Testbericht: SON Edelux II

10. Oktober 2022

SON Edelux II

Kategorie: Dynamo-Scheinwerfer

Lichtstrom 205 Lumen bei 20 km/h (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 100 Lux (Herstellerangabe)
Gewicht 129 g mit 140 cm Kabel und Halter (eigene Messung)
Ausstattung Standlicht, Sensorfunktion
StVZO-Zulassung ja
Bezugsquellen:

Vorteile:
+ exzellente Verarbeitungsqualität
+ etwas mehr Licht als viele andere Dynamoscheinwerfer
+ 5 Jahre Garantie

Nachteile:
ähnlich viel Licht erhält man auch schon für deutlich weniger Geld

Fazit:
Der Edelux II bietet eine gute Ausleuchtung und ein exzellent verarbeitetes, edel aussehendes Gehäuse. Gerade die gute Verarbeitungsqualität rechtfertigt den hohen Preis. Deutlich mehr Licht als bei vielen anderen (teils wesentlich günstigeren) Dynamoscheinwerfern erhält man allerdings nicht.

Transparenzhinweis: Der Edelux II wurde mir für den Test vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Verpackung und Lieferumfang

Der SON Edelux kommt in einer ganz einfachen Pappverpackung. Auf der Verpackung ist ein Etikett aufgeklebt, auf dem nur kurz und knapp aufgedruckt ist, was man in der Verpackung findet.

Auch innen nichts Aufregendes, außer dem Scheinwerfer selbst natürlich. Mir gefällt diese Art der Verpackung. Wo andere mit einer tollen bunten Verpackung versuchen zu glänzen, konzentriert sich der Edelux II allein auf die inneren Werte. Und umweltfreundlich ist eine möglichst einfache Verpackung allemal.

Mitgeliefert wird zum Edelux II folgendes Zubehör:
  • gedruckte Bedienungsanleitung (deutsch, englisch, französisch und niederländisch)
  • Halter mit Schraube und Mutter
  • Frontrückstrahler, welcher bei Bedarf mit dem Halter zusammen festgeschraubt werden kann
  • Kabelschuh 2,8 mm und Ringkabelschuh zur Herstellung der Verbindung zum Rücklicht
  • 2 Kabelschuhe 6,3 mm (zum Anschluss an SON Nabendynamo)
  • diverse Schrumpfschläuche zur Montage der Kabelschuhe (in Bedienungsanleitung im Detail beschrieben)

Aussehen und Bedienung

Der Edelux II besteht aus einem Gehäuse komplett aus Aluminium. Das getestete Exemplar ist schwarz eloxiert, es gibt den Edelux II aber auch in vielen anderen Farben.


Der Schalter des Edelux II hat drei Positionen: Aus, Auto und Ein. Im Automatikmodus wird das Licht automatisch bei Dunkelheit bzw. Dämmerung eingeschaltet.
Der Schalter ist außergewöhnlich konstruiert. Im Inneren des Scheinwerfer befindet sich ein Reedkontakt (Schalter, der magnetisch betätigt wird). Der Schaltring außen am Edelux hat einen Magneten integriert und aktiviert so je nach Position den Reedkontakt – ein physischer Kontakt besteht nicht. Im Zustand „ein“ wird außerdem der Helligkeitssensor verdeckt, so dass unabhängig von der Umgebungshelligkeit der Scheinwerfer eingeschaltet ist. Durch diese Konstruktion ist der Schalter problemlos 100% wasserdicht.

Die Wasserdichtigkeit ist beim Edelux II ohnehin erwähnenswert. Etwas mit Schaltern, herausgehenden Kabeln etc. dauerhaft wasserdicht zu gestalten ist leider nicht so trivial, wie das scheinen mag. Viele Dynamoscheinwerfer sind daher so konstruiert, dass sie zwar weitestgehend dicht sind, aber eventuell doch eindringendes Wasser unten notfalls wieder abfließen kann. Das funktioniert meistens ganz gut, aber leider nicht immer. Der Edelux II ist durch seine Konstruktion dagegen wasserdicht. Spinnen im Inneren des Scheinwerfers gehören damit der Vergangenheit an (ja, das hatte ich tatsächlich schon mehrfach). Die Elektronik im Inneren ist zusätzlich noch vergossen, damit Wasser im inneren zumindest nicht so leicht Schaden verursachen kann, falls doch welches eindringt. Die vergossene Elektronik hat auch den Vorteil, dass sich Lötstellen bei dauernden Vibrationen (wie sie am Fahrrad eben vorkommen) nicht so leicht lösen können.

