Testbericht: Busch & Müller Lumotec IQ Fly

20. September 2012

Der Lumotec IQ Fly von Busch & Müller ist einer der am weitesten verbreiteten LED-Scheinwerfer für Dynamobetrieb. Seit 2007 ist dieser Scheinwerfer bereits auf dem Markt und wurde mittlerweile einige Male überarbeitet.


getestete Variante:

Lumotec IQ Fly senso plus

Preis: ca. 40 €
Beleuchtungsstärke: 40 Lux
Funktionen: Schalter, Sensorfunktion, Standlicht

Kaufen bei:

+ ausreichend helle und breite Ausleuchtung
+ gut ausgeleuchtetes Nahfeld ab ca. 1m Entfernung
+ dreistufige Höhenverstellung, die kein anderer Scheinwerfer hat
o Ausleuchtung könnte gleichmäßiger sein
─ schlechte LED-Kühlung

Eigenschaften

Der Lumotec IQ Fly ist ein Dynamoscheinwerfer und nutzt den IQ-Tec Reflektor von Busch & Müller. Bei diesem ist die LED nicht direkt sichtbar, sondern verteilt das Licht indirekt über den Reflektor auf die Straße. Die Beleuchtungsstärke beträgt 40 Lux, wobei diese Zahl an sich nicht viel aussagt.
Der IQ Fly ist mit einer Nahfeldausleuchtung ausgestattet, der Lichtkegel beginnt bereits etwa 1 m vor dem Rad.

Verarbeitung und Bedienung

Das Gehäuse des IQ Fly besteht aus Plastik, nur die Halterung besteht aus Metall. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Der Scheinwerfer besteht aus dem Reflektorgehäuse in dem sich die LED befindet, sowie einem Gehäuseteil darunter für die Elektronik sowie den vorne integrierten Rückstrahler. Interessant ist, dass das Reflektorgehäuse nach oben und unten schwenkbar in den Rest den anderen Teil integriert ist. Diese Höhenverstellung kann in drei Stufen erfolgen. Eine sehr praktische und mir bei keinem anderen Scheinwerfer bekannte Sache. So lässt sich die Weite der Ausleuchtung jederzeit problemlos verstellen.

An der Rückseite des Lumotec IQ Fly befindet sich ein Schiebeschalter. Dieser lässt sich auf die Position “off”, “on” und “auto” stellen. In letzterem Modus schaltet sich der Scheinwerfer automatisch ein, wenn es zu dunkel wird. Übrigens besitzt der IQ Fly in diesem Modus eine 8-sekündige Verzögerung um zu vermeiden, dass beispielsweise durch kurzzeitige Blendung durch ein entgegenkommendes Fahrzeug der Scheinwerfer ausgeschaltet wird.
Der Schalter ist robust, hätte aber ruhig etwas größer ausfallen können. Während der Fahrt oder gar mit Handschuhen fällt die Bedienung so teilweise etwas schwer.

Montage

Die Montage gestaltet sich erwartungsgemäß problemlos. Der Halter wird festgeschraubt, as angeschlossene Kabel für den Nabendynamo wird an selbigen angeschlossen und das Rücklicht an den vorhandenen Steckkontakten des IQ Fly angeschlossen. Das Rücklicht wird so gleichzeitig mit dem Scheinwerfer ein- und ausgeschaltet, was aber bei Dynamoscheinwerfern allgemein so üblich ist.

Was auffällt ist die mögliche Leuchtweitenverstellung. Der Scheinwerfer lässt sich im Gehäuse in drei Stufen verstellen, was eine einfache Leuchtweitenverstellung sogar während der Fahrt ermöglicht. Eine einfache Lösung, die ich mir bei mehr Scheinwerfern wünschen würde und die ein bedenkenswerter Vorteil des IQ Fly gegenüber dem lichtechnisch gleichwertigen IQ Cyo R ist.
Ich habe den Scheinwerfer so montiert, dass bei mittlerer Position der Höhenverstellung eine weite Ausleuchtung entsteht, ohne jedoch den Gegenverkehr zu blenden. stellt man die Höhenverstellung nach unten, hat man einen kürzeren, dafür aber helleren Lichtkegel. Ideal für langsame aber schwierige Strecken. Die höchste Position dagegen ist ideal für Waldwege, bei denen eine Blendung des Gegenverkehrs bedeutungslos ist, eine höhere Ausleuchtung jedoch Vorteile bringt.

Praxiseinsatz

Lichtkegel


(Bild gemacht mit der Akkuvariante Ixon IQ, welche den gleichen Lichtkegel besitzt)

Der Lichtkegel des IQ Fly gleicht einem Trapez mit recht scharf abgeschnittenen Kanten. Dieser beginnt bereits etwa 1 m vor dem Rad. In der Mitte befindet sich ein ausgeprägter heller Lichtfleck, der die Helligkeit des restlichen Lichtkegels recht deutlich übersteigt. Ich finde das nicht ganz optimal, ich würde eine gleichmäßigere Verteilung der Lichtmenge bevorzugen. Ansonsten ist der Rest des Lichtkegels recht gleichmäßig ausgeleuchtet.

