Testbericht: Sigma Sport Aura 35

29. Oktober 2020


Sigma Sport Aura 35

Beleuchtungsstärke: 35 / 15 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Lichtmenge: 97 / 48 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Leuchtdauer: 5 h / 12 h je nach Leuchtstufe (geprüfte Herstellerangabe)
Akkus: integrierter Li-Ion-Akku, 2000 mAh
Gewicht: 98 g mit Halterung (eigene Messung, Herstellerangabe 90 g)
StVZO-Zulassung: ja
Preis: ab ca. 25 €

Bezugsquellen:

+ verhältnismäßig gleichmäßige Ausleuchtung
+ kompakte und leichte Lampe
+ relativ günstig
o Breite der Ausleuchtung nicht optimal
o Halterung durchwachsen: mancher kommt damit klar, mancher nicht
o Fernausleuchtung nur mäßig
recht kaltweiße Lichtfarbe
Nahfeldausleuchtung bis ca. 4 m kaum vorhanden

Die Sigma Sport Aura 35 habe ich ganz normal im Handel gekauft, um bei meinem Test möglichst unabhängig zu sein.

Lieferumfang

Im Lieferumfang zur Sigma Sport Aura 35 war eine Bedienungsanleitung und ein kurzes Micro-USB Kabel zum Laden. Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert, es kann ein übliches USB-Ladegerät verwendet werden.

Verarbeitung und Bedienung

Die Sigma Sport Aura 35 hat ein Gehäuse aus Kunststoff, welches gut verarbeitet und ausreichend robust wirkt. Seitlich befindet sich ein kleiner Lichtaustritt, so dass die Lampe auch von der Seite sichtbar ist.

Auf der Oberseite befindet sich ein Taster. Ein doppelter Druck auf diesen schaltet die Aura 35 ein. Dadurch wird effektiv ein versehentliches Einschalten verhindert. Ein weiterer kurzer Druck schaltet dann zwischen der hohen und der niedrigen Leuchtstufe hin- und her. Mit einem langen Druck auf den Taster wird die Lampe wieder ausgeschaltet.

Zur Anzeige des Akkuladestandes ist eine LED in den Taster integriert. Bei vollem Akku leuchtet dieser zunächst nicht. Bei einem Ladestand von 70% und darunter beginnt sie grün zu leuchten. Unter 30% leuchtet die LED rot.

Der Ladevorgang bei angeschlossenem Ladegerät wird durch die gleiche LED angezeigt. Eine rote LED zeigt an, dass der Ladevorgang noch nicht beendet ist. Leuchtet die LED grün, ist der Ladevorgang abgeschlossen.

An der Rückseite befindet sich unter einer Gummiabdeckung ein Micro-USB-Anschluss zum Laden der Aura 35.

Halterung

Die Halterung der Aura 35 besteht aus einem Gummiband, welches um den Lenker gespannt und an einem Haken eingespannt wird. Diese Art der Befestigung hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass man die Lampe flexibel auch an mehreren Rädern benutzen kann, ohne mehrere Halterungen kaufen zu müssen. Der Nachteil ist, dass man die Lampe jedes mal wieder neu blendfrei ausrichten muss. Außerdem ist eine sichere Befestigung nicht immer ganz einfach, man muss den Gummi stark genug spannen und wenn der Lenkerdurchmesser ungünstig ist, kann es passieren, dass ein Loch noch zu locker ist, das nächste aber nur schwer bis zum Haken zu spannen ist. Laut Bedienungsanleitung kann die Halterung an Lenkern mit 22 bis 35 mm Durchmesser verwendet werden.

Ob die Halterung dauerhafte Belastung aushält muss sich zeigen, im schlimmsten Fall könnte irgendwann der Gummi reißen. Zumindest kann die Halterung aber nachgekauft werden und lässt sich nach Entfernen einer Schraube tauschen.

