Vergleich: Ixon Core, Aura 80 und GVolt 60 im Praxistest

28. Februar 2022

Die Busch & Müller Ixon Core, die Sigma Sport Aura 80 und die Cateye GVolt 60 sind Akku-Fahrradlampen der unteren Mittelklasse und alle StVZO-zugelassen. Oft bekommt man diese Lampen schon ab 35 – 40 Euro – also eine Option, wenn man eine halbwegs brauchbare Ausleuchtung sucht, aber nicht übermäßig viel ausgeben will.

Um herauszufinden, welche der drei Fahrradlampen am ehesten empfehlenswert ist, habe ich eine längere Testfahrt gemacht und dabei die Ausleuchtung in der Praxis verglichen.

Transparenzhinweis: alle drei hier verglichenen Lampen habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Aura 80, Ixon Core und GVolt 60 im Test
Busch & Müller Ixon Core, Sigma Sport Aura 80 und Cateye GVolt 60: welche ist die beste?

Messwerte: wer erzeugt am meisten Licht?

Hier zunächst einige Daten von Ixon Core, Aura 80 und GVolt 60 im Überblick:

Ixon Core Aura 80 GVolt 60
Bezugsquellen Amazon*, eBay*, Rose* Amazon*, eBay*, Rose* Amazon*, eBay*, Rose*
Beleuchtungsstärke 50 / 12 lx 80 / 60 / 40 / 20 lx 60 / 12 lx
Lichtstrom 170 / 55 lm 160 / 120 / 100 / 40 lm 170 / 35 lm
Gewicht 141 g 119 g 115 g
Akkulaufzeit 3 / 15 h 4 / 5 / 6,5 / 15 h 5,5 / 32 h

Der in der Tabelle angegebene Wert zum Gewicht ist von mir gemessen und beinhaltet Lampe und Halterung. Die Ixon Core wiegt etwas mehr als Aura 80 und GVolt 60. Der Unterschied ist aber zum großen Teil der etwas schwereren Halterung geschuldet.

Die Beleuchtungsstärke in Lux (angegeben sind die Werte in allen wählbaren Leuchtstufen) ist eine Herstellerangabe. Dieser Wert gibt die Helligkeit im Lichtkegel in 10 m Entfernung am hellsten Punkt an.
Die Aura 80 hat hier einen deutlich höheren Wert als die anderen beiden Lampen, aber wie wir später sehen werden, spielt das keine allzu große Rolle.

Den Lichtstrom in Lumen habe ich mit einer Ulbricht-Kugel gemessen. Dieser Wert ist ein Maß dafür, wie viel Licht insgesamt erzeugt wird (mehr zu Lux und Lumen). Hier sind die Unterschiede nur marginal, alle drei erzeugen ungefähr genauso viel Licht.

Bei der Akkulaufzeit gibt es Unterschiede. Angegeben ist bei Ixon Core und Aura 80 die halbwegs realistische Herstellerangabe, bei der GVolt 60 habe ich dagegen den selbst gemessenen Wert angegeben, der die Herstellerangabe übertrifft. Die GVolt 60 bietet in der höchsten Stufe mit Abstand die längste Laufzeit der drei Lampen.

Testberichte zu den einzelnen Lampen: Busch & Müller Ixon Core, Sigma Sport Aura 80, Cateye GVolt 60

Ausleuchtungsfotos von Ixon Core, Aura 80 und GVolt 60

Hier Aufnahmen der Ausleuchtung der drei Lampen auf höchster Stufe. Hier auch mehr zur Entstehung der Ausleuchtungsfotos.

Busch & Müller Ixon Core
Busch & Müller Ixon Core

Sigma Sport Aura 80
Sigma Sport Aura 80

Cateye GVolt 60
Cateye GVolt 60

Eindrücke der Testfahrt

Bei einer ausgedehnten nächtlichen Testfahrt habe ich die drei Scheinwerfer in der Praxis verglichen. Es waren dabei alle am Lenker montiert, so dass ich leicht zwischen den Scheinwerfern wechseln konnte.