Das Scheinwerferglas des Edelux II besteht aus entspiegeltem Glas, statt wie sonst üblich Kunststoff. Das sorgt für eine bessere Lichtdurchlässigkeit. Den Unterschied wird man sicherlich nicht bemerken, aber das Gefühl, das Maximum herauszuholen, ist auch etwas wert. Vor allem aber verkratzt das Glas nicht so leicht wie Kunststoff.

Schaut man genauer von vorn in den Reflektor, der für die Lichtverteilung zuständig ist, erkennt man dort aufgeprägt „IQ-TEC P“. Das kennen wir doch, und zwar beispielsweise vom Busch & Müller Cyo Premium. Und tatsächlich, es ist sogar in der Bedienungsanleitung vermerkt, dass der Reflektor von Busch & Müller kommt.

Die LED ist oben im Gehäuse auf einer Kupferplatte aufgelötet, die mit dem Aluminiumgehäuse verbunden ist. So kann Abwärme gut abgeleitet werden. Das sorgt zum einen für eine etwas gesteigerte Helligkeit (die Effizient von LEDs nimmt mit steigender Temperatur ab), aber auch die Lebensdauer der LED dürfte positiv beeinflusst werden. Auf jeden Fall ist dieses Kühlsystem besser, als bei den meisten anderen Dynamoscheinwerfern.


Der Anschluss zum Nabendynamo ist mit einem robusten Koaxialkabel ausgeführt (Innenleiter, dann Isolierung, ummantelt vom Außenleiter und nochmal Isolierung). Sonst üblich sind normalerweise Doppelkabel, bei denen zwei Kabel jeweils von Isolierung ummantelt und verbunden sind. Ob das Koaxialkabel von SON wirklich besser funktioniert, als die sonst üblichen Doppelkabel, dazu habe ich keine Erfahrungswerte. Vom äußeren Anschein wirkt dieses aber tatsächlich robuster. Auch der Leiterquerschnitt ist etwas größer als bei sonst üblichen Kabeln.

Der Rücklichtanschluss ist etwas unkonventionell gelöst. Normalerweise hat man zwei Flachstecker an der Lampe, an welchen das Rücklichtkabel (an dem zwei Flachsteckhülsen montiert sind) angesteckt wird. Beim Edelux II findet man nur einen Flachstecker an der Lampe. Dieser ist gut geschützt in einem Loch im Lampensockel untergebracht. Der zweite Kontakt wird über das Gehäuse ausgeführt. Allerdings nicht als anfällige Eindrahtverkabelung über den Rahmen. Es wird der beiliegende Ringkabelschuh mit dem Halter gemeinsam am Scheinwerfer festgeschraubt, welcher dann den Kontakt herstellt. Der Ringkabelschuh wird vorher mit der zweiten Ader des Rücklichtkabels verbunden.


Lichtstrom in Lumen

Der Lichtstrom in Lumen ist ein Maß dafür, wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt erzeugt. Die Aussagekraft davon ist meiner Meinung nach höher, als die sonst oft angegebene Beleuchtungsstärke in Lux, die nur die Helligkeit am hellsten Punkt beschreibt (Mehr dazu im Artikel über Lux und Lumen).

Da der Lichtstrom in Lumen von vielen Herstellern nicht angegeben wird, messe ich ihn mit einer selbstgebauten Ulbrichtkugel.

Unten der erzeugte Lichtstrom des SON Edelux II in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit. Der Edelux II war für die Messung an einem motorgetriebenen Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) angeschlossen. Die Geschwindigkeit ist bezogen auf ein 28-Zoll-Rad (2200 mm Abrollumfang). Bei anderen Radgrößen verschieben sich die Geschwindigkeiten entsprechend leicht (je kleiner das Rad, desto höher die Drehzahl bei gleicher Geschwindigkeit). Ein Rücklicht war für die Messung nicht angeschlossen, dieses verringert die Helligkeit des Frontscheinwerfers etwas, aber nur unwesentlich.

