Testbericht: Sigma Sport Aura 45

29. Juni 2020


Sigma Sport Aura 45

Beleuchtungsstärke: 45 / 15 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Lichtmenge: 99 / 32 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Leuchtdauer: 6,5 h / 21 h je nach Leuchtstufe (geprüfte Herstellerangabe)
Akkus: integrierter Li-Ion-Akku, 1500 mAh
Gewicht: ca. 88 g mit Halterung (geprüfte Herstellerangabe)
StVZO-Zulassung: ja
Preis: ab ca. 30 €

Bezugsquellen:

+ verhältnismäßig gleichmäßige Ausleuchtung
+ kompakte und leichte Lampe
+ relativ günstig
o ausreichend helle Ausleuchtung
o Breite der Ausleuchtung nicht optimal
o Halterung durchwachsen: mancher kommt damit klar, mancher nicht
Nahfeldausleuchtung bis ca. 4 m kaum vorhanden

Lieferumfang

Die Sigma Sport Aura 45 habe ich extra für diesen Test gekauft – kostenlose Testexemplare bei Herstellern frage ich normalerweise nicht an, um eine mögliche Beeinflussung zu vermeiden.

Die Sigma Sport Aura 45 wird mit Bedienungsanleitung und einem kurzen Micro-USB Ladekabel geliefert. Ein Ladegerät ist nicht dabei, es kann ein handelsübliches USB-Ladegerät verwendet werden.

Verarbeitung und Bedienung

Das Gehäuse der Sigma Sport Aura 45 besteht aus Kunststoff und sieht gut verarbeitet und ausreichend robust aus. An der Seite ist ein kleiner Lichtaustritt vorhanden, so dass die Lampe auch von der Seite gesehen werden kann. Allerdings ist die seitliche Sichtbarkeit verglichen mit vielen anderen Lampen eher schlecht, immerhin aber überhaupt möglich.

Auf der Oberseite befindet sich der Schalter, sowie eine LED zur Anzeige des Akkuladestands die in den Schalter integriert ist. Die Akkuladestandsanzeige ist dreistufig: über 71% leuchtet die LED überhaupt nicht, zwischen 31 und 70% Ladestand grün und ab 30% Ladestand und darunter rot. Eine genauere Anzeige des Ladestandes wäre besser, ist aber bei Lampen dieser Preisklasse eher nicht üblich.

Eingeschaltet wird die Aura 45 mit einem zweifachen Druck auf den Schalter, das verhindert effektiv ein versehentliches Einschalten. Zunächst ist beim Einschalten der Sensormodus aktiv, angezeigt durch eine weitere gelbe LED. Danach schaltet ein kurzer Druck auf den Schalter in die hohe Leuchtstufe, dann die niedrige und dann wieder in den Sensormodus. Ein langer Druck schaltet die Lampe wieder aus.

Aus dem Sensormodus werde ich leider nicht ganz schlau. Dieser soll abhängig vom Umgebungslicht die Beleuchtungsstärke anpassen. Er scheint aber immer die höchste Leuchtstufe zu wählen, zumindest habe ich bisher nichts anderes feststellen können. Möglicherweise ist der Modus bei meiner Lampe defekt. Unabhängig davon finde ich einen Sensormodus bei einer Akkulampe aber ohnehin eher überflüssig. Zu viele Faktoren beeinflussen die passende Leuchtstufe, nicht nur das Umgebungslicht.

Halterung

Die Halterung der Aura 45 besteht aus einem Gummiband, welches fest an der Lampe angebracht ist und dann um den Lenker gespannt wird.

Das Vorteil dieses Systems gegenüber sonst oft üblichen Halterungen, auf die die Lampe dann aufgesteckt wird, ist, dass man die Aura 45 auch einfach an mehreren Fahrrädern nutzen kann, ohne mehrere Halterungen zu besorgen. Der Nachteil ist allerdings, dass man die Lampe auch vor jeder Benutzung neu am Lenker anbringen und blendfrei ausrichten muss.

Was mir bei der Recherche zur Aura 45 aufgefallen ist, ist dass es viele verschiedene Meinungen zu der Halterung zu geben scheint. Das sollte man also im Hinterkopf behalten. Nicht jeder scheint mit dem System gut klarzukommen. Möglicherweise wird das auch dadurch verursacht, dass bei ungünstigem Lenkerdurchmesser folgende Konstellation auftreten kann: Spannt man die Halterung mit einem Loch bis zum Befestigungshaken, sitzt die Lampe vielleicht noch nicht fest genug. Das nächste der insgesamt vier vorhandenen Befestigungslöcher benötigt aber möglicherweise schon wieder sehr viel Kraft, bis man es bis zum Befestigungshaken gespannt hat. Das verbunden mit dem Fakt, dass man die Lampe vor jeder Benutzung neu am Lenker befestigen muss (ein dauerhaftes Belassen am Rad ist aus Diebstahlschutzgründen eher ungünstig), kann durchaus unpraktisch sein.

