Testbericht: Trelock LS 300

15. November 2022

Trelock LS 300 I-Go Vector

Kategorie: Akku-Scheinwerfer

Lichtstrom 65 / 30 Lumen je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Beleuchtungsstärke 30 / 10 Lux je nach Leuchtstufe (Herstellerangabe)
Leuchtdauer 4 / 10 h je nach Leuchtstufe (eigene Messung, Herstellerangabe bis 12 h)
Akkus integrierter Li-Ion-Akku
Gewicht 99 / 81 g mit/ohne Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung ja
Bezugsquellen:

Vorteile:
+ klein und leicht
+ günstig
+ auch von der Seite gut zu sehen

Nachteile:
erzeugt nur wenig Licht
schlechte Nahfeldausleuchtung

Testfazit:
Die Trelock LS 300 erzeugt nur wenig Licht. Immerhin ist sie aber klein und leicht und oft recht günstig zu haben. Wer hauptsächlich Licht braucht, um gesehen zu werden, kann sie in Betracht ziehen. Der seitliche zusätzliche Lichtaustritt unterstützt ein gesehen werden auch von der Seite. Wer ernsthafte Fahrten in Dunkeln unternehmen will, sollte aber auf eine etwas stärkere Lampe setzen.

Transparenzhinweis: Die Trelock LS 300 wurde mir vom Hersteller für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang und Verpackung

Die Trelock LS 300 wird in einer Pappverpackung geliefert.

Mit dabei sind ein Micro-USB Ladekabel, eine Lenkerhalterung und eine gedruckte Bedienungsanleitung.

Aussehen und Bedienung

Die Trelock LS 300 besteht aus einem Kunststoffgehäuse. Dieses ist recht klein, einen Größenvergleich seht ihr im Bild unten:

Auf der Oberseite ist ein Taster. Mit einem langen Druck wird die LS 300 eingeschaltet. Ein kurzer Druck schaltet dann zwischen den beiden Leuchtstufen hin und her. Ein weiterer langer Druck schaltet die Lampe wieder aus.

Außerdem befinden sich auf der Oberseite 3 rote LEDs zur Anzeige des Akkuladestandes. Bei mehr als 50% Ladestand leuchten alle drei LEDs, zwischen 25 und 50% 2 LEDs und unter 25% eine LED. Bei sehr niedrigem Ladestand beginnt dann die letzte LED zu blinken.
Im ausgeschalteten Zustand lässt sich mit einem kurzen Druck auf den Taster auch der Akkuladestand kurz anzeigen. So muss man die LS 300 dafür nicht erst anschalten, äußerst praktisch wie ich finde.

Vorn an der Lampe befindet sich eine Linse zur Lichtverteilung:

An der Seite ist ein kleines Sichtfenster eingelassen, durch das auch etwas Licht des Scheinwerfers seitlich austritt. So wird die Sichtbarkeit von der Seite verbessert.

Die Halterung ist ähnlich wie die von anderen Trelock-Lampen (z.B. der LS 660). Allerdings ist sie, auch wenn sie auf dem gleichen Prinzip beruht, etwas kleiner und damit nicht kompatibel. Sie funktioniert aber ähnlich gut. Der Halter kann gut am Lenker montiert werden. Die Lampe wird dann einfach auf den Lenker gesetzt und rastet dort ein. Zum Abnehmen wird ein Hebel unten an der Lampe gedrückt, der diese entriegelt.
Nach Lockern einer Schraube kann die Halterung auch etwas seitlich verdreht werden, um ab nicht geraden Lenkern verwendet zu werden.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Trelock LS 300 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Trelock LS 300 kaufen bei:

Der Nahbereich wird von der LS 300 kaum ausgeleuchtet, hier fällt nur sehr wenig Licht hin, was kaum ausreicht, um etwas zu sehen. Auch allzu weitreichend ist die Ausleuchtung nicht, dafür erzeugt die LS 300 zu wenig Licht. Ansonsten ist der Lichtkegel einigermaßen gleichmäßig ausgeleuchtet, ohne große Helligkeitsschwankungen oder Lücken. Es fallen aber Farbstiche im Lichtkegel auf, welche durch die Linse erzeugt werden. Besonders den blauen Streifen im vorderen Bereich fand ich etwas störend.
Trotzdem ist die Ausleuchtung der LS 300 aber bei geringen Ansprüchen ok. Um gesehen zu werden, reicht sie allemal, wer also vor allem bei ausreichender Straßenbeleuchtung unterwegs ist, hat hier keinen großen Nachteil. Bei angepasster Geschwindigkeit reicht die LS 300 zur Not auch mal auf Landstraßen oder Feld- und Waldwegen. So richtig Freude kommt da aber nicht auf.