Gefahren bin ich sowohl auf eher schlechten Feldwegen mit Matsch und Pfützen, als auch auf Landstraßen.

Aura 80, Ixon Core und GVolt 60 am Lenker
Aura 80, Ixon Core und GVolt 60 am Lenker

Nahfeldausleuchtung

Der Aura 80 und der GVolt 60 fehlt eine Nahfeldausleuchtung. Der Lichtkegel der Aura 80 beginnt erst in rund 2 m Entfernung, die GVolt 60 hat vor dem Rad sogar eine noch etwas größere Lücke. Es ist nicht so, dass man in diesem Bereich überhaupt nichts sieht, es fällt schon etwas Streulicht hin. Aber die Sicht direkt vor dem Rad ist bei Aura 80 und GVolt 60 schon deutlich eingeschränkt.
Bei der Ixon Core fängt der Lichtkegel dagegen direkt vor dem Rad an.

Bei der Fahrt auf Straßen ist die fehlende Nahfeldausleuchtung verschmerzbar. Auf Feldwegen bin ich aber mit der Ixon Core deutlich besser klargekommen, als mit den anderen beiden Lampen. Hier muss man immer wieder mal recht kurzfristig kleinen Hindernissen ausweichen, was mit einer Nahfeldausleuchtung deutlich vereinfacht wird.

Breite der Ausleuchtung

Die Aura 80 leuchtet recht schmal aus. Das ist in vielen Situationen ausreichend. Auf einer Landstraße beispielsweise wird die Breite einer Fahrspur gut ausgeleuchtet. Problematisch ist es allerdings, sobald die Strecke nicht absolut gerade ist. Auch wenn man auf Feldwegen mal kurz einem Hindernis ausweicht wandert der Lichtkegel im Fernbereich recht schnell von der Fahrstrecke weg.

Die Ausleuchtung der Ixon Core ist nicht übermäßig breit. Aber zumindest doch ein wenig breiter als bei der Aura 80. Das Problem, dass der Lichtkegel bei kleinen Lenkerbewegungen schon von der Fahrbahn wandert, trat bei der Ixon Core deutlich weniger auf.

Die Ausleuchtung der GVolt 60 ist im mittleren Bereich recht breit. Im Fernbereich wird sie dann aber wieder schmaler – der gut ausgeleuchtete Bereich ist hier sogar sehr schmal (nur 1-2 m breit), in den Randbereichen nimmt die Helligkeit deutlich ab. Dadurch trat bei der GVolt 60 auch immer mal wieder das Problem auf, dass der Fernbereich des Lichtkegels aus der Fahrstrecke wanderte, wenn der Lenker leicht bewegt wurde.

Fernsicht

Auf dem Papier erreicht die Aura 80 mit 80 Lux die höchste Beleuchtungsstärke. Die Gvolt 60 (60 Lux) und die Ixon Core (50 Lux) liegen darunter. Theoretisch sollte eine höhere Beleuchtungsstärke für eine bessere Fernsicht sorgen. Diese gibt die Helligkeit am hellsten Punkt des Lichtkegels in 10 m Entfernung senkrecht zur Fahrbahn an. Dieser Bereich liegt prinzipbedingt oben im Lichtkegel und fällt daher in den Fernbereich.

Subjektiv hatte ich allerdings nicht den Eindruck, dass die Aura 80 bei der Fernsicht am besten abschneidet. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Ixon Core, trotz deutlich geringerer Beleuchtungsstärke, mindestens ebenbürtig ist. Das lag zum Einen an der schmalen Ausleuchtung der Aura 80 im Fernbereich. Andererseits aber auch daran, dass der Unterschied zwischen mittlerem und Fernbereich bei der Aura 80 etwas größer ist. Das Auge stellt sich auf die Helligkeit im mittleren Bereich ein und sieht dann in schlechter ausgeleuchteten Bereichen weniger gut. Dieser negative Effekt ist bei der Aura 80 nicht besonders stark, aber doch vorhanden.

