Testbericht: AXA Greenline 50

6. August 2020


AXA Greenline 50

Beleuchtungsstärke: 50 / 15 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Lichtmenge: 139 / 40 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku
Leuchtdauer: 3:45 / 13:30 h je nach Leuchtstufe (eigene Messung, Herstellerangabe 4 h / 13 h)
Gewicht: ca. 106 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung: ja
Preis: ab ca. 50 €

Bezugsquellen:

o Lichtverteilung könnte etwas gleichmäßiger sein
o nur schlecht ausgeleuchteter Nahbereich
o Breite der Ausleuchtung nicht optimal
o Halterung durchwachsen: mancher kommt damit klar, mancher nicht
o eher wenig hochwertig wirkendes Kunststoffgehäuse, aber keine negativen Auswirkungen auf die Funktion
kein Schutz gegen versehentliches Einschalten
starke Erwärmung im Betrieb

Lieferumfang

Die AXA Greenline 50 habe ich regulär im Handel gekauft, um nicht durch kostenlos zur Verfügung gestellte Testexemplare in meiner Objektivität und Unabhängigkeit beeinflusst zu werden.

Mitgeliefert wird zu der Lampe die Lenkerhalterung, ein Micro-USB Ladekabel und eine Bedienungsanleitung. Als Ladegerät kann ein übliches USB-Ladegerät verwendet werden, welches jedoch nicht im Lieferumfang ist.

Verarbeitung und Bedienung

Die AXA Greenline 50 besitzt ein schwarzes Kunststoffgehäuse. Dieses wirkt eher nicht übermäßig hochwertig. Allerdings hat das nach meiner Einschätzung keine negativen Auswirkungen auf die Funktion oder die Haltbarkeit, ist also eher ein optisches Problem.

An der Seite ist die transparente Frontabdeckung ein kleines Stück weitergezogen, so dass auch seitlich etwas Licht austritt und für bessere Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer sorgt.

Ein kurzer Druck auf den Schalter auf der Oberseite schaltet die Lampe ein. Das ist leider nicht optimal, kann so doch die Lampe leicht versehentlich eingeschaltet werden, beispielsweise wenn sie sich in einer Tasche befindet. Andere Hersteller haben das gelöst, indem ein langer oder doppelter Druck zum Einschalten nötig ist.

Nach dem Einschalten leuchtet die Greenline 50 zunächst auf der niedrigen Stufe mit 15 Lux. Ein weiterer Druck schaltet in den 50 Lux Modus. Ein weiterer Druck schaltet die Lampe wieder aus. Auch das ist nicht gut durchdacht. So kommt man beim Durchschalten der Leuchtmodi immer wieder in den Zustand „aus“, den man während der Fahrt in kompletter Dunkelheit vielleicht eher vermeiden will.

Hinten an der Lampe befindet sich unter einer Gummiabdeckung ein Micro-USB-Anschluss zum Nachladen.

Halterung

Die Halterung der Greenline 50 besteht aus einem elastischen Band, welches um den Lenker gespannt und dann hinten eingehakt wird. Hier besteht leider das Problem, dass dies je nach Lenkerdurchmesser gut oder weniger gut funktioniert. Prinzipiell ist eine Montage vom Hersteller für Lenkerdurchmesser von 22 – 32 mm vorgesehen. Jedoch sind nur 4 verschiedene Löcher zum Einspannen in den Haken vorhanden. Die ersten beiden davon dürften quasi unbenutzbar sein, zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass so dünne Lenker existieren. Somit verbleiben genau zwei Löcher. Hat nun der Lenker einen eher ungünstigen Durchmesser, kann es passieren, dass die Halterung in einem Loch noch zu locker sitzt, in das andere aber nicht oder nur mit extrem großem Kraftaufwand gespannt werden kann.

