Testbericht: Busch & Müller Ixon Core

12. Dezember 2014


Busch & Müller Ixon Core

Preis: ca. 45 €
Beleuchtungsstärke: 50 Lux (gedimmt 12 Lux)
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku
Leuchtdauer: gut 3 h, 15 h gedimmt
Gewicht: ca. 127 g inkl. Akkus und Halter
StVZO-Zulassung: ja

Bezugsquellen:

+ gleichmäßige Lichtverteilung
+ klein und leicht
+ gute Ausleuchtung im nahen und mittleren Bereich
o Fernausleuchtung nur mittelmäßig
o Ausleuchtung eher schmal
o eher kurze Akkulaufzeit

Lieferumfang

Die Ixon Core wird mit Halterung, Ladekabel und Ladegerät und Bedienungsanleitung geliefert.

Verarbeitung und Bedienung

Die Ixon Core ist die Akkuversion des Dynamoscheinwerfers IQ2 Eyc. Wie dieser zeichnet sie sich durch eine sehr geringe Größe aus. Die Ixon IQ z.B. ist doch um einiges größer und schwerer.

Das Gehäuse besteht teils aus Plastik, teils aus Aluminium. Beim Akku setzt Busch & Müller hier auf einen Li-Ion-Akku. Das bringt vor allem ein geringeres Gewicht mit sich, als es austauschbare NiMH-Akkus bei gleicher Leuchtdauer hätten. Nachteil ist aber natürlich, dass der Akku nicht austauschbar ist.

Schalter

Der Schalter der Ixon Core auf der Oberseite schaltet mit einem längeren Druck die Lampe ein und aus. Ein kurzer Druck wechselt zwischen normalem und gedimmten Modus. Integriert sind in den Schalter auch zwei Indikator-LEDs. Im normalen Modus (50 Lux) leuchtet eine blaue LED, im gedimmten Modus (12 Lux) eine rote LED.

Ein weiterer Vorteil eines Li-Ion-Akkus ist, dass die verbleibende Restkapazität deutlich genauer bestimmt werden kann. Diese zeigt die Ixon Core mit einer blinkenden Indikator-LED an. Diese blinkt zwischen ein und 5 mal hell auf, je nachdem wie voll der Akku noch geladen ist. Und zwar geschieht dies jeweils 3 mal hintereinander mit einer gewissen Pause dazwischen, sobald die Lampe eingeschaltet wird, wenn die Leuchtstufe umgeschaltet wird, sowie automatisch alle 2 Minuten.

Um ehrlich zu sein: diese Art der Anzeige war am Anfang sehr irritierend. Zwar ist die Anzeige hell genug, dass man diese während der Fahrt auch aus dem Blickwinkel erkennt, ohne direkt nach unten auf die Lampe schauen zu müssen. Trotzdem ist man irgendwie immer abgelenkt, wenn man beim Blinken mitzählt. Zwar gewöhnt man sich mit der Zeit besser daran, trotzdem gefallen mir permanente Restzeitanzeigen (sei es nun mit einem Display oder einer sich ändernden Anzahl von leuchtenden LEDs) besser.

Halterung

Die Halterung der Ixon Core wurde zwischenzeitlich schonmal geändert. Die erste Halterung wurde mit Gummiringen befestigt und musste viel Kritik einstecken.

Die neue Halterung, die bei mir dabei war, funktioniert jedoch gut. Sie ist werkzeuglos montierbar und hält fest am Lenker. Durch die Form der Gummiunterlage ist der Halter der Ixon Core übrigens auch schwenkbar, so dass die Lampe auch an nicht geraden Lenkern verwendbar ist.

Ist der Halter montiert, wird die Lampe seitlich auf diesen geschoben und durch einen Einrastmechanismus gehalten.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Ixon Core (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Ausleuchtung der Ixon Core sollte theoretisch die gleiche sein, wie bei der Dynamoversion Eyc. Durch die höhere Montage am Lenker verändert sich das Lichtbild jedoch etwas. Es ist nicht mehr ganz so viel Licht im Nahbereich vorhanden, was eindeutig positiv ist. Beim Eyc ist der Nahbereich ziemlich überstrahlt. Das Lichtbild der Ixon Core ist dagegen deutlich gleichmäßiger.

Insgesamt ist die Ausleuchtung für die Größe der Lampe wirklich nicht schlecht. Das Lichtfeld beginnt direkt vor dem Rad und im nahen und mittleren Bereich bis ca. 20 m sieht man sehr gut. Allerdings sollte man sich auch keine Illusionen machen. Übermäßig breit ist der Lichtkegel nicht. Insbesondere im Fernbereich ist die Ausleuchtung eher schmal und nicht übermäßig hell.