Noch weniger gefällt mir aber die Fernsicht bei der GVolt 60. Der Fernbereich ist nur in einem sehr schmalen Bereich gut ausgeleuchtet. In den Randbereichen des Fernbereiches nimmt die Beleuchtungsstärke deutlich ab.

Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung

An einer gleichmäßigen Ausleuchtung sind zwei Aspekte wichtig. Erstens sollte es keine überhellen Bereiche geben. Dies führt dazu, dass sich das Auge auf diese einstellt und in den weniger gut ausgeleuchteten Bereichen dann schlechter sieht.

Bei der GVolt 60 ist leider genau das der Fall. Der vordere Bereich des Lichtkegels ist etwas überhell ausgeleuchtet. Im Fernbereich und in den breiten seitlichen Bereichen nimmt die Beleuchtungsstärke dann deutlich ab und die Sicht verschlechtert sich. Besonders im Fernbereich ist das von Nachteil (in den seitlichen Bereichen ist eine etwas schlechtere Sicht eher verschmerzbar, da hier eine optimale Sichtbarkeit aller Details eher nicht nötig ist).

Ein klein wenig tritt dieser Effekt auch bei der Aura 80 auf. Hier ist der mittlere Bereich im Vergleich zum Fernbereich etwas zu hell. Im Ausleuchtungsfoto sieht man das nicht wirklich, der Effekt ist aber auch nicht allzu stark ausgeprägt. Bei der Ixon Core ist eventuell der Nahbereich eine Idee zu hell ausgeleuchtet, aber im Großen und Ganze ist die Helligkeitsverteilung in Ordnung.

Der zweite Aspekt für die Gleichmäßigkeit sind Unregelmäßigkeiten im Lichtkegel. Diese können das Auge etwas irritieren. Allmähliche Übergänge (z.B. langsam abnehmende Helligkeit zum Rand hin) sind hier weniger schlimm. Es sind eher abrupte Helligkeitsänderungen.

Hier überzeugt die GVolt 60 am wenigsten. Das Lichtfeld wirkt seltsam ausgefranst durch die plötzlich im mittleren Bereich anfangenden seitlichen Ausleuchtungsbereiche. Auch der vordere Bereich des Lichtkegels weist Unregelmäßigkeiten auf. An den seitlichen Bereichen schließt sich nach einer kurzen Lücke nochmal ein Streifen an. Diese Unregelmäßigkeiten sind nicht dramatisch, aber auch alles andere als optimal.

Die Aura 80 hat ein zweigeteiltes Lichtfeld, im Übergang gibt es einen gewissen Helligkeitssprung. Das ist sicher nicht perfekt, ich empfand es aber nicht als übermäßig störend.

Das Lichtfeld der Ixon Core ist vielleicht nicht 100% homogen, aber hier sind mir keine übermäßig störenden Dinge aufgefallen.

Fazit zur Ausleuchtung

Insgesamt hat mich die Ixon Core bei der Testfahrt überrascht und am meisten überzeugt. Bisher war meine Empfehlung in diesem Preisbereich immer die Aura 80. Meine Ixon Core hatte ich schon seit Jahren weitergegeben und mir erst kürzlich eine neue gekauft, um eben diesen Vergleich hier durchzuführen. In den meisten Aspekten fand ich die Ixon Core ein Stück besser als die Aura 80. Am wenigsten überzeugt die Ausleuchtung der GVolt 60. Die Lichtverteilung ist einfach ein wenig schlechter gelungen als bei den anderen beiden.