Ansonsten kann der Lumotec IQ Fly trotz seines relativ betagten Alters mit anderen Scheinwerfern in dieser Preisklasse durchaus mithalten.

Ein Vergleich lohnt vielleicht auch mit dem IQ Cyo. Was sind die Unterschiede? Erstens ist der IQ Cyo etwas teurer. Zweitens ist er, zumindest in den Augen vieler, schöner anzusehen als der IQ Fly. Was dem Cyo fehlt: die dreistufige Leuchtweitenverstellung des IQ Fly. Von der Beleuchtungsstärke ist der IQ Fly identisch mit dem IQ Cyo R. Die Variante IQ Cyo (ohne R!) bietet allerdings einen anderen Reflektor. Dieser realisiert keine Nahfeldausleuchtung, dafür aber eine Beleuchtungsstärke von 60 statt 40 Lux.
Die Entscheidung zwischen IQ Fly und IQ Cyo / R muss also je nach persönlichen Präferenzen erfolgen.

Weitere preislich vergleichbare Alternativen zum IQ Fly wären der Trelock LS 885, der eine etwas schmalere, dafür im Schnitt aber etwas breitere Ausleuchtung bietet. Der Herrmans H-One S bietet den Vorteil einer neutralweißen LED, welche die Kontrastwiedergabe stark verbessert. Dafür besitzt er aber keine Nahfeldausleuchtung und das Standlicht ist sehr dunkel. Auch eine Überlegung wert wäre der Philips Saferide 60, der zwar ein wenig teurer ist, dafür aber eine breitere, etwas hellere und besonders gleichmäßige Ausleuchtung liefert.
Und last but not least, gibt es seit einiger Zeit auch noch die Premium-Varianten von IQ Fly und IQ Cyo, die eine deutlich breitere Lichtverteilung bieten. Ich würde diese dem alten Fly/Cyo eigentlich in allen Fällen vorziehen, auch der Preisunterschied ist nicht groß.

Standlicht

Das Standlicht des IQ Fly ist mit einem Kondensator realisiert. Damit leuchtet der Scheinwerfer auch im Stand noch einige Minuten weiter. Die Helligkeit ist dabei deutlich dunkler als während der Fahrt, reicht jedoch noch aus, um ein paar Meter weit ausreichend zu sehen. Stellt man den Scheinwerfer auf “aus” erlischt übrigens auch das Standlicht sofort. Die Ladung des Kondensators wird so erhalten und man hat auch nach Monaten im Stand sofort Licht, wenn man den Scheinwerfer einschaltet.

Kühlung

Leider fällt bei genauerer Betrachtung der Konstruktion des IQ Fly auf, dass die Kühlung bei diesem weniger gut funktioniert. Viele Berichte bestätigen das. Die Folge ist, dass die Leuchtkraft nach einiger Fahrzeit abnimmt, da die Effizienz von LEDs bei höherer Temperatur sinkt. Auch die Lebensdauer einer LED nimmt mit höherer Betriebstemperatur ab. Genauere Untersuchungen wie stark dieser Effekt beim IQ Fly ist, sind schwierig. Aber im Zweifelsfall greift man hier lieber zum IQ Cyo, der die gleiche Optik besitzt, aber dessen anderes Gehäuse eine wesentlich bessere Kühlung gewährleistet.

Zusammenfassung

Der Lumotec IQ Fly ist weiterhin ein empfehlenswerter Scheinwerfer, auch wenn es mitterweile ähnlich gute Alternativen gibt und in höheren Preisklassen auch bessere Modelle. Wer einen guten Scheinwerfer im mittleren Preisbereich sucht, kann den IQ Fly durchaus in die engere Wahl ziehen.

Schalter Tagfahrl. Standl. Sensor Bezugsquellen
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Lumotec IQ Fly RT senso plus ja ja ja ja Amazon, eBay, Bike24, Rose


weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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Kommentare [9]

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— Frank aus FD · 2. Mai 2017, 12:28 · #

An meinem Gudereit (2009), habe ich die SENSO Version mit 40 LUX, diese hat bis heute eine gute Lichtleistung, das Standlicht ist sehr genial.
An meinem Stadtrad benutze ich die N Version auch mit 40 LUX, auch hier hat die Lichtleistung bisher nicht abgenommen.
Auch muss man anmerken, das mit Senso-Betrieb oder manuell, das Lich ist überwiegend in der kalten Jahreszeit an, und da gibt es von Außen eine super, gratis Kühlung.
Einen Vergleich mit der neuen IQ-X mit 100 Lux brauchen die betagten B&M Leuchten nicht zu scheuen. Diese leuchtet zwar besser aus, aber das Lichtfeld ist sicher nicht 2,5x so hell.
Gruß Frank

— Jörg Gros · 17. Januar 2017, 15:22 · #

Eine Frage zu der beanstandeten LED-Kühlung:
Trifft das auch auf das Modell Fly Premium Senso Plus mit Tagfahrlicht zu??
Bei meiner Akkuleuchte IXON IQ Premium kann ich lediglich eine kaum spürbare Erwärmung des Gehäuses feststellen.

