Vergleich: Busch & Müller IQ-X, Cyo Premium T senso plus und IQ-XS

4. Oktober 2020

Der Hersteller Busch & Müller hat in meinen Augen drei besonders interessante Dynamoscheinwerfer im Angebot: den IQ-X, den Cyo Premium und den IQ-XS. Um die Ausleuchtung von Scheinwerfern zu vergleichen ist es am besten, diese gleichzeitig am Rad zu haben und immer hin- und herzuwechseln. Das funktioniert bei Akkulampen leicht. Für Dynamolampen habe ich mir eine Vorrichtung ans Fahrrad gebaut, an der ich drei Dynamoscheinwerfer montieren und zwischen diesen dann mit einem Schalter wechseln kann. So habe ich dann eine ausgedehnte Vergleichsfahrt gemacht. Die Erkenntnisse daraus fasse ich in diesem Artikel zusammen.

Generelle Daten: IQ-X, Cyo Premium und IQ-XS

Hier zunächst mal einige generelle Daten zu den getesteten Scheinwerfern im Überblick:

Beleuchtungsstärke Lichtstrom UVP Onlinepreis ca. Bezugsquellen
IQ-X 100 Lux 295 Lumen 139,90 € 90 € Amazon*, eBay*, Rose* Testbericht
Cyo Premium T senso plus 80 Lux 191 Lumen 89,90 € 60 € Amazon*, eBay*, Rose* Testbericht
IQ-XS 70 Lux 169 Lumen 79,90 € 50 € Amazon*, eBay*, Rose* Testbericht

Die Beleuchtungsstärke in Lux ist eine Herstellerangabe. Sie wird in 10 m Entfernung im hellsten Punkt des Lichtkegels gemessen. Ich würde diesem Wert nicht allzu viel Bedeutung beimessen, da er sehr wenig darüber aussagt, wie gut eine Fahrradlampe ist. Es ist einfach, das Licht in einem kleinen Teil des Lichtkegels stark zu fokussieren und damit eine hohe Lux-Zahl zu erreichen.

Der Lichtstrom in Lumen ist ein Wert, den ich selbst gemessen habe. Dieser Wert ist ein Maß dafür, wie viel Licht von einer Lichtquelle insgesamt abgestrahlt wird, ohne eine Aussage über die Verteilung des Lichtes zu treffen. Ich finde diesen Wert wesentlich aussagekräftiger als die Beleuchtungsstärke in Lux. Aber natürlich ist die Aussagekraft des Lumen-Wertes auch begrenzt. Wenn viel Licht schlecht verteilt wird, ist das eventuell schlechter, als wenn eine moderater Lichtstrom gut verteilt wird.
Die angegebenen Werte wurden mit einem Shimano Nexus DH-C3000-3N Nabendynamo gemessen, bei einer Drehzahl, wie sie bei 20 km/h in einem 28-Zoll-Laufrad entstehen würde. Bei geringerer oder höherer Geschwindigkeit weicht der Lichtstrom etwas vom angegebenen Wert ab, aber nicht wesentlich.
Der IQ-X sticht hier mit einem deutlich höheren Lichtstrom heraus, man sollte bei ihm also mit deutlich mehr Licht als bei Cyo Premium und IQ-XS rechnen können. Die Lumen-Werte für diese beiden liegen recht dicht beieinander. Ich würde sie als etwa gleichhell einordnen.

Preislich liegen IQ-XS und Cyo Premium in einem ähnlichen Bereich. Im Onlinehandel bekommt man beide ab rund 50 €, den Cyo Premium tendenziell für ein wenig mehr. Der IQ-X dagegen kostet deutlich mehr – die Frage ist also vor allem auch, ob es sich lohnt diesen Aufpreis zu zahlen.

Fotos der Ausleuchtung

Hier von allen drei Scheinwerfern ein Foto der Ausleuchtung, um einen ersten Eindruck zu verschaffen. Alle Fotos wurden mit den gleichen Parametern aufgenommen.