Der erzeugte Lichtstrom steigt mit wachsender Geschwindigkeit an. Bei 15 km/h ist man schon recht nah am Maximum, über 20 km/h gibt es nur noch eine geringe Steigerung. Mit den gemessenen Werten liegt der Edelux II bezüglich dem erzeugten Lichtstrom recht weit vorn, verglichen mit anderen Dynamoscheinwerfern. Generell liegen die meisten Dynamoscheinwerfer aber recht nah beieinander, was den erzeugten Lichtstrom angeht. Kein Wunder, müssen doch alle mit der gleichen Leistung des Nabendynamos auskommen. Zum Vergleichen schaut man am besten auf der Übersichtsseite zum Test von Dynamoscheinwerfern.

Außerdem habe ich den Lichtstrom des Standlichts gemessen. Dieses wird (wie bei fast allen Dynamoscheinwerfern) von einem Kondensator gespeist, welcher etwas Energie vom Dynamo zwischenspeichert. Der Scheinwerfer wurde vor der Messung 5 min bei 20 km/h betrieben, um den Standlichtkondensator aufzuladen.

Das Standlicht ist deutlich dunkler, als der Lichtkegel während der Fahrt. Das ist bei einem kondensatorgespeisten Standlicht aber normal. Der Edelux II fällt sogar durch ein besonders helles Standlicht auf, viele andere Dynamoscheinwerfer bieten hier deutlich weniger. Das Standlicht beim Edelux II reicht in jedem Fall, um gesehen zu werden und auch noch, um im Lichtkegel auf nähere Entfernung noch einigermaßen etwas sehen zu können.

Erwähnt werden muss noch, dass sich das Standlicht nicht abschalten lässt. Es leuchtet weiter, auch wenn man den Scheinwerfer ausschaltet. Manch einer schaltet sein Standlicht gern ab, wenn er das Rad abstellt, was bei manchen anderen Scheinwerfern auch funktioniert.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung des Edelux II (für mehr Ausleuchtungsfotos von Dynamoscheinwerfern siehe Übersicht Dynamoscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Der Lichtkegel beginnt ungefähr 2 m vor dem Scheinwerfer. Davor ist aber auch noch genug Streulicht vorhanden. Da 2 m schon recht nah sind, würde ich aber trotzdem von einer Nahfeldausleuchtung sprechen, stören tut der sehr kleine schlechter ausgeleuchtete Bereich eigentlich nicht.

Der Lichtkegel wird dann bis in den mittleren Bereich immer breiter und gehört dort zu den breitesten verfügbaren bei Dynamoscheinwerfern. Nur der Luxos bietet in einem Teilbereich noch mehr Ausleuchtungsbreite.

Ab ca. 20 m Entfernung schließt sich dann der Fernteil des Lichtkegels an, der wieder etwas schmaler (aber nicht schmal) ist. Durch das stärker konzentrierte und weniger breite Licht hat man aber auch den Vorteil, im Fernbereich noch gut zu sehen. Beim Übergang in den Fernbereich des Lichtkegels ist ein deutlicher Übergang in der Helligkeit erkennbar, was aber im Foto (eventuell auch wegen der dort liegenden Blätter?) nur wenig sichtbar ist. In der Realität sieht man das schon. Im Foto des Cyo Premium, der ja durch den gleichen Reflektor die gleiche Lichtverteilung hat, sieht man diesen Helligkeitsübergang deutlich. Einige Fahrer empfinden solche aprupten Helligkeitsübergänge erfahrungsgemäß als störend. Zumindest ist der Lichtkegel des Edelux II ansonsten aber recht gleichmäßig.

