Testbericht: Ciclosport CM 109

7. Januar 2022


Ciclosport CM 109

Kategorie: Fahrradcomputer

Übertragung kabelgebunden
Funktionen Geschwindigkeit, Tagesstrecke und -fahrzeit, Gesamtstrecke und -fahrzeit, Durchschnitts- und Maximalgeschwindigkeit, Geschwindigkeitsvergleich, Kalorienverbrauch, Uhrzeit
Features Hintergrundbeleuchtung auch dauerhaft aktivierbar

Bezugsquellen:

Andere Varianten:


CM 309 Amazon*, eBay* (mit Funkübertragung)

Vorteile:
+ günstiger Fahrradcomputer mit allen wichtigen Funktionen
+ Hintergrundbeleuchtung auch dauerhaft aktivierbar

Nachteile
Tageswerte müssen alle einzeln zurückgesetzt werden
dauerhafte Anzeige von Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit nicht möglich
sehr kleine Indikation, welcher Wert gerade angezeigt wird
kein Datenerhalt bei Batteriewechsel (aber Warnung vor leerer Batterie)
max. 10.000 km Gesamtstrecke

Fazit
Der Ciclosport CM 109 ist ein einfacher Fahrradcomputer, der alle wichtigen Grundfunktionen bietet. Mit einer Hintergrundbeleuchtung, die sich sogar dauerhaft aktivieren lässt, bietet er zudem ein seltenes aber wichtiges Feature für Nachtfahrer.
Leider lassen sich aber die Tourwerte nur einzeln zurücksetzen, was jedesmal ein großer Aufwand ist. Das macht den CM 109 für mich nahezu unbrauchbar. Auch, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht dauerhaft angezeigt werden kann, empfinde ich als echten Nachteil.

Transparenzhinweis: Den Ciclosport CM 109 habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Verpackung und Lieferumfang

Der CM 103 wird mit folgendem Zubehör geliefert:

  • Lenkerhalterung mit verkabeltem Radsensor
  • Gummipad zum Unterlegen unter die Halterung
  • Speichenmagnet
  • 6 Kabelbinder (nur 4 werden zur Befestigung von Lenkerhalterung und Radsensor benötigt)
  • Batterie (CR2032)
  • Bedienungsanleitung

Aussehen und Montage

Der CM 109 hat ein einfaches, schwarzes Kunststoffgehäuse (es ist aber auch eine Version mit weißen Akzenten auf der Oberseite erhältlich). Das Display ist für heutige Verhältnisse eher klein (27 × 29 mm).

Vorn unter dem Display befinden sich zwei Tasten, die sich auch ganz gut bedienen lassen. Nur mit Handschuhen wird die Bedienung schwieriger.

Die Halterung des CM 109 wird mit Kabelbindern montiert. Unter die Halterung wird dazu das mitgelieferte Gummipad gelegt, welches für einen besseren Halt sorgt. Eine Montage ist sowohl am Lenker, als auch am Vorbau möglich. Die Kabelbinder können dazu aus verschiedenen Richtungen durch die Halterung geschoben werden.

Der fest verbundene Radsensor wird dann an der Gabel neben dem Rad montiert. Dazu wird das Kabel beispielsweise um die Bremskabel/-schläuche gelegt und daran nach unten geführt. der Radsensor wird dann wieder mit Kabelbinder befestigt.

Zum Schluss muss noch der Speichenmagnet befestigt werden. Dazu wird der eigentliche Magnet, der auf der Rückseite ein Gewinde hat, in die Rückplatte geschraubt. Auf der Rückplatte ist noch eine Moosgummischicht aufgeklebt und an einer Ecke einer kleine Vertiefung, in die die Speiche gelegt wird. Die Befestigung funktioniert ganz gut und hält auch. Nur gegen Verdrehen ist der Magnet nicht optimal gesichert. Von allein verdreht er sich allerdings auch nicht, höchstens wenn man mit etwas dagegen stößt.

