Testbericht: Busch & Müller Ixon Fyre

9. November 2020


Busch & Müller Ixon Fyre

Beleuchtungsstärke: 30 / 10 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Lichtmenge: 67 / 34 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Leuchtdauer: 6:30 h / 16 h je nach Leuchtstufe (eigene Messung, Herstellerangabe 5 h / 15 h)
Akkus: integrierter Li-Ion-Akku
Gewicht: 127 g mit Halterung (eigene Messung, Herstellerangabe 143 g)
StVZO-Zulassung: ja
Preis: ab ca. 35 €

Bezugsquellen:

+ recht gleichmäßige Ausleuchtung im mittleren Bereich
+ lange Leuchtdauer
+ Nahfeldausleuchtung ab direkt vor dem Rad
o übermäßig heller Fernbereich stört etwas
o Ausleuchtung im mittleren Bereich mäßig breit
sehr schmale Fernausleuchtung
insgesamt nur wenig Licht fürs Geld

Die Busch & Müller Ixon Fyre habe ich ganz normal gekauft und nicht vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen.

Lieferumfang

Mitgeliefert wird zur Ixon Fyre eine Bedienungsanleitung, ein kurzes Micro-USB Ladekabel und die Halterung. Für die Halterung ist außerdem noch eine längere Schraube dabei, die gegen die montierte kürzere Schraube getauscht werden kann, wenn man die Lampe bei größeren Lenkerdurchmessern montieren will.

Verarbeitung und Bedienung

Die Ixon Fyre besteht komplett aus schwarzem Kunststoff, zum großen Teil ummantelt mit Silikon. Hinten befindet sich eine Silikonkappe, die abgezogen werden kann, aber am unteren Teil weiterhin befestigt ist. Dahinter befindet sich der Micro-USB Ladeanschluss.

Oben auf der Lampe befindet sich ein Taster. Ein langer Druck darauf schaltet die Lampe ein und wieder aus. Ein kurzer Druck im eingeschalteten Zustand wechselt zwischen hoher und niedrigem Leuchtstufe hin- und her.

Unter dem Taster befindet sich eine rote und eine blaue LED, welche neben dem Taster durchscheinen und Leuchtstufe und Akkuladestand anzeigen.
Bei hoher Leuchtstufe leuchtet die blaue LED, bei niedriger die rote. Der Akkuladestand wird durch Blinken der jeweiligen LED signalisiert. Dies geschieht beim Einschalten, beim Wechsel der Leuchtstufe, sowie alle zwei Minuten. 5x Blinken bedeutet dabei 80-100% Akkuladestand, 4× 60-80%, 3× 40-60%, 2× 20-40% und 1× 0-20%. Ganz optimal finde ich diese Art der Anzeige nicht, da man immer mitzählen muss. Auch hat es mich manchmal etwas gestört, wenn alle zwei Minuten die Anzeige-LED blinkt (man gewöhnt sich aber vermutlich daran). Immerhin ermöglicht dies aber eine genaue Ladestandanzeige, trotz nur weniger Anzeige-LEDs. Viele andere günstige Lampen zeigen den Ladestand dagegen nur sehr ungenau an.

Halterung

Die Halterung der Ixon Fyre wird werkzeuglos montiert. Zunächst wird ein Silikonring um den Lenker gelegt. Auf diesen wird dann die Halterung gesetzt. Durch die Form des Silikonringes kann die Lampe auch etwas verdreht darauf montiert werden, was die Verwendung an nicht ganz geraden Lenkern ermöglicht. Befestigt wird die Halterung dann, indem eine Schraube, die im Bolzen des einen Halterungsarmes eingeschraubt ist, in den anderen Arm eingehakt und dort mit der Hand festgedreht wird. Für größere Lenkerdurchmesser ist auch noch eine längere Schraube dabei, die alternativ verwendet werden kann. Das Montieren der Halterung funktioniert soweit recht gut.

