Testbericht: Trelock LS 785

3. November 2022


Trelock LS 785 Bike-I Airflow 70

Kategorie: Dynamo-Scheinwerfer

Lichtstrom 130 Lumen bei 20 km/h (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 70 Lux (Herstellerangabe)
Gewicht 121 g (eigene Messung)
Ausstattung Standlicht, Sensorfunktion
StVZO-Zulassung ja

Bezugsquellen:

Vorteile:
+ einigermaßen gleichmäßige Lichtverteilung
+ stabile Metallhalterung mit zwei Gelenken

Nachteile:
eher mäßige Lichtausbeute
schlechte Nahfeldausleuchtung
bis in den mittleren Bereich eher schmale Ausleuchtung
Farbstiche an einigen Stellen des Lichtkegels

Fazit:
Die Ausleuchtung des Trelock LS 785 ist durchaus brauchbar, im vordersten Nahbereich ist aber fast kein Licht vorhanden, bis in den mittleren Bereich ist die Ausleuchtung eher schmal. Insgesamt erzeugt der LS 785 etwas weniger Licht als viele andere Mittelklasse-Dynamoscheinwerfer. Auch ein durch die Linse erzeugter Farbstich ist etwas störend.

Transparenzhinweis: Der Trelock LS 785 wurde mir für den Test vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Verpackung und Lieferumfang

Der Trelock LS 785 Bike-I Airflow 70 (im Folgenden nenne ich ihn nur kurz LS 785) wird in einer Pappverpackung geliefert:

Außer dem Scheinwerfer ist noch eine Bedienungsanleitung (deutsch und englisch) in der Verpackung.

Aussehen und Bedienung

Das Gehäuse des Trelock LS 785 besteht teilweise aus Metall, teilweise aus Kunststoff. Der vordere Teil bis ein Stück hinter das seitliche Sichtfenster (hier tritt etwas Licht aus um die seitliche Sichtbarkeit für andere zu erhöhen) ist aus Kunststoff. Dann folgt ein Teil aus Metall. Die Rückseite ist dann wieder aus Kunststoff.

Vorn ist ein Rückstrahler angebracht. Dieser kann auch abgenommen werden (dann muss aber woanders ein Frontrückstrahler angebracht werden, um der StVZO zu entsprechen).

Vorn im Gehäuse ist eine Linse vorhanden, welche das Licht der LED verteilt.

Hinten am Gehäuse ist ein Schalter vorhanden. Dieser ist recht groß, was die Bedienung erleichtert. Allerdings hat er keinen gut fühlbaren Druckpunkt, was eher ungünstig ist.

Mit dem Schalter kann man den Scheinwerfer zwischen „an“ (der Scheinwerfer ist dann einfach immer an) und Automatik-Modus (der Scheinwerfer ist bei Helligkeit aus, bei Dunkelheit schaltet er sich automatisch an). Das Trelock-Symbol auf dem Schalter des Scheinwerfes leuchtet im Zustand „an“ weiß, im Automatikmodus blau.



Der Halter des Trelock LS 785 besteht komplett aus Metall. Durch die zwei Gelenke lässt sich die Halterung recht flexibel einstellen. Mit dem oberen Gelenk die Neigung des Scheinwerfers, mit dem unteren Gelenk die Neigung des Halters selbst.
Auch das Anschlusskabel für den Dynamo und das kurze Anschlusskabel für das Rücklicht sind auf dem Foto unten zu sehen.

Lichtstrom in Lumen

Der Lichtstrom in Lumen ist ein Maß dafür, wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt erzeugt. Die Aussagekraft davon ist meiner Meinung nach höher, als die sonst oft angegebene Beleuchtungsstärke in Lux, die nur die Helligkeit am hellsten Punkt beschreibt (Mehr dazu im Artikel über Lux und Lumen).

Da der Lichtstrom in Lumen von vielen Herstellern nicht angegeben wird, messe ich ihn mit einer selbstgebauten Ulbrichtkugel.

Unten der erzeugte Lichtstrom des Trelock LS 785 in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit. Der LS 785 war für die Messung an einem motorgetriebenen Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) angeschlossen. Die Geschwindigkeit ist bezogen auf ein 28-Zoll-Rad (2200 mm Abrollumfang). Bei anderen Radgrößen verschieben sich die Geschwindigkeiten entsprechend leicht (je kleiner das Rad, desto höher die Drehzahl bei gleicher Geschwindigkeit). Ein Rücklicht war für die Messung nicht angeschlossen, dieses verringert die Helligkeit des Frontscheinwerfers erfahrungsgemäß etwas, aber nur unwesentlich.