Halterung

Hier ein Foto der Halterungen der drei Lampen:

Halterungen Aura 80, Ixon Core und GVolt 60
Halterungen von Aura 80, GVolt 60 und Ixon Core

GVolt 60 und Ixon Core haben eine Halterung, die am Lenker befestigt wird und auf welche die Lampe dann aufgeschoben wird. Die Ixon Core wird seitlich aufgeschoben, die GVolt 60 von vorn. Bei beiden ist das Aufschieben und Entriegeln zum wieder Abziehen etwas fummelig und mit Handschuhen nicht ganz einfach, aber es funktioniert.
Sie Aura 80 hat ein Silikonband, welches um den Lenker gespannt wird. Ist vermutlich ein wenig Geschmackssache, ob man das mag.
Alle drei Halterungen funktionieren, lösen aber auch keine Begeisterung aus.

Anzeigeelemente: deutliche Unterschiede

Hier die drei Lampen von oben gesehen, eingeschaltet, so dass die Anzeigeelemente sichtbar sind.

Anzeigeelemente Aura 80, Ixon Core und GVolt 60
Anzeigeelemente: Aura 80 sticht deutlich heraus

Die Aura 80 hat mit Abstand die besten Anzeigeelemente. Mit einem 4-stufigen Balken wird die gewählte Leuchtstufe angezeigt, mit einem weiteren Balken 4-stufig der Akkuladestand.
Bei der Ixon Core sind eine blaue und eine rote LED in den Schalter integriert. Je nach gewählter Leuchtstufe leuchtet entweder die rote oder die blaue LED. Der Akkuladestand wird alle 2 min durch Blinken der roten/blauen LED angezeigt. Je nach Ladestand blinkt diese 1-5 mal. Dieses Geblinke ist nicht unbedingt optimal, aber immerhin besser als gar keine Anzeige.
Gar keine richtige Ladestandsanzeige hat nämlich die GVolt 60. Hier warnt nur ein rot leuchtender Einschalter bei weniger als 20% Restladung. Auch die gewählte Leuchtstufe wird nicht angezeigt (was bei nur 2 Leuchtstufen aber sicher verschmerzbar ist).

Fazit

Ixon Core, Aura 80 und GVolt 60 erzeugen ungefähr gleich viel Licht. Die Lichtverteilung der Ixon Core von Busch & Müller (Amazon*, eBay*, Rose*) gefällt mir tendenziell am besten. Man sollte bei einer Lampe in diesem Preisbereich keine Wunder erwarten, aber die Ixon Core leuchtet vom Nah- bis in den Fernbereich zufriedenstellen aus und zeigt keine großen Schwächen.
Bei der Sigma Sport Aura 80 (Amazon*, eBay*, Rose*) stört vor allem die fehlende Nahfeldausleuchtung. Sonst bietet sie aber auch eine brauchbare Ausleuchtung.
Bei der Cateye GVolt 60 (Amazon*, eBay*, Rose*) fehlt die Nahfeldausleuchtung und die Fernausleuchtung ist nicht so gut. Auch ist das Lichtbild insgesamt etwas fleckig und ungleichmäßig. Die besonders breite Ausleuchtung im mittleren Bereich macht das meiner Meinung nach nicht wett. Sicher keine Lampe, von der ich grundsätzlich abraten würde, aber die anderen beiden sind m.E. empfehlenswerter.

Jenseits der reinen Ausleuchtung bietet die Aura 80 mit Abstand die besten Anzeigeelemente und deutlich mehr verschiedene Leuchtstufen. Die GVolt 60 wiederum bietet eine deutlich längere Leuchtdauer als die anderen beiden.

Testberichte: Busch & Müller Ixon Core, Sigma Sport Aura 80, Cateye GVolt 60

Bezugsquellen:


Busch & Müller Ixon Core: Amazon*, eBay*, Rose*
Sigma Sport Aura 80: Amazon*, eBay*, Rose*
Cateye GVolt 60: Amazon*, eBay*, Rose*


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