Testbericht: Trelock LS 950 Ion

16. November 2014


Trelock LS 950 Ion

Preis: ca. 100 €
Beleuchtungsstärke: 70 Lux (dimmbar in 5 Stufen bis 10 Lux)
Stromquelle: fest eingebauter Li-Ion Akku
Leuchtdauer: 6 h, bis zu 45 h gedimmt
Gewicht: ca. 198 g inkl. Akkus und Halter
StVZO-Zulassung: ja

Bezugsquellen:

+ sehr helle konzentrierte Ausleuchtung
+ gleichmäßige Lichtverteilung
+ gute Information über Display: Leuchtstufe, Akkuladestand, ungefähre Restlaufzeit in hh:min
+ sehr guter Einrastmechanismus auf dem Halter
o Nahfeld bis 5m nur mäßig ausgeleuchtet
o Ausleuchtung nicht übermäßig breit
Halterung nicht werkzeugfrei montierbar
leichte Schwächen in der Haltbarkeit des Halters

Lieferumfang

Die Trelock LS 950 Ion wird mit Halterung und einem USB-Ladekabel geliefert. Nicht dabei ist ein Ladegerät, man kann die Lampe an einem USB-Anschluss am PC laden oder ein USB-Handyladegerät verwenden.

Verarbeitung und Bedienung

Das Gehäuse der Trelock LS 950 Ion ähnelt auf den ersten Blick sehr stark dem der deutlich günstigeren LS 750. Ein paar Unterschiede gibt es dann aber doch. Das Oberteil besteht aus Aluminium statt Plastik, was auch notwendig ist, um die Kühlung der deutlich stärkeren LED sicherzustellen.

Auf der Oberseite befindet sich außerdem ein Display und zwei Taster (+ und -). Hinten an der LS 950 ein mit einer Gummikappe abgedeckter USB-Ladeanschluss.

Schalter

Die zwei Taster auf der Oberseite sind mit "+" und “─” gekennzeichnet. Ein langer Druck auf den "+" Taster schaltet die LS 950 ein. Mit "+" und “─” kann dann die Helligkeitsstufe in 5 Schritten verstellt werden. Ein langer Druck auf die “─” Taste schaltet die Lampe wieder aus.

Das ist etwas komfortabler als bei vielen anderen Lampen, ist bei den eher untypisch vielen 5 Leuchtstufen aber auch nötig.

Display

Das Display der Trelock LS 950 gefällt mir sehr gut. Durch die Hintergrundbeleuchtung kann man das Display immer gut ablesen.
Angezeigt wird mit einem Balken, welche der 5 Leuchtstufen gerade aktiv ist. Ein weiterer Balken zeigt in 5 Stufen die verbleibende Akkukapazität an. Oben im Display wird die ungefähre Restlaufzeit des Akkus in hh:min angezeigt. Je nach gewählter Leuchtstufe wird die Restzeitanzeige entsprechend angepasst. Schaltet man also eine Stufe nach unten, geht die angezeigte Restzeit deutlich nach oben und zeigt die Restlaufzeit in der aktuell gewählten Stufe an.

In der Praxis hat sich diese Restzeitanzeige für mich als sehr nützlich erwiesen. Gerade wenn der Akku knapp wird, sieht man auf einen Blick, wie viel Zeit mach noch hat. Weiß man wie lange man noch unterwegs sein wird, hat man jederzeit die Möglichkeit, die Leuchtstufe so anzupassen, dass man es noch sicher nach hause schafft.

Auch angezeigt wird auf dem Display übrigens ein Symbol bei Überhitzung. Die Lampe schaltet die Lichtstärke dann automatisch etwas nach unten. Normalerweise kommt das nicht vor, aber bei ungünstigen Bedingungen (höchste Lichtstufe, hohe Umgebungstemperatur und wenig Fahrtwind) ist es gut, einen Schutz zu haben.

Halterung

Der Halter der Trelock LS 950 ist der gleiche, wie bei allen Trelock-Akkuscheinwerfern. Er wird mit einer Art flexiblen Kunststoffband am Lenker befestigt. Zusätzlich ist bei der LS 950 noch eine Art gummierter Aufkleber dabei, den man unter den Halter auf den Lenker kleben soll. Das ist wohl nötig, weil die LS 950 etwas schwerer ist als die anderen Trelock-Lampen. Mittels einer Kunststoffschraube wird das Band dann fest angezogen. Leider ist das werkzeugfrei nicht möglich, einen (Schlitz-)Schraubendreher benötigt man dafür. Nicht sehr praktisch, wenn man unterwegs mal den Scheinwerfer verstellen will oder den Halter festziehen. Aber zumindest hält der Halter gut, wenn man ihn einmal festgezogen hat.

Auch sehr haltbar ist die Kunststoffschraube nicht. Mir ist es mal passiert, dass ich mit einem etwas zu kleinen Schraubenzieher versucht habe, diese festzuziehen. Danach war die Schraube und damit der ganze Halter nicht mehr zu gebrauchen. Also unbedingt etwas vorsichtig sein und einen ausreichend großen Schraubenzieher verwenden. Immerhin lässt sich der Halter aber einzeln nachkaufen. Nicht billig aber immerhin.

Das Oberteil des Halters lässt sich etwas drehen, so dass man die Trelock LS 950 auch an nicht ganz geraden Lenkern verwenden kann. Auch hierfür ist ein Schraubendreher nötig.