Der Fahrradcomputer wird dann durch eine leichte Drehung in der Halterung befestigt. Das funktioniert sehr gut. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass es teilweise Berichte gibt, dass der Fahrradcomputer zu locker in der Halterung sitzt und herausfallen kann. Mir ist das nicht passiert, aber wenn man ungünstig an den Fahrradcomputer stößt, ist das durchaus denkbar. Beim Protos 113, der die gleiche Halterung verwendet, ist daher noch ein flexibles Teil in der Halterung vorhanden, wodurch der Fahrradcomputer besser festhält. Aber dann lässt er sich auch nicht mehr so gut herein- und herausdrehen.

Praxiseinsatz

An dieser Stelle nun einige Dinge, die mir beim Praxiseinsatz des Ciclosport CM 109 besonders aufgefallen sind.

Anzeige und Bedienung

Das Display des CM 109 ist für einen Fahrradcomputer typisch aufgeteilt. Oben eine große Anzeige für die Geschwindigkeit, unten können verschiedene andere Werte angezeigt werden.

Bei genauerem Ausprobieren stellt man aber fest, dass in der großen Anzeige oben nicht nur die aktuelle Geschwindigkeit angezeigt wird, sondern mit Druck auf die rechte Taste auf die Anzeige der Höchstgeschwindigkeit, mit einem weiteren Druck auf die Durchschnittsgeschwindigkeit und dann wieder auf die aktuelle Geschwindigkeit umgeschaltet wird. Nach ca. 6 s ohne Tastendruck springt die Anzeige dann auch automatisch wieder auf aktuelle Geschwindigkeit zurück. Leider hat das zur Folge, dass man Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit nicht dauerhaft im Display anzeigen kann. Insbesondere bei der Durchschnittsgeschwindigkeit stört mich das sehr, da ich diese recht oft anzeigen lasse um sie zu beobachten. Aber je nach Gewohnheiten ist das ggf. auch kein großer Nachteil.

In der unteren Zeile werden mit der linken Taste die Werte Uhrzeit, Fahrzeit, Gesamtfahrzeit, Strecke, Gesamtstrecke und Kalorienverbrauch durchgeschaltet. Welcher Wert gerade angezeigt wird, darüber informiert nur eine sehr kleine, während der Fahrt kaum lesbare, Abkürzung unter dem Wert (z.B. „RTM“, „DST“, „Kcal“ …). Aber auch so lassen sich die Werte einigermaßen intuitiv auseinanderhalten. Nur Fahrzeit und Gesamtfahrzeit sowie Strecke und Gesamtstrecke könnte man verwechseln – durch den normalerweise deutlich größeren Gesamtwert dürfte es aber trotzdem zu keiner Verwechslung kommen.

Negativ aufgefallen ist mir noch, dass die Gesamtstrecke nur bis 10.000 km zählt, dann springt die Anzeige wieder auf Null. Das dürfte für jeden, der nicht nur gelegentlich Fahrrad fährt, früher oder später zum Problem werden.

Hintergrundbeleuchtung – auch dauerhaft aktivierbar

Der CM 109 hat eine Hintergrundbeleuchtung, die ein Ablesen auch nachts ermöglicht. Für einen Fahrradcomputer im günstigen Preissegment wie den CM 109 ist das recht ungewöhnlich, meistens muss man für dieses Feature mehr ausgeben.

Die Hintergrundbeleuchtung wird immer beim Druck auf die rechte Taste für ca. 3 s aktiviert (also beim Umschalten Geschwindigkeit / Höchstgeschwindigkeit / Durchschnittsgeschwindigkeit). Leider ist damit ein kurzes Prüfen der aktuellen Geschwindigkeit schwer, da man immer beim Licht aktivieren auch gleich auf Durchschnittsgeschwindigkeit umschaltet und noch zwei weitere Klicks braucht, um zur aktuellen Geschwindigkeit zurückzukommen.

