Testbericht: Luxtra Ultra Bright

1. September 2022


Luxtra Ultra Bright

Kategorie: Dynamo-Scheinwerfer

Lichtstrom 170 Lumen bei 20 km/h (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 100 Lux (Herstellerangabe)
Gewicht 132 g (eigene Messung)
Ausstattung Standlicht, Sensorfunktion
StVZO-Zulassung ja

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ helle Ausleuchtung
+ Ausleuchtung halbwegs gleichmäßig
+ gute Fernausleuchtung

Nachteile:
eher schmale Ausleuchtung
Nahfeld nicht so gut ausgeleuchtet
Schalter etwas klapprig

Fazit:
Der Luxtra Ultra Bright ist ein vernünftiger Scheinwerfer im niedrigen Preisbereich. Die Ausleuchtung ist recht schmal und konzentriert, dafür aber verhältnismäßig hell. Die Lichtverteilung weist keine großen Ungleichmäßigkeiten auf, nur der Nahbereich ist etwas schwach ausgeleuchtet. Ein durchaus akzeptabler Scheinwerfer im niedrigen Preisbereich.

Transparenzhinweis: den Luxtra Ultra Bright habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Von Lesern wurde ich öfter gefragt, ob der Luxtra Ultra Bright eine günstige Alternative zum IQ-X von Busch & Müller ist. Immerhin sieht er einigermaßen ähnlich aus und wirbt wie dieser mit einer Beleuchtungsstärke von 100 Lux. Also habe ich ihn mal getestet. Zum Vergleich mit dem IQ-X siehe auch ganz unten im Testbericht.

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Verpackung und Lieferumfang

Der Luxtra Ultra Bright wird in einer einfachen Pappverpackung geliefert. Weiteres Zubehör ist nicht dabei. Eine knappe Bedienungsanleitung liegt in der Verpackung.

Aussehen und Bedienung

Das Gehäuse des Ultra Bright besteht vorn und hinten aus Aluminium. Der mittlere Teil besteht aus Kunststoff. Der Halter ist unten an dem Kunststoffteil festgeschraubt und besteht selbst aus Metall.

Der Drehschalter hinten kann auf die Positionen Off, Auto und On gestellt werden. Im Auto-Modus schaltet sich der Scheinwerfer bei Dunkelheit automatisch ein. Etwas klapprig wirkt der Drehschalter und der Einrastpunkt an den Positionen ist etwas schwammig, aber er funktioniert.

Lichtstrom in Lumen

Der Lichtstrom in Lumen ist ein Maß dafür, wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt erzeugt. Die Aussagekraft davon ist meiner Meinung nach deutlich höher, als die sonst oft angegebene Beleuchtungsstärke in Lux, die nur die Helligkeit am hellsten Punkt beschreibt (Mehr dazu im Artikel über Lux und Lumen).

Da der Lichtstrom in Lumen von vielen Herstellern nicht angegeben wird, messe ich ihn mit einer selbstgebauten Ulbrichtkugel.

Beim Luxtra Ultra Bright habe ich 158, 172 und 178 Lumen bei 15, 20 und 25 km/h gemessen (an Shimano Nexus DH-C3000-3N Nabendynamo, 28-Zoll-Rad).

Das sind typische Werte für viele Dynamoscheinwerfer, sowohl im eher günstigen Bereich, aber auch die meisten teureren Lampen erzeugen nicht mehr Licht.

Auch ein Standlicht hat der Luxtra Ultra Bright. Dafür wird etwas Energie in einem Kondensator zwischengespeichert, womit der Scheinwerfer dann im Stand noch wenige Minuten weiter leuchtet. Die Helligkeit ist deutlich geringer, als während der Fahrt, aber zum Gesehen werden reicht es.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung des Luxtra Ultra Bright (für mehr Ausleuchtungsfotos von Dynamoscheinwerfern siehe Übersicht Dynamoscheinwerfer):

Vorn hat man erstmal einen breiteren, etwas weniger gut ausgeleuchteten Lichtkegel. In 5 m Entfernung schließt sich dann der Hauptlichtkegel an, welcher einigermaßen hell ausgeleuchtet und recht gleichmäßig ist. Allzu breit ist der Hauptlichtkegel aber nicht. So dürfte auch der hohe Wert von 100 Lux zustande kommen – der Lichtkegel ist einfach sehr konzentriert.

Etwas mehr Breite wäre schön, aber ansonsten ist der Lichtkegel durchaus recht brauchbar.

Vergleich mit dem Busch & Müller IQ-X

Ist denn nun der Luxtra Ultra Bright mit seinen ebenso 100 Lux eine Alternative zum fast 3 mal so teuren IQ-X?

Kurz: nein, ich denke nicht. Das Gehäuse mag optisch ähnlich aussehen, ist aber bei genauerem Hinsehen weniger hochwertig verarbeitet (wenn auch absolut ok für einen eher günstigen Scheinwerfer). Dass beide laut Hersteller eine Beleuchtungsstärke von 100 Lux erzeugen, unterstreicht, warum ich die Beleuchtungsstärke im allgemeinen als ungeeignet für die Bewertung von Scheinwerfern halte. Es mag sein, dass der Luxtra Ultra Bright am hellsten Punkt so hell ist wie der IQ-X. Aber beim Lichtstrom wird der Unterschied deutlich: während der Luxtra Ultra Bright ca. 170 Lumen erzeugt, sind es beim IQ-X 290 Lumen (jeweils bei 20 km/h). Das macht sich in einem deutlich breiter ausgeleuchteten Lichtfeld bemerkbar.

Das heißt nicht, dass ich vom Luxtra Ultra Bright grundsätzlich abrate. Wer einen günstigen Scheinwerfer sucht, kann diesen durchaus in die engere Wahl ziehen. Aber nicht wegen den 100 Lux. Eine andere günstige Alternative wäre beispielsweise der Herrmans MR8. Vom Hersteller zwar nur mit 60 Lux angegeben, aber er erzeugt genau wie der Luxtra Ultra Bright einen Lichststrom von ca. 170 Lumen. Die Lichtverteilung finde ich hier tendenziell noch ein wenig besser als beim Luxtra.

Fazit

Der Luxtra Ultra Bright ist ein vernünftiger Scheinwerfer im niedrigen Preisbereich. Die Ausleuchtung ist recht schmal und konzentriert, dafür aber verhältnismäßig hell. Die Lichtverteilung weist keine großen Ungleichmäßigkeiten auf, nur der Nahbereich ist etwas schwach ausgeleuchtet. Ein durchaus akzeptabler Scheinwerfer im niedrigen Preisbereich.

Bezugsquellen:

Eine gute Alternative im niedrigen Preisbereich ist der Herrmans MR8. Er erzeugt genauso viel Licht, verteilt dieses aber etwas breiter und auch besser im Nahbereich. Eine Sensorautomatik hat er jedoch nicht.

Ist man bereit, etwas mehr auszugeben, sind auch der Busch & Müller IQ-XS oder der Busch & Müller Cyo Premium eine gute Option.


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