Testbericht: Lezyne Deca StVZO 1200

23. Juli 2026

Lezyne Deca StVZO 1200

Kategorie: Akku-Scheinwerfer

(Messwerte, außer wenn anders angegeben)
Leuchtstufen 1 2 3 4
Beleuchtungsstärke 15 lx 33 lx 100 lx 125 lx
Lichtstrom 150 lm 335 lm 870 lm 1100 lm
Lichtstrom
(Herstellerangabe)
40 lm 250 lm 800 lm 1200 lm
Leuchtdauer 16 h 7:30 h 3:30 h 3:15 h
Akku integrierter Li-Ion-Akku, 6600 mAh
Gewicht 227 g mit Halterung
StVZO-Zulassung ja

Vorteile:
+ Sehr viel Licht
+ breite Ausleuchtung
+ gleichmäßige Lichtverteilung
+ großer Akku – lange Laufzeit

Nachteile:
Fernsicht nur durchschnittlich
Montage bei wenig Platz am Lenker umständlich
Ladestandsanzeige nur 3-stufig

Lezyne Deca StVZO 1200 kaufen:

Testfazit:
Die Deca 1200 überzeugt in vielen Punkten. Ein stabiles, kompaktes Gehäuse mit großem Akku machen sie durchaus langstreckentauglich. Eine breite, gleichmäßige Ausleuchtung mit viel Licht bei Bedarf machen einfach Spaß. Nur die Fernsicht könnte gern noch etwas besser sein, hier ist die Deca 1200 nur Mittelmaß.

Transparenzhinweis: Die Lezyne Deca StVZO 1200 habe ich für den Test gekauft und selbst bezahlt.

Lieferumfang und Verpackung

Die Deca 1200 kommt in einer einfachen Pappverpackung. Diese war noch in einer kompostierbaren Kunststoff-Tüte eingeschweißt, die auf dem Foto nicht zu sehen ist.

Einen weiteren Lieferumfang gibt es nicht. Kein Ladekabel, kein Ladegerät, keine gedruckte Bedienungsanleitung. Das dürfte für die meisten aber ohnehin verzichtbar sein und nur im Müll landen.

Aussehen und Bedienung

Das Gehäuse der Deca 1200 besteht aus Aluminium, der hintere Teil aus Kunststoff. Das Gehäuse hat den gleichen Formfaktor wie das der sehr ähnlichen Lezyne Super Stvzo 600+, hat aber zusätzlich Kühlrippen rundherum integriert. Diese sind aufgrund der höheren Lichtleistung auch absolut notwendig – in den hohen Leuchtstufen erwärmt sich die Lampe recht stark.

Das Licht wird von einem recht kleinen Spiegelreflektor verteilt. Oben im Gehäuse sitzen die LEDs.
Im Vergleich zur Super 600+ ist der Spiegelreflektor sehr ähnlich geformt, aber in schmale, senkrechte Segmente unterteilt. Welchen Einfluss das auf die Lichtverteilung hat, ist mir aber nicht bekannt. Außerdem sind andere LEDs in einer leicht anderen Anordnung verbaut, als bei der Super 600+. Das dürfte durchaus einen Einfluss auf die Lichtverteilung haben. Entsprechend ist die Lichtverteilung beider Lampen zwar ähnlich, aber nicht gleich.

Die Deca 1200 ist trotz ihres recht großen integrierten Akkus (6800 mAh) nicht übermäßig groß. Der Platz im Gehäuse wird gut ausgenutzt. Mit einem Akku dieser Größe gehört die Deca 1200 zu einer der Lampen mit dem größten Akku, wenn man die Gruppe der StVZO-zugelassenen Akkulampen mit integriertem Akku betrachtet. Das macht sie interessant für längere Touren durch die Nacht.

Der Taster oben auf dem Gehäuse dient der Bedienung und der Ladestandsanzeige. Langer Druck schaltet ein und aus. Kurzer Druck schaltet die vier Leuchtstufen durch.
Eingeschaltet leuchtet der Taster grün (über 50% Ladestand), gelb (unter 50% Ladestand) oder rot (unter 10% Ladestand). Hier wären mehr angezeigte Stufen schön, um eine genauere Information über den Ladestand zu haben.

Im ausgeschalteten Zustand zeigt ein kurzer Druck auf den Taster auch für einige Sekunden den Ladestand an.

Es kann auch ein sogenannter Race-Mode aktiviert werden, bei dem dann nur noch zwei der vier Leuchtstufen vorhanden sind, was die Bedienung vereinfacht (Leuchtstufe 2 und 4 sind dann verfügbar und werden per Klick durchgeschaltet). Zum Aktivieren bei ausgeschalteter Lampe den Taster lange drücken, wenn die Lampe einschaltet weiter gedrückt halten und warten, bis die Farbe des Tasters auf blau wechselt. Um wieder in den normalen Modus zurückzukehren, ebenso verfahren und warten, bis der Taster auf grün wechselt.

