Testbericht: Spanninga Axendo 40

12. Oktober 2022


Spanninga Axendo 40 XDASc

Kategorie: Dynamo-Scheinwerfer

Lichtstrom 100 Lumen bei 20 km/h (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 40 Lux (Herstellerangabe)
Gewicht 79 g (eigene Messung)
Ausstattung Standlicht, Sensorfunktion
StVZO-Zulassung ja

Bezugsquellen:

Variante ohne Sensor und Standlicht: Amazon*, eBay*

Vorteile:
+ gleichmäßige Lichtverteilung mit weichen Übergängen
+ sehr starkes Standlicht
+ für diese Preisklasse gut verarbeitetes Gehäuse

Nachteile:
eher geringer erzeugter Lichtstrom
etwas viel Licht im nahen bis mittleren Bereich
schlecht bedienbarer Schalter
sehr kaltweißes Licht

Fazit:
Die Lichtverteilung des Spanninga Axendo 40 ist recht angenehm, mit weichen Helligkeitsübergängen. Der Scheinwerfer erzeugt für heutige Verhältnisse aber eher wenig Licht, welches dazu noch eine kaltweiße Farbtemperatur hat. Das Standlicht ist ausgesprochen stark.

Transparenzhinweis: Der Spanninga Axendo 40 wurde mir für den Test vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Getestet wurde hier der Axendo 40 XDASc. Also die Version für Dynamobetrieb (D) mit Sensorautomatik (A) und Standlicht (S). Das „c“ markiert die stylistisch leicht überarbeitete Variante.
Es gibt auch noch die Variante XDOc ohne Sensorautomatik und Standlicht. Die älteren Varianten ohne „c“ unterscheiden sich soweit ich das sehe nur optisch minimal.
Es gibt außerdem den Axendo 40 XE für Gleichspannungsbetrieb an E-Bikes. Der Axendo 40 USB ist die Akkuversion mit integriertem Akku.

Aussehen und Bedienung

Das Gehäuse des Axendo 40 besteht aus Kunststoff und sieht recht gut verarbeitet aus. In der Mitte um das Gehäuse verläuft ein Silikonband, welches aber scheinbar nur aus optischen Gründen angebracht ist und keine mir ersichtliche Funktion erfüllt.

Die LED ist unten im Gehäuse untergebracht und leuchtet von dort in den Reflektor, der das Licht verteilt. Unter dem Scheinwerfergehäuse ist ein Rückstrahler angebracht.



Der Schalter lässt sich auf die Positionen aus (0), auto (A) und ein (I) schalten. Im Auto-Modus wird der Scheinwerfer je nach Umgebungshelligkeit automatisch ein- und ausgeschaltet. Der Schalter ist etwas klein und schwergängig, mit Handschuhen ist er nicht oder nur schlecht bedienbar.

Unten sind zwei Anschlüsse für das Rücklicht vorhanden. Ein daran angeschlossenes Rücklicht wird dann gemeinsam mit dem Scheinwerfer geschaltet.



Der Halter ist ein einfacher Edelstahlhalter, der aber gut funktioniert.

Lichtstrom in Lumen

Der Lichtstrom in Lumen ist ein Maß dafür, wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt erzeugt. Die Aussagekraft davon ist meiner Meinung nach höher, als die sonst oft angegebene Beleuchtungsstärke in Lux, die nur die Helligkeit am hellsten Punkt beschreibt (Mehr dazu im Artikel über Lux und Lumen).

Da der Lichtstrom in Lumen von vielen Herstellern nicht angegeben wird, messe ich ihn mit einer selbstgebauten Ulbrichtkugel.

Unten der erzeugte Lichtstrom des Axendo 40 in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit. Der Axendo 40 war für die Messung an einem motorgetriebenen Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) angeschlossen. Die Geschwindigkeit ist bezogen auf ein 28-Zoll-Rad (2200 mm Abrollumfang). Bei anderen Radgrößen verschieben sich die Geschwindigkeiten entsprechend leicht (je kleiner das Rad, desto höher die Drehzahl bei gleicher Geschwindigkeit). Ein Rücklicht war für die Messung nicht angeschlossen, dieses verringert die Helligkeit des Frontscheinwerfers erfahrungsgemäß etwas, aber nur unwesentlich.

Der erzeugte Lichtstrom steigt mit zunehmender Geschwindigkeit an und erreicht schon bei rund 13 km/h sein Maximum mit rund 100 Lumen. Dieser Wert ist leider eher niedrig, für einen Scheinwerfer dieser Preisklasse aber gerade noch in Ordnung. Es gibt aber für ähnliche Preise durchaus Dynamo-Fahrradlampen, die deutlich mehr Licht erzeugen (150 Lumen und teilweise mehr).

Gemessen habe ich auch den Lichtstrom des Standlichts. Dazu habe ich den Scheinwerfer zuerst 5 min am Nabendynamo betrieben um den Standlichtkondensator aufzuladen. Dann wurde der Lichtstrom im Zeitverlauf gemessen.

Der Axendo 40 hat ein äußerst starkes Standlicht, welches auch das vieler deutlich teurerer Scheinwerfer übertrifft. Es ist, wie üblich, deutlich schwächer als während der Fahrt. Aber man kann damit bei begrenzter Reichweite noch etwas sehen.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung des Spanninga Axendo 40 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Dynamoscheinwerfern siehe Übersicht Dynamoscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Lichtverteilung ist recht angenehm mit weichen Helligkeitsübergängen. Im Nahbereich hat man bis 3 m Entfernung nur sehr wenig Licht, ab 3 m fängt der Hauptlichtkegel an. In diesem ist die Helligkeit vorn ein wenig hoch, hier wäre eine Verschiebung von etwas Licht in den Fernbereich besser.

Auch auffällig ist leider eine sehr kaltweiße Lichtfarbe mit höherem Blauanteil. In der Realität wirkt der Lichtkegel trotzdem weiß, nicht so blaustichig wie auf dem Foto, das Auge gleicht hier viel aus. Aber die Kontrastwahrnehmung ist mit kaltweißen LEDs etwas schlechter.

Fazit

Die Lichtverteilung des Spanninga Axendo 40 ist recht angenehm, mit weichen Helligkeitsübergängen. Der Scheinwerfer erzeugt für heutige Verhältnisse aber eher wenig Licht, welches dazu noch eine kaltweiße Farbtemperatur hat. Das Standlicht ist ausgesprochen stark.

Bezugsquellen:

Variante ohne Sensor und Standlicht: Amazon*, eBay*

Eine gute Alternative ist der Herrmans MR8, welcher für wenig Geld eine recht gute Ausleuchtung erzeugt.

Der Busch & Müller Cyo Premium und der Busch & Müller IQ-XS sind auch einen Blick wert, aber deutlich teurer als der Axendo 40.

Der Spanninga Axendo 60 erzeugt ein ähnlich weiches Lichtfeld wie der Axendo 40, erzeugt aber mehr Licht.


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