Testbericht: Magicshine Hori 900S

10. September 2026

Magicshine Hori 900S

Kategorie: Akku-Scheinwerfer

(Messwerte, außer wenn anders angegeben)
Leuchtstufen 1 2 3 Tagfahrlicht
Beleuchtungsstärke
(Herstellerangabe)
15 lx 35 lx 70 lx 100 lx
Lichtstrom 740 lm
430 lm nach 10 min
380 lm 190 lm 50 lm
Lichtstrom
(Herstellerangabe)
900 lm 400 lm 200 lm 50 lm
Leuchtdauer 1:20 h 2:45 h 15 h 5:20 h
Akku integrierter Li-Ion-Akku, 2600 mAh
Gewicht 108 g
StVZO-Zulassung nein

Vorteile:
+ helle und breite Ausleuchtung
+ stabiles und kompaktes Gehäuse
+ gut sichtbares Tagfahrlicht mit langer Laufzeit
+ vielfältige Montageoptionen
+ FTR LightSync Control zum gleichzeitigen Schalten von Front- und Rücklicht

Nachteile:
nur mäßige Fernsicht / geringe Lux-Werte
Helligkeit nimmt während Laufzeit deutlich ab
eher kurze Laufzeit vom Abblendlicht
Einstellungen von Leuchtstufen funktioniert aktuell nicht (Sep 2026, App-Version 1.2.2)

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Testfazit:
Die Magicshine Hori 900S ist eine kleine und kompakte Lampe mit flexiblen Montagemöglichkeiten. Das gute Tagfahrlicht mit seiner langen Laufzeit sorgt dafür, dass man auch tagsüber gut gesehen wird. Gleichzeitig bietet das Abblendlicht eine helle und breite Ausleuchtung, sodass die Hori 900S auch für Fahrten in der Nacht durchaus geeignet ist. Abstriche muss man allerdings bei der eher kurzen Akkulaufzeit und der nur mäßigen Reichweite machen.

Transparenzhinweis: Die Magicshine Hori 900S wurde mir vom Hersteller für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die Magicshine Hori 900S hat keine StVZO-Zulassung, kann also in Deutschland nicht verwendet werden. Das Lichtbild ist allerdings abgeblendet, so dass sie wie zugelassene Lampen blendfrei ausgerichtet werden kann.

Lieferumfang und Verpackung

Im Lieferumfang ist ein Wahoo-Adapter als Ersatz für den bereits montierten Garmin-Adapter enthalten. Außerdem ein Adapter von Garmin zu Gopro, eine Abdeckung die oben oder unten statt dem montierten Halter/Adapter montiert werden kann, eine Lenkerhalterung mit Unterleggummis/Distanzscheiben und Schraube für die Gopro-Halterung auf der Unterseite, Bedienungsanleitung, Ladekabel, Lenkertaster mit Klettband zur Montage und zwei Schraubenschlüssel.

Aussehen und Bedienung

Die Magicshine Hori 900S besteht aus einem stabilen und kompakten Alugehäuse.
Das S im Namen bezeichnet eine Version mit etwas größerem Akku. Statt dem 2000 mAh Akku der Hori 900 hat die Hori 900S einen Akku mit 2600 mAh. Außerdem ist bei ihr eine Fernbedienung im Lieferumfang, was bei der Hori 900 nicht der Fall ist.

Vorn eine Linse für die Lichtverteilung. Anders als bei der Hori 1300 ist keine zweite Optik für ein Fernlicht vorhanden. Stattdessen befindet sich links und rechts der Linse jeweils eine Tagfahrlicht-LED. Diese leuchten unabgeblendet nach vorne und sorgen so für ein gutes gesehen werden.

Das Gehäuse der Hori 900S ist angenehm klein, sogar noch etwas kleiner als das der Hori 1300 (Hori 900S: 108 g, Hori 1300: 152 g).

Oben auf der Hori 900S ist eine Garmin-Aufnahme vorhanden. Unten ein Gegenstück, welches selbst in eine Garmin-Aufnahme gedreht werden kann.