Busch & Müller IQ-X


Busch & Müller Cyo Premium T senso plus


Busch & Müller IQ-XS

Eindruck der Gesamthelligkeit

Der IQ-X bietet, wenn man sich die Messwerte und die Fotos anschaut, eindeutig am meisten Licht. Bestätigt sich das auch in der Praxis? Mein Eindruck war, dass der IQ-X schon eindeutig das meiste Licht bietet. Allerdings fühlte sich das Ganze weniger wie ein Quantensprung an, sondern eher wie eine moderate Verbesserung. Ich war schon fast ein wenig enttäuscht, dass der Vorsprung des IQ-X nicht deutlicher ist. Also ja, der IQ-X wirkt heller als IQ-XS und Cyo Premium, der Unterschied ist aber gefühlt etwas geringer, als Messwerte (295 Lumen vs. 191 bzw. 169 Lumen) und Fotos erhoffen lassen. Möglicherweise hängt das auch mit dem menschlichen Auge selbst zusammen: das Auge stellt sich ziemlich gut auf wenig Licht ein und passt sich zu einem gewissen Grad daran an.

Breite der Ausleuchtung

Im Nahbereich bis ca. 2 m ist die Ausleuchtung des IQ-X am schmalsten. Allerdings hat mich das nicht wirklich gestört, da hier Licht direkt vor dem Rad eigentlich ausreicht.

Im mittleren Bereich in etwa 10 m Entfernung ist der Cyo Premium breiter als IQ-X und IQ-XS. Das wird auf dem Foto noch etwas durch den Bewuchs links und rechts vom Weg verdeckt, der hier die Ausbreitung des Lichtkegels etwas behindert. Die Breite im mittleren Bereich gibt dem Cyo Premium einen leichten Vorteil in sanften Kurven, die dann etwas besser ausgeleuchtet werden. In stärkeren Kurven vermag aber keiner der drei Scheinwerfer vernünftig auszuleuchten, hier wäre eine noch viel breitere Ausleuchtung nötig.

Im Fernbereich leuchtet der IQ-X am breitesten aus, der IQ-XS etwas schmaler und der Cyo Premium am schmalsten. Beim Cyo Premium ist bei über 20 m Entfernung nur noch der hellere Spot in der Entfernung sinnvoll ausgeleuchtet. Das Streulicht links und rechts ist einfach zu schwach um noch vernünftig etwas zu sehen.

Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung

Hier gewinnt der IQ-XS, der sehr gleichmäßig ausleuchtet. Der IQ-X hat zwischen 5 und 10 m Entfernung einen dunkler ausgeleuchteten Streifen. Dieser fällt in der Praxis nicht so stark auf wie auf dem Foto, ist aber nicht ganz optimal. Der Cyo Premium hat im Fernbereich ein heller ausgeleuchtetes Rechteck, seitlich davon gibt es einen deutlichen Helligkeitssprung. Auch das ist in meinen Augen nicht dramatisch, optimal aber auch nicht.

Vorteilhaft ist eine gleichmäßige Ausleuchtung vor allem deshalb, weil sich das Auge auf die hellsten Bereiche einstellt und die Wahrnehmung in den dunkler ausgeleuchteten Bereichen dann schlechter ist.

Flackern bei langsamer Fahrt

Dynamos erzeugen Wechselstrom mit einer Frequenz, die mit steigender Geschwindigkeit größer wird. Bei sehr geringer Geschwindigkeit sorgt das für ein wahrnehmbares Flackern der Fahrradlampe. Hier bildet der IQ-XS das Schlusslicht. Bei Fahrt mit Schrittgeschwindigkeit ist das Flackern bei diesem wahrnehmbar am stärksten. Der IQ-X flackert eindeutig weniger, der Cyo Premium am wenigsten. Bei rund 10 km/h ist aber bei allen drei Scheinwerfern kaum noch ein Flackern wahrnehmbar.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass der IQ-X beim Losfahren nicht sofort einschaltet, sondern man rund 20 m mit geringer Geschwindigkeit fahren muss, bis er zu leuchten beginnt. Dies tritt jedoch nur beim ersten Losfahren auf, später nach einem kurzen Halt nicht mehr. Vermutlich soll hier zunächst der Standlichtkondensator geladen werden. IQ-XS und Cyo Premium dagegen beginnen sofort, auch schon bei langsamem Schieben zu leuchten.