An der seitlichen Sichtbarkeit der Ixon Core gibt es nichts auszusetzen, da der vordere Teil auch an der Seite transparent ist. Vielleicht nicht der erste Punkt an den man beim Kauf eines Fahrradscheinwerfers denkt, aber für die eigene Sicherheit nicht ganz unwichtig.

Akkulaufzeit

Die Herstellerangaben zur Akkulaufzeit (3 Stunden bzw. 15 Stunden im niedrigen Modus) habe ich wie immer überprüft.

Nach ein paar vollständigen Lade-/Entladezyklen, die i.d.R. notwendig sind, um dem Akku die maximale Kapazität zu entlocken, bin ich auf folgende Leuchtzeiten gekommen:

High-Mode: 3:25 h. Danach schaltete die Lampe in den Low-Mode und leuchtete in diesem noch 1:50 h weiter. Danach zeigten die blinkende rote und blaue LED ein baldiges Absinken der Lichtstärke unter die mindestens vorgeschriebenen 10 Lux an (die Lampe leuchtet aber trotzdem noch eine Weile weiter).

Low-Mode: 16:00 h (bis zur Warnanzeige durch rot/blau blinkende LEDs)

Den Herstellerangaben zur Akkulaufzeit kann man also durchaus vertrauen. Insgesamt sind die etwas mehr als 3 Stunden Akkulaufzeit nicht gerade üppig, aber noch ok. Das ist eben der Preis einer besonders leichten Lampe. Ob diese Leuchtzeit ausreicht, muss jeder für sich entscheiden.

Der Ladevorgang dauerte bei mir (mit Originalnetzteil) bei komplett entladenem Akku übrigens ca. 6,5 h und damit deutlich länger als die versprochenen 3,5 h. Ich habe deshalb mal gemessen, mit welchen Strömen geladen wurde und es waren ca. 420 mA, recht wenig für ein 1 A – Ladegerät.
Hier muss ich ggf. nochmal testen, ob das an einem defekten Ladegerät lag.

Fazit

Die Ixon Core bietet für ihre Größe eine recht gute Leuchtstärke. Sie ist durchaus auch für Touren in völliger Dunkelheit ohne Straßenbeleuchtung ausreichend. Allerdings sollte man sich auch keine Illusionen machen, es gibt in dieser Hinsicht durchaus bessere Fahrradlampen. Gerade die Fernsicht überzeugt nicht so richtig und eine übermäßig breite Ausleuchtung sollte man auch nicht erwarten.

Trotzdem ist die Ixon Core ein guter Kompromiss, wenn man eine kleine und leichte Fahrradlampe mit brauchbarer Ausleuchtung sucht.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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Kommentare [5]

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— Karl-Heinz · 6. Oktober 2015, 17:10 · #

Hallo Zusammen,

Meine Frage wäre, was bedeutet es wenn beide LED`s ( rot & blau ) gleichzeitig leuchten und das Licht sich dann einfach nach max. 5 Sekunden abschaltet?

— Sönke · 21. Juli 2015, 23:49 · #

Hallo Stefan,
prima, dass Du noch einmal Rückmeldung gibst. Der Ladestrom wäre für mich nicht so dramatisch, da ich meist bei langen Touren ein Akkupack für mein Handy dabeihabe, und das schafft über einen längeren Zeitraum 2 Ampere (bei 5V also 10W – da sind die 3W vom Dynamo sicherlich mickrig gegen). Mit einem noch dickeren (oder einem zweiten) würde man also sicherlich die Leuchtdauer erheblich verlängern können.
Das ist, was ich hören wollte!
Vielen Dank!!!
Gruß aus Kiel
Sönke

Stefan | Fahrradbeleuchtung-Info · 16. Juli 2015, 08:27 · #

Hallo Sönke,

habe das Laden im Betrieb jetzt mal (an der Steckdose) getestet. Scheint zu funktionieren. Allerdings reicht der Ladestrom auf hoher Stufe nicht aus, um den Ladestand konstant zu halten. Bei Betrieb an einem Dynamo-Ladegerät dürfte das sogar noch kritischer sein. Auf der niedrigen Leuchtstufe hat es das Ladegerät aber geschafft, die Lampe zu laden.

Stefan | Fahrradbeleuchtung-Info · 27. Juni 2015, 12:20 · #

Hallo Sönke,

habe es nicht getestet, vermute aber dass das funktioniert.
Habe die Lampe erst in 2 Wochen wieder, werde das dann aber mal testen.

— Sönke · 26. Juni 2015, 22:08 · #

Hallo! Erst einmal Danke für den Test, der war sehr informativ für mich. Jetzt habe ich eine Frage: Wurde einmal getestet, ob die Lampe im Betrieb über USB-Kabel geladen werden kann?