Testbericht: Busch & Müller Toplight Line (brake) plus

16. Juni 2012

Das Fahrrad-Rücklicht Toplight Line brake plus ist das Top-Modell von BUSCH + MÜLLER. Geeignet ist dieses Rücklicht für den Dynamobetrieb. Herausstechendstes Merkmal ist die Bremslichtfunktion, die in ihrer Umsetzung bisher einzigartig ist. Übrigens gilt dieser Test gleichermaßen für das Toplight Line plus ohne Bremslichtfunktion, welches identisch ist, nur eben ohne Bremslicht.


getestete Variante:

Busch & Müller Toplight Line brake plus

Preis: ca. 30 €
Funktionen: Standlicht, Bremslichtfunktion, streifenförmig aufgefächerter Leuchtstreifen

Kaufen bei:

+ sehr gute Sichtbarkeit durch flächigen Leuchtstreifen
+ Bremslichtfunktion…
o …die aber nicht übermäßig stark auffällt
+ Standlicht per Taster abstellbar
insbes. als Variante mit Bremslicht recht teuer

Funktionen

Das Toplight Line brake plus bietet eigentlich alles, was ein Rücklicht nur bieten kann.

Das Licht zweier LEDs wird mit einem Linsensystem zu einem Leuchtstreifen aufgefächert, wodurch eine flächige Lichtquelle entsteht, die es für nachfolgende Fahrzeuge ermöglicht, die Entfernung besser einzuschätzen. Das Licht wird mit einem Winkel von bis zu 320° abgestrahlt, man ist also auch von der Seite gut zu sehen.

Auch eine Standlichtfunktion mit Kondensatortechnik bietet das Toplight Line brake plus natürlich. An der Unterseite ist ein kleiner Taster vorhanden, mit dem sich der Kondensator entladen lässt. Praktisch, wenn man das Fahrrad in der Dunkelheit stehen lässt, um Diebe nicht unnötig aufmerksam zu machen.

Das Highlight ist natürlich die Bremslichtfunktion des Toplight Line brake plus. Diese soll für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Eine integrierte Elektronik misst dazu die Frequenz der vom Nabendynamo erzeugten Spannung. Bei Verringerung der Geschwindigkeit sinkt diese Frequenz, die Elektronik registriert dies, und erhöht die Helligkeit des Bremslichtes während des Bremsvorganges.

Auch ein Überspannungsschutz ist übrigens integriert.

Verarbeitung

Das Toplight Line brake plus ist gut verarbeitet und sieht stabil aus. Das gesamte Gehäuse besteht aus Plastik, nur die Befestigungsbolzen und -muttern sind aus Metall. Das einzige, was etwas instabil aussieht, ist der Schließhebel für die Klemmverbindung (siehe Montage). Man muss diesen mit etwas Kraft schließen, dafür sieht er recht dünn aus. Kaputtgegangen ist er allerdings nicht, vielleicht täuscht der Eindruck auch nur.

Montage

Die Montage des Toplight Line brake plus war sehr einfach. Das Rücklicht wird am Gepäckträger montiert, die notwendigen Befestigungsmuttern sind beigelegt. Beachten sollte man, dass es das Toplight Line brake plus als Ausführung mit 50 mm und mit 80 mm Bolzenabstand gibt. An manchen Gepäckträgern sind beide Varianten montierbar, an manchen jedoch auch nicht. Man sollte unbedingt vorher nachmessen, in welchem Abstand Befestigungslöcher vorhanden sind.

Der Anschluss der Stromkabel kann entweder mit Kabelschuhen erfolgen oder mit einer Klemmverbindung. Sehr praktisch, wenn man keine Kabelschuhe zur Hand hat. Insgesamt alles sehr problemlos, die Montage ist nach wenigen Minuten erledigt (zumindest wenn die Kabel bereits verlegt sind), alles andere wäre für ein Rücklicht aber auch ungewöhnlich.

Praxiseinsatz

B&M Toplight Line VorderansichtB&M Toplight Line SchrägansichtB&M Toplight Line Seitenansicht
Sichtbarkeit von: vorn, schräg (45°) und seitlich
B&M Toplight Line Bremslicht
Bremslicht aktiv

Nachdem das Toplight Line brake plus montiert ist, gehts in den Praxiseinsatz. Das Rücklicht ist sehr schön hell. Die Sichtbarkeit von der Seite ist in Ordnung, wenn auch nicht optimal.

Der Einsatz eines Leuchtstreifens statt einer punktförmigen Lichtquelle bietet auch den Vorteil, dass das Licht weniger stark blendet, was bei manchen anderen Rücklichtern etwas problematisch ist. Dieser Punkt ist vielleicht mit der größte Vorteil des Toplight Line brake plus (und der Variante ohne Bremslichtfunktion natürlich genauso). Selbst das Busch+Müller Toplight