Erwähnenswert ist noch, dass die Halterung unten mit einer Schraube an der Lampe befestigt ist. Sollte sie also mal kaputt gehen, kann eine Ersatzhalterung gekauft und angeschraubt werden. Nach Lockern der Schraube lässt sich die Halterung außerdem verdrehen, wodurch eine Benutzung an nicht geraden Lenkern möglich wird.

Laut Bedienungsanleitung ist die Halterung an Lenkern mit 22 bis 35 mm Durchmesser verwendbar.

Alles in allem scheint die Bewertung der Halterung also auch ein wenig von den Einsatzbedingungen und vom eigenen Geschmack abhängig zu sein. Ich komme gut mit der Halterung klar, das sollte allerdings nicht als allgemeingültige Empfehlung missverstanden werden.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Sigma Sport Aura 45 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Der Bereich bis ca. 4 m vor dem Rad ist leider kaum ausgeleuchtet, was in schwierigem Gelände oder sehr engen Kurven störend sein kann. Ansonsten erzeugt die Aura 45 ein relativ gleichmäßig ausgeleuchtetes und ausreichend helles Lichtfeld. Nur im Übergang vom mittleren in den Fernbereich hat man einen gewissen Helligkeitssprung, der aber nicht übermäßig stark stört. Die Breite der Ausleuchtung ist allerdings eher moderat.

Eine Messung der Lichtmenge ergab einen Wert von 99 Lumen (gedimmt 32 Lumen). Das ist keine große Überraschung und liegt etwa in dem Bereich, den auch andere Fahrradlampen in diesem Preisbereich bieten.

Leuchtdauer

Je heller ein Fahrradscheinwerfer, desto mehr Strom verbraucht er auch und desto kürzer wird die Leuchtdauer. Mit einem größeren Akku kann man die Leuchtdauer wiederum erhöhen, was aber auch das Gewicht der Lampe erhöht. In so fern würde ich eine lange Leuchtdauer nicht pauschal als gut bewerten. Wichtig ist aber, dass man weiß, was man erwarten kann. Deshalb überprüfe ich die Herstellerangabe zur Leuchtdauer.

Auf höchster Leuchtstärke erreicht die Aura 45 eine Leuchtdauer von rund 6:30 h, also wie vom Hersteller angegeben. Auf niedrigster Stufe wurden ca. 21 Stunden erreicht, wiederum wie vom Hersteller angegeben.

Ladezeit

Die Sigma Sport Aura 45 wird über einen Micro-USB Anschluss geladen. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang – was ich aber eher positiv finde, da mittlerweile fast jeder eines hat und so der Elektronikschrott etwas reduziert wird.

Bei komplett leerem Akku habe ich eine Ladezeit von etwa 2:15 h erreicht, was etwa der Herstellerangabe in der Bedienungsanleitung entspricht.

Übrigens ist ein Laden auch bei eingeschalteter Lampe möglich. Es ist also beispielsweise möglich, die Aura 45 im Betrieb mit einer Powerbank nachzuladen.

Fazit

Die Sigma Sport Aura 45 ist eine brauchbare Fahrradlampe für einen angemessenen Preis. Die Ausleuchtung ist ausreichend hell, allerdings vermisst man manchmal etwas mehr Ausleuchtung in der Breite und im Nahbereich. Auch in absoluter Dunkelheit ohne Straßenbeleuchtung kommt man mit ihr gut zurecht, selbst wenn es mal Feld- oder Waldwege sind. Wer solche Strecken allerdings oft fährt, sollte ernsthaft darüber nachdenken, noch etwas mehr Geld für eine bessere Fahrradlampe auszugeben.

Eine gute Alternative könnten die Sigma Sport Aura 60 und die Sigma Sport Aura 80 sein. Diese haben die gleiche Lichtverteilung, bieten aber eine höhere Helligkeit.
Ist eine deutlich bessere Nahausleuchtung gewünscht, könnte die Busch & Müller Ixon Core eine Option sein.
Wer dagegen deutlich mehr Licht möchte, muss auch deutlich tiefer in die Tasche greifen und sollte ein Auge auf die Trelock LS 760 und die Busch & Müller Ixon Space werfen.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

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