Der CM 109 hat aber auch noch eine nicht in der Bedienungsanleitung dokumentierte Funktion: Mit einem Druck auf beide Tasten gleichzeitig für ca. 1 s wird die Beleuchtung dauerhaft aktiviert (genauso schaltet man sie auch wieder ab). Das ist eine recht seltene Funktion bei klassischen Fahrradcomputern ohne GPS-Sensor, die aber für Nachtfahrer äußerst praktisch ist. Sonst gibt es sie z.B. noch beim Ciclosport Protos 113.
Allerdings bleibt die Beleuchtung dann auch aktiviert, bis die Batterie leer ist. Ein automatisches Abschalten bei längerer Standzeit wäre nicht schlecht gewesen.

Löschen der Tourwerte

Die Tages- oder Tourwerte eines Fahrradcomputers (Strecke, Fahrzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit…) kann man normalerweise relativ einfach alle auf einmal zurücksetzen. Nicht so beim CM 109. Hier kann man mit einem langen Druck auf die rechte Taste Durchschnitts- und Maximalgeschwindigkeit zusammen zurücksetzen (die oben angezeigten Werte). Die unten angezeigten Werte kann man nur einzeln löschen. Den entsprechenden Wert wählen und die linke Taste gedrückt halten. So ist man eine ganze Weile beschäftigt, bis man alle Werte zurückgesetzt hat. Noch dazu setzt man die Gesamtwerte für Strecke und Geschwindigkeit genauso zurück. Es kommt leicht vor, dass man ausversehen den falschen Wert auswählt und dann aus Versehen den Gesamtwert zurücksetzt.

Das ist für mich ein Verhalten, was den CM 109 nahezu unbrauchbar macht. Ich will nicht vor jeder Tour eine Klickorgie duchführen, bis ich mal alle Werte zurückgesetzt habe. Je nachdem wie man einen Fahrradcomputer nutzt, kann das auch anders sein. Aber für die meisten dürfte diese Art des Zurücksetzens äußerst unpraktisch sein.

Einstellungen

Wird der Fahrradcomputer das erste Mal oder nach Batteriewechsel eingeschaltet, öffnet sich das Einstellungsmenü. Mit einem langen Druck (ca. 5 s) auf beide Tasten kann das Einstellungsmenü ebenfalls geöffnet werden. Leider werden beim Öffnen des Einstellungsmenüs automatisch alle Werte gelöscht! Man muss also alles neu eingeben und sich natürlich auch die Gesamtwerte für Fahrzeit und -strecke notieren. Auch beim Batteriewechsel bleiben die Daten nicht erhalten.

Zumindest lässt sich aber die Uhrzeit verstellen, ohne alle anderen Einstellungen ebenfalls neu vornehmen zu müssen. Wenn die Uhrzeit ausgewählt ist, drückt man die linke Taste lange, dann kann man die Uhrzeit unabhängig von allen anderen Einstellungen eingeben.

Folgende Werte kann man beim CM 109 im Einstellungsmenü eingeben:

  • Uhrzeitformat 12h/24h
  • Uhrzeit
  • Anzeige von Kilometer / km/h oder Meilen / mph
  • Radumfang
  • Gesamtkilometer
  • Gesamtfahrzeit

Fazit

Der Ciclosport CM 109 ist ein einfacher Fahrradcomputer, der alle wichtigen Grundfunktionen bietet. Mit einer Hintergrundbeleuchtung, die sich sogar dauerhaft aktivieren lässt, bietet er zudem ein seltenes aber wichtiges Feature für Nachtfahrer.
Leider lassen sich aber die Tourwerte nur einzeln zurücksetzen, was jedesmal ein großer Aufwand ist. Das macht den CM 109 für mich nahezu unbrauchbar. Auch, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht dauerhaft angezeigt werden kann, empfinde ich als echten Nachteil.

Bezugsquellen:

Außerdem ist noch der CM 309 mit Funkübertragung erhältlich, der ansonsten aber gleich aussieht und den gleichen Funktionsumfang hat:

CM 309 Amazon*, eBay* (mit Funkübertragung)

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