Der Verlauf der Kurve des Lichtstroms ist recht interessant. Anders als bei vielen anderen Dynamoscheinwerfern steigt die Kurve nicht immer langsamer an, sondern erreicht bei ca. 16 km/h ihr Maximum und fällt dann sogar wieder ab. Das deutet eigentlich auf einen Serienkondensator hin, welcher die Induktivität der Dynamospule kompensiert und damit in einem bestimmten Geschwindigkeitsbereich die Leistung erhöht. Auch, dass der LS 785 an Gleichspannung nicht funktioniert, deutet darauf hin (ein Kondensator hat für Gleichspannung einen unendlichen Widerstand). Das gleiche Verhalten zeigt auch der Busch & Müller IQ-X. Allerdings holt der IQ-X mit dieser Maßnahme besonders viel Licht heraus (fast 300 Lumen am Maximum). Der LS 785 dagegen schafft mit nur rund 130 Lumen am Maximum eher wenig. Andere Dynamo-Fahrradlampen schaffen eher 150 bis 200 Lumen, wenn man von einigen eher schlechten oder besonders billigen Modellen absieht.

Gemessen habe ich auch den Lichtstrom des Standlichts. Dazu habe ich den Scheinwerfer zuerst 5 min am Nabendynamo betrieben um den Standlichtkondensator aufzuladen. Dann wurde der Lichtstrom im Zeitverlauf gemessen.

Dass das Standlicht wesentlich schwächer ist als der Scheinwerfer während der Fahrt, ist normal. Das Standlicht des LS 785 gehört aber verglichen mit anderen Messungen, welche ich durchgeführt habe, zu den schwächeren Standlichtern. Um im Stand noch gesehen zu werden reicht es aber.
Auffällig ist die stufenförmige Abnahme der Helligkeit, bei anderen Scheinwerfern ist die Abnahme meist kontinuierlicher. Der Effekt ist aber zu schwach, um in der Praxis aufzufallen und hat damit keine praktische Relevanz.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung des Trelock LS 785 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Dynamoscheinwerfern siehe Übersicht Dynamoscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Der Lichtkegel des LS 785 beginnt ab ca 2 Meter Entfernung vom Scheinwerfer, davor ist nur wenig Streulicht vorhanden. Dann beginnt der Lichtkegel recht schmal und wird nach hinten breiter. Ab ca. 20 Meter Entfernung wird dann eine einigermaßen gute, wenn auch nicht rekordverdächtige, Ausleuchtungsbreite erreicht.
Die Lichtverteilung ist einigermaßen gleichmäßig, starke Helligkeitssprünge oder Ungleichmäßigkeiten gibt es nicht. Auffällig sind aber durch die Linse erzeugte Farbstiche. Besonders der bläuliche Bereich in der Mitte ist etwas störend.

Ein Stück links vom Hauptlichtkegel sieht man einen Lichtfleck, auf der rechten Seite interessanterweise nicht. Ich habe das später auch noch mal am Prüfstand ausprobiert, der Lichtfleck ist wirklich nur links vorhanden. Woher dieser genau kommt und ob das nur ein Herstellungsfehler bei meinem Exemplar ist, konnte ich nicht herausfinden. Übermäßig aufgefallen ist das bei der Fahrt aber nicht.

Fazit

Die Ausleuchtung des Trelock LS 785 ist durchaus brauchbar, im vordersten Nahbereich ist aber fast kein Licht vorhanden, bis in den mittleren Bereich ist die Ausleuchtung eher schmal. Insgesamt erzeugt der LS 785 etwas weniger Licht als viele andere Mittelklasse-Dynamoscheinwerfer. Auch ein durch die Linse erzeugter Farbstich ist etwas störend.

Bezugsquellen:

Gute Alternativen sind der Busch & Müller IQ-XS und der Busch & Müller Cyo Premium, welche ähnlich viel kosten wie der Trelock LS 785, aber etwas mehr Licht erzeugen, im Nahbereich besser ausleuchten und keine störenden Farbstiche haben.



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