Immerhin ist die Lampe dann aber nach Drücken eines Hebels von der Halterung abziehbar, so dass die Lenkerhalterung nur einmal am Lenker montiert werden muss. Beim wieder Aufstecken auf die Halterung sollte man aber aufpassen, dass diese auch richtig einrastet. Oft bleibt die Lampe an einer Schraube ein wenig hängen, was sich fast wie Einrasten anfühlt, wenn man nicht richtig aufpasst. Die Greenline 50 sitzt dann aber nicht richtig in der Halterung und kann ggf. wieder herausrutschen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass vermutlich einige mit der Halterung gut klarkommen werden, andere aber auch ihre Probleme haben werden.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der AXA Greenline 50 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Im Nahbereich direkt vor dem Rad landet eine ganze Menge Streulicht, so dass die Greenline 50 hier einen kleinen, hell ausgeleuchteten Bereich bietet. Allerdings ist die Ausleuchtung hier recht fleckig, mit einigen deutlich herausstechenden helleren Stellen.
Der weitere Verlauf im Nahbereich bis ca. 5 m vor dem Rad ist dann nur sehr wenig ausgeleuchtet. Man erkennt hier in der Realität noch etwas mehr als auf dem Foto, von einer guten Nahfeldausleuchtung kann man aber nicht sprechen.
Ab einer Entfernung von ca. 5 m spannt sich dann das Hauptlichtfeld auf, welches hinreichend hell ist und auch eine ausreichende Fernsicht bietet und zwar nicht übermäßig, aber doch ausreichend breit ist. Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung ist verbesserungswürdig, es sind einige deutlich abgesetzte Lichtartefakte sichtbar.

Die dunklere Leuchtstufe mit 15 Lux ist dann für ein Fahren in absoluter Dunkelheit eher nicht mehr geeignet sondern eher etwas für die Stadt mit ausreichender Straßenbeleuchtung.

Leuchtdauer

Die vom Hersteller angegebene Leuchtdauer habe ich überprüft.

50 Lux: 3:45 h (Herstellerangabe 4:00 h)
15 Lux: 13:37 h (Herstellerangabe: 13:00 h)

Im 50-Lux-Modus konnte die Herstellerangabe von 4:00 h leider nicht ganz erreicht werden. Ob das allgemein so ist, oder ob mein Exemplar einen besonders schlechten Akku hat, ist allerdings unklar, hier gibt es auch immer eine gewisse Serienstreuung.

Der Ladestand wird über die in den Einschaltknopf integrierte LED angezeigt. Über 75% Ladestand leuchtet dieser blau, von 25 bis 75% gelb und unter 25% rot. So hat man zwar keine genaue Anzeige, aber zumindest eine ungefähre Indikation für den aktuellen Ladestand, was in dieser Preisklasse absolut angemessen ist.

Auffällig ist übrigens noch, dass sich die Greenline 50 im Betrieb auf hoher Stufe recht stark erwärmt. Das ist mir in diesem Ausmaß bei anderen Lampen mit ähnlicher Leuchtstärke nur selten aufgefallen. Höchstens bei deutlich leuchtstärkeren Lampen kommt das öfter vor – dann aber meist mit einer Temperaturüberwachung, die die Leuchtstärke automatisch bei Überhitzungsgefahr zurückschaltet. Die Greenline 50 hat so eine Überwachung scheinbar nicht und ich hoffe, dass das keine negativen Auswirkungen auf die Lebensdauer hat.

Laden

Die Greenline 50 besitzt einen fest eingebauten Li-Ion-Akku, der über einen Micro-USB Anschluss an der Rückseite der Lampe geladen wird.

Die Ladezeit bei komplett entleertem Akku dauerte bei mir rund 2:45 h, also eher etwas weniger als die vom Hersteller angegebenen 3 Stunden.

Übrigens lässt sich die Greenline 50 auch im Betrieb nachladen. Man kann die Lampe also beispielsweise mit einer Powerbank* nachladen und die Leuchtdauer so deutlich vergrößern.

Fazit

Nichts an der AXA Greenline 50 sticht so richtig positiv heraus, aber es gibt auch nichts, was klar gegen einen Kauf sprechen würde. Die Ausleuchtung ist ok, aber auch nicht berauschend. An verschiedenen Stellen hat die Lampe einige Nachteile, die aber nicht zwangsläufig gegen einen Kauf sprechen. Wäre die Lampe für die gebotene Leistung jetzt besonders günstig, wäre sie vielleicht teilweise empfehlenswert.

So muss ich aber sagen, dass andere Hersteller in diesem Preisbereich einfach das bessere Gesamtpaket bieten. Die Sigma Sport Aura 60 und die Aura 80, die CatEye GVolt50 und die Busch & Müller Ixon Core haben alle ihre Stärken und Schwächen, bieten aber in meinen Augen für einen ähnlichen Preis ein besseres Gesamtpaket als die Greenline 50.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

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