Die Lampe wird mit einem Gummihalter um den Lenker gespannt. Um den Haken, in den das Band eingehakt wird, gut zu erreichen, wird die Lampe seitlich auf dem Halter verdreht und nach Montage wieder zurück gedreht. Je nach Anbausituation am Lenker hat man dafür aber eventuell nicht genug Platz. Dann ist es leider recht umständlich, das Band einzuhaken, funktioniert aber.

Im Halter integriert ist ein Aufsatz, der entfernt werden kann. Mit Aufsatz hält die Lampe in der Regel gut an Rundlenkern. Bei anders geformten Lenkern, z.B. Aero-Lenkern funktioniert die Montage ohne Aufsatz besser. Am besten probiert man selbst, welche Variante am besten funktioniert.

Unter einer Gummiabdeckung befindet sich der USB-C Ladeanschluss.
Die Lampe unterstützt auch USB-PD mit mehr als 5 V, was theoretisch für eine höhere Ladegeschwindigkeit sorgen sollte (der Taster leuchtet dann beim Laden blau statt grün). Leider konnte ich die Herstellerangaben zur Ladeleistung in der Bedienungsanleitung (bis 18 W bei 9 V und 2 A) jedoch nicht ansatzweise erreichen. Allerdings sind auch mit dieser Ladeleistung vom Hersteller recht hohe Ladezeiten (4:30 h) angegeben, die wiederrum ungefähr realistisch sind.
Auf kurze Ladezeiten sollte man bei der Deca 1200 auf jeden Fall nicht hoffen.

Ein Nachladen im Betrieb, z.B. mit einer Powerbank, ist übrigens möglich. Die Ladegeschwindigkeit wird aber nur in den beiden niedrigen Stufen ausreichen, um den Ladestand konstant zu halten. Auch die zweitniedrigste Leuchstufe erzeugt aber schon eine absolut brauchbare Ausleuchtung.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Lezyne Deca StVZO 1200. Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen. Für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer.
Die Fotos sind mit vollen Akku entstanden.

Lezyne Deca StVZO 1200 kaufen:

Die Ausleuchtung der Deca 1200 ist sehr schön breit, vom Nah- bis in den Fernbereich. Zum Rand läuft die Ausleuchtung langsam aus und ist nicht scharf abgegrenzt, was ich auch sehr angenehm finde.

Die Ausleuchtung wirkt auf dem Foto im Nahbereich stark überstrahlt – das wirkt in der Realität nicht so, das Auge gleicht hier wesentlich besser aus. Trotzdem landet im Nahbereich eher etwas zu viel Licht, welches besser im Fernbereich aufgehoben wäre. Die Fernsicht ist zwar in Ordnung – bei einer Lampe die so viel Licht erzeugt wie die Deca 1200 wäre hier aber mehr drin gewesen.

Interessant ist übrigens auch ein Vergleich zur Lezyne Super 600+. Insgesamt ist die Lichtverteilung recht ähnlich. Aber die auffälligen Streifen im Lichtkegel der Super 600+ sind bei der Deca 1200 nicht vorhanden. Auch wenn mich die Streifen im Lichtkegel der Super 600+ nie stark gestört haben, ich habe die Lampe immer gern verwendet – den gleichmäßigeren Lichtkegel der Deca 1200 fand ich im direkten Vergleich angenehmer.

Im Folgenden noch die anderen drei Leuchtstufen. Um einzuschätzen, wie gut die Helligkeit der einzelnen Stufen zum Fahren geeignet sind, sind solche Fotos allerdings nur wenig brauchbar.
Mein Eindruck war, dass die niedrigste Stufe fahrbar ist, aber nur mit angepasster Geschwindigkeit und nicht wirklich Spaß macht. Die zweite Stufe erzeugt dagegen schon eine Menge Licht und ich finde sie absolut fahrbar. Nicht immer optimal, aber doch gut genug, dass ich keine Bedenken hätte, damit mehrere Stunden durch die Nacht zu fahren.
Die dritte Leuchtstufe macht dann einen deutlichen Sprung nach oben und ist nochmals deutlich heller. Damit bleiben bei mir eigentlich keine Wünsche offen. Der Sprung zur höchsten Leuchtstufe ist dann nur noch gering und kaum der Rede wert – die hätte man gern auch weglassen können. Dafür hätte ich mir durchaus noch eine zusätzliche Stufe zwischen Stufe 2 und 3 gewünscht, denn der Sprung zwischen beiden ist doch recht groß. So hätte man noch einen weiteren Kompromiss mit noch etwas besserer Sicht als Stufe 2, aber mit noch etwas längerer Laufzeit als Stufe 3, die mit 3,5 Stunden bei langen Fahrten doch schon knapp wird.

