Testbericht: Busch & Müller Briq-XL E Highbeam

16. Oktober 2026

Busch & Müller Briq-XL E Highbeam

Kategorie: E-Bike-Scheinwerfer

(Messwerte, außer wenn anders angegeben)
Lichtstrom bis 1770 lm / Fernlicht 4400 lm
Lichtstrom
(Herstellerangabe)
bis 8500 lm
Beleuchtungsstärke bis 250 lx / Fernlicht 380 lx
Beleuchtungsstärke
(Herstellerangabe)
bis 220 lx
Spannung 12 – 60 V
Leistungsaufnahme programmierbar von 15 bis 60 W
Gewicht 366 g mit Halter
Preis 449,95 € UVP, online ab ca. 350 €
StVZO-Zulassung ja

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Vorteile:
+ sehr breite Ausleuchtung, besonders im Fernbereich
+ adaptives Kurvenlicht
+ sehr viel Licht
+ stabiles, hochwertiges Gehäuse

Nachteile:
– teuer
– groß und schwer
– für wirkliche Offroad-Fahrten könnte Fernlicht noch breitstreuender sein

Fazit:
Der Busch & Müller Briq-XL ist ein wirklich guter E-Bike-Scheinwerfer. Viel Licht, gute Lichtverteilung, außerordentlich helles Fernlicht – hier bleiben kaum Wünsche offen. Das adaptive Kurvenlicht ist eine Neuerung, die wirklich praktisch ist und eine sehr gute Sicht auch in der Kurve ermöglicht, wo andere Scheinwerfer sonst Schwierigkeiten haben. Einzig der hohe Preis und an sportlichen Rädern ggf. das große und schwere Gehäuse trüben das Bild etwas.

Transparenzhinweis: Der Busch & Müller Briq-XL wurde mir für den Test vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Verpackung und Lieferumfang

Busch & Müller Briq-XL kommt in der typischen Busch & Müller Pappbox, die jedoch etwas breiter ist als bei vielen anderen Scheinwerfern.

Im Lieferumfang enthalten sind der Scheinwerfer selbst und:
  • eine Lenkerhalterung mit Schrauben und Unterlegscheiben,
  • Einleger und Moosgummi-Unterleger, womit sich der Durchmesser der Halterung von 31,8 mm auf 25,4 mm anpassen lässt (einen Halter für 35 mm Lenkerdurchmesser bzw. entsprechende Sets mit diesem gibt es aber auch)
  • 2 Anschlusskabel, mit offenen Enden und mit Bosch Lichtanschluss
  • Abdeckstopfen für den Lenkertaster-Anschluss, falls man diesen nicht anschließt
  • Lenkertaster mit Kabel und Gummihalterung

Optional ist der Briq-XL aber auch mit Bluetooth-Lenkertaster statt mit verkabeltem Taster erhältlich. Der Bluetooth-Lenkertaster lässt sich aber auch einzeln nachkaufen.

Aussehen und Bedienung

Der Briq-XL hat ein schön stabiles Aluminiumgehäuse mit Kühlrippen auf der Oberseite. Eine gute Kühlung ist auch unbedingt nötig, denn der Briq-XL lässt sich bis auf eine Leistung von 60 Watt konfigurieren, was weit über dem Wert üblicher E-Bike-Scheinwerfer liegt.
Für Freunde kleiner dezenter Scheinwerfer ist der Briq-XL nichts: Er ist recht groß und mit 366 g inklusive Halterung nicht gerade ein Leichtgewicht.

Kleine Lichtauslässe an der Seite verbessern die seitliche Sichtbarkeit.

Hinten ist die Halteöse für die Lenkerhalterung angeschraubt. Außerdem sieht man drei Anzeigeelemente. Links für das Kurvenlicht: die Anzeige blinkt beim Einschalten für einige Sekunden, hier das Fahrrad möglichst ruhig und gerade halten, damit die Funktion richtig initialisiert wird. In der Mitte das Bluetooth-Symbol, welches eine Verbindung zum Lenkertaster anzeigt, wenn der kabellose Bluetooth-Taster verwendet wird. Und rechts die Fernlicht-Anzeige.

