Testbericht: Trelock LS 460

8. Juli 2020


Trelock LS 460

Preis: ab ca. 40 €
Beleuchtungsstärke: 30 Lux (+ 1 dunklere Leuchtstufe)
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku
Leuchtdauer: ca. 3:40 h / 9:00 h, je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Gewicht: ca. 112 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung: ja

Bezugsquellen:

+ Nahfeldausleuchtung ab kurz vor dem Rad
o konzentrierte, ausreichend weitreichende Ausleuchtung
relativ schmale Ausleuchtung
im Fernbereich recht blaustichig
ungenaue Restkapazitätsanzeige (nur Warnung bei bald leerem Akku)
Ladebuchsenabdeckung sehr fummelig zu öffnen

Lieferumfang

Die Trelock LS 460 habe ich für diesen Test ganz normal gekauft, um eine Beeinflussung durch kostenlose Testexemplare zu vermeiden.

Als Zubehör wird zur Trelock LS 460 ein Micro-USB Ladekabel und eine Lenkerhalterung mitgeliefert. Ein Ladegerät ist nicht im Lieferumfang, es kann eines der ohnehin verbreiteten USB-Ladegeräte verwendet werden. Auf der Innenseite der Verpackung ist eine kurze Bedienungsanleitung aufgedruckt.

Verarbeitung und Bedienung

Die Trelock LS 460 kommt im schwarzen Kunststoffgehäuse daher. Die transparente Scheinwerferabdeckung ist auch an der Seite ein Stück fortgesetzt, so dass die Lampe für mehr Sicherheit auch von der Seite gut sichtbar ist.

Mit einem langen Druck auf einen Taster auf der Oberseite wird die LS 460 eingeschaltet. Leider ist der Taster recht schwergängig, so dass zumindest eine Bedienung mit Handschuhen nur schwer möglich ist.
Ein kurzer Druck auf den Schalter schaltet dann zwischen den beiden Helligkeitsstufen hin- und her. Die gewählte Stufe wird dann durch eine grüne oder blaue Anzeige auf der Oberseite signalisiert.

Eine Restkapazitätsanzeige zur Einschätzung der verbleibenden Akkukapazität fehlt leider. Im Einschaltknopf ist eine rote LED integriert, die bei bald leerem Akku zu leuchten beginnt. Nach Aufleuchten von dieser leuchtet die LS 460 zwar noch mehrere Stunden weiter, die Helligkeit nimmt aber recht schnell ab und ist dann bald kaum noch ausreichend für eine Weiterfahrt. Zumindest verhindert das, dass man plötzlich im Dunkeln steht, eine genauerer Anzeige der Restkapazität wäre aber vorteilhaft.

An der Rückseite befindet sich ein Micro-USB Ladeanschluss, der mit einer Gummikappe zum Schutz vor Spritzwasser abgedeckt ist.

Halterung

Die Halterung der Trelock LS 460 wird ohne Werkzeug am Lenker montiert. Ein einrastendes Band wird um den Lenker gezogen. Danach wird dieses noch mit einer Art Spannhebel festgespannt. Damit die Lampe ordentlich fest hält, muss man das Band doch mit ordentlich Kraft festziehen. Geschieht dies nicht, rettet das der Spannhebel auch nicht. Nach ordentlicher Montage hält die Halterung ab gut am Lenker fest.

Nach Lockern einer Schraube kann der obere Teil der Halterung etwas verdreht werden. So kann die LS 460 auch bei nicht geraden Lenkern verwendet werden.

Zum Befestigen auf der Halterung wird die Lampe einfach nur auf diese gedrückt bis sie einrastet, was sehr einfach funktioniert. Auch das Abnehmen der Lampe funktioniert gut: ein ausreichend großer Knopf an der Unterseite der Lampe entriegelt die Halterung wieder.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Trelock LS 460 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Der Nahbereich direkt vor dem Rad ist ausreichend ausgeleuchtet. Ca. 2 m vor dem Rad sind einige merkwürdige Lichtartefakte zu erkennen, diese stören aber nicht übermäßig stark. Der mittlere Bereich bis ca. 10 m ist dann recht gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Ausleuchtung ist jedoch eher schmal und nur mittelmäßig hell ausgeleuchtet. Vor allem bei nassem Untergrund der viel Licht schluckt ist das nicht optimal. zum Fernbereich hin wird der Lichtkegel zunächst ein wenig schmaler, leuchtet aber immerhin aufgrund des recht konzentrierten Lichtes noch einigermaßen brauchbar aus. Leider wird das Licht im Fernbereich sehr blaustichig, was eher ungünstig ist.