Nach Lockern einer Schraube unten an der Halterung lässt sich die Lampe auch seitlich auf der Halterung verdrehen und so auch an nicht geraden Lenkern verwenden.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Sigma Sport Aura 35 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Sigma Sport Aura 35 erreicht auf höchster Stufe einen Lichtstrom von 97 Lumen, in der niedrigen Leuchtstufe 48 Lumen (Details zur Messung). Das ist in sofern erstaunlich, da der größere Bruder Aura 45 mit sehr ähnlicher Lichtverteilung mit gemessenen 99 Lumen etwa gleich viel erreicht, trotz vom Hersteller angegebenen 45 gegenüber 35 Lux Beleuchtungsstärke (am hellsten Punkt in 10 m Entfernung). Allerdings ist der Lichtkegel der Aura 35 zumindest im Nahbereich auch etwas breiter, weshalb ein höherer Lichtstrom in Lumen bei geringerer Beleuchtungsstärke in Lux plausibel erscheint.

Ansonsten gilt das bei der Aura 45 schon gesagte: der Lichtkegel beginnt einige Meter vom Rad entfernt, der Bereich davor ist nur durch etwas Streulicht ausgeleuchtet. Bei sehr langsamer Fahrt auf schwierigem Untergrund ist das ggf. ein Nachteil. Ansonsten ist der Lichtkegel relativ gleichmäßig ausgeleuchtet, aber mit einem gewissen Helligkeitssprung zwischen den zwei Teilen des Lichtkegels im mittleren Bereich. Dieser Helligkeitssprung stört in der Praxis jedoch nicht übermäßig stark.
Im mittleren Bereich wird die Fahrbahn hinreichend gut ausgeleuchtet, allerdings nicht übermäßig breit. Die Fernausleuchtung ist durch die eher geringe Helligkeit nicht sehr gut.

Was noch auffällt ist die sehr kaltweiße, blaustichige Lichtfarbe der Aura 35. Dadurch lassen sich Kontraste weniger gut wahrnehmen, als mit neutralweißerem Licht. Insbesondere ist das verwunderlich, da die nur wenig teurere Aura 45 ein deutlich weniger kaltweißes Licht hat.

Generell würde ich sagen, dass die Ausleuchtung der Aura 35 ausreicht, um mit mäßiger Geschwindigkeit auf nicht zu schwierigem Untergrund (gute Feld- und Waldwege) zu fahren. Für höhere Ansprüche reicht die Helligkeit jedoch eher nicht aus. Bei nassem Untergrund, der viel Licht schluckt, wird es schon schwieriger, auch Radwege neben Straßen mit Autoverkehr, von dem man regelmäßig geblendet wird, sind sicher nicht der optimale Einsatzzweck für die Aura 35.

Leuchtdauer

Für die Leuchtdauer habe ich in der hohen Stufe 5:08 h gemessen. Danach geht die Lampe aber auch wirklich aus und schaltet nicht in eine niedrigere Leuchtstufe. Vom Hersteller werden 5 h angegeben, also ziemlich genau die von mir gemessene Zeit.

In der niedrigen Stufe habe ich 11:31 h Laufzeit erreicht, bevor die Aura 35 abschaltet. Das ist etwas weniger als die Herstellerangabe von 12 h, aber die Abweichung hält sich zumindest im Rahmen.

Ladezeit

Beim Laden der Aura 35 sind bei meinem Test 2:41 h vergangen. In der Bedienungsanleitung sind 2,8 h (das entspricht 2:48 h) angegeben, was mit meiner ermittelten Ladedauer nahezu identisch ist.

Die Aura 35 kann übrigens auch im Betrieb mit einer Powerbank* nachgeladen werden, womit man die Leuchtdauer bei Bedarf quasi beliebig verlängern kann.

Fazit

Die Sigma Sport Aura 35 ist eine einfache aber brauchbare Fahrradlampe. Wenn man nicht häufig oder normalerweise unter eher einfachen Bedingungen (ausreichende Straßenbeleuchtung) unterwegs ist, ist sie durchaus eine Option.

Allerdings ist die nur wenig teurere Aura 45 in meinen Augen die bessere Option. Sie erzeugt ähnlich viel Licht und verteilt dieses sehr ähnlich, hat aber nicht die ungünstige sehr kaltweiße Lichtfarbe der Aura 35.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

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