Oben im Scheinwerfergehäuse ist ein Sammelsurium an LEDs zu sehen. Mittig für das Abblendlicht, davor für das Fernlicht und die im Halbkreis angeordneten LEDs für das Kurvenlicht, so dass der Lichtkegel je nach Neigung angepasst werden kann.
Links und rechts sind außerdem noch je drei kleinere LEDs für die seitliche Nahfeldausleuchtung vorhanden.

Links und rechts im Reflektor sind außerdem noch LED-Streifen für das Tagfahrlicht vorhanden. Der Scheinwerfer erkennt über einen Sensor die Umgebungshelligkeit. Ist es draußen hell, schaltet das Abblendlicht komplett ab und nur die Tagfahrlicht-LEDs leuchten. Da diese direkt nach vorn strahlen, sind sie auch bei vergleichsweise geringer Leistung sehr gut zu sehen. Für das Einschalten des Tagfahrlichts ist eine Verzögerung von einigen Sekunden eingebaut, damit nicht nachts ungewollt der Scheinwerfer abschaltet, wenn kurz viel Licht auf den Sensor fällt. Das Tagfahrlicht lässt sich aber auch komplett über die App abschalten bzw. die Empfindlichkeit des Sensors konfigurieren.

Hier das Tagfahrlicht in Aktion. Wobei es schwierig ist, auf einem Foto den Eindruck korrekt wiederzugeben. Nach meinem Eindruck ist das Tagfahrlicht schon fast unangenehm hell. Eine Konfigurationsmöglichkeit zur Helligkeit des Tagfahrlichts in der App wäre vielleicht keine schlechte Idee.

Der Lenkerhalter des Briq-XL ist eine komplette Neuentwicklung. Schön stabil und komplett aus Aluminium. Er wird an der Halteöse des Scheinwerfers angeschraubt. Der Lenkerhalter ist für 31,8 mm Lenkerdurchmesser gedacht. Innen sind noch fest angebrachte Gummieinleger vorhanden, die einen sicheren Halt gewährleisten. Der Halter ist aufklappbar, wird um den Lenker gelegt und dann mit einer Schraube am Lenker befestigt. Mit zwei Reduzierstücken kann der Halter auch für 25,4 mm Lenkerdurchmesser verwendet werden. Es gibt aber auch eine Variante des Halters für 35 mm Lenkerdurchmesser.

Am Scheinwerfer sind zwei kurze Anschlusskabel vorhanden: eines für den Stromanschluss, ein weiteres für den Lenkertaster. Es liegt sowohl ein Stromanschlusskabel mit offenen Enden als auch eines mit Bosch Lichtanschluss bei.

Der Lenkertaster ist der, den man auch schon von anderen Busch & Müller Scheinwerfern kennt. Das Symbol im Lenkertaster leuchtet grün bei Abblendlicht und blau bei Fernlicht.

Der Briq-XL unterstützt aber auch einen kabellosen Bluetooth-Lenkertaster (BLUCON). Dieser kann entweder im Set mit dem Scheinwerfer erworben werden (genau schauen, ob man die Variante mit kabelgebundenem oder Bluetooth-Lenkertaster erwirbt). Oder auch später einzeln dazugekauft werden. Ich habe hier den Taster eines anderen Scheinwerfers verwendet, der sich problemlos mit dem Briq-XL koppeln lässt.

Der Taster wirkt auf den ersten Blick recht groß und klobig. Immerhin hat das aber auch Vorteile: die großen, ergonomisch geformten Tasten mit gutem Druckpunkt lassen sich sehr gut bedienen.

Mit den zwei Tasten lassen sich noch mehr Funktionen bedienen als mit dem verkabelten Lenkertaster. Der Fernlicht-Taster schaltet das Fernlicht ein. Mit einem langen Druck auf den Fernlicht-Taster lässt sich das Licht dimmen (im Abblendlicht zwei Stufen, im Fernlicht drei Stufen). Der Viereck-Taster schaltet den Scheinwerfer zwischen City-, Road- und Offroad-Modus um. Die programmierten Funktionen lassen sich aber auch in der App ändern.