Die Ixon Fyre wird dann seitlich auf die Halterung aufgeschoben. Zum Abnehmen wird die Halterung durch einen Druck auf die Seite entriegelt und die Lampe wieder abgezogen. Das Aufschieben ist manchmal etwas schwierig und man muss darauf achten, dass die Lampe richtig einrastet. Ich habe diesbezüglich schon bessere Systeme gesehen (beispielsweise bei Trelock) aber auch schlechtere.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Busch & Müller Ixon Fyre (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Interessant ist zunächst eine Messung des Lichtstroms. Diese ergab einen Wert von 67 Lumen, bzw. 34 Lumen in der niedrigen Leuchtstufe. Das ist leider ein recht niedriger Wert, selbst wenn man den geringen Preis der Ixon Fyre beachtet. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe straßenzugelassener Akkulampen für ähnlich viel Geld, die 100 Lumen erreichen.

Der Lichtkegel beginnt direkt vor dem Rad. Ab rund 2 m Entfernung schließt sich dann mit einem Helligkeitssprung der Hauptlichtkegel an, der bis in etwa 10 m Entfernung reicht. Dieser ist nicht gerade breit, auch nicht sehr hell, aber erstaunlich gleichmäßig ausgeleuchtet. Dahinter schließt sich ein sehr schmaler, heller Fernlichtbereich an, der je nach Ausrichtung bis ca. 20 oder 30 m ausleuchtet. Dass dieser Bereich plötzlich deutlich heller ist als der Rest des Lichtkegels ist nicht positiv, da solche Helligkeitsunterschiede die Sicht verschlechtern, da sich das Auge an diese anpasst. Immerhin ist nach meiner Erfahrung so etwas im Fernbereich weniger problematisch als im Nahbereich. Relevanter finde ich aber die sehr geringe Breite der Fernausleuchtung. Sobald man den Lenker nicht 100% gerade hat oder der Weg eine leichte Biegung macht, bringt die Ausleuchtung dort kaum noch etwas. Wäre die Fernausleuchtung etwas dunkler aber dafür doppelt so breit, würde sie m.E. deutlich mehr bringen.

Von der Seite ist die Ixon Fyre übrigens gut zu sehen. Durch das seitlich etwas weitergezogene Frontglas tritt auch genügend Licht an der Seite aus.

Leuchtdauer

Hier meine Ergebnisse zur Ermittlung der Leuchtdauer:

Hohe Leuchtstufe: 6:34 h, dann automatisches Umschalten auf niedrige Leuchtstufe weitere 0:40 h, dann Warnung und zunehmend abnehmende Leuchtstärke weitere 1:06 h, Herstellerangabe: 5 h
Niedrige Leuchtstufe: 16:27 h, dann Warnung und zunehmend abnehmende Leuchtstärke weitere 1:02 h, Herstellerangabe: 15 h

Die Herstellerangabe zur Leuchtdauer wird also recht deutlich geschlagen.

Ladezeit

Der Ladevorgang bei komplett leerem Akku war bei meinem Test in 5:09 h abgeschlossen.

In der Bedienungsanleitung ist eine Ladezeit von 5 h mit dem (separat erhältlichen) Original-Netzteil und eine „längere Ladezeit“ mit anderen USB-Netzteilen oder am USB-Port des Computers angegeben. Ich habe für meinen Test nicht das Originalnetzteil, sondern ein anderes hochwertiges Netzteil mit einem maximalen Ladestrom von 2,4 A verwendet. Die angegebene längere Ladezeit bei Verwendung von Fremdnetzteilen trifft also offensichtlich nur bei schwachen Netzteilen zu.

Übrigens lässt sich die Ixon Fyre auch im Betrieb nachladen. So lässt sich mit einer Powerbank* die Leuchtdauer quasi beliebig erweitern.

Fazit

Die Ixon Fyre ist dann eine vernünftige Lampe, wenn gute Ausleuchtung eher zweitrangig ist, sondern man vor allem eine Lampe zum gesehen werden haben möchte – sprich bei überwiegend vorhandener Straßenbeleuchtung.
Sobald man mit dieser Lampe in völliger Dunkelheit fährt, ist das zwar mit angepasster Geschwindigkeit möglich, macht aber nicht wirklich Freude. Vor allem bieten andere Lampen für einen ähnlichen Preis mehr Licht. Zu nennen wäre beispielsweise die Sigma Sport Aura 45. Für einen vertretbaren Aufpreis erhält man auch die Sigma Sport Aura 60 oder die Busch & Müller Ixon Core, die deutlich mehr Licht bei einer recht guten Lichtverteilung liefern.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

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