Achtung: Die hier getestete Lampe besitzt keine deutsche StVZO-Zulassung und ist daher im Sinne der deutschen Gesetzgebung keine Fahrradlampe und darf auch nicht als solche eingesetzt werden. Sie wird hier ausdrücklich nur als Taschenlampe getestet.
Sofirn BS01
Kategorie: Akku-Scheinwerfer
Vorteile:
+ erzeugt viel Licht
+ günstig
+ leicht tauschbarer Akku
+ stabiles Gehäuse
+ verwendbar als Powerbank
Nachteile:
– keine StVZO-Zulassung
– schlechte Fernsicht
– über Laufzeit stark abnehmende Helligkeit
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Testfazit:
Die Sofirn BS01 bietet sehr viel Licht für wenig Geld. Auch ein tauschbarer Standard-Akku ist ein großer Vorteil, der bei Fahrradlampen leider sehr selten ist. Trotz viel Licht ist die Fernsicht eher schwach, die Ausleuchtung ist eher auf den nahen und mittleren Bereich konzentriert. Verzichten muss man auf eine StVZO-Zulassung. Blendfrei ausrichtbar ist die BS01 trotzdem, sie hat eine klare Hell-Dunkel-Grenze. Durch die maximale Intensität recht weit unten im Lichtkegel muss man aber besonders aufpassen, sie nicht zu hoch auszurichten. Schade ist, dass die Leuchtkraft bei sich entleerendem Akku deutlich nachlässt.
Transparenzhinweis: Die Sofirn BS01 wurde mir für den Test kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang und Verpackung
Im Lieferumfang sind außer der Lampe die Halterung, ein Ladekabel (USB-A auf USB-C) und eine Bedienungsanleitung (Englisch und Chinesisch)
Aussehen und Bedienung
Die Sofirn BS01 besteht aus einem Aluminiumgehäuse.
Vorn im Gehäuse ist der Reflektor zu sehen und die LED, die von oben indirekt über den Reflektor nach vorn strahlt. Ein übliches Vorgehen, wenn man eine straßengeeignete Lampe mit abgeblendetem Lichtbild konstruiert (Linsenkonstruktionen sind allerdings auch möglich). Die LED hat allerdings eine recht große Emitterfläche, was zusammen mit dem recht kleinen Reflektor eine definierte Lichtverteilung schwierig macht.
Oben auf der Sofirn BS01 befindet sich ein Taster zur Bedienung. Langer Druck schaltet ein und aus, kurzer Druck schaltet die 4 Leuchtstufen durch. Ein Doppelklick aktiviert den Blinkmodus, ein weiterer Doppelklick schaltet auf SOS-Signal um. Mit einem Dreifach-Klick wird die Lampe in einen Automatikmodus versetzt. Sie schaltet sich dann bei Stillstand nach 30 Sekunden ab und bei erneuter Bewegung auch selbstständig wieder ein. Auch die Leuchtstufen lassen sich im Automatikmodus wie sonst auch durchschalten. Im Automatik-Modus leuchtet der Taster blau.
Ansonsten signalisiert der Taster den Ladestand. Grün für über 50% Ladestand, rot für 25 – 50%, rot blinkend für unter 25%. Im ausgeschalteten Zustand zeigt ein kurzer Druck auf den Taster den Ladestand kurz an, ohne die Lampe einzuschalten.
Auf der Unterseite befindet sich unter einer Gummiabdeckung ein USB-C Ladeanschluss, über den die BS01 nachgeladen werden kann.
Ein Nachladen im Betrieb funktioniert leider nur teilweise. Während es in den niedrigen Leuchtstufen keine Probleme gab, hat die Lampe in den beiden hohen Stufen teils beim Nachladen im eingeschalteten Zustand zu flackern begonnen.
Nutzen kann man die BS01 übrigens auch als Powerbank. Steckt man ein USB-C zu USB-C Kabel ein, lassen sich mit ihr andere Geräte laden – auch während die Lampe eingeschaltet ist.