Der Taster wird mit einem hochwertigen Aluminium-Halter (22,2 mm Durchmesser) am Lenker befestigt.

Hinter der geschraubten Abdeckung auf der Rückseite (Metallgewinde!) findet sich eine CR2032 Knopfzelle. Im Ersatzteilshop von Busch & Müller kann auch eine alternative Rückseite erworben werden, die keine Montagemöglichkeit für den Lenkerhalter hat, sondern stattdessen Haken für ein Gummiband.

App-Programmierung

Der Briq-XL lässt sich per Bluetooth mit der Busch & Müller App verbinden. Dann lassen sich diverse Einstellungen vornehmen.

In der App lassen sich auch die Modi auswählen. Wenn man den verkabelten Lenkertaster verwendet, ist das die einzige Möglichkeit, den Lichtmodus anzupassen.

Es lässt sich auch ein eigener Modus programmieren. Mein Eindruck war aber, dass hier bezüglich Lichtverteilung keine übermäßig sinnvollen Anpassungen mehr möglich sind, die man mit den vorgegebenen Modi City, Road und Offroad nicht schon hätte. Was sich leider bei eigener Konfiguration auch nicht einstellen lässt, ist das besonders breite Nahfeld des Offroad-Modus.
Allerdings lassen sich mit einem eigenen Modus zumindest Konfigurationen von Tagfahrlicht und Kurvenlicht vornehmen.


Auch die Leistung lässt sich in der App programmieren. Der Scheinwerfer zieht je nach Modus auch weniger als die programmierte Leistung. Aber der festgelegte Wert legt das Maximum fest, welches nicht überschritten wird.


Ist ein Bluetooth-Lenkertaster verbunden, lässt sich auch die Tastenbelegung verändern. Nur der kurze Druck auf den Fernlichttaster ist aus Zulassungsgründen fest vorgegeben.


Lichtverteilung

Hier Fotos der Ausleuchtung des Briq-XL. Siehe auch Aufbau und Kameraeinstellungen. Für mehr Ausleuchtungsfotos von E-Bike-Scheinwerfern siehe Übersicht E-Bike-Scheinwerfer.

Die Fotos sind mit Werkseinstellung von 15 W programmierter Leistung entstanden.

City-Modus (15 W):

Road-Modus (15 W):

Offroad-Modus (15 W):

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Der Lichtkegel des Briq-XL ist schön breit, besonders im Fernbereich wird eine extreme Ausleuchtungsbreite erzielt. Die Ausleuchtung ist schön gleichmäßig, mit einer ausgewogenen Helligkeitsverteilung zwischen Nah- und Fernbereich. Der Nahbereich ist also nicht zu hell und auch im Fernbereich ist das Licht noch gut konzentriert. Bemerkenswert ist auch, dass man im Fernbereich auf einer sehr großen Breite eine hohe Helligkeit hat, nicht nur im zentralen Bereich.

Das Fernlicht geht nicht extrem weit nach oben, aber auch nicht nur knapp über die Hell-Dunkel-Grenze. Die Ausleuchtungsbreite ist, wie auch beim Abblendlicht, sehr groß.

Je nach Modus ist die Lichtverteilung etwas anders. Im City-Modus ist die Helligkeit stark reduziert. Im Road-Modus ist das Licht besonders auf hohe Reichweite getrimmt. Im Offroad-Modus sind die Seitenbereiche des Nahfelds besonders gut ausgeleuchtet, die Fernsicht ein klein wenig schwächer.
Im Fernlicht werden im Offroad-Modus die Fernlicht-LEDs genutzt, um das Fernlicht zur Seite noch breiter zu machen.