Zwei interessante Kleinigkeiten sieht man noch beim Vergleich der Fotos von Edelux II und Cyo Premium:

Erstens die Lichtfarbe. Das Licht des Edelux II erscheint auf dem Foto des Edelux II gelblicher, also weniger kaltweiß (die verwendeten Einstellungen sind bei beiden Fotos identisch). Bei der Testfahrt ist mir das nicht aufgefallen, das menschliche Auge gleicht solche Unterschiede auch stark aus. Nachdem ich den Unterschied auf dem Foto gesehen habe, habe ich aber nochmal beide Scheinwerfer nebeneinander an eine Wand leuchten lassen und meine, eine minimal wärmere Lichtfarbe beim Edelux II sehen zu können. Möglicherweise sehe ich dort auch nur was ich sehen will, aber ein neutralweißeres Licht ist auf jeden Fall etwas besser bezüglich der Wahrnehmung von Kontrasten, wäre beim Edelux II also leicht positiv gegenüber dem Cyo Premium. Aber wie gesagt: der Unterschied ist in der Realität auf jeden Fall deutlich kleiner, als es auf den Fotos den Anschein hat.

Der zweite Unterschied ist der Nahbereich. Hier ist beim Cyo Premium noch mehr Licht vorhanden als beim Edelux II. Dieses kommt von den Tagfahrlicht-LEDs des hier verwendeten Cyo Premium (Version T senso plus) – die Tagfahrlicht-LEDs leuchten gedimmt auch im Nachtmodus. Es gibt aber auch eine Variante des Cyo Premium ohne Tagfahrlicht (senso plus), bei diesem dürfte der Nahbereich ähnlich wie beim Edelux II aussehen.
Update: weitere Versuche haben ergeben, dass der Unterschied nicht von den Tagfahrlicht-LEDs kommt. Mindestens teilweise wird der Unterschied soweit ich das sehe durch das etwas andere Scheinwerferglas vorn verursacht. Möglicherweise ist aber auch eine minimal andere Reflektorform dafür verantwortlich. Optisch konnte ich zwar keinen Unterschied am Reflektor erkennen, aber einige Versuche mit beiden Scheinwerfern lassen mich zu dieser Vermutung kommen. Das heißt aber auch, dass aktuelle Versionen des Cyo Premium (meiner ist bereits fast 10 Jahre alt) möglicherweise mehr wie der Edelux II ausleuchten. Der Unterschied ist in der Praxis aber auf jeden Fall auch nicht allzu groß – kleiner als er beim längeren Betrachten des Fotos wirkt.

Vergleich mit dem Cyo Premium

Da der Edelux II den Reflektor des Cyo Premium von Busch & Müller benutzt und somit die gleiche Lichtverteilung hat, lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich beider Scheinwerfer. Der Edelux II kostet rund das 3-fache des Cyo Premium. Lohnt sich dieser Aufpreis?
(Übrigens spreche ich in diesem Vergleich immer von der stärkeren 80 Lux Version des Cyo Premium, nicht von der schwächeren 60 Lux Version).

Unterschied in der Lichtleistung

Der Edelux II wird vom Hersteller mit 100 Lux angegeben, der Cyo Premium mit 80 Lux. Zu diesen Werten kann ich nichts weiter sagen, da ich sie nicht selbst gemessen habe. Aber zumindest verwendet Schmidt für den Edelux II laut eigener Aussage bei der verwendeten LED die Selektion der höchsten Effizienzklasse, bei Busch & Müller ist mir dazu keine Aussage bekannt. Die entspiegelte Glas-Frontscheibe lässt sicher auch etwas mehr Licht durch als die Kunststoff-Frontscheibe des Cyo Premium. In sofern ist ein etwas höherer Wert durchaus plausibel (der durch die gleiche Lichtverteilung auch nicht durch eine bloße stärkere Fokussierung zustande kommen kann).

Selbst messe ich den Lichtstrom: Bei 20 km/h habe ich 205 Lumen beim Edelux II gemessen und ca. 190 Lumen beim Cyo Premium. Ich würde diese Werte mit Vorsicht interpretieren. Erstens ist die Messung des Lichtstroms nicht ganz trivial, gewisse Messabweichungen sind hier zu erwarten. Zweitens ist der gemessene Cyo Premium Baujahr 2013, der Edelux II aber von 2022. Nicht auszuschließen, dass Busch & Müller mittlerweile auch eine bessere LED verwendet. Und drittens gibt es sicher auch eine gewisse Serienstreuung. Ich könnte einen besonders guten Cyo Premium erwischt haben und einen besonders schlechten Edelux II – oder anders herum.