Standlicht

Das Standlicht von IQ-XS und dem hier verwendetem Cyo Premium T mit Tagfahrlicht ist über Tagfahrlicht-LEDs realisiert. Das Tagfahrlicht leuchtet zwar mit deutlich geringerer Helligkeit, leuchtet im Gegensatz zum Hauptscheinwerfer aber auch nach oben, ist also nicht abgeblendet. Das ist gut geeignet um von anderen gesehen zu werden, nicht jedoch, im selbst etwas zu sehen. Das sorgt dafür, dass man mit dem Standlicht von IQ-XS und Cyo Premium T bestenfalls noch 1-2 m minimal etwas sehen kann.

Beim IQ-X dagegen ist das Standlicht über den Hauptscheinwerfer realisiert. Die Helligkeit im Stand ist zwar weit geringer als während der Fahrt, aber man sieht damit noch deutlich mehr als mit IQ-XS und Cyo Premium T. In vielen Situationen mag das kein großer Vorteil sein. Muss man bei absoluter Dunkelheit aber aus welchem Grund auch immer mal kurz anhalten, ist das Standlicht des IQ-X sehr angenehm, weil man nicht plötzlich komplett im Dunkeln steht. Klassische Situation z.B.: man fragt sich, ob man jetzt hier abbiegen muss, hält kurz – und sieht nichts mehr, was die Entscheidung nicht leichter macht.

Erwähnenswert ist zum Cyo Premium, dass dieser als Version mit Tagfahrlicht (Cyo Premium T senso plus) und ohne Tagfahrlicht (Cyo Premium senso plus) erhältlich ist. Bei der Version ohne Tagfahrlicht ist das Standlicht ebenfalls über den Hauptscheinwerfer realisiert. Wie hell dieses genau ist kann ich nicht sagen, da ich diese Version noch nicht getestet habe. Ich vermute jedoch, dass das Verhalten dieser Version dem Standlicht des IQ-X näher kommt.

Fazit

Welcher der drei Dynamoscheinwerfer, IQ-X, Cyo Premium und IQ-XS ist nun empfehlenswert? Wenn Geld keine Rolle spielt, würde ich den IQ-X bevorzugen. Er bietet einfach das meiste Licht und verteilt dieses auch vernünftig, auch das Standlicht gefällt mir am besten. Allerdings ist es auch nicht so, dass er die anderen beiden in allen Aspekten schlägt. Der IQ-XS verteilt das Licht noch etwas gleichmäßiger, der Cyo Premium bietet im mittleren Bereich noch etwas breitere Ausleuchtung, was in Kurven einen kleinen Vorteil bietet.
Spielt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auch eine Rolle, wird die Entscheidung schwierig. Wer oft im Dunkeln fährt, für den sind die rund 30-40 Euro Aufpreis für den IQ-X vielleicht gut angelegtes Geld. Wer so viel Geld nicht ausgeben kann oder will, kann aber durchaus zum IQ-XS oder Cyo Premium greifen. Insbesondere dann, wenn man ohnehin nicht allzu oft im Dunklen unterwegs ist, ist das durchaus eine gute Option. Denn schlecht sind Cyo Premium und IQ-XS auch nicht. Zwar bietet der IQ-X schon sichtbar mehr Licht, einen Quantensprung stellt das aber auch nicht dar.
Will man sich zwischen IQ-XS und Cyo Premium entscheiden, stellt die Breite der Ausleuchtung den entscheidenden Unterschied dar. Der Cyo Premium bietet im mittleren Bereich eine breitere Ausleuchtung. Dafür leuchtet er im Fernbereich schmaler aus als der IQ-XS. Hier eine generelle Empfehlung zu geben ist schwierig, aber tendenziell würde ich den IQ-XS bei schnellen Strecken bevorzugen, den Cyo Premium dagegen auf eher langsamen Strecken mit mehr Kurven.