Test von Lichtstrom und Leuchtdauer

Viele Hersteller von Fahrradbeleuchtung geben die Beleuchtungsstärke in Lux an, die in 10 m Entfernung am hellsten Punkt des Lichtkegels gemessen wird. Ich finde dagegen den Lichtstrom in Lumen aussagekräftiger, welcher aussagt, wie viel Licht insgesamt erzeugt wird (mehr dazu auch im Artikel über Lux und Lumen bei Fahrradbeleuchtung).

Da die meisten Hersteller keinen Wert für den Lichtstrom angeben, messe ich diesen mit einer selbstgebauten Ulbrichtkugel.

30 Sekunden nach dem Einschalten habe ich ca. 65 Lumen in der hohen Leuchtstufe gemessen, 30 Lumen in der niedrigen. Das liegt, verglichen mit anderen Akku-Fahrradlampen, am unteren Ende.

Außerdem habe ich den Lumen-Wert noch im Zeitverlauf bestimmt, woraus sich auch Helligkeitsänderungen während der Laufzeit und die Akkulaufzeit ablesen lassen:

Lichtstrom und Laufzeit der Trelock LS 300

Am Anfang nimmt der Lichtstrom vor allem in der hohen Leuchtstufe durch die Erwärmung leicht ab, was völlig normal ist. Dann wird der Wert recht konstant gehalten. In der hohen Leuchtstufe schaltet die Lampe nach knapp 4 Stunden automatisch in die niedrige Leuchtstufe zurück und leuchtet in dieser noch ca. 2 Stunden weiter.
In der niedrigen Leuchtstufe werden ca. 10 Stunden Laufzeit erreicht.

Test der Ladezeit

Die Trelock LS 300 wird über einen Micro-USB Ladeanschluss hinten an der Lampe geladen. Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert, es kann aber jedes übliche USB-Netzteil verwendet werden.

Gemessen habe ich beim Laden einen Ladestrom von bis zu 0,8 A. Dieser wird aber wie üblich nicht während der gesamten Ladezeit erreicht. Insbesondere zum Ende wird der Ladestrom deutlich abgesenkt.

Gemessen habe ich folgende Ladezeit: 3:16 h

Geladen wurden 1.934 mAh bzw.9.873 mWh (gemessen am Eingang mit rund 5 V Spannung).

Die LS 300 kann auch im eingeschalteten Zustand geladen werden. So kann sie beispielsweise während der Fahrt mit einer Powerbank nachgeladen werden.

Testfazit

Die Trelock LS 300 erzeugt nur wenig Licht. Immerhin ist sie aber klein und leicht und oft recht günstig zu haben. Wer hauptsächlich Licht braucht, um gesehen zu werden, kann sie in Betracht ziehen. Der seitliche zusätzliche Lichtaustritt unterstützt ein gesehen werden auch von der Seite. Wer ernsthafte Fahrten in Dunkeln unternehmen will, sollte aber auf eine etwas stärkere Lampe setzen.

Bezugsquellen:

Alternativen: Der Preis der Trelock LS 300 schwankt stark, aber selbst wenn man sie günstig bekommt, gibt es für einen ähnlichen Preis bei anderen Lampen bereits eine etwas bessere Ausleuchtung. Mein Favorit wäre hier die Sigma Sport Aura 45 oder die Aura 60. Aber auch die Busch & Müller Ixon Core, die Cateye GVolt 50 oder die Sigma Sport Aura 80 gibt es teilweise für einen erschwinglichen Preis, bei deutlich besserer Ausleuchtung als die Trelock LS 300.


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