Testbericht: CatEye GVolt70

22. Juli 2020


CatEye GVolt70

Preis: ab ca. 60 €
Beleuchtungsstärke: 70 Lux / 50 Lux oder 10 Lux gedimmt
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku, 3400 mAh
Leuchtdauer: 2h / 3h / 15h je nach Leuchtstufe (geprüfte Herstellerangabe); GVolt 70.1: 4h / 5,5h / 25h (Herstellerangabe)
Gewicht: ca. 118 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung: ja

Bezugsquellen:

+ kompakte und recht leichte Lampe
+ sehr breite Ausleuchtung im mittleren Bereich
o Ausleuchtung eher ungleichmäßig, heller Spot im mittleren Bereich
o eher mittelmäßige, recht schmale Fernausleuchtung
o Nahfeldausleuchtung recht schlecht, nur etwas Streulicht vorhanden
o schmale Ausleuchtung im Übergang vom Nah- in den mittleren Bereich
ungenaue Restkapazitätsanzeige (nur Warnung bei bald leerem Akku)
Kein Nachladen im Betrieb
schlechte seitliche Sichtbarkeit
recht kleiner, fragiler Entriegelungsmechanismus an der Lampe. Erschwerte Entnahme von der Halterung und möglicherweise Haltbarkeitsprobleme

Lieferumfang

Erworben habe ich die CatEye GVolt70 regulär im Handel, um eine größtmögliche Unabhängigkeit zu bewahren.

Als Zubehör zur CatEye GVolt70 sind ein USB-Ladekabel, eine Lenkerhalterung, sowie eine kurze Bedienungsanleitung dabei. Als Ladegerät kann ein USB-Ladegerät verwendet werden, welches jedoch nicht im Lieferumfang ist.

Verarbeitung und Bedienung

Die GVolt70 kommt in einem schlanken, schwarzen Kunststoffgehäuse. Oft ist bei Fahrradlampen ein Teil des Gehäuses an der Seite transparent, um auch eine geringe Lichtabstrahlung zur Seite zu ermöglichen, was die eigene Sichtbarkeit für andere Verkehsteilnehmer verbessert. Das ist bei der GVolt70 leider nicht der Fall.

Auf der Oberseite befindet sich ein Schalter, der zum Einschalten der Lampe etwas länger gedrückt wird. Ein kurzer Druck schaltet dann die drei Leuchtstufen durch, ein weiterer langer Druck die Lampe wieder aus.
In den Schalter ist auch eine rote LED zur Anzeige der Restlaufzeit integriert. Leider ist diese recht ungenau und warnt nur ca. 20 min bevor der Akku leer ist. Bei einer Lampe dieser Preisklasse ist eigentlich eine mehrstufige Anzeige standard und wäre recht hilfreich.

Hinten an der Lampe befindet sich unter einer Gummiabdeckung ein Micro-USB-Anschluss zum Nachladen.

Halterung

Anders als bei den meisten Fahrradlampen wird die GVolt70 hängend unter dem Lenker montiert. Das hat den Vorteil, dass der meist knappe Platz oben auf dem Lenker geschont wird und Fahrradcomputer, Handyhalterung etc. besser Platz finden.

Die werkzeugfreie Befestigung der Halterung am Lenker funktioniert auch recht gut, die Halterung sitzt ausreichend fest.

Nach lockern einer Schraube kann der untere Teil der Halterung übrigens auch etwas seitlich verdreht werden, was bei Verwendung an nicht ganz geraden Lenkern notwendig ist.

Zur Befestigung der GVolt70 an der Halterung wird diese von unten in die Halterung geschoben und rastet dort ein. Während das noch recht gut funktioniert ist ein Entfernen leider nicht mehr ganz optimal. Dazu muss ein recht kleiner, schwer erreichbarer Hebel zum Entriegeln gedrückt werden und die Lampe, die recht stramm auf der Halterung sitzt, abgezogen werden. Das ist nicht unbedingt ganz einfach und ist bei anderen Herstellern eindeutig besser gelöst.
Hinzu kommt noch, dass der Hebel zum Entriegeln eher fragil aussieht. Sollte er mal abbrechen, kann allerdings die Adapterplatte von der Lampe abgeschraubt und durch ein Ersatzteil ersetzt werden (Teilenummer 5445330).