Testberichte:
IQ-XS
Cyo Premium
IQ-XS

Bezugsquellen:
IQ-X: Amazon*, eBay*, Rose*
Cyo Premium T senso plus: Amazon*, eBay*, Rose*
IQ-XS: Amazon*, eBay*, Rose*


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Kommentare [4]

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Stefan | Fahrradbeleuchtung-info.de · 30. Juli 2021, 13:48 · #

Hallo Timo,

danke für deinen Input! Leider hatte ich in letzter Zeit viel zu tun, deshalb die Antwort etwas verspätet.

Beim Testen von Dynamolampen mit einer anderen Stromquelle als einem Dynamo wäre ich vorsichtig damit, Rückschlüsse auf den Dynamobetrieb anzustellen. Nach meiner Erfahrung passt das nicht unbedingt. Ein Dynamo hat eine völlig andere Charakteristik als ein Trafo (letzterer ist angenähert eine Spannungsquelle, ersterer ähnelt eher einer Stromquelle).

Meine Messergebnisse zum Cyo Premium T an einem Dynamo haben ergeben, dass dieser im Tagfahr-Modus tatsächlich etwas dunkler wird, selbst wenn man die Tagfahrlicht-LEDs mit betrachtet (siehe auch hier). Allerdings ist der Unterschied vermutlich zu klein, um ihn wirklich wahrzunehmen. Bei anderen Lampen könnte ich das tatsächlich auch mal mitmessen, das stimmt.

Was ich außerdem mal gemessen habe, ist der fließende Strom diverser Lampen, auch in verschiedenen Modi mit Tagfahrlicht etc. Das Ergebnis war, dass alle Lampen, egal in welchem Modus, ziemlich genau gleich viel Strom verbraucht haben. Das hat mich zuerst überrascht, ist aber eigentlich ganz logisch. Ein Nabendynamo entspricht im Wesentlichen einer Stromquelle. Das heißt er liefert immer den gleichen Strom, die Spannung ist variabel und passt sich so an, dass der entsprechende Strom fließt. Das führt bei einem Verbraucher mit hohem Widerstand dazu, dass die Spannung stark ansteigt. Das könnte dazu führen, dass Bauteile zerstört werden. Um das zu verhindern, ist in Dynamoscheinwerfern ein Überspannungsschutz integriert. Dieser begrenzt die Spannung und sorgt für den dafür nötigen Stromfluss. Er verbrät also gewissermaßen die überschüssige Leistung. Das sorgt dann dafür, dass ein Dynamoscheinwerfer immer etwa gleich viel Strom verbraucht, egal ob es ein schwacher Scheinwerfer mit eigentlich geringem Stromverbrauch ist oder nicht. Leider ist die Konsequenz davon auch, dass die verbrauchte elektrische Leistung durch schwache Scheinwerfer oder einen Tagfahrlichtmodus nicht verringert wird. Und entsprechend ist es auch nicht möglich, den mechanischen Widerstand des Dynamos zu verringern, außer indem man die Lampe ganz abschaltet.