Die Rückseite der Lampe lässt sich abschrauben, um den Akku zu wechseln. Die Schrauben sind in ein Alugewinde geschraubt, kein Kunststoffgewinde. Daher dürfte ein zumindest gelegentliches Öffnen ohne zu große Abnutzung funktionieren.
Geeignet um den Akku unterwegs zu tauschen ist die Sofirn BS01 aber eher nicht. Die kleinen Schrauben gehen doch leicht verloren…
Im Inneren befindet sich ein Akku in der Standard-Baugröße 21700. Dieser kann also bei Bedarf leicht getauscht werden. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil der Sofirn BS01. Denn der Akku begrenzt oft die Lebensdauer von elektronischen Geräten. Und bei vielen anderen Fahrradlampen ist ein Wechsel nicht oder nur schwer möglich.
Die Halterung nutzt einen Garmin-Mount, der per Gummiband am Lenker befestigt wird. Die Lampe wird anschließend durch eine 90°-Drehung sicher verriegelt. Dank der weit verbreiteten Standardaufnahme lassen sich kompatible Halterungen anderer Hersteller problemlos nachkaufen oder austauschen.
Lichtverteilung
Hier ein Foto der Ausleuchtung der Sofirn BS01. Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen. Für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer).
Das Bild oben wurde in der dritten von vier Leuchtstufen aufgenommen, der Akku war voll geladen. Wie weiter unten noch gezeigt wird, nimmt die Leuchtkraft der Sofirn BS01 in allen Stufen bei sich entleerendem Akku kontinuierlich ab. In der höchsten Stufe wird die Leuchtkraft zudem nach ca. 3 Minuten zwangsweise deutlich reduziert, wohl um eine Überhitzung zu vermeiden.
Die Ausleuchtung der Sofirn BS01 ist, insbesondere für eine Lampe dieser Preisklasse, selbst in der zweithöchsten Stufe recht hell. Allerdings ist die Ausleuchtung sehr auf den Nahbereich fokussiert. Die Helligkeit des Lichtkegels im Fernbereich nimmt deutlich ab und die Fernsicht ist eher schlecht. Der helle Fleck im vorderen Bereich des Lichtkegels wirkt in der Realität allerdings nicht so stark überblendet, das Auge gleicht hier noch mehr aus.
Trotz der fehlenden StVZO-Zulassung hat der Lichtkegel eine Abgrenzung nach oben, ist also blendfrei, solange die Lampe nicht zu hoch ausgerichtet wird.
Schön finde ich auch das zum Rand hin eher diffus auslaufende Lichtbild.
Das Licht ist recht kaltweiß (Herstellerangabe 6000-6500 K). Ob man kaltweißes oder eher neutralweißes Licht bevorzugt, ist eher Geschmackssache. Auch wenn neutralweißes Licht nach meinem Empfinden Kontraste etwas besser zur Geltung kommen lässt.
Hier die höchste Leuchtstufe, noch während des Boosts in den ersten 3 Minuten. Hier ist die Lampe noch um einiges heller als in der zweithöchsten Leuchtstufe. Selbst die Fernsicht ist hier noch einigermaßen passabel, auch wenn sich das Auge etwas auf die sehr hellen Bereiche im Nahbereich einstellt. Im vorderen und mittleren Bereich ist die Helligkeit im Boost-Modus so hoch, dass man selbst in sehr schwierigen Situationen (z.B. entgegenkommendes Fernlicht) genug Reserven hat.
Hier der Vollständigkeit halber noch die beiden niedrigen Leuchtstufen:
Die niedrigste Leuchtstufe ist eigentlich kaum noch – oder nur im absoluten Notfall – zum Fahren geeignet.
Test von Lichtstrom und Leuchtdauer
Sofirn gibt Werte für den Lichtstrom gemessen in Lumen, sowie zur Akkulaufzeit an (mehr dazu weiter unten). Ich messe diese Werte aber auch selber nach. Dazu wird eine selbstgebaute Ulbrichtkugel verwendet. Während die von mir ermittelten Leuchtdauern sehr genau gemessen sind, sollte man die Lumen-Werte nicht zu genau nehmen. Lumenmessungen sind schon mit sehr teurem professionellen Equipment nicht ganz einfach, die Messabweichungen mit meinem selbstgebauten Equipment können durchaus etwas größer sein.
