Testbericht: Sigma Sport Pure 1

17. September 2021


Sigma Sport Pure 1

Kategorie: Fahrradcomputer

Übertragung kabelgebunden
Funktionen Geschwindigkeit, Tagesstrecke und -fahrzeit, Gesamtstrecke und -fahrzeit

Bezugsquellen:

Andere Varianten:


Pure 1 ATS Amazon*, eBay*, Rose* (mit Funkübertragung)

Vorteile:
+ Alle anzeigbaren Daten (außer Gesamtwerte) ohne Umschalten im Blick
+ verhältnismäßig großes Display

Nachteile
Gesamtwerte (Strecke und Fahrzeit) lassen sich nicht einstellen
Kein Datenerhalt bei Batteriewechsel und keine Warnung bei leerer Batterie
Einstellungstaste auf Rückseite sehr klein und schlecht bedienbar (wird aber nur für erste Einstellungen benötigt)
keine Hintergrundbeleuchtung, daher nachts nicht einsetzbar
Speichenmagnet wirkt etwas fragil (ist aber leicht montierbar)
Halterung etwas schwergängig, hält den Fahrradcomputer aber gut fest

Fazit
Der Pure 1 ist ein minimalistischer Fahrradcomputer. Wenn man mehr als Geschwindigkeit, Strecke und Fahrzeit nicht braucht, hat man diese hier immer auf einem verhältnismäßig großen Display im Blick, ohne dass man umschalten muss. Ein echter Nachteil ist allerdings der Verlust der Gesamtwerte beim Batteriewechsel, die man dann auch nicht wieder neu einstellen kann. Empfehlen würde ich den Pure 1 deshalb nur, wenn einem die Gesamtwerte ohnehin egal sind.

Transparenzhinweis: Den Sigma Sport Pure 1 habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Verpackung und Lieferumfang

Der Sigma Sport Pure 1 wird mit Lenkerhalterung geliefert, an der fest verkabelt der Radsensor angebracht ist. Dabei sind auch zwei O-Ringe zur Befestigung von Lenkerhalter und Sensor. Zwei Unterlegstücke zum variieren der Distanz zwischen Rad und Sensor sind auch mit dabei, sowie ein Speichenmagnet. Eine mehrsprachige Bedienungsanleitung wird ebenfalls mitgeliefert. Die passende Batterie (CR 2032) ist bereits im Fahrradcomputer eingelegt.

Aussehen und Montage

Der Pure 1 hat ein verhältnismäßig großes Display. Unter dem Display befindet sich eine Taste. Außerdem eine kleine Taste auf der Rückseite des Fahrradcomputers.

Die Halterung des Pure 1 kann am Lenker oder Vorbau montiert werden. Für die Montage am Vorbau wird die Unterseite abgeschraubt und um 90° verdreht angebracht. An der Unterseite der Halterung befindet sich ein Klebepad, um sicheren Halt zu gewährleisten. Zusätzlich wird sie mit einem Gummiring befestigt. Alternativ kann man auch Kabelbinder verwenden (diese sind aber nicht im Lieferumfang).

Das Kabel mit dem Sensor muss dann nach unten zur Gabel geführt werden. Dazu wickelt man das Kabel am besten um den Bremsschlauch und führt es mit diesem nach unten. Der Sensor wird dann ebenfalls mit einem Gummiring an der Gabel befestigt. Da der Abstand zum Speichenmagnet nicht zu groß sein darf, sind zusätzlich zwei Abstandhalter dabei, die man bei Bedarf unter den Sensor legen kann, um den Abstand zu verringern.

Dann wird noch der Speichenmagnet an einer Speiche befestigt. Dieser lässt sich neuerdings besonders leicht montieren, indem die hintere Abdeckung von hinten aufgeklappt wird und hinter der Speiche geschlossen. Ehrlich gesagt bin ich mit diesem nicht ganz glücklich. Die Befestigung der älteren Speichenmagneten von Sigma Sport war zwar immer etwas schwierig, dafür waren sie aber quasi unzerstörbar und haben perfekt gehalten. Ob der neue Magnet da mithalten kann, wage ich zu bezweifeln. Bisher gab es aber keine Probleme.

Der Fahrradcomputer wird dann mit einer leichten Drehung in der Halterung befestigt. Allerdings ist das Befestigen des Fahrradcomputers in die Halterung für meinen Geschmack etwas schwergängig. Das ging bei früheren Halterungen einfacher. Allerdings gab es da auch immer mal wieder Beschwerden, dass der Fahrradcomputer sich aus der Halterung löst. Das Problem wurde jetzt scheinbar behoben, mit dem beschriebenen Nachteil.