Leuchtdauer

Die Leuchtdauer einer Akku-Fahrradlampe kann ein nicht unwichtiger Faktor sein. Manchem mag eine kurze Akkulaufzeit ausreichen, wer auch längere Strecken im Dunkeln fährt, für den kann das wiederum ein entscheidender Nachteil sein. Natürlich führt eine besonders helle Fahrradlampe die entsprechend viel Strom verbraucht automatisch zu einer kürzeren Akkulaufzeit, wenn nicht gleichzeitig der Akku vergrößert wird, was wiederum das Gewicht nach oben treibt. Die Akkulaufzeit ist also immer eine Abwägung, die jeder Hersteller treffen muss. Ich bewerte daher eine kurze Akkulaufzeit nicht zwangsläufig als negativ. Aber zumindest sollte jeder die Daten kennen und für sich selbst entscheiden, ob die Laufzeit ausreicht.

Von Trelock konnte ich keine Herstellerangaben zur Leuchtdauer der LS 460 finden, also habe ich selbst getestet.

Auf hoher Leuchtstufe konnte ich eine Leuchtdauer von ca. 3:40 h erreichen, bis die Lampe in die niedrige Stufe schaltete. In dieser leuchtete sie dann noch weitere 40 min weiter, bis die rote Akkuwarn-LED begann zu leuchten. Von da an leuchtete die LS 460 zwar noch mehrere Stunden weiter, allerdings mit zunehmend stark verringerter Leuchtstärke, die zum Fahren kaum noch ausreichen dürfte.

Auf niedriger Leuchtstufe konnte ich eine Leuchtdauer von ca. 9 h erreichen, bis die rote Akkuwarn-LED zu leuchten begann.

Ladezeit

Das Laden der Trelock LS 460 erfolgt über einen Micro-USB-Ladeanschluss an der Rückseite. Dazu kann ein handelsübliches USB-Ladegerät verwendet werden, welches aber nicht im Lieferumfang ist.

Die Ladezeit bei leerem Akku, bis dieser komplett voll war, dauerte etwa 4,5 Stunden.

Während des Ladevorganges blinkt die in den Schalter integrierte rote LED, nach Abschluss des Ladevorganges erlischt diese. Leider ermöglicht dies keine Einschätzung, wie weit der Ladevorgang schon fortgeschritten ist.

Negativ anzumerken sind noch folgende zwei Dinge:

Erstens ist die Abdeckung der Ladebuchse nur sehr schwer zu öffnen – man muss dazu an einem sehr kleinen überstehenden Nippel an der Abdeckung ziehen. Die meisten anderen Fahrradlampen haben ähnliche Lösungen zur Abdeckung der Ladebuchse, sind aber anders geformt, so dass ein Öffnen viel leichter ist.

Zweitens befindet sich der Ladeanschluss in einer Art Mulde. Diese ist so klein, dass manche ungünstig geformte Ladekabel nicht passen, da der Kopf hinter dem eigentlichen Anschluss zu groß ist (das mitgelieferte Kabel passt natürlich).

Übrigens ist ein Laden auch bei eingeschalteter Lampe möglich. Es ist also beispielsweise möglich, die LS 460 im Betrieb mit einer Powerbank nachzuladen.

Fazit

Die Trelock LS 460 ist eine Einsteigerlampe, bietet aber immerhin mehr als eine reine Notbeleuchtung. Die Ausleuchtung ist recht schmal, bietet aber zumindest eine passable Helligkeit. Die Fernausleuchtung ist leider recht blaustichig, was der Fernsicht nicht unbedingt gut tut.

Als Alternative könnte man einen Blick auf die Sigma Sport Aura 60 werfen, die meist für einen ähnlichen Preis zu haben ist, aber etwas breiter und weitreichender ausleuchtet. Verzichten muss man bei dieser allerdings auf eine Nahfeldausleuchtung.

Ist man bereit etwas mehr auszugeben, sind auch die Busch & Müller Ixon Core oder die Sigma Sport Aura 80 eine Überlegung wert.

Vom großen Bruder, der Trelock LS 560, würde ich eher abraten. In diesem Preisbereich gibt es von anderen Herstellern m.E. bessere Angebote.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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