Die Leistung des Scheinwerfers kann man in der App auch noch höher einstellen. Hier Fotos mit programmierten 50 W (der Unterschied zum maximal einstellbaren Wert von 60 W dürfte nicht mehr groß sein):

City-Modus (50 W):

Road-Modus (50 W):

Offroad-Modus (50 W):

Im City-Modus ändert sich mit höherer programmierter Leistung nichts. In den beiden anderen Modi ändert sich im Abblendlicht ebenfalls wenig. Im Offroad-Modus gewinnt der Fernbereich noch ein wenig an Helligkeit.
Nur im Fernlicht gibt es dann einen deutlichen Unterschied. Der Abblend-Bereich wird bei aktivem Fernlicht nicht mehr heruntergedimmt wie bei 15 W und das eigentliche Fernlicht ist nochmals einiges intensiver.
Man sollte den Unterschied von 50 W zu 15 W nicht überschätzen. Auch mit 15 W leuchtet der Briq-XL schon wirklich gut aus – und ob man wirklich noch mehr braucht, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden. Aber eine Verbesserung, gerade in der Reichweite der Ausleuchtung, kann man mit höherer programmierter Leistung schon noch erzielen.

Das adaptive Kurvenlicht ist auf statischen Bildern naturgemäß schlecht zu zeigen. Schaut euch dazu mein Video zum Briq-XL an, dieses ist ganz unten im Artikel verlinkt.

Messwerte

Einige Messwerte habe ich vom Briq-XL aufgenommen.

Bei einer Einstellung von 15 W steigen die Lumenwerte bei Aktivierung des Fernlichts nicht allzu stark. Der Abblendlicht-Anteil wird dann deutlich heruntergedimmt, damit noch Leistung für das Fernlicht zur Verfügung steht. Die Luxwerte gehen entsprechend deutlich nach unten, da das Licht auf eine größere Fläche verteilt wird.

Bei einer Einstellung von 60 W bleiben alle Werte im City-Modus ungefähr gleich, auch bei Fernlicht. Dieser Modus ist in seiner Leistung einfach beschränkt. Im Abblendlicht ändert sich auch im Road-Modus nicht allzu viel, im Offroad-Modus gibt es schon etwas mehr Leistung, der gefühlte Unterschied in der Praxis ist jedoch nicht allzu deutlich. Groß wird der Unterschied dann aber im Fernlicht. Deutlich mehr Lumen und auch deutlich mehr Lux.

Die Leistung und Lichtwerte sind übrigens unabhängig von der Spannung, sobald die Mindestspannung erreicht wird. Bei 15 W Leistungsaufnahme wurden die gemessenen Werte ab ca. 10 V erreicht. Bei 60 W Leistung ab ca. 12 V. Nur beim Fernlicht im Offroad-Modus wurde erst bei 13 V das absolute Maximum erzielt. Eine weitere Erhöhung der Spannung (laut Hersteller bis 60 V möglich) hält die aufgenommene Leistung konstant.

Interessant ist übrigens der Vergleich meines gemessenen Maximalwertes von ca. 4.400 Lumen mit der Herstellerangabe von 8.500 Lumen. Meine Messeinrichtung zur Bestimmung des Lichtstroms in Lumen ist zwar nur Hobby-Equipment, aber eine so große Abweichung doch eher untypisch. Dass die Herstellerangabe sich auf den reinen Lumen-Output der LEDs bezieht, von dem bei Verwendung einer Optik typischerweise noch eine Menge verlorengeht, wäre eine mögliche Erklärung.
Aber: genau kann ich das alles mit einer nicht professionell kalibrierten Messeinrichtung nicht sagen. Und eines steht fest: Mit 4400 Lumen im Fernlicht und über 1700 Lumen im Abblendlicht gehört der Briq-XL trotz der deutlichen Abweichung zur Herstellerangabe zu den lichtstärksten Scheinwerfern, die ich bisher getestet habe.

Fazit

Der Busch & Müller Briq-XL ist ein wirklich guter E-Bike-Scheinwerfer. Viel Licht, gute Lichtverteilung, außerordentlich helles Fernlicht – hier bleiben kaum Wünsche offen. Das adaptive Kurvenlicht ist eine Neuerung, die wirklich praktisch ist und eine sehr gute Sicht auch in der Kurve ermöglicht, wo andere Scheinwerfer sonst Schwierigkeiten haben. Einzig der hohe Preis und an sportlichen Rädern ggf. das große und schwere Gehäuse trüben das Bild etwas.

Briq-XL kaufen bei:

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Hier ein Video-Testbericht zum Busch & Müller Briq-XL auf meinem Youtube-Kanal:


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