Praxiseinsatz

In diesem Abschnitt beschreibe ich jetzt, was mir bei der Benutzung des Sigma Sport Pure 1 besonders aufgefallen ist.

Display und Bedienung während der Fahrt

Das Display des Pure 1 ist für einen Fahrradcomputer verhältnismäßig groß (29 × 45 mm). Es werden drei Werte gleichzeitig angezeigt, statt der sonst bei Sigma Sport Fahrradcomputern üblichen zwei Werte. Der Funktionsumfang des Pure 1 ist äußerst eingeschränkt. Er zeigt im Display oben die aktuelle Geschwindigkeit an, in der Mitte die Strecke und unten die Fahrzeit. Mit einem langen Druck auf die Taste kann man Strecke und Fahrzeit zurücksetzen. Ein kurzer Druck schaltet auf die Gesamtwerte um. Dann werden nicht die rücksetzbaren Werte der Tour angezeigt, sondern die Gesamtwerte.


Anzeige der Gesamtwerte

Das Bedienkonzept dieses minimalistischen Fahrradcomputers fand ich in jedem Fall interessant. Sonst bin ich immer ständig am hin- und herklicken zwischen verschiedenen Werten am Fahrradcomputern. Mit dem Pure 1 dagegen kann man sich entspannen. Es gibt nur die ganz essentiellen Werte, mehr nicht. Und die werden immer gleichzeitig im Display angezeigt. Die Taste drücken muss man nur, wenn man mal die Gesamtwerte sehen will.
Für einen dauerhaften Einsatz ist mir der Pure 1 dann aber doch zu puristisch. Zumindest auf die Durchschnittsgeschwindigkeit, eine Uhr und vielleicht noch die Maximalgeschwindigkeit möchte ich eigentlich nicht verzichten. Aber die Geschmäcker sind hier verschieden.

Einstellungen

Das Einstellungsmenü wird mit einem langen Druck auf die kleine Taste an der Rückseite geöffnet. Das ist nicht übermäßig komfortabel, geht aber mit dem Fingernagel einigermaßen. Da man die Einstellungen nicht allzu oft vornehmen muss, finde ich das auch verschmerzbar.

Aufgrund des geringen Funktionsumfangs ist auch das Einstellungsmenü sehr spartanisch. Folgende Einstellungen lassen sich vornehmen:

  • verwendete Einheit km/h – mp/h
  • Radumfang (vorgegebene Werte für 16, 18, 20, 22, 24, 26, 27, 27.5 , 28, 29 Zoll und 700C oder freie Eingabe in mm)

Anzumerken ist hier auf jeden Fall, dass sich die Gesamtwerte für Strecke und Fahrzeit nicht einstellen lassen, was sonst bei Fahrradcomputern normalerweise üblich ist. Man kann also nicht die Werte eines anderen Fahrradcomputers übernehnen.

Datenerhalt bei Batteriewechsel

Die Daten des Pure 1 gehen beim Batteriewechsel verloren. Man muss also den Radumfang dann neu einstellen, was aber schnell gemacht ist. Allerdings gehen auch die Gesamtwerte für Strecke und Fahrzeit verloren – und die lassen sich wie oben schon angemerkt auch nicht wieder neu einstellen. Nach dem Batteriewechsel fangen die Gesamtwerte also unweigerlich wieder bei Null an zu zählen. Das lässt für mich den Sinn der Gesamtwerte beim Pure 1 doch äußerst fragwürdig erscheinen.

Fazit

Der Pure 1 ist ein minimalistischer Fahrradcomputer. Wenn man mehr als Geschwindigkeit, Strecke und Fahrzeit nicht braucht, hat man diese hier immer auf einem verhältnismäßig großen Display im Blick, ohne dass man umschalten muss. Ein echter Nachteil ist allerdings der Verlust der Gesamtwerte beim Batteriewechsel, die man dann auch nicht wieder neu einstellen kann. Empfehlen würde ich den Pure 1 deshalb nur, wenn einem die Gesamtwerte ohnehin egal sind.

Außerdem ist der Pure 1 auch als Funkversion erhältlich.

Pure 1 ATS Amazon*, eBay*, Rose* (mit Funkübertragung)

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