Montiert werden kann die Hori 900S dann in einer Art Sandwich-Konstruktion: in die Garmin Aufnahme kommt die Lampe, auf die Lampe dann das Garmin. Verwendet man die Lampe gerade nicht, kann das Garmin weiterhin direkt in die Aufnahme gedreht werden. Nachteil dieser Vorgehensweise: man muss die Tacho-Halterung so ausrichten, dass sie zum Lichtkegel der Lampe passt. Ist diese gerade ausgerichtet, ist die Oberkante des Lichtkegels leicht nach unten, also blendfrei, ausgerichtet.

Verwendet man stattdessen einen Wahoo, kann man die Halterung auf der Oberseite gegen den mitgelieferten Wahoo-Halter austauschen. Ein Gegenstück für Wahoo für die Unterseite wird aber nicht mitgeliefert und ist auch nicht separat erhältlich. Die Lampe in einen Wahoo-Halter setzen und auf der Oberseite ein Wahoo darauf funktioniert also nicht.

Montiert man das Garmin-Gegenstück auf der Ober- statt der Unterseite, kann die Lampe mit dem mitgelieferten Adapter hängend an einem Gopro-Halter montiert werden.

Mit dem Taster an der Seite wird die Hori 900S bedient. Ein langer Druck schaltet ein und aus, ein kurzer Druck schaltet die drei Leuchtstufen durch. Ein Doppelklick schaltet aufs Tagfahrlicht, ein einfacher Druck schaltet für dieses dann den Blinkmodus ein (Blinkmuster: lang – Pause – 3x kurz).
Die Ladestandsanzeige ist auch in den Taster integriert. Normalerweise grün, ab 20% rot, ab 10% rot blinkend. Eine feiner abgestufte Anzeige wäre sicher hilfreich.

Bedient werden kann die Lampe aber auch mit dem kabellosen Lenkertaster. Die Fernbedienung hat eine CR2032 Knopfzelle zur Stromversorgung. Der Kreis-Taster entspricht von der Funktion dem Taster an der Lampe. Der Viereck-Taster, bei anderen Magicshine-Lampen als Fernlicht-Taster verwendet, schaltet direkt den maximalen Abblendlicht-Modus ein. Mit einem Doppelklick können noch weitere Blinkmodi aktiviert werden. Einmal das Nachtblinken (Tagfahrlicht-LEDs dauerhaft an, Hauptscheinwerfer blinkt) und das Tagblinken (Tagfahrlicht-LEDs blinken gleichmäßig, Hauptscheinwerfer aus).

Die Hori 900S unterstützt FTR LightSync Control. Damit können Front- und Rücklicht gekoppelt werden, wenn auch das Rücklicht diese Funktion unterstützt. Die Fernbedienung wird mit beiden gekoppelt und schaltet dann Front- und Rücklicht gleichzeitig ein und aus. Auch wenn man die Hori 900S direkt an der Lampe ein oder ausschaltet wird das Rücklicht mit geschaltet.

Geladen wird die Lampe über den USB-C Ladeanschluss. Ein Nachladen im Betrieb ist möglich.

App-Steuerung

Die Hori 900S kann wie viele andere Magicshine-Lampen per Bluetooth mit der Magicshine-App (iOS und Android) verbunden werden. Hier können dann Leuchtstufen programmiert werden. Sowohl die Anzahl der Leuchtstufen kann frei gewählt werden, als auch deren Stärke zwischen 1 und 100%.

Leider ist die aktuelle Version 1.2.2 der App verbuggt. Es kann nur eine Leuchtstufe programmiert werden. Wird eine weitere hinzugefügt, wird die bereits vorhandene ersetzt. In früheren App-Versionen hat das funktioniert. Bleibt zu hoffen, dass Magicshine das bald fixt.

Ein Downgrade der App scheint nicht möglich, auch wenn man diese aus anderen Quellen installiert, funktioniert sie nicht.

Allerdings gibt es eine ältere Entwicklungslinie der Magicshine-App. Version 1.2.91 von dieser lässt sich unter Android als .apk installieren, die Leuchtstufen der Hori 900S lassen sich damit programmieren.


Der Akkuladestand wird von der Lampe übrigens nicht an die App übertragen und zeigt dort immer 100% an. Auch Lichtsensor und Bewegungserkennung können nicht geschaltet werden, auch wenn die App diesen Eindruck vermittelt.

Will man die Leuchtstufen der Lampe auf den Auslieferungszustand zurücksetzen, müssen alle programmierten Stufen gelöscht werden. Dazu einfach die entsprechenden Einträge nach links ziehen, dann erscheint das Löschen-Symbol.

Lichtverteilung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Magicshine Hori 900S. Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen. Für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer.
Die Fotos sind mit vollem Akku entstanden.

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Die Ausleuchtung ist typisch für eine Lampe von Magicshine: helles Lichtfeld, in den Fernbereich immer breiter werdend mit scharfer Abgrenzung zur Seite. Die scharfe Abgrenzung zur Seite mag ich persönlich nicht so sehr, einen seitlich langsam auslaufenden Lichtkegel finde ich angenehmer. Allzu gravierend finde ich diesen Nachteil aber auch nicht. Weitere Nachteile: vorn könnte die Ausleuchtung gern etwas breiter sein. Und die Fernsicht ist nicht allzu gut (siehe Lux-Messung weiter unten). Jenseits der 20 Meter nimmt die Helligkeit des Lichtkegels recht stark ab. Auf der anderen Seite ist die Ausleuchtung im Fernbereich aber zumindest recht breit und nimmt von der Helligkeit zur Seite auch nicht stark ab. Man hat also zumindest auf der gesamten Breite eine akzeptable Fernsicht. Gute Weitsicht bis in den Bereich 40 oder 50 Meter hat man mit der Hori 900S aber nicht.
Die Tagfahrlicht-LEDs leuchten im Abblendlicht übrigens leicht gedimmt mit.

Hier die mittlere Leuchtstufe (400 Lumen). Auch diese ist noch recht hell und gut fahrbar.

Die niedrige Leuchtstufe (200 Lumen) ist für viele Zwecke immer noch hell genug. Die Fernsicht wird mit dieser wirklich schlecht, aber auf mittlere Entfernung (ca. 20 Meter) sieht man damit immer noch recht gut.

Hier noch ein Foto mit aktiviertem Tagfahrlicht. Dieses ist wirklich nur zum gesehen werden geeignet, fahren kann man damit nur im absoluten Notfall. Ein Handy-Licht dürfte nicht viel schlechter sein.

Lichtstrom in Lumen und Leuchtdauer

Der Lichtstrom gemessen in Lumen gibt an, wie viel Licht eine Lampe insgesamt erzeugt.

Den Lumenwert der Magicshine Hori 900S habe ich mit meiner selbstgebauten Ulbrichtkugel im Zeitverlauf gemessen.

Bei der Einschätzung der Messergebnisse sollte man beachten, dass dies kein kalibriertes Messgerät ist. Die Messergebnisse sollten daher einigermaßen mit Vorsicht betrachtet werden. Zumindest eine grobe Einordnung und Vergleich mit anderen Lampen ist damit aber in jedem Fall möglich.

Hier die gemessenen Lumenwerte im Zeitverlauf.

Magicshine Hori 900S - Lumen und Laufzeit

Wie bei vielen Lampen von Magicshine fällt der erzeugte Lichtstrom im Zeitverlauf merklich ab. Die Herstellerangaben (900, 400 und 200 Lumen im Abblendlicht) werden zwar ungefähr erreicht, aber eben nur am Anfang. Gerade in der höchsten Leuchtstufe nimmt die Leuchtkraft in den ersten 10 Minuten sehr deutlich ab. Gut finde ich dieses Verhalten nicht, eine konstante Leuchtkraft ist bei Fahrradlampen jedenfalls sinnvoller. Überdramatisieren sollte man das Ganze aber auch nicht. Ein Stück weit stellt sich das Auge auch auf eine abnehmende Leuchtkraft ein. Wirklich dramatisch fand ich die sich reduzierende Leuchtkraft im praktischen Einsatz nicht.

Hier noch mit anderer Einteilung der x-Achse, so dass man den gesamten Verlauf des Tagfahrlichts sieht.
Gegen Ende „zappelt“ die Kurve hin und her, hier schaltet die Lampe dann das Tagfahrlicht in den Blinkmodus, um die Akkulaufzeit noch etwas zu verlängern. Den Blinkmodus des Tagfahrlichts habe ich nicht gemessen. Die Herstellerangabe dazu ist aber 40 Stunden, was realistisch scheint.