Trotzdem deutet einiges darauf hin, dass der Edelux II etwas mehr Licht erzeugt als der Cyo Premium. Wie viel mehr genau kann ich nicht sagen, aber der Unterschied dürfte nicht übermäßig groß sein. Bedenken muss man auch, dass nach meiner Erfahrung erst 50% mehr Licht einen deutlich merkbaren Unterschied machen. Kleinere Unterschiede kann man zwar im direkten Vergleich sehen (zwei Scheinwerfer nebeneinander oder Umschalten von einem auf den anderen), sorgen aber nicht für eine wesentlich bessere Sicht.

Vergleichen könnte man noch das Standlicht: hier habe ich leider nur den Edelux II (Standlicht über Hauptscheinwerfer) und den Cyo Premium mit Tagfahrlicht (Standlicht über Tagfahrlicht-LEDs) vermessen. Das Standlicht des Edelux II erzeugt hier deutlich mehr Licht. Wie sich die Version des Cyo Premium ohne Tagfahrlicht (Standlicht über Hauptscheinwerfer) schlägt, kann ich aber nicht sagen.

Also wenn es um die reine Lichtleistung geht, kann man durchaus beim Cyo Premium bleiben. Der Aufpreis für den Edelux II nur für etwas mehr Licht ist schon recht hoch.

Verarbeitungsqualität

Es ist nicht so, dass der Cyo Premium schlecht verarbeitet ist. Er hat ein halbwegs solide verarbeitetes Kunststoffgehäuse, einen Metallkühlkörper oben, über den die LED ausreichend gekühlt wird, der Schalter funktioniert ganz gut. Ich hatte ihn viele Jahre am Rad und war eigentlich immer zufrieden. Aber wenn man den Edelux II damit vergleicht, gewinnt dieser ganz eindeutig. Er sieht optisch wesentlich besser aus – edel eben, seinem Namen wird er gerecht. Und er ist auch eindeutig besser verarbeitet, wie weiter oben im Artikel beschrieben. Solides Metallgehäuse, wasserdichte Konstruktion mit vergossener Elektronik, kratzfestes Glas statt Kunststoffscheibe, haltbares Koaxialkabel…
Ob er nun auch wirklich länger hält, darüber gibt es vermutlich keine Statistiken. Das ist ohnehin so eine Sache mit dem „länger halten“. Ein Edelux II kann nach wenigen Tagen kaputt sein wenn man großes Pech hat und ein Cyo Premium kann 10 Jahre und länger halten. Das ist immer auch eine Frage von Wahrscheinlichkeiten. Aber dass ein Edelux II eine bessere Chance hat lange durchzuhalten, scheint mir durchaus plausibel.

Ich würde sagen, das exzellent verarbeitete Gehäuse des Edelux II ist das wichtigste Argument, was für ihn spricht. Ob das nun den 3-fachen Preis wert ist, kann man eindeutig sicher nicht beantworten, das muss jeder für sich entscheiden. Auch die 5 Jahre Garantie des Edelux II sollte man in diesem Zusammenhang sicher in die Rechnung einfließen lassen.

Features und Bedienung

Ein paar Unterschiede zwischen Cyo Premium und Edelux II sollte man noch erwähnen.

Den Cyo Premium gibt es als Version mit Tagfahrlicht, den Edelux II nicht. Ob man ein Tagfahrlicht braucht oder nicht, darüber will ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Aber wer es unbedingt will, für den ist der Edelux II nichts.

Das Standlicht lässt sich beim Cyo Premium abschalten. Schaltet man ihn im Stand ab, geht auch das Standlicht sofort aus und der Standlichtkondensator bleibt geladen. Beim Edelux II dagegen bleibt das Standlicht an und lässt sich nicht abschalten. Sicher ist dieser Unterschied für die meisten nicht entscheidend, aber ich wollte es kurz erwähnen.

Fazit

Der Edelux II bietet eine gute Ausleuchtung und ein exzellent verarbeitetes, edel aussehendes Gehäuse. Gerade die gute Verarbeitungsqualität rechtfertigt den hohen Preis. Deutlich mehr Licht als bei vielen anderen (teils wesentlich günstigeren) Dynamoscheinwerfern erhält man allerdings nicht.

