Testbericht: Busch & Müller Ixxi

2. Dezember 2020


Busch & Müller Ixxi

Lichtstrom: 1,8 Lumen (eigene Messung)
Leuchtdauer: ca. 28 h (eigene Messung, Herstellerangabe 15 h)
Akkus: integrierter Li-Ion-Akku
Gewicht: 34 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung: ja
Preis: ab ca. 15 €

Bezugsquellen:

+ lange Leuchtdauer
+ klein und leicht
o keine besonders hohe Helligkeit
o Ladestandsanzeige eher schlecht zu erkennen
o eher lange Ladezeit
kein Schutz gegen versehentliches Einschalten
? eventuell Qualitätsprobleme? (Haltbarkeit, Wasserdichtigkeit, siehe unten)

Das Busch & Müller Ixxi habe ich für den Test normal im Handel gekauft.

Lieferumfang

Mitgeliefert wird zum Busch & Müller Ixxi eine Bedienungsanleitung, ein Micro-USB Ladekabel und zwei Silikonbänder zur Befestigung (eines davon als Ersatzteil – nur eines wird benötigt).

Aussehen und Bedienung

Das Ixxi besteht aus rotem transparentem Kunststoff mit einer abnehmbaren Gummiummantelung.

Oben befindet sich ein Taster zum Einschalten, der durch die Gummiummantelung hindurch gedrückt wird. Etwas nachteilig ist, dass ein einfacher kurzer Druck auf den Taster das Rücklicht bereits einschaltet. Gegen ein versehentliches Einschalten beispielsweise wenn man das Rücklicht in der Tasche verstaut ist es so nicht gut gesichert. Das Ixxi hat nur einen Leuchtmodus, ist also entweder an oder aus. Ein weiterer kurzer Druck auf den Taster schaltet es wieder aus.

Unten befindet sich ein Micro-USB Ladeanschluss. Dieser wird zugänglich, wenn man die Gummiummantelung unten abzieht.

Befestigt wird das Ixxi mit einem Gummiband, welches auf beiden Seiten des Rücklichts eingehakt und um die Sattelstütze gespannt wird. Leider altern solche Gummibänder mit der Zeit und reißen dann durchaus mal. Das wird wohl auch der Grund sein, warum Busch & Müller gleich zwei dieser Befestigungsbänder mitliefert. Außerdem kann man diese auch einzeln nachkaufen.

Die Ladestandsanzeige des Ixxi ist über eine grüne LED innerhalb des Gehäuses realisiert. Diese leuchtet bei eingeschaltetem Rücklicht grün und erlischt dann bei abnehmendem Ladestand, dann soll man das Rücklicht aufladen. Leider ist die grüne LED nur schwer sichtbar, man muss seitlich in das eingeschaltete Rücklicht schauen um dieses zu sehen.
Auch beim Ladevorgang erfolgt die Anzeige über erwähnte grüne LED: nach Abschluss des Ladevorganges erlischt diese.

Beurteilung der Sichtbarkeit

Hier ein Foto des Busch & Müller Ixxi bei völliger Dunkelheit. Das Foto gibt nicht zwangsläufig den korrekten Eindruck der Sichtbarkeit wieder, dieser kann je nach Bedingungen und Entfernung sehr unterschiedlich sein. Jedoch ermöglicht es einen gewissen Vergleich mit anderen Rücklichtern, die auf dieser Seite unter gleichen Bedingungen fotografiert wurden. Siehe auch Testübersicht Akkurücklichter

Busch & Müller IxxiBusch & Müller IxxiBusch & Müller Ixxi
Sichtbarkeit von: vorn, schräg (45°) und seitlich

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen)

Das Ixxi hat nur eine LED als Punktlichtquelle und gehört sicher nicht zu den hellsten Rücklichtern. Für normale Ansprüche dürfte es aber genügen. Die Optik ist etwas schräg nach oben geneigt, um die Neigung der Sattelstütze auszugleichen und gerade nach hinten zu leuchten. Direkt von hinten ist das Rücklicht gut zu sehen, je weiter man von seitlich auf das Ixxi schaut desto mehr verschlechtert sich die Sichtbarkeit. Auch im 90°-Winkel und mehr ist es aber noch einigermaßen zu sehen.

Eine Messung des Lichtstroms ergab einen Wert von 1,8 Lumen. Ein ausreichender Wert für eine zufriedenstellende Sichtbarkeit, aber definitiv kein übermäßig hoher Wert.

Leuchtdauer

Hier meine Ergebnisse zur Ermittlung der Leuchtdauer:

Nach 9:15 h ging die grüne LED-Anzeige aus, was die Notwendigkeit des Nachladens anzeigt. Allerdings leuchtete das Ixxi danach noch weitere 19:03 h weiter, wobei die Helligkeit erst gegen Ende moderat nachließ. Insgesamt wurden also 28:18 h Leuchtdauer erreicht, bevor sich das Ixxi komplett abschaltete.

Der Hersteller gibt eine Leuchtdauer von 15 h mit voller Helligkeit und danach nachlassender Helligkeit an.