Der Sinn eines Tagfahrlichts ist übrigens nicht primär, Strom zu sparen (was ja auch am Nabendynamo prinzipbedingt nicht möglich ist), sondern die Sichtbarkeit am Tag zu verbessern. Eine normale Fahrradlampe ist vor allem dazu da, selbst etwas zu sehen. Gleichzeitig soll der Verkehr nicht geblendet werden. Deshalb darf ein Fahrradscheinwerfer nur wenig Licht nach oben abstrahlen. Gerade am Tag mit viel Umgebungslicht sorgt das aber nur für eine schlechte Sichtbarkeit. Dafür sind Tagfahrlicht-LEDs da, die zwar schwächer sind, aber deutlich besser sichtbar, da sie das Licht auch nach oben und nicht nur auf die Straße abstrahlen.

— Timo Höltkemeier · 10. Juli 2021, 23:47 · #

Hallo,
erstmal vielen Dank und meinen höchsten Respekt für diese informative Webside. Selten gibt es jemanden, der so engagiert unabhängig testet und auch noch gut darüber berichtet. Das hat mir bei meiner Kaufentscheidung schon sehr geholfen. Trotzdem möchte ich zu diesem Artikel noch einen weiteren Aspekt beisteuern, der mich speziell interessiert: Das Tagfahrlicht und die Sensorik dazu.
Nach dem Lesen des Vergleichs der B+M-Scheinwerfer hatte ich mich zum Kauf des Cyo Premium T senso plus entschieden. Auch weil ich noch über einen älteren Cyo mit Sensor aber ohne Tagfahrlicht verfüge, mit dem ich sehr zufrieden bin. Schnell ist mir dann aber aufgefallen, dass die Reflektor-LED bei Tage offenbar nicht wie von B+M angegeben dunkler wird, sondern nur die zusätzlichen Tagfahrlicht-LEDs heller werden. Um das besser testen zu können, habe ich den Scheinwerfer in einem abgedunkelten Raum mit einem Trafo mit 6V Wechselspannung betrieben und zur Kontrolle noch ein Amperemeter angschlossen. Wenn ich nun auf Schalterstellung S den Sensor mit einer Taschenlampe beleuchtet habe, ist tatsächlich am Lichtstrahl des Reflektors keine sichtbare Veränderung eingetreten, nur die Tagfahrlicht-LEDs leuteten dann mit voller Stärke, was den Raum merklich erhellte. Die Stromaufnahme ist entsprechend um etwa 100 auf dann ca. 540 mA (incl. Rücklicht) angestiegen. Bei Stellung T war das dann dauernd so.
Das hat für mich bedeutet, dass eine Fehlfunktion vorliegt, denn es ist unsinnig wenn eine Lampe am Tage heller leuchtet als Nachts und damit mehr Strom und somit auch mehr Antriebsenergie des Dynamos benötigt. Der Sinn eines Tagfahrlichts ist ja gerade, Strom zu sparen. Das ist bei jedem neueren Auto auch so. Mit dieser Erkenntnis habe ich die Lampe beim Händler reklamiert, der mir daraufhin klaglos eine neue geliefert hat. Aber auch diese zeigte ein identisches Verhalten. An ein Serienproblem denkend habe ich meine Beobachtungen per Mail an B+M gemeldet. Die knappe Antwort lautete sinngemäß, das wäre schon so in Ordnung. Als ich das telefonisch bei der angegebenen Nummer hinterfragt habe, musste ich feststellen dass die Dame dort gar keine Ahnung von der Technik hat, es wurde ihr angeblich vom Elektroniker so mitgeteilt. Daraufhin habe ich den Cyo zurückgegeben und mir dafür den IQ-XS bestellt. Nach Lieferung habe ich sofort noch vor der Montage am Fahrrad meinen Test wiederholt. Das Ergebnis: Dieses Modell wird tatsächlich im Reflektor etwas dunkler, während die Tagfahrlich-LED hell leucht. Allerdings nur minimal, der Stromverbrach sinkt lediglich von ca. 440 auf 400 mA. Aber immerhin besser als beim Cyo, der ja das Gegenteil tut. Deshalb behalte ich ihn jetzt, obwohl ich das als Tagfahrlicht immer noch für ziemlich viel Energieaufwand halte.
Dieser Erfahrungsbericht soll eine kleine Anregung sein, die Helligkeit der Lampen in der genialen selbstgebauten Messvorrichtung auch mal in den verschiedenen Betriebsmodi zu prüfen. Denn über eine solche verüge ich leider nicht, weshalb ich da nur schätzen kann.
Freundliche Grüße, Timo

