Testbericht: Trelock LS 560

3. Juli 2020


Trelock LS 560

Preis: ab ca. 50 €
Beleuchtungsstärke: 50 Lux (+ 2 dunklere Leuchtstufen)
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku
Leuchtdauer: ca. 3 h / 3:50 h / 6:20 h, je nach Leuchtstufe (eigene Messung)
Gewicht: ca. 130 g mit Halterung (eigene Messung)
StVZO-Zulassung: ja

Bezugsquellen:

+ Nahfeldausleuchtung ab kurz vor dem Rad
+ konzentrierte, einigermaßen weitreichende Ausleuchtung
relativ schmale Ausleuchtung
im Fernbereich recht blaustichig
Ladebuchsenabdeckung sehr fummelig zu öffnen

Lieferumfang

Erworben habe ich die Trelock LS 560 für diesen Test regulär im Handel, um eine Beeinflussung durch vom Hersteller zur Verfügung gestellte Testexemplare zu vermeiden.

Die Trelock LS 560 wird mit einem Micro-USB Ladekabel und einer Lenkerhalterung geliefert. Ein Ladegerät ist nicht dabei, es kann ein handelsübliches USB-Ladegerät verwendet werden. Eine knappe Bedienungsanleitung ist auf der Innenseite der Verpackung abgedruckt.

Verarbeitung und Bedienung

Die Trelock LS 560 besteht aus einem einfachen Kunsstoffgehäuse. Die transparente Abdeckung für den Lichtaustritt ist an der Seite weitergezogen, so dass auch seitlich genügend Licht austritt um gesehen zu werden.

Auf der Oberseite befindet sich der Einschaltknopf, ein langer Druck auf diesen schaltet die LS 560 ein, so dass ein versehentliches Einschalten effektiv vermieden wird. Ein weiterer kurzer Druck schaltet dann die drei Leuchtstufen durch, ein langer Druck schaltet die Lampe wieder aus.

Außerdem auf der Oberseite befindet sich eine blaue Anzeige für die gewählte Leuchtstufe, welche mit 1-3 LEDs die gewählte Stufe signalisiert. Der Akkuladestand wird mit drei grünen LEDs angezeigt. Bei nahezu leerem Akku leuchtet die erste LED rot statt grün. Während des Ladevorgangs blinken 1-3 der Ladestands-LEDs, je nachdem wie voll der Akku bereits geladen ist.

An der Rückseite befindet sich ein Micro-USB Ladeanschluss, der mit einer Gummikappe zum Schutz vor Spritzwasser abgedeckt ist.

Halterung

Die Halterung der Trelock LS 560 wird werkzeuglos am Lenker montiert. Dazu wird das Band der Halterung festgezogen und dann noch mit einer Art Spannhebel gespannt. Leider ist hier doch einiges an Kraft nötig, um die Halterung einigermaßen fest zu bekommen. Hat man das geschafft, hält diese gut am Lenker.

Der obere Teil der Halterung kann nach Lockern einer Schraube verdreht werden, so dass die Lampe auch an gebogenen Lenkern nach vorne ausgerichtet werden kann.

Die Lampe wird dann auf die Halterung gedrückt bis sie einrastet. Zum Entfernen entriegelt man die Lampe durch Druck auf den Entriegelungsknopf. An der Befestigung der Lampe an der Halterung funktioniert sehr gut und durch den recht großen Entriegelungsknopf ist die Lampe auch gut (selbst mit Handschuhen) wieder von der Halterung zu entfernen.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Trelock LS 560 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Der Nahbereich ist ausreichend gut ausgeleuchtet, wenn auch nicht ganz gleichmäßig. Positiv ist auch, dass die LS 560 den Nahbereich nicht überstrahlt ist, was manchmal bei Fahrradlampen ein Problem ist und die Fernsicht unnötig verschlechtert. Im mittleren und Fernbereich ist die Ausleuchtung ausreichend hell und recht gleichmäßig – allerdings doch eher schmal. Die Fernsicht ist an sich für eine Fahrradlampe dieser Preisklasse nicht schlecht. Durch den recht konzentrierten und hellen Lichtkegel kommt auch in größerer Entfernung noch viel Licht an. Allerdings ist der Farbton in der Ferne sehr kalt und blaustichig, was eher unsgünstig ist.