Dass die Ladestands-LED bereits nach ca. 1/3 der Gesamtleuchtdauer erlischt, ist leider durchaus ein Nachteil. Zwar ist es gut, eine ausreichend lange Warnzeit vor dem Abschalten zu haben. Diese extrem lange Warnzeit dürfte aber dazu führen, dass das Rücklicht auch nach der Warnung weiter verwendet wird, weil es ja ohnehin noch lange leuchtet. Dass man dann doch ohne Vorwarnung ohne Rücklicht dasteht, ist nicht unwahrscheinlich.

Ladezeit

Der Ladevorgang war nach 5:24 h abgeschlossen. Das habe ich mehrfach mit unterschiedlichen hochqualitativen Netzteilen und Kabeln geprüft und bin immer auf ähnliche Werte gekommen. Leider ist das recht lange und liegt deutlich über der Herstellerangabe. Diese beträgt 2,5 h, am USB-Port eines Computers soll der Ladevorgang laut Bedienungsanleitung 3-4 h dauern.

Nachladen lässt sich das Ixxi übrigens auch während es leuchtet. So ließe sich mit einer Powerbank* die Leuchtdauer quasi beliebig erweitern. Leider

Qualitätsprobleme?

Die Haltbarkeit von Fahrradbeleuchtung ist meist nur schwer zu beurteilen. Wenn ein Produkt nach kurzer Zeit kaputt ist, kann das ein Einzelfall oder nicht. Auch ist ein synthetischer Test nicht immer gut dazu geeignet, die Haltbarkeit zu testen. Ein Wasserdichtigkeitstest unter der Dusche ist leider etwas anderes als die langfristige Einwirkung von Wind und Wetter und kann ganz andere Auswirkungen haben. Das ist auch der Grund, warum ich über diesen Aspekt meist eher wenig schreibe. Nicht weil es nicht wichtig ist, sondern weil ich leider derzeit keinen Weg sehe, dazu belastbare Aussagen zu treffen.

Beim Ixxi fällt bei Bewertungen in diversen Onlineshops leider eine überdurchschnittlich hohe Dichte von negativen Bewertungen auf, die auf Qualitätsprobleme hindeuten könnten. Besonders oft wird auf Probleme mit Feuchtigkeit hingewiesen, sowie auf einen generellen Ausfall (lässt sich nicht mehr einschalten etc.), der wiederum auch durch Feuchtigkeit verursacht worden sein könnte.
An sich gibt es drei Stellen, an denen Feuchtigkeit eindringen könnte. Zwei davon sind der Schalter und die Ladebuchse, die unter der Gummiummantelung liegen und an denen sich Öffnungen im Gehäuse befinden. Im Prinzip sollte die Gummiummantelung das Eindringen von Wasser verhindern, dass hier Spritzwasser eindringen kann, kann ich mir kaum vorstellen. Aber dass sich mit der Zeit doch Wasser unter die Abdeckung zieht (Kapillareffekt?) könnte denkbar sein.
Die dritte Stelle befindet sich an der Seite, an der die zwei Teile des Gehäuses zusammengefügt sind. Hier befinden sich bei mir an jeweils zwei Stellen links und rechts kleine Löcher (knapp 1 mm Durchmesser). Da sich diese an definierten Punkten befinden, würde ich davon ausgehen, dass diese bei allen Exemplaren so vorhanden sind und auf den Herstellungsprozess zurückzuführen sind. So leicht sollte an diesen kein Wasser eindringen, aber vielleicht sollte man diese vorsichtshalber mit Klebstoff abdichten.

Teilweise wurde auch ein Versagen des Rücklichts bei Minusgrade erwähnt. Zumindest bei meinem Exemplar scheint das aber nicht der Fall zu sein. Nach 30 min bei -18 °C leuchtete es immer noch unverändert weiter.

Was man nun daraus macht, muss jeder selbst entscheiden. Eventuell gibt es Hinweise darauf, dass das Ixxi vermehrt Probleme bereitet. Allerdings sollte man auch beachten, dass jemand der negative Erfahrungen gemacht hat, wahrscheinlicher eine Bewertung schreibt. Und trotzdem gibt es immer noch überwiegend positive Bewertungen. Auch ist mir bei Fahrradbeleuchtung bis heute kein Produkt bekannt, zu dem es keine negativen Bewertungen gibt. Vielleicht ist die Vorstellung, dass ein Produkt mit Sicherheit Jahrzehnte halten muss auch einfach überzogen (so sehr ich mir das wünschen würde).

Fazit

Das Busch & Müller Ixxi würde ich als günstiges, leichtes und brauchbares Rücklicht bezeichnen. Es sticht weder durch sehr hohe Helligkeit, noch durch extrem robuste Verarbeitung oder Ähnliches heraus. Die Ladestandsanzeige ist brauchbar, aber nicht besonders gut zu erkennen. Immherhin ist aber die Akkulaufzeit sehr lang – was aber natürlich auch durch die moderate Helligkeit mit verursacht wird.

Eine mögliche Alternative ist das Sigma Sport Nugget II. Dieses ist noch etwas günstiger und besser zu sehen. Allerdings ist die Akkulaufzeit wesentlich kürzer.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten:

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