Stefan | Fahrradbeleuchtung-info.de · 12. Mai 2021, 20:03 · #

Hallo Manfred,

der IQ-X dürfte insgesamt schon deutlich mehr Licht erzeugen als der Luxos. Aber klar, er verteilt das Licht anders, viel weniger breit, gerade im Nahbereich. Dafür ist der ausgeleuchtete Bereich heller. Wobei man auch bedenken muss, dass sich das Auge zu einem gewissen Grad auf weniger Helligkeit einstellt. Doppelt so viel Lux auf einer Fläche erscheinen weniger als doppelt so hell.

Zu deiner Frage zum Kombinieren: Ich weiß, dass es früher in Zeiten von Halogenscheinwerfern die Möglichkeit gab, zwei Scheinwerfer an einem Dynamo in Reihe zu schalten. Ein Dynamo erzeugt im Wesentlichen immer den gleichen Strom, aber die Spannung steigt mit der Geschwindigkeit. Bei hohen Geschwindigkeiten war dann auch genug Spannung da, um zwei Scheinwerfer in Reihe zu betreiben. Für niedrige Geschwindigkeiten hat man einen der beiden Scheinwerfer überbrückt, damit zumindest ein Scheinwerfer richtig leuchtet.
Ob das so bei heutigen LED-Scheinwerfern mit Elektronik in jedem Fall funktioniert, müsste ich mal genauer testen. Ich habe das gerade mal kurz probehalber mit einem IQ-X und einem Cyo Premium getestet, zumindest haben beide geleuchtet. Wie hoch der Helligkeitsverlust je nach Geschwindigkeit ist, müsste ich mal genauer messen. Mit dem Luxos kann ich es leider nicht probieren, da der Akku in meinem Luxos U nach vielen Jahren Nichtbenutzung seinen Geist aufgegeben hat und der Luxos so den Dienst verweigert.

Für den Test hier im Artikel habe ich die Scheinwerfer übrigens so verkabelt, dass nur mit einem Schalter mit mehreren Positionen zwischen ihnen umgeschaltet wurde. Es war also immer ein Scheinwerfer am Dynamo angeschlossen, die anderen komplett vom Stromkreis getrennt. Der Sinn war hier nur, schnell zwischen den Scheinwerfern umzuschalten, um direkt vergleichen zu können.

Übrigens, warum eigentlich nicht eine Akkulampe als Zusatzscheinwerfer für den Fernbereich?

— Manfred Mittenentzwey · 11. Mai 2021, 22:39 · #

Hallo, danke für diesen sehr interessanten Praxisbericht.
Trifft genau mein Thema im Moment.
Ich fahre einen B&M Luxos B Lumotec IQ2.
Da ich einen stärkeren Scheinwerfer haben wollte, habe ich mir den oben getesteten IQ-X gekauft.
Ich war enttäuscht.
Ich hatte mehr Helligkeit erwartet.
Was ich aber besonders schlecht fand, war die Ausleuchtung im Nahbereich wenn man abbiegen wollte.
Da war ich von dem Luxos viel besseres gewohnt, allerdings fehlt es mir da eben an Helligkeit in der Ferne. Ich würde gerne beides kombinieren und den IQ-X dann als Fernscheinwerfer dazuschalten, natürlich nur wenn es die Verkehrslage zulässt. Mich würde also interessieren wie Du die Scheinwerfer verdrahtet hast und wie verhält sich das dann mit der Gesamthelligkeit?
Mein Nabendynamo ist ein Shimano 6V-3W.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank im Voraus mit vielen Grüßen.
Manfred