Bezugsquellen:

Eine Alternative ist auf jeden Fall der Busch & Müller Cyo Premium. Für deutlich weniger Geld erzeugt dieser fast genauso viel Licht. Der verwendete Reflektor ist der gleiche wie beim Edelux II, die Lichtverteilung ist also identisch. Allerdings ist das Gehäuse – wenn auch in Ordnung – deutlich weniger hochwertig verarbeitet als beim Edelux II.

Wem viel Licht wichtiger ist, als gute Verarbeitungsqualität, sollte sich auf jeden Fall den Busch & Müller IQ-X ansehen. Dessen Verarbeitungsqualität ist zwar gut, kommt aber nicht an den Edelux II heran. Allerdings erzeugt er (gemessen in Lumen) mehr Licht als der Edelux II.


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Kommentare [2]

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Stefan | Fahrradbeleuchtung-Info · 2. November 2022, 19:51 · #

@F.Giovanni:
wo genau sieht das Lichtbild Ihres Edelux II denn anders aus? Sie schreiben, es sieht dem Cyo in meinem Vergleich ähnlich – meinen Sie den Cyo Premium oder den älteren, deutlich schmaler ausleuchtenden Cyo? Das Lichtbild von Cyo Premium und Edelux II sind ja bis auf zwei Kleinigkeiten (direktes Nahfeld und leicht anderer Farbton) identisch.

Dass es verschiedene Versionen des Edelux II gibt, wäre mir neu. Der Edelux (ohne II) hatte früher aber den Reflektor des Cyo (ohne Premium), die Ausleuchtung war hier deutlich anders.

Der IQ-X braucht übrigens beim ersten Anfahren tatsächlich ziemlich lange, bis er mal zu leuchten beginnt (möglicherweise weil er bewusst erstmal den Standlichtkondensator bevorzugt?). Das ist mir auch aufgefallen…

— F.Giovanni · 1. November 2022, 23:08 · #

Danke ist ein prima Test.

(wir haben inzwischen bei uns den IQ-X und einen IQ-XS Friendly, für Ebike den IQ-XS Highbeam und IQ-XL, und jetzt auch einen Edelux II)

zwei Anmerkungen zu Ihrem Test:

Unser Edelux II hat ein deutlich anderes Lichtfeld als Ihres, es sieht mehr dem des Cyo in Ihrem Vergleich ähnlich! Das verwundert mich sehr. Ob es verschiedene Versionen des Edelux II gibt?

Und etwas zweites sollte gesagt werden:

Im Bereich niedriger Geschwindigkeiten hat der Edelux II einen großen Vorteil (oft stehen die Räder komplett im Dunkeln, man muss sie erst nach vorne schieben)

Schon beim Anschieben liefert der Edelux nach 1/2m Licht und hat nach 2-3m Schieben schon genügend Energie für Standlicht von mindestens 1 Minute. So etwas habe ich noch nie gesehen!

Hier hat der IQ-X noch gar nicht reagiert und der IQ-XS Friendly gerade einmalig kurz geflackert (mit Nabendynamo PV-8 und 28“).

Dann bei niedrigen Geschwindigkeiten
flackert der IQ-XS Friendly sehr wird mit zunehmender Geschwindigkeit besser, beim IQ-X ist das Flackern schon besser geglättet aber er braucht auch etwas mehr Geschwindigkeit bis er Licht liefert,

und der Edelux liefert schon beim Schieben Licht und flackert beim Fahren praktisch gar nicht mehr.
Das äußert sich bei niedrigen Geschwindigkeiten schon merklich, also vollbepackt den Berg hoch oder auf schwer zu fahrenden Waldwegen.

Der Edelux II hat offensichtlich selektierte Bauteile der höchsten Güte, sehr gut!

– Trotzdem wünschte ich mir einen Edelux III mit der Lichtverteilung des IQ-XS Highbeam (Abblendlicht) das schönste durchgängige ab Vorderrad bis in die Ferne, das ich von BuM kenne.-

Solange behalte ich am Dynamo-Rad den Edelux II…

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