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der CatEye GVolt70 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Der Nahbereich bis ca. 4 m ist nur durch ein wenig Streulicht etwas ausgeleuchtet. Das ist nicht optimal, aber wenn man nicht zu viel auf sehr schlechten Wegen fährt normalerweise verschmerzbar. Weniger gut finde ich, dass auch der sich daran anschließende Bereich bis knapp 10 m vor dem Rad zwar hell, aber sehr schmal ausgeleuchtet ist. Insbesondere im Zusammenspiel mit der im mitteren Bereich sehr breiten Ausleuchtung hat man damit immer das Gefühl, dass im näheren Bereich ein Stück Ausleuchtung in der Breite fehlt, was irritierend sein kann. Der mittlere Bereich zwischen ca. 10 und 20 m ist wie gesagt sehr breit ausgeleuchtet, was nicht schlecht ist. Im Fernbereich wird die Ausleuchtung dann wiederum nur in einem sehr schmalen Bereich ausreichend hell und ist seitlich davon recht schwach.
Nicht optimal finde ich auch die eher ungleichmäßige Ausleuchtung. Im mittleren Bereich ist diese sehr hell und nimmt im Fernbereich und zu den Rändern hin stark ab. Dadurch stellt sich das Auge auf die hellsten Bereiche ein und sieht in den schlechter ausgeleuchteten Bereichen nochmals schlechter.

Außer der höchsten Leuchtstufe mit 70 Lux gibt es auch noch zwei weitere mit 50 und 10 Lux. Die Leuchtstufe mit 50 Lux ist gefühlt nur wenig dunkler als die mit 70 Lux. Die Stufe mit 10 Lux dagegen ist zur Fahrt in völliger Dunkelheit eher weniger geeignet und dürfte eher für die Stadt mit Straßenbeleuchtung geeignet sein. Schön fände ich eigentlich, wenn statt der 50 Lux Stufe eine etwas dunklere mit dafür noch etwas längerer Leuchtdauer vorhanden wäre – dann hätte man noch eine etwas bessere Option, wenn maximale Leuchtstärke verzichtbar ist, aber lange Leuchtdauer gefragt ist. So liegen mittlere und hohe Leuchtstufe einfach etwas dicht beieinander.

Leuchtdauer

Die Herstellerangaben zur Leuchtdauer habe ich wie immer überprüft, mit folgenden Ergebnissen:

Höchste Stufe: 2:25 h (Herstellerangabe 2:00 h)
mittlere Stufe: 3:35 h (Herstellerangabe: 3:00 h)
niedrige Stufe: 14:57 h (Herstellerangabe 15:00 h)

Die Herstellerangabe wurde also erreicht, auf höchster und mittlerer Stufe sogar etwas übertroffen. Anzumerken ist noch, dass die Lampe nach der angegebenen Zeit wirklich abschaltet und nicht wie viele Lampen anderer Hersteller in eine niedrigere Leuchtstufe schaltet und dann noch einige Zeit weiter leuchtet. Allerdings erholt sich der Akku nach kurzer Wartezeit etwas und die Lampe leuchtet nach erneutem Einschalten nochmals einige Minuten weiter.

Laden

Der Akku der GVolt70 ist fest eingebaut und wird über einen Micro-USB-Anschluss an der Rückseite geladen. Der Ladeanschluss ist mit einer Gummiabdeckung verschlossen um das Eindringen von Wasser bei Regen zu verhindern.

Der Ladevorgang bei leerem Akku dauerte dabei jeweils zwischen rund 10 und 30 min länger als die Herstellerangabe von 2:30 h. Das ist allerdings nicht dramatisch und hängt ohnehin auch etwas von Netzteil und verwendetem Kabel ab.

Praktisch ist bei Fahrradlampen mit fest eingebautem Akku ein Nachladen im Betrieb mit einer Powerbank – das ist bei der GVolt70 leider nicht möglich, sie schaltet sich ab, sobald ein Ladekabel angeschlossen wird.

GVolt70 oder GVolt70.1 ?

Es gibt mittlerweile außer der GVolt70 auch noch die Variante GVolt70.1, die hier nicht unerwähnt bleiben darf. Hier kurz zusammengefasst die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede laut Angaben auf der Herstellerseite:

  • gleiche Gehäuseform, Halterung etc.
  • beide haben die Leuchtstufen 70, 50 und 10 Lux
  • laut Ausleuchtungsfoto auf der Herstellerseite gleiche Lichtverteilung
  • identische Akkukapazität von 3400 mAh
  • sehr ähnliches Gewicht: 96,5 g für die GVolt70, 100 g für die GVolt70.1
  • Leuchtdauer: 2h / 3h / 15h für die GVolt70 je nach Leuchtstufe, 4h / 5,5h / 25h für die GVolt70.1 je nach Leuchtstufe
  • Ladezeit 2,5 h für die GVolt70; 5 h für die GVolt70.1

Der wesentliche Unterschied ist also eine etwa doppelte Leuchtdauer und doppelte Ladezeit – was sehr verwunderlich ist, da die Akkukapazität identisch ist. Denkbar wären hier folgende Erklärungen:

1. CatEye gibt bei der GVolt70.1 eine zu hohe Leuchtdauer an – das halte ich für sehr unwahrscheinlich, zumindest habe ich eine Übertreibung bei anderen CatEye-Lampen nicht feststellen können
2. der Akku der GVolt70.1 ist in Wirklichkeit deutlich größer als 3400 mAh – das kann ich mir kaum vorstellen, denn in der Lampe ist ziemlich genau Platz für eine 18650-Zelle, die in solchen Kapazitäten nicht zu haben ist
3. der Akku der GVolt70 ist deutlich kleiner als 3400 mAh – das wäre denkbar. Allerdings lassen mehrere Dinge das eher unwahrscheinlich scheinen: CatEye müsste dazu bewusst falsche Angaben machen, die 3400 mAh sind sowohl auf der Webseite zu finden, als auch unten auf der Lampe selbst aufgedruckt. Auch sind 18650-Zellen mit unter 2000 mAh eher ungewöhnlich. Theoretisch könnte auch eine 18500-Zelle verbaut sein, womit aber deutlich Platz verschenkt wäre
4. Es gibt einen Fehler in der Ladeelektronik der GVolt70, der dafür sorgt dass die Akkukapazität nicht ausgenutzt wird und der Fehler wurde erst entdeckt, als die Lampe schon im Handel war.

Da mir die Erklärungen 1-3 doch sehr unwahrscheinlich vorkommen, kommt mir derzeit Erklärung 4 am wahrscheinlichsten vor – trotzdem ist das allerdings pure Spekulation.

Fakt ist aber: die GVolt70.1 hat offensichtlich die doppelte Leuchtdauer, ist aber ansonsten identisch zur GVolt70. Ich würde daher in jedem Fall zur GVolt70.1 raten!

Fazit

Die CatEye GVolt70 ist eine schön kompakte Fahrradlampe, die gemessen an ihrer Größe gar keine schlechte Lichtmenge auf die Straße bringt. Die Lichtverteilung finde ich dagegen nur zufriedenstellend. Während die Ausleuchtung im mittleren Bereich schön breit ist, sind die Fern- und die Nahfeldausleuchtung nicht optimal.
Auch einige weitere Nachteile sind erwähnenswert, auch wenn sie alle nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium für die GVolt70 sein müssen: Eine ungenaue Restkapazitätsanzeige die nur warnt kurz bevor der Akku leer ist, sonst aber keine weitere Information zum Akkuladestand bietet, ist bei einer Lampe dieser Preisklasse eher ungewöhnlich. Dass ein Nachladen im Betrieb nicht möglich ist und eine geringe seitliche Lichtabstrahlung zur besseren Sichtbarkeit nicht vorhanden ist, ist schade. Auch die Entfernung von der Halterung funktioniert zwar, ist aber durch den kleinen schwer erreichbaren Hebel nicht optimal.
Herausstechend ist dagegen die Befestigung unter dem Lenker, statt bei fast allen Konkurrenzprodukten über dem Lenker. Während das für viele egal sein mag, ist es für jemandem mit ohnehin zu wenig Platz am Lenker vielleicht ein Argument.

Sucht man Alternativen, zur GVolt70, könnte man sich folgende Lampen anschauen:

  • die CatEye GVolt50 hat das gleiche Lichtbild, es fehlt aber die hohe Leuchtstufe mit 70 Lux. Die mit 50 Lux ist aber nur wenig schlechter als diese. Dafür bekommt man die GVolt50 meist ein Stück günstiger. Die Akkulaufzeit bei 50 Lux ist allerdings auch geringer als die der GVolt70.1 bei 50 Lux (3,5 statt 5,5 h). Die Montage erfolgt über dem Lenker statt unter dem Lenker.
  • Die Sigma Sport Aura 80 ist für einen ähnlichen Preis zu haben, bietet eine deutlich bessere Fernausleuchtung, eine bessere Akkuladestandsanzeige, mehr sinnvollere Leuchtstufen und einige andere Vorteile. Allerdings muss man auf die sehr breite Ausleuchtung im mittleren Bereich verzichten.
  • Eine deutlich bessere und hellere Ausleuchtung bieten die Trelock LS 760 und die Busch & Müller Ixon Space, allerdings sind diese auch wesentlich teurer

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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Kommentare [2]

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— Stefan | Fahrradbeleuchtung-info.de · 29. Juli 2020, 10:04 · #

Vielen Dank Axel!

Hier der Artikel auf Radmarkt.de, der vermutlich gemeint ist:
https://radmarkt.de/nachrichten/cateye-upgrade-fuer-g-volt-70

Hier noch ein Artikel von Paul Lange, in dem ebenfalls ein „neuartiger Akku“ erwähnt wird:
https://www.paul-lange.de/index.php/de/cateye-gvolt-70.html

Komischerweise widerspricht das aber den Herstellerangaben, die Akkukapazität der GVolt70 und GVolt70.1 soll gleich sein (und ist nicht nur auf der Herstellerseite zu finden sondern auch auf der Lampe selbst aufgeprägt).

Eine Anfrage von mir bei CatEye wurde bisher leider nicht beantwortet.

Aber wie auch immer: die GVolt70.1 ist die bessere Wahl, wo auch immer der Grund für die längere Leuchtdauer liegt.

— Axel · 29. Juli 2020, 01:12 · #

Laut Radmarkt.de wohl:
2. + 5. Größerer Akku und effizientere LED