Insgesamt finde ich den Halter aufgrund der nicht werkzeuglosen Montage nicht unbedingt so gut. Das ist kein Ausschlusskriterium für die LS 950, aber es gibt von anderen Herstellern m.E. bessere Systeme.

Hat man den Halter montiert, wird die Lampe auf den Halter gesetzt und rastet dort ein. Und diesen Teil wiederum muss ich positiv hervorheben. Der Einrastmechanismus ist mit einem großen Knopf am Lampengehäuse realisiert. Die Lampe wird nicht aufgeschoben (wie bei vielen anderen Herstellern) sondern aufgesetzt. Das funktioniert wesentlich leichter und problemloser.

Beurteilung der Ausleuchtung

Hier ein Foto der Ausleuchtung der Trelock LS 950 (für mehr Ausleuchtungsfotos von Akkuscheinwerfern siehe Übersicht Akkuscheinwerfer):

(Siehe auch Aufbau, Kameraeinstellungen etc. und Interpretation von Lichtvergleichsfotos)

Die Helligkeit der Lampe ist im gesamten Lichtkegel sehr hoch, da können nicht viele andere Lampen mithalten. Auch ist die Lichtverteilung recht gleichmäßig. Beides zusammen sorgt für eine gute Fernsicht bis 40 m und mehr.

Allerdings ist der Lichtkegel nicht übermäßig breit. Gerade auf kurvenreichen Strecken würde man sich hier manchmal etwas mehr wünschen. Auf weniger kurvenreichen Strecken ist die Breite dagegen völlig ausreichend.

Der Hauptlichtkegel der LS 950 beginnt erst etwa 5 m vor dem Rad. Allerdings ist zumindest auf höchster Leuchtstufe noch genug Streulicht vorhanden, um auch im Nahbereich noch einigermaßen gut etwas erkennen zu können (das ist auf dem Foto schlecht sichtbar). Deshalb würde ich die Nahfeldausleuchtung noch als halbwegs brauchbar bezeichnen.

Insgesamt ist der Lichtkegel gut geeignet, wenn man eine starke und konzentrierte Ausleuchtung möchte und auf Breite nicht so viel wert legt.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit der Trelock LS 950 habe ich natürlich auch überprüft. Der Hersteller gibt hier 6 Stunden in der höchsten Stufe und 45 Stunden in der niedrigsten an.

Um den neuen Li-Ion-Akku erstmal auf seine höchste Kapazität zu bringen, habe ich ihn zunächst drei mal entladen und wieder geladen.

Danach eingeschaltet und auf die höchste Stufe geschaltet. Die Restzeitanzeige zeigte nun 6:04 an. Und das passte auch tatsächlich recht gut. Nach 6:09 zeigte die Restzeitanzeige —— an. Danach leuchtete die Lampe allerdings auf voller Stufe noch rund eine dreiviertel Stunde weiter. Erst dann wurde automatisch die Leuchtstufe Stück für Stück weiter verringert, bis sich die Lampe nach vielen weiteren Stunden dann schließlich komplett abschaltete. Insgesamt scheint die Herstellerangabe also einigermaßen konservativ angegeben zu sein.

Die niedrigeren Stufen habe ich nicht nochmal extra überprüft, gehe aber davon aus, dass auch bei diesen die angezeigte Zeit hinkommt, zuzüglich nochmal mit einer gewissen Reserve. Dies hier sind die anfangs angezeigten Restzeitanzeigen bei voll geladenem Akku:

Stufe 5: 6:04
Stufe 4: 8:10
Stufe 3: 11:36
Stufe 2: 18:37
Stufe 1: 44:29

Die Ladezeit ist natürlich abhängig davon, welches Ladegerät man verwendet. Die LS 950 lädt mit bis zu 1000 mA. An einem entsprechenden Ladegerät dauerte der Ladevorgang rund 4,5 Stunden.

Fazit

Die Trelock LS 950 ist eine hochwertige Fahrradlampe. Die Ausleuchtung gefällt mit ihrer hohen und gleichmäßigen Helligkeit. Gerade die Fernsicht ist damit recht gut. Allerdings ist die Ausleuchtung nicht übermäßig breit, auf sehr kurvigen Strecken wünscht man sich doch oft eine noch breitere Ausleuchtung. Auch der Nahbereich bis 5 m ist nur mäßig ausgeleuchtet.

Insgesamt macht die Ausleuchtung die LS 950 besonders geeignet für Fahrer, die schnell auf nicht zu kurvigen Strecken unterwegs sind.

Auch die Bedienung ist positiv hervorzuheben. 5 Leuchtstufen und genaue Anzeige der Restleuchtzeit mag man erst als Spielerei abtun wollen, in der Praxis sind sie dann aber doch recht nützlich.

Bezugsquellen:

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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Kommentare [1]

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— Jürgen Simon · 18. August 2015, 00:13 · #

Die Lampe ist nicht wasserdicht.
Sie ist bei Starkregen ausgefallen aufgrund des eingedrungenen Wassers.
Zerlegung und trocknung war möglich, wonach die Lampe wieder funktionierte.
Das gleiche passierte bei dem Modell LS-750 am Rennrad.

Ist durch die extrem teure Supernova Airstream 2 ersetzt worden,
denn bei schlechtem Wetter muss eine Fahrradlampe zuverlässig sein.
Probleme mit dem Lenkerhalter ist bei mir nicht aufgetreten.