Besten Dank für die Antwort.

Stefan · 15. Dezember 2015, 07:35 · #

Hallo Thomas,

wie alt in etwa war der erwähnte IQ Fly? Die ersten Versionen des IQ Fly waren soweit ich weiß deutlich weniger lichtstark. Habe sowas wie 2007 im Kopf? Auch das wäre eine Erklärungsmöglichkeit.

— Thomas · 14. Dezember 2015, 20:48 · #

Ich habe mir von einem Fahrrad, das lange gestanden, aber vermutlich nicht allzu viel gefahren worden ist, einen “Lumotec IQ Fly N plus” abschrauben dürfen, weil der Besitzerin der Seitenläuferdynamo zu anstregend geworden ist und sie auf auf eine batteriebetriebene Lichtanlage umsteigen will. Als ich den Scheinwerfer dann am eigenen Fahrrad (mit Nabendynamo) ausprobieren konnte, war ich enttäuscht: das Licht dürfte kaum heller sein als von einer Glühlampe, und das Standlicht ist außer Funktion. Als ich dann wieder meinen billigen “Union UN-426x” (siehe Testbericht auf dieser Seite) montiert habe, war es ein Unterschied wie Nacht und Tag!

Nun weiß ich zwar nicht, ob an dem Lumotec schon herumgefummelt worden war. Aber aufgrund obiger Erläuterungen nehme ich mal an, daß die LED tatsächlich wärmegeschädigt ist. Daß aber die Lichtleistung dermaßen darunter leiden kann, hat mich allerdings erstaunt.

Stefan | Fahrradbeleuchtung-Info · 14. November 2015, 07:15 · #

Allerdings hängt die geringere Helligkeit auch einfach mit der größeren ausgeleuchteten Fläche zusammen bei den Premium-Scheinwerfern von B & M zusammen.
Und bei den Lux-Zahlen muss man wissen, dass diese im hellsten Bereich in 10m Entfernung gemessen wird. Bei den B&M Premium Scheinwerfern fällt dieser Bereich aber besonders weit entfernt auf die Straße, wo das Licht dann breiter verteilt und nicht mehr so hell ist.
Alles in allem haben Lux-Zahlen leider nur eine sehr geringe Aussagekraft darüber, wie viel Licht ein Scheinwerfer nun auf die Straße bringt.

Das mit der schlechten Kühlung kommt aber auch noch dazu, das war mir beim Schreiben dieses Testberichtes so noch nicht klar, ich werde das mal ergänzen.

— Tomtom · 11. November 2015, 23:34 · #

@Micha
Ja die Erfahrung habe ich auch gemacht.
Der LUMOTEC IQ Fly Scheinwerfer hat eine sehr schlecht gekühlte LED, die schon nach wenigen Betriebsstunden wegen der Überhitzung deutlich an Helligkeit verliert. Habe letztens den IQ Fly meiner Frau gegen meinen Trelock 875 verglichen: vor zwei Jahren waren beide absolut gleichhell (beide 40 Lux, wenn auch unterschiedliches Leuchtbild), doch jetzt ist der Fly deutlich dunkler als der 875. War einigermaßen erschüttert, wo doch meine Frau viel seltener mit dem Fahrrrad unterwegs ist als ich. Dabei soll doch so eine LED angeblich 100.000h halten. Aber irgendwie muss B&M ja den Umsatz ankurbeln. Habe meiner Frau einen neuen Scheinwerfer, auch den Trelock 875 spendiert.

— Micha · 10. November 2015, 19:43 · #

Ich habe einen LUMOTEC IQ Fly Premium RT senso plus (60 Lux). Als ich letztens mit meinen Kindern mit einem UNION LED Scheinwerfer und einem AXA Pico 30 T im dunkeln gefahren bin, war ich doch erstaunt wie dunkel der IQ Fly im direkten Vergleich auf der Strasse ist. Zwar ist das Leuchtfeld bedeutend grösser, aber die Helligkeit in der Mitte des Lichtkegels war viel gringer als bei den 30 Lux Scheinwerfern. Hat jemand ähnliche Erfahrungen machen können?

— Müller · 26. Juni 2015, 19:05 · #

Ich glaube es wurde vergessen zu erwähnen, dass der Cyo eine bessere Kühlung hat als der Fly.

— Florian · 8. Januar 2015, 10:38 · #

Lichtkegel, Ausleuchtung, Leuchtkraft usw sind sehr gut ABER der Scheinwerfer war nach kanpp einem Jahr undicht. Ich hatte bisher keinen Busch und Müller Produkt, das wasserdicht war….