Testbericht: Herrmans H-Diver

18. Oktober 2013


getestete Variante:

Herrmans H-Diver Auto Standlicht

Preis: ca. 20 €
Beleuchtungsstärke: 20 Lux
Funktionen: Sensorfunktion, Standlicht

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Verarbeitung und Bedienung

Der H-Diver setzt, anders als viele andere Einsteigerscheinwerfer, auf einen Reflektor statt einer Linse.

Der Rückstrahler unten am Scheinwerfer ist nur angesteckt und lässt sich somit entfernen.

Das Anschlusskabel des H-Diver ist fest verbunden. Ein kurzes Anschlusskabel mit zwei Flachsteckverbindern dient zum Anschluss des Rücklichts.

Das Gehäuse des H-Diver besteht komplett aus schwarzem Plastik. Laut Hersteller ist der H-Diver zwar auch in vielen anderen Farben erhältlich, aber scheinbar in diesen nur schwer im Einzelhandel erhältlich.

Hier getestet wurde die Auto-Version mit Standlicht. Auto-Version heißt beim H-Diver: mit Sensorautomatik aber ohne Schalter. Man hat also nicht die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wann der Scheinwerfer an ist. Auch erhältlich ist eine On-Version: wie der Name sagt, sie ist immer an. Geeignet also für Seitenläufer-Dynamos oder wenn man immer mit Licht fahren möchte.

Praxiseinsatz

Bei einer Testfahrt fällt sofort die sehr gleichmäßige und relativ breite Ausleuchtung des H-Diver auf. Das war bei einem Scheinwerfer dieser Preisklasse ehrlich gesagt eine Überraschung.
Der Lichtkegel beginnt etwa 2 m vor dem Rad, im Bereich direkt vor dem Rad sind jedoch ein paar Lichtartefakte und Streulicht vorhanden.

Trotz allem kann der H-Diver bezüglich Lichtstärke nicht ganz mit Scheinwerfern der Mittelklasse mithalten. Der Abstand ist jedoch kleiner, als die 20 Lux des H-Diver im Vergleich mit 40 Lux vieler Mittelklassescheinwerfer vermuten lassen. Denn während viele Scheinwerfer mit hohen Lux-Angaben nur in einem kleinen Bereich im Zentrum diese hohen Werte erreicht, ist der Helligkeitsabfall zu den Randbereichen beim H-Diver geringer.

Was noch auffällt, ist ein relativ starkes Flackern bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten (< 10 km/h). Zwar leiden alle Scheinwerfer mehr oder weniger stark unter diesem Effekt, beim H-Diver ist er jedoch nach subjektivem Empfinden überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Beim normalen Fahren stört das nicht, aber bei sehr langsamen Abschnitten (z.B. bergauf) kann es etwas störend sein.

Die seitliche Sichtbarkeit des Scheinwerfers ist durch etwas Streulicht, welches seitlich aus der Frontabdeckung austritt, gegeben. Allerdings habe ich diesbezüglich schon bessere Scheinwerfer gesehen.

Wie generell bei Scheinwerfern, deren Frontscheibe nach oben hin nicht abgedeckt ist, kann der H-Diver den Fahrer etwas blenden, insbesondere wenn man sich beim Wiegetritt weit nach vorn beugt. Wenn das stört, kann man einen Streifen schwarzes Klebeband oben auf den Scheinwerfer kleben.

Das Standlicht des H-Diver ist, wie bei anderen LED-Scheinwerfern, deutlich dunkler als das Licht während der Fahrt. Aber zumindest so hell, dass man gesehen wird und selbst noch einige Meter etwas sehen kann. Hier gefällt mir der H-Diver besser, als der teurere H-One S von Herrmans, der ein ausgesprochen schwaches Standlicht hat.

Besonders wichtig ist natürlich auch eine Beurteilung der Sensorfunktion, da man mit dieser mangels Schalter ja ständig fahren muss. Auf der einen Seite, sollte das Licht nicht gleich einschalten, wenn man mal nicht in der prallen Sonne fährt. Auf der anderen Seite sollte es bei beginnender Dämmerung oder schlechter Sicht auf alle Fälle einschalten. Und hier ist der Sensor des H-Diver recht gut abgestimmt, das funktionierte in der Praxis recht gut.
Aber trotz allem: einen zusätzlichen Schalter würde ich bevorzugen. Denn auf der einen Seite will ich nicht immer mit Licht fahren, auf der anderen Seite will ich aber auch mal auf einer stark befahrenen Straße bei nicht optimaler Sicht den Scheinwerfer einschalten. Eine Version des H-Diver mit Schalter (ggf. dreistufig, aus – sensor – ein) würde ich daher begrüßen.

Zusammenfassung und Fazit

Hier die wichtigsten Eigenschaften des H-Diver im Überblick:

+ sehr gleichmäßige Ausleuchtung
o Lichtstärke für diesen Preis angemessen, reicht aber nicht ganz an Mittelklassescheinwerfer heran
o keine Version mit Schalter erhältlich, nur mit Sensor oder “immer an”
─ überdurchschnittlich starkes Flackern bei Schrittgeschwindigkeit
─ Blendung des Fahrers möglich durch Lichtabstrahlung nach oben (leicht behebbar)

Alles in allem bin ich vom H-Diver sehr positiv überrascht. Wer nur sehr wenig Geld ausgeben will aber doch einen einigermaßen guten Scheinwerfer will, der liegt beim H-Diver genau richtig. Auch wenn die Lichtstärke insgesamt nicht an teurere Scheinwerfer heranreicht, macht der H-Diver doch ein Stück durch seine sehr gute Lichtverteilung wett.
Mich persönlich stört etwas, dass keine Version mit Schalter sondern nur mit Sensor verfügbar ist. Aber das ist auch ein Stück Geschmackssache. Ansonsten ist der H-Diver in meinen Augen der beste Dynamoscheinwerfer, den man derzeit im niedrigen Preisbereich bis 30 € kaufen kann.

Schalter Standl. Sensor Bezugsquellen
H-Diver On nein nein nein Amazon, eBay
H-Diver Auto nein nein ja
H-Diver On Standlight nein ja nein
H-Diver Auto Standlight nein ja ja

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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Kommentare [2]

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— Volker Lange · 31. Mai 2016, 11:04 · #

An meinem neuen Radl ist ein H-Diver Auto Standlicht, das war ganz prima, bis es auf einmal den Betrieb eingestellt hat. Das heißt, es tut überhaupt nicht, weder beim Fahren noch beim Schieben, weder der Scheinwerfer noch das Rücklicht. Könnte mir BITTE jemand sagen, wie man das reparieren kann, ohne was kaputtzumachen? Der Sensor steckt wohl IM Scheinwerfer, oder?

— J. Krieger · 24. Mai 2014, 23:16 · #

Ich fahre den Scheinwerfer jetzt schon seit zwei Jahren und bin immer noch sehr angetan von der neutralen Lichtfarbe, dem gleichmäßigen Leuchtfeld, der hohen Anfangshelligkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten und der kompakt-unauffälligen Bauform. Die Konstruktion mit Reflektorspiegel hat den Nebeneffekt, dass der Scheinwerfer nicht blendet. Offensichtlich für dunkle finnische Winter gebaut. Würde ihn wieder kaufen und habe ihn an Freunde empfohlen, die ebenfalls sehr zufrieden damit sind.