Hier die gemessenen Lumenwerte im Zeitverlauf. Die Achseneinteilung ist so gewählt, dass die beiden hohen Leuchtstufen gut erkennbar sind.
Auffällig ist, dass die Leuchtkraft bei sich entleerendem Akku deutlich nachlässt. In der höchsten Leuchstufe gibt es anfangs sogar noch einen Boost von ca. 3 Minuten, dieser wird dann aber heruntergeregelt. Auch dann ist die Leuchtkraft in der höchsten Stufe aber noch höher als in der zweithöchsten. Im Diagramm sind am Anfang zwei Boostspitzen zu sehen. Hier habe ich testweise nochmals die Leuchtstufen durchgeschaltet – der Boost steht dann in der höchsten Stufe erneut zur Verfügung. Bei nicht mehr vollem Akku wird die Höhe des Boosts aber geringer sein.
Hier mit anderer Achseneinteilung noch die dritte und vierte Leuchtstufe.
Auch bei diesen nimmt die Leuchtkraft bei sich entleerendem Akku stark ab. Das zeigt auch, dass das kein Herunterregeln aufgrund von Überhitzung ist, denn in den niedrigen Leuchststufen findet kaum eine Erwärmung statt.
Hier die Herstellerangaben zu Lumen und Laufzeit.
| Low | Mid | High | Turbo |
|---|---|---|---|
| 50 lm | 150 lm | 500 lm | 2000 lm |
| 38 h | 14 h | 3,5 h | 3 h |
Die Lumenwerte in den drei niedrigen Stufen werden grob eingehalten (mögliche Messungenauigkeiten eingerechnet). In der Turbo-Stufe scheint mir mein Messwert (ca. 1430 lm) etwas gering für die Herstellerangabe von 2000 lm. Trotzdem ist der erzielte Wert für eine Lampe dieser Größe außerordentlich hoch – aber eben nur für 3 Minuten.
Die Angaben für die Leuchtdauer werden teils deutlich übertroffen. Aber eben mit der Einschränkung, dass der angegebene Lumenwert nur am Anfang zur Verfügung steht und dann deutlich nachlässt. Fairerweise muss man sagen, dass Sofirn die Laufzeit nach ANSI/NEMA FL1 (so angegeben auf der Herstellerwebseite) angibt. Hier wird der Lumenwert 30 Sekunden nach dem Einschalten angegeben, während der Laufzeit ist eine Reduktion um 90% erlaubt. Falsch in dem Sinne sind die Angaben also nicht.
Alles in allem gefällt mir die deutliche Abnahme der Leuchtkraft trotzdem weniger. Gerade bei einer Fahrradlampe will ich gern eine vorhersagbare Helligkeit in jeder Leuchtstufe haben. Eine Reduktion bis sagen wir 30% ist völlig in Ordnung, das ist in der Praxis kaum sichtbar. Auch eine deutliche Reduktion der Leuchtkraft bei fast leerem Akku ist in Ordnung. Aber ansonsten empfinde ich eine einigermaßen konstante Leuchtkraft als praktischer.
Luxwerte
Gemessen habe ich auch die Luxwerte. Bei Fahrradbeleuchtung beschreibt dieser Wert die Helligkeit des hellsten Punktes im Lichtkegel, gemessen in 10 Meter Entfernung, senkrecht zur Fahrbahn. Der Lux-Wert hat vor allem eine Relevanz dafür, wie gut die Fernsicht mit einer Lampe ist. Denn dafür ist nicht nur viel Licht notwendig, sondern der Lichtkegel muss auch stark gebündelt sein, damit in der Ferne noch eine ausreichend hohe Beleuchtungsstärke realisiert wird.
Die Messung wurde mit vollem Akku, ca. 30 Sekunden nach dem Einschalten durchgeführt.
| Stufe 1 | 5,7 lx |
| Stufe 2 | 16 lx |
| Stufe 3 | 50 lx |
| Stufe 4 (Boost) | 177 lx |
In der höchsten Stufe ist der Luxwert einigermaßen hoch, aber wird eben nur für rund 3 Minuten gehalten. Der Wert in Stufe 3 ist dann eher niedrig. Eine gute Fernsicht ist damit nicht möglich.
Könnte die BS01 die Anforderungen an die Blendfreiheit nach TA23 erfüllen?
Ob eine Fahrradlampe zugelassen wird, wird auf Antrag vom Kraftfahrtbundesamt entschieden. Dazu muss sie die Kriterien erfüllen, die in den TA23 definiert sind.
Zur Blendfreiheit ist dazu festgelegt, dass in 10 m Entfernung 3,4° über dem Punkt der größten Helligkeit (das ist auf 10 m Entfernung 59,4 cm darüber) die Beleuchtungsstärke höchstens 2 Lux betragen darf.
Und das habe ich natürlich mal nachgeprüft.
Ergebnis: nein, das erfüllt die BS01 bei weitem nicht.
Die BS01 hat zwar eine recht klare Hell-Dunkel-Grenze, der Lichtkegel ist also nach oben hin abgeschnitten. 59,4 cm über dem hellsten Punkt des Lichtkegels ist man aber noch unter der Hell-Dunkel-Grenze, die Beleuchtungsstärke liegt noch sehr weit über dem zugelassenen Wert.
Trotzdem ist die BS01, wie vom Hersteller angegeben, blendfrei ausrichtbar, denn sie hat eben eine klare Hell-Dunkel-Grenze. Hier muss man aber sehr genau aufpassen, dass man sie nicht zu hoch ausrichtet. Intuitiv wird man die Lampe so ausrichten, dass der hellste Punkt des Lichtkegels in den Fernbereich fällt. Dann ist die Lampe aber nicht blendfrei, denn die weniger hellen Teile des Lichtkegels strahlen dann viel zu weit nach oben und blenden massiv. Genau deshalb muss bei StVZO-zugelassenen Lampen der hellste Punkt des Lichtkegels dicht unter der Hell-Dunkel-Grenze sein. So lässt sich eine gute Fernsicht ohne Blendung erreichen.
Ein Vergleich der Sofirn BS01 mit der zugelassenen Busch & Müller Ixon Core 2 hat aber gezeigt, dass die Sofirn BS01 nicht unbedingt mehr blendet als zugelassene Lampen, wenn man sie denn tief genug einstellt und damit auf gute Fernsicht verzichtet. Die zweithöchste Leuchtstufe der Sofirn hatte nach meinem Eindruck eine ähnlich geringe Blendwirkung wie die Ixon Core 2. Nur die hohe Leuchstufe während des Boosts in den ersten 3 Minuten hat schon deutlich mehr als die Busch & Müller geblendet.
Testfazit
Die Sofirn BS01 bietet sehr viel Licht für wenig Geld. Auch ein tauschbarer Standard-Akku ist ein großer Vorteil, der bei Fahrradlampen leider sehr selten ist. Trotz viel Licht ist die Fernsicht eher schwach, die Ausleuchtung ist eher auf den nahen und mittleren Bereich konzentriert. Verzichten muss man auf eine StVZO-Zulassung. Blendfrei ausrichtbar ist die BS01 trotzdem, sie hat eine klare Hell-Dunkel-Grenze. Durch die maximale Intensität recht weit unten im Lichtkegel muss man aber besonders aufpassen, sie nicht zu hoch auszurichten. Schade ist, dass die Leuchtkraft bei sich entleerendem Akku deutlich nachlässt.
Alternativen:
Die Lumintop B01 ist die wohl ähnlichste Alternative zur Sofirn. Ebenfalls ein tauschbarer Standard-Akku, eine ähnliche Lichtverteilung und viel Licht für wenig Geld. Aber ebenfalls keine deutsche Zulassung und schlechte Fernsicht. Die Helligkeit hält die Lumintop aber besser konstant als die Sofirn.
Hier ein Video-Testbericht zur Sofirn BS01:











