Fahrradbeleuchtung: mit Dynamo oder Batterie?

19. Mai 2012

Jede Fahrradbeleuchtung benötigt eine Energiequelle, die elektrischen Strom bereitstellt. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Dynamos (heute in der Regel als Nabendynamos ausgeführt) und Batteriebetrieb (wobei i.d.R. wiederaufladbare Akkus verwendet werden). Wer sein Fahrrad mit einer Beleuchtungsanlage ausrüstet, steht also vor der Frage: Dynamo oder Batterie?

Allgemeingültig kann man diese Frage nicht beantworten, denn beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Der (Naben-)Dynamo

Nabendynamos sind Stand der Technik. Veraltete Seitenläuferdynamos oder Speichendynamos werden kaum noch eingesetzt. Deshalb werde ich an dieser Stelle speziell auf Nabendynamos eingehen. Viele der genannten Vor- und Nachteile treffen aber auch auf andere Bauformen zu.

Der naheliegendste Vorteil von Dynamos gegenüber Batterien zum Betrieb der Fahrradbeleuchtung ist, dass man seine Stromquelle damit immer dabei hat. Aus Versehen zu hause liegen lassen ist ausgeschlossen.

Außerdem ist der Betrieb der Fahrradbeleuchtung mit einem Dynamo nicht zeitlich beschränkt. Zwar bieten moderne Batteriesysteme teilweise sehr lange Laufzeiten, aber irgendwann sind auch diese leer. Meistens zum ungünstigsten Zeitpunkt. Besonders wer mehrtägige Radreisen unternimmt, dem bietet der Dynamobetrieb handfeste Vorteile. Insbesondere dann, wenn unterwegs keine Lademöglichkeit für die Akkus verfügbar ist, beispielsweise bei Übernachtung im Zelt.

Und ein weiterer Punkt ist nicht zu verachten: Bei Batterien muss man sich regelmäßig um das Laden kümmern. Dynamos dagegen sind dahingehend problemlos: einfach um nichts kümmern.

Stromversorgung mit Batterien/Akkus

Trotz aller Vorteile des Dynamobetriebs der Fahrradbeleuchtung hat auch der Batterie- bzw. Akkubetrieb einige Vorteile, die bei manchen Einsatzzwecken entscheidend sein können.

Macht man reine Tagestouren, muss kein unnützer Dynamo mitgeführt werden. Gerade für sportliche Fahrer, besonders im Mountainbike- und Rennradbereich, ist dies ein handfester Vorteil.

Und selbst, wenn eine Nachttour unternommen wird: Batterien sind i.d.R. leichter als ein Nabendynamo. Für den Normalradler machen ein paar 100g Unterschied nicht viel aus, für den sportlichen Fahrer, der teilweise riesige Summen für gewichtsoptimierte Carbonteile ausgibt, schon.

Ein weiterer Vorteil ist die theoretisch höhere Leistung von Batteriesystemen gegenüber Dynamos. Zumindest gängige Dynamos, die eine Nennleistung von 3W haben, sind in ihrer Leistung begrenzt. Zwar sind stärkere Nabendynamos erhältlich, die Auswahl ist jedoch verhältnismäßig gering und die Preise sehr hoch. Batteriesysteme dagegen sind in ihrer Leistung nahezu unbegrenzt. Eine höhere Lampenleistung führt nur dazu, dass sich der Akku schneller entlehrt. Allerdings: überschätzen sollte man diesen Vorteil nicht. Auch gängige Nabendynamos mit 3W, kombiniert mit guten LED-Lampen lassen im puncto Helligkeit fast keine Wünsche offen.

Übersicht und Empfehlung

Hier nochmal die wichtigsten Vor- und Nachteile von Dynamo- und Batteriebetrieb für die Fahrradbeleuchtung in einer Übersicht:

Dynamobetrieb Batteriebetrieb
Vorteile + immer dabei, kein Vergessen + wenn nicht gebraucht, einfach zu Hause lassen
+ unbegrenzte Betriebsdauer + verhältnismäßig leicht
+ kein lästiges Wiederaufladen + für Beleuchtung mit extremer Leistung geeignet
Nachteile - verhältnismäßig hohes Gewicht - Akkus müssen regelmäßig geladen werden
- Betriebsdauer begrenzt

Letztendlich muss jeder selbst die Vor- und Nachteile abwägen. Aber aus eigener Erfahrung würde ich sagen, dass in 90% aller Fälle folgendes zu empfehlen ist:

  • Dynamobetrieb für Stadt- und Trekkingräder
  • Batteriebetrieb für Rennräder und Mountainbikes

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