Magicshine Hori 900S - Lumen und Laufzeit

Interessant auch ein Vergleich mit dem großen Bruder Hori 1300. Laut Herstellerangaben hat diese im Abblendlicht die gleichen Leuchtstufen (900, 400 und 200 Lumen) mit nur knapp längerer Laufzeit – was bei einem etwas größeren Akku (3200 mAh statt 2600 mAh) auch plausibel wäre. Der Vergleich der Messergebnisse zeigt aber einen nicht unerheblichen Vorteil der Hori 1300. Die Leuchtkraft nimmt nicht so schnell ab, die Leuchtdauer ist trotzdem erheblich länger. Hier die drei Leuchtstufen der beiden Lampen im Vergleich:

Magicshine Hori 900S - Lumen Vergleich Hori 1300 Stufe 1 Magicshine Hori 900S - Lumen Vergleich Hori 1300 Stufe 2 Magicshine Hori 900S - Lumen Vergleich Hori 1300 Stufe 3

Beleuchtungsstärke in Lux

Gemessen habe ich auch die Beleuchtungsstärke gemessen in Lux der Magicshine Hori 900S. Bei Fahrradbeleuchtung beschreibt dieser Wert die Helligkeit des hellsten Punktes im Lichtkegel, gemessen in 10 Meter Entfernung, senkrecht zur Fahrbahn. Der Lux-Wert hat vor allem eine Relevanz dafür, wie gut die Fernsicht mit einer Lampe ist. Denn dafür ist nicht nur viel Licht notwendig, sondern der Lichtkegel muss auch stark gebündelt sein, damit in der Ferne noch eine ausreichend hohe Beleuchtungsstärke realisiert wird.

Die Messung wurde mit vollem Akku, ca. 30 Sekunden nach dem Einschalten durchgeführt.

In der Tabelle die Messergebnisse der Hori 900S im Vergleich mit der Hori 1300. Herstellerangaben gibt es zur Beleuchtungsstärke nicht.

Beleuchtungsstärke
Hori 900S Hori 1300
Stufe 1 12 lx 24 lx
Stufe 2 27 lx 50 lx
Stufe 3 49 lx 104 lx

Die erreichten Werte der Hori 900S sind recht gering. Auch die Hori 1300 glänzt nicht mit besonders hohen Werten, erreicht trotz ähnlich hohem Gesamtlicht-Output (Lumen) aber ca. doppelt so hohe Werte wie die Hori 900S. Vergleicht man die Lichtkegel beider Lampen beim Leuchten an eine Wand, sieht man diesen Unterschied. Beide Lichtkegel sind ähnlich geformt, der helle Teil im oberen Bereich, der in den Fernbereich fällt, ist bei der Hori 900S aber weniger konzentriert. Beachten muss man bei beiden Lampen auch, dass auch die Lux-Werte im Zeitverlauf analog zu den Lumen-Werten abnehmen.

Immerhin werden hohe Werte bei der Beleuchtungsstärke bei Hori 900S und Hori 1300 aber auf einer recht großen Breite erreicht, während Lampen mit deutlich höheren Werten diese oft in einem schmaleren Zentralbereich erreichen. Für gute Weitsicht ist die Hori 900S aber nicht die passende Lampe.

Testfazit

Die Magicshine Hori 900S ist eine kleine und kompakte Lampe mit flexiblen Montagemöglichkeiten. Das gute Tagfahrlicht mit seiner langen Laufzeit sorgt dafür, dass man auch tagsüber gut gesehen wird. Gleichzeitig bietet das Abblendlicht eine helle und breite Ausleuchtung, sodass die Hori 900S auch für Fahrten in der Nacht durchaus geeignet ist. Abstriche muss man allerdings bei der eher kurzen Akkulaufzeit und der nur mäßigen Reichweite machen.

Magicshine Hori 900S kaufen:

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Hier ein Video zur Magicshine Hori 900S auf meinem Youtube-Kanal:


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