Testbericht: Busch & Müller Eyc

31. Oktober 2013


getestete Variante:

Busch & Müller Eyc T senso plus

Kategorie: Dynamo-Scheinwerfer

Preis: ca. 50 €
Beleuchtungsstärke: 50 Lux
Funktionen: Sensorfunktion, Standlicht, Tagfahrlicht

Kaufen bei:

+ ausreichend breite und helle Ausleuchtung
+ Oberseite aus Aluminium sorgt für gute Wärmeableitung
o besonders klein. Ob das gut oder schlecht ist, ist Geschmackssache
o Nahbereich sehr hell ausgeleuchtet, daher verminderte Fernsicht, da sich das Auge auf hohe Helligkeit einstellt
─ Standlicht über Tagfahrlicht realisiert und recht schwach. Gut zum gesehen werden, zum selbst sehen aber ungeeignet (vermutlich nur auf die Version mit Tagfahrlicht zutreffend!)

Einleitung

Der Lumotec IQ2 Eyc ist nach dem Luxos der zweite Scheinwerfer von Busch & Müller mit IQ2-Technologie.

Auf der Herstellerseite steht dazu:

Die IQ-Technik der nächsten Generation: Leuchtkörperposition, Reflektor, LED und Kühlung sind radikal optimiert. Mit Hilfe eines Prismas werden Lichtausbeute und Wirkungsgrad entscheidend erhöht.

Aber ganz ehrlich: ich find das ganz interessant, für den Endkunden dürfte aber eher wichtig sein, was das nun in der Praxis bringt. Ich bin bei Werbeaussagen, die eine drastische Verbesserung versprechen meist erstmal skeptisch.

Verarbeitung und Bedienung

Schauen wir uns den Eyc also mal genauer an. Als erstes fällt auf, dass er wirklich sehr klein ist, wie vom Hersteller auch beworben. Er wirkt noch ein ganzes Stück kleiner als z.B. ein Cyo. Wenn ich ehrlich sein soll, finde ich das optisch an meinem Trekkingrad aber garnicht so toll. Der Eyc sieht etwas spielzeugmäßig aus. Aber bei solchen Dingen scheiden sich eben die Geister. Mit Sicherheit werden andere den Eyc optisch als perfekt und andere Scheinwerfer als klobig empfinden. Dafür gibt es ja verschiedene Scheinwerfermodelle…

Das Gehäuse des Eyc entspricht quasi einem deutlich verkleinerten Luxos. Das beinhaltet auch eine Abdeckung aus Aluminium an der Oberseite. Sehr gut, die Wärmeableitung dürfte so sehr gut sein, was sowohl der Lichtausbeute der LED als auch der Lebensdauer zugute kommen dürfte.

Das Anschlusskabel des Eyc ist fest verbunden. Steckkontakte finde ich eigentlich besser, da so ein defektes Kabel leichter ausgetauscht werden kann. Wobei ich sagen muss, dass bei mir so eine Beschädigung bisher kaum vorgekommen ist, dieser Nachteil ist also in der Praxis kleiner als man denkt.

Zum Tagfahrlicht gibt es noch eine kleine Besonderheit: die zwei Tagfahrlicht-LEDs leuchten nicht direkt nach vorne. Stattdessen leuchten sie nach unten, das Licht wird dann von zwei Prismen nach vorn abgelenkt. Die Blendwirkung des Tagfahrlichts ist so etwas vermindert. Erhältlich ist der Eyc aber auch ohne Tagfahrlicht (siehe Modellübersicht unten).

Der Schalter des Eyc entspricht dem des Luxos (nur kleiner). Anders als bei vielen anderen Scheinwerfern wird ein Taster statt einem Schalter mit verschiedenen Positionen verwendet. Ein jeweils kurzer Druck schaltet den Scheinwerfer an bzw. wieder aus. Auszusetzen habe ich am Schalter nichts, bedienen lässt er sich vernünftig. Was man erwähnen sollte ist aber: es gibt nur die Zustände komplett aus oder ein. Im Eingeschalteten Zustand ist die Automatik aktiv, die bei Helligkeit das Tagfahrlicht einschaltet und den Scheinwerfer abdimmt, bei Dunkelheit dagegen den Scheinwerfer voll leuchten lässt. Ich persönlich vermisse die Möglichkeit, den Scheinwerfer auch bei Tag voll einzuschalten allerdings nicht.

Der Reflektor ist nicht in das Gehäuse des Eyc integriert, sondern kann unten angesteckt werden.

Mitgeliefert wird zum Eyc auch ein Torx-Schlüssel, da die Neigung des Eyc nicht mit einem gängigen Sechskant-Schlüssel verstellt werden kann. Auch eine Bedienungsanleitung, die alles Nötige erklärt, ist dabei.

Praxiseinsatz

Beurteilung der Ausleuchtung

Wie sieht der Lichtkegel des Lumotec Eyc nun in der Praxis aus? Wer aufgrund der IQ2-Technologie so einen breiten Lichtkegel wie beim Luxos erwartet, wird enttäuscht. Der Eyc leuchtet etwa so breit wie ein IQ Cyo aus, im Fernbereich eher sogar etwas schmaler. Und mittlerweile gibt es sogar einen IQ-Scheinwerfer, der in der Breite der Ausleuchtung fast an den Luxos herankommt: der Cyo Premium

Beachten sollte man bei der Interpretation des Fotos, dass dieses durch die Überbetonung des Nahbereiches die Ausleuchtung des Eyc heller erscheinen lässt, als sie eigentlich ist. Der Eyc konzentriert sehr viel Licht auf den Nahbereich, was für die Fernsicht nicht unbedingt optimal ist. Denn das Auge stellt sich auf die hohe Helligkeit im Nahbereich ein und die Wahrnehmung im relativ gesehen dunkleren Fernbereich leidet darunter.

Standlicht

Das Standlicht des Eyc T ist über die Tagfahrlicht-LEDs realisiert. Das ist gut, weil die Tagfahrlicht-LEDs dafür ausgelegt sind, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, nicht dazu, die Fahrbahn auszuleuchten. Auf der anderen Seite sind die Tagfahrlicht-LEDs des Eyc nicht übermäßig hell. Das Standlicht ist daher wenig geeignet, selbst noch etwas zu sehen. Ob das schlimm ist, liegt im Auge des Betrachters. Ich persönlich finde es recht praktisch, wenn ich im Wald mal anhalte, nicht völlig im Dunkeln zu stehen.

Beim Eyc ohne Tagfahrlicht wird das Standlicht über den Hauptscheinwerfer realisiert sein und ich vermute, dass es hier besser geeignet ist, selbst noch etwas zu sehen. Wem ein Standlicht zum „selbst sehen“ wichtig ist, könnte mit dieser Version also glücklicher werden.

Zusammenfassung und Fazit

Alles in allem gefällt mir der Eyc gut. Wer einen besonders kleinen Scheinwerfer aus optischen Gründen bevorzugt, der liegt hier genau richtig. Nicht ganz so gut finde ich die starke Lichtkonzentration auf den Nahbereich.
Eine Spitzenposition erarbeitet sich der Eyc damit aber freilich nicht mehr. Der Philips Saferide 60, der große Bruder Luxos und auch die neuen Premiummodelle von Cyo und Fly übertreffen den Eyc in verschiedenen Aspekten. Aber auch preislich sind diese natürlich höher angesiedelt…

Schalter

Tagfahrlicht

Standlicht

Sensor

Bezugsquellen

Eyc plus - - x - eBay*
Eyc N plus x - x - Amazon*, eBay*
Eyc T senso plus x x x x Amazon*, eBay*, Rose*

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Kommentare [15]

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— Dietrich Martin · 20. Oktober 2020, 11:13 · #

Hatte festgestellt, dass mein Rücklicht nicht mehr funktioniert; Ursache ist ein durchtrenntes / durchgescheuertes Kabel am „Ausgang“ des Bumm Eyc. Die zweite Ader hat auch schon ihre Isolation an der entsprechenden Stelle verloren
Scheinwerfer geöffnet, festgestellt, dass sie nicht einmal eine Zugentlastung für ihre Kabel vorgesehen haben. Dort kann man auch notfalls neue Kabel anlöten.

Die Idee mit den festverbauten Kabelenden ist für den Hersteller gut, da er damit ein paar Cent sparen kann und die Kunden merken es (wenn sie nicht Täglichfahrer sind) wohl auch erst in vielen Jahren.

Alles in allem sehr entäuschend, für eine Produkt „Made in BRD“.

— Niels H. · 10. Januar 2018, 14:10 · #

Bei meinem Eyc T Senso hat sich nach ca. 4 Jahren der Standlichtkondensator (0.47µF/5.5V) verabschiedet. Das Standlicht ging dann nicht mehr und bei langsamer Fahrt hat er ziehmlich geflackert. Bei B&M war man auf Anfrage sehr kulant und bat mich den Scheinwerfer einzuschicken. Nach 2 Wochen bekam ich einen neuen zugesandt.

— Armin · 7. November 2017, 21:02 · #

Hallo,
mein Busch & Müller LED-Scheinwerfer Eyc T senso plus hat leider nach ca. 2,5 Jahren den Geist aufgegeben. Ein paar Tage konnte ich noch anschalten, danach ging nichts mehr, so dass ich kurzfristig eine neue Beleuchtung kaufen musste (jetzt AXA Blueline 50-T). Habe versucht das “Eyc” zu öffnen, vergeblich. Habe einen Schalter ohne ähnliches gesucht.
Hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht? Oder gar Ersatz von B & M erhalten? Danke für Rückmeldung per mail. Armin

— Stefan · 10. November 2016, 09:13 · #

Hallo,
vor zweieinhalb Jahren habe ich mir ein Rad mit zwei Eyc an einem SON gekauft. Beide Scheinwerfer sind jetzt innerhalb von 3 Wochen kaputt gegangen. Beide mit dem selben Fehler: Plötzlich schaltet der Scheinwerfer ohne erkennbaren Anlass komplett aus, irgendwann auch wieder an. Meist läßt er sich auch über den Schalter sofort wieder anschalten. Ansonsten gibt es keinen feste Periode, die ein/aus Zeiten schwanken ziwschen wenigen Sekunden und bis zu 2 Minuten.
Beim Untersuchen des ersten Scheinwerfers viel mir auf, das aus dem Schalter einen rostig aussehende Masse herausquillt.
Laut meinem Fahrradhändler ist dort tatsächlich ein mechanischer Schalter, kein Taster, verbaut. Ich vermute er hat das ständige draussen stehen bei Nasskaltem Wetter nicht überstanden.
Fehler in der Verkabelung schließe ich aus: Der Ersatzscheinwerfer funktioniert einwandfrei, und die defekten schalten komplett ab, gehen nicht wie bei Spannungsausfall in den Standlichtmodus.

Bernd · 1. November 2016, 22:34 · #

Hallo,

wir haben uns die Lampe für unsere Lastenrad gekauft und der oben angesprochene Nahbereich sehr hell ausgeleuchtet wird dadurch “verbessert” das wir die Lampe etwas weiter nach oben verschoben haben. Dadurch haben wir mit dem Lastenrad eine etwas bessere Ausleuchtung.

Auch das die Lampe sehr klein ist ist hier von Vorteil. Auf einer Gabel für 20 Zoll Räder sieht die nicht so wuchtig aus.

— Thomas · 28. Oktober 2016, 12:46 · #

Hallo,

meine Anfrage ist im Kapitel Verkabelung bereits abgehandelt worden. Hier nur noch zur Vervollständigung kurz die Info, dass man den Ausgang / Rücklichtanschluß beim Eyc in der Tat auch als Eingang verwenden kann. Der Hersteller hat das auf Anfrage bestätigt, empfiehlt es aber nicht, da es so nicht vorgesehen ist und dabei auch der Schalter überbrückt wird. Der Scheinwerfer ist dann auf dauerhaft AN eingestellt. Bei Verwendung mit einem Seitenläuferdynamo ja kein Problem, beim Nabendynamo evtl. störend.

Gruß
Thomas

— Thomas · 8. Oktober 2016, 19:16 · #

Hallo,

klingt vielleicht blöd, aber kann man einen aktuellen LED-Nabendynamo-Scheinwerfer auch über seine Rücklichtkabel mit Strom versorgen, also an einen Dynamo anschließen? Oder ist das Rücklichtkabel ein reiner Ausgang und hier sollte kein Strom rein geschickt werden? Ist hier evtl. eine integrierte Strombegrenzung dann abgekoppelt?

Hintergrund: Möchte einstweilen den vorhandenen Seitenläufer-Dynamo am Hinterrad beibehalten. Von dem geht ein Kabelstrang nach vorne für den bisherigen einfachen Frontscheinwerfer, das passenderweise bereits mit Kabelschuhen ausgeführt ist. Könnte man also direkt an die beiden kurzen Rücklichtkabel vom Scheinwerfer anschließen, die ebenfalls die Stecker dran haben. Aber verträgt das der Scheinwerfer (ist ein B+M eyc 50)?

Das vorhandene lange Dynamo-Anschlußkabel am Scheinwerfer möchte ich nicht kürzen, irgendwann kommt wahrscheinlich doch noch ein Nabendynamo / neues Vorderrad, dann brauch ich die Länge (die ich jetzt einstweilen einfach aufwickeln würde und mit Kabelbindern am Halter fixiere). Könnte es natürlich auch so aufwickeln und dann die Enden mit dem Kabelstrang zum Dynamo hinten verbinden. Nur wenn ich jetzt da passende Stecker dran mache, die bei Umrüstung auf Nabendynamo nachher wieder weg müssen, fehlt evtl. der entscheidende mm an Kabellänge. Wie es dann ja oft so ist, mit den kleinen Tücken ,-))

Gruß
Thomas

— Felix Lingelbach · 9. September 2015, 11:11 · #

Hallo Stefan,

erst einmal auch von mir vielen Dank für deine super Seite!

Ja, du hast recht, das Aussehen ist Geschmacksache. Mir gefällt er nämlich sehr gut an meinem Dienstrad. Auch von der Ausleuchtung war ich angenehm überrascht. Ein Fernlicht, das hohe Geschwindigkeiten auf stockdunklen, asphaltierten Wirtsschaftswegen erlaubt, war mir nicht wichtig. Für eine Abkürzung durch den Park ist er sehr gut.

Was ich aber bemängele, ist der Schalter. Ich habe leider eine Version ohne Sensor (N plus), muss den also regelmäßig bedienen. Er funktioniert, aber ob er nun wirklich geschaltet hat, muss ich jedesmal ausprobieren. Selten schaffe ich es beim ersten Mal. Kein großes Problem für mich, aber damit ist er nicht ‘frauentauglich’ (sorry). Schön für die Frau, denn die hat jetzt den Cyo Premium mit Sensor, der eigentlich für mich gedacht war.

Schöne Grüße, Felix

Stefan | Fahrradbeleuchtung-Info · 27. August 2015, 22:51 · #

Hallo Nordlicht,

das weiß ich leider nicht. Vermutlich wird es am erfolgversprechendsten sein, den Hersteller da direkt zu fragen…

— Nordlicht · 27. August 2015, 22:24 · #

Hallo, schöne Übersicht und eine sehr informative Seite. Kurze Frage, weil ich im Netz keine Infos bekommen habe: Gibt es irgendwo Informationen darüber, welche LED B&M im Eyc verbaut?

— René · 22. August 2015, 10:18 · #

Eine tolle Übersicht über Scheinwerfer. Ich frage mich in bei den Kommentare nur, warum jemand hier nach einer vermeintlichen Schwäche oder Defekt fragt, und nicht den Hersteller selbst anschreibt?

— Frank · 25. Juni 2015, 07:52 · #

An meinem neu erworbenen Gudereit LC 75 Evo ist dieser Frontscheinwerfer verbaut. Die Anbringung am Rad erscheint mir eine kleine Fehlkonstruktion zu sein. 50 Prozent des Lichtkegels fallen auf das vordere Schutzblech. Bin mal gespannt, welche Lösung Gudereit bzw. der Händler anbietet.

— Thomas · 1. Juli 2014, 14:12 · #

Hallo zusammen,
ich habe mir vor ein paar Monaten den “Eyc T senso plus” zugelegt. Nun ist mir vor kurzem aufgefallen, dass das Standlicht nach ca 1min und 20sec nur noch sehr schwach leuchtet und ein paar sec später ganz aus ist. Die LED am Schalter hingegen leuchtet 4min. Ist das normal, oder liegt ein Defekt vor?

Gruß
Thomas

Stefan | Fahrradbeleuchtung Info · 12. Juni 2014, 09:45 · #

Hallo Stöver,

danke für den Kommentar!

Was meinen Sie genau mit Typisierung nach Sehvermögen? Dass jemand mit Nachtsehschwäche generell mehr Licht braucht? Oder worauf wollen Sie hinaus?

Die Kaufentscheidenden Argumente an den Anfang des Beitrages zu schieben, wäre tatsächlich eine Überlegung wert…

— Stöver · 8. Juni 2014, 18:04 · #

zuerst: Kompliment für die Übersichtlichkeit
aber: warum argumentieren Sie nicht vom Radler her mit seiner Nachtsehschwäche, seiner Kurzsichtigkeit = Typisierung nach Sehvermögen?
und warum nicht die kaufentscheidenden Argumente an den Anfang Ihres Beitrages?

mfG Heiko Stöver