreibt (Mehr dazu im Artikel über Lux und Lumen).

Da der Lichtstrom in Lumen von vielen Herstellern nicht angegeben wird, messe ich ihn mit einer selbstgebauten Ulbrichtkugel.

Unten der erzeugte Lichtstrom des LS 383 in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit. Der Scheinwerfer war für die Messung an einem motorgetriebenen Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) angeschlossen. Die Geschwindigkeit ist bezogen auf ein 28-Zoll-Rad (2200 mm Abrollumfang). Bei anderen Radgrößen verschieben sich die Geschwindigkeiten entsprechend leicht. Ein Rücklicht war für die Messung nicht angeschlossen, dieses verringert die Helligkeit des Frontscheinwerfers erfahrungsgemäß etwas, aber nur unwesentlich.

Der erzeugte Lichtstrom ist leider enttäuschend gering und erreicht nicht mal 50 Lumen. Auch der eher niedrige Preis des LS 383 kann darüber nicht hinwegtrösten. Auch andere billige Dynamo-Fahrradlampen erreichen in vielen Fällen zwischen 100 und 150 Lumen, teilweise auch mehr.

Gemessen habe ich auch den Lichtstrom des Standlichts. Dazu habe ich den Scheinwerfer zuerst 5 min am Nabendynamo betrieben um den Standlichtkondensator aufzuladen. Dann wurde der Lichtstrom im Zeitverlauf gemessen.

Das Standlicht des Trelock LS 383 gehört eher zu den Schwächeren verglichen mit anderen Dynamoscheinwerfern. Aber um im Stand einigermaßen gesehen zu werden, reicht es aus.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung des Trelock LS 383 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Dynamoscheinwerfern siehe Übersicht Dynamoscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Der Lichtkegel des Trelock LS 383 beginnt vorn recht schmal, ab ca. 3 m vor dem Rad. Der Nahbereich ist kaum ausgeleuchtet. Nach hinten wird der Lichtkegel dann breiter. Über 20 m Entfernung ist eine Sicht durch die geringe Lichtstärke aber nur noch eingeschränkt möglich.

Die Lichtverteilung ist einigermaßen gleichmäßig. Nur in ca. 10 m Entfernung hat man einen sprunghaften Anstieg der Helligkeit, der aber nicht zu stark auffällt.

Durch die Linse entstehen leider recht auffällige farbige Bereiche (chromatische Aberration durch unterschiedliche Brechung verschiedener Wellenlängen). Die roten und gelben Ränder sind noch verschmerzbar, der blaue Bereich in der Mitte ist aber schon recht störend.

Fazit

Der Trelock LS 383 erzeugt leider nur sehr wenig Licht. Das mag bei geringen Ansprüchen zwar ausreichend sein, aber es gibt andere Dynamolampen, die deutlich mehr Licht erzeugen, ohne teurer zu sein.

Bezugsquellen:

Eine gute Alternative ist der Herrmans MR8, welcher für wenig Geld eine recht gute Ausleuchtung erzeugt. Auch der Herrmans MR4 (gleiche Ausleuchtung aber etwas weniger Licht) ist eine Überlegung wert.

Auch der Büchel Tour 45 oder der Luxtra Ultra Bright sind günstige Dynamoscheinwerfer, die wesentlich besser ausleuchten als der Trelock LS 383.


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