Leuchtdauer

Je heller ein Fahrradscheinwerfer, desto mehr Strom verbraucht er auch und desto kürzer wird die Leuchtdauer. Mit einem größeren Akku kann man die Leuchtdauer wiederum erhöhen, was aber auch das Gewicht der Lampe erhöht. In so fern würde ich eine lange Leuchtdauer nicht pauschal als gut bewerten. Wichtig ist aber, dass man weiß, was man erwarten kann. Deshalb überprüfe ich die Herstellerangabe zur Leuchtdauer.

Von Trelock selbst konnte ich keine Angabe zur Leuchtdauer der LS 560 finden.

Mein eigener Test hat folgende Leuchtdauer ergeben:

Auf höchster Stufe wurde eine Leuchtdauer von rund 3 Stunden erreicht. Danach schaltete die LS 560 in die mittere Leuchtstufe und nach wenigen Minuten in die niedrigste Leuchtstufe. In dieser leuchtete sie dann noch 20 Minuten, bis die letzte grüne Akkustands-LED auf rot wechselte. Ab da leuchtete die Lampe noch eine Weile weiter, die Leuchtstärke nahm aber zunehmend weiter ab.

Auf mittlerer Stufe konnte ich eine Leuchtdauer von 3:50 h erreichen. Danach schaltete die Lampe auf die niedrigste Stufe und leuchtete in dieser noch ca. 20 min weiter, bis die rote Akkustands-Warnung begann zu leuchten.

Auf niedrigster Stufe konnte ich eine Leuchtdauer von ca. 6:20 h erreichen, bis die rote Akkustands-Warnung begann zu leuchten und die Leuchtstärke zunehmend abnahm.

Ladezeit

Die Trelock LS 560 wird über einen Micro-USB Ladeanschluss an der Rückseite geladen. Ein Ladegerät ist nicht im Anschluss, sondern es kann eines der verbreiteten USB-Ladegeräte verwendet werden, die fast in jedem Haushalt vorhanden sein dürften.

Bei komplett leerem Akku dauerte es ca. 4,5 Stunden bis der Akku wieder vollgeladen war.

Die Abdeckung der Ladebuchse besitzt nur einen sehr kleinen überstehenden Nippel, an dem zum Öffnen der Abdeckung gezogen werden muss. Das gestaltet sich doch eher schwierig. Das funktioniert bei vielen anderen Fahrradlampen besser, obwohl diese ein ähnliches System verwenden.

Anzumerken ist noch, dass der Ladeanschluss in einer Art Mulde sitzt und daher leider manche ungünstig geformte Ladekabel nicht passen, da der Stecker hinter dem eigentlichen Anschluss zu groß ist (das mitgelieferte Kabel passt natürlich).

Übrigens ist ein Laden auch bei eingeschalteter Lampe möglich. Es ist also beispielsweise möglich, die LS 560 im Betrieb mit einer Powerbank* nachzuladen.

Fazit

Die Trelock LS 560 bietet eine passable Ausleuchtung, mit der man durchaus zufrieden sein kann, wenn die Erwartungen nur moderat sind. Wirkliche Schwächen konnte ich nicht finden. Allerdings tritt die LS 560 gegen eine harte Konkurrenz im gleichen Preisbereich an und so gehört sie im Vergleich mit anderen Lampen nicht unbedingt zu meinen Favoriten.

Die Sigma Sport Aura 60 und die Sigma Sport Aura 80 beispielsweise sind preislich ähnlich angesiedelt, bieten aber insgesamt eher mehr Licht, eine breitere Ausleuchtung und haben keinen Blaustich im Fernbereich. Nachteilig ist allerdings, dass man bei den beiden Lampen von Sigma Sport auf eine Nahfeldausleuchtung verzichten muss. Legt man auf eine Nahfeldausleuchtung wert, könnte die Busch & Müller Ixon Core eine Option sein.

Wer dagegen deutlich mehr Licht möchte, muss auch deutlich tiefer in die Tasche greifen und sollte ein Auge auf die Trelock LS 760 und die Busch & Müller Ixon Space werfen.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten:

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