Lichtstrom in Lumen und Leuchtdauer

Der Lichtstrom gemessen in Lumen gibt an, wie viel Licht eine Lampe insgesamt erzeugt.

Den Lumenwert der Deca 1200 habe ich mit meiner selbstgebauten Ulbrichtkugel im Zeitverlauf gemessen.

Bei der Einschätzung der Messergebnisse sollte man beachten, dass dies kein kalibriertes Messgerät ist. Die Messergebnisse sollten daher einigermaßen mit Vorsicht betrachtet werden. Zumindest eine grobe Einordnung und Vergleich mit anderen Lampen ist damit aber in jedem Fall möglich.

Hier die gemessenen Lumenwerte im Zeitverlauf.

Lezyne Deca Stvzo 1200 - Laufzeitdiagramm

Interessant ist, dass die Helligkeit im Zeitverlauf zumindest in den beiden niedrigen Stufen deutlich besser gehalten wird, als bei der Super Stvzo 600+. In den beiden hohen Leuchtstufen fällt die Helligkeit aber auch bei der Deca 1200 im Zeitverlauf, zumindest bis ca. 1 Stunde vor Ende der Leuchtdauer aber nicht allzu dramatisch.

Die Lampe war während der Messung mit einem PC-Lüfter gekühlt, der einen recht ordentlichen Luftstrom erzeugt. In der höchsten Leuchtstufe setzte aber offensichtlich eine Temperaturregelung der Lampe ein, die bei zu hoher Temperatur die Leistung nach unten regelt. Versuche mit unterschiedlicher Kühlung haben das klar gezeigt. Ob die Kühlung während der Fahrt besser ist und damit keine Anpassung der Leistung erfolgt, ist schwer zu sagen. Die gestrichelte Linie zeigt den vermutlichen ungefähren Verlauf, wenn keine Temperaturregelung erfolgt.
Zumindest bei dem Verlauf im Diagramm mit einer Reduzierung der Helligkeit wegen hoher Temperatur von rund 20% wird man davon aber ohnehin nichts merken – der Unterschied ist einfach zu klein um ihn wirklich wahrzunehmen. Im Stand ohne Luftzug regelt die Deca 1200 aber auch noch weiter herunter. Vermutlich würde hier auch in der zweithöchsten Stufe eine Temperaturregelung einsetzen.

Generell stimmen die gemessenen Lumen-Werte und Laufzeiten grob mit den Herstellerangaben überein. Nur die niedrigste Stufe erzeugt deutlich mehr Licht als vom Hersteller angegeben.

Herstellerangaben:
Lichtstrom Laufzeit
Femto 40 lm 21 h
Economy 250 lm 9:30 h
Enduro 800 lm 3 h
Blast 1200 lm 2:30 h

Beleuchtungsstärke in Lux

Gemessen habe ich auch die Luxwerte der Deca 1200. Bei Fahrradbeleuchtung beschreibt dieser Wert die Helligkeit des hellsten Punktes im Lichtkegel, gemessen in 10 Meter Entfernung, senkrecht zur Fahrbahn. Der Lux-Wert hat vor allem eine Relevanz dafür, wie gut die Fernsicht mit einer Lampe ist. Denn dafür ist nicht nur viel Licht notwendig, sondern der Lichtkegel muss auch stark gebündelt sein, damit in der Ferne noch eine ausreichend hohe Beleuchtungsstärke realisiert wird.

Die Messung wurde mit vollem Akku, ca. 30 Sekunden nach dem Einschalten durchgeführt. Eine Reduzierung in den beiden hohen Leuchtstufen erfolgt natürlich analog zum Verlauf der Lumen-Werte.

Hier meine Messergebnisse:

Beleuchtungsstärke
Messung
Stufe 1 15 lx
Stufe 2 33 lx
Stufe 3 100 lx
Stufe 3 125 lx

Generell sind die gemessenen Werte der Deca 1200 ok, aber gemessen daran, dass die Lampe ziemlich viel Licht erzeugt, wiederum nicht übermäßig hoch. Die Deca 1200 verteilt das Licht also eher breit und konzentriert das Licht nicht übermäßig stark in den Fernbereich. Das unterstreicht die Fernsicht, die mir bei meiner Testfahrt nur mittelmäßig vorkam. Wer besonders im Fernbereich (> 40 Meter) besonders gute Sicht haben will, für den ist die Deca 1200 also nicht besonders geeignet.

Testfazit

Die Deca 1200 überzeugt in vielen Punkten. Ein stabiles, kompaktes Gehäuse mit großem Akku machen sie durchaus langstreckentauglich. Eine breite, gleichmäßige Ausleuchtung mit viel Licht bei Bedarf machen einfach Spaß. Nur die Fernsicht könnte gern noch etwas besser sein, hier ist die Deca 1200 nur Mittelmaß.

Lezyne Deca StVZO 1200 kaufen:


Hier ein Video zur Deca 1200 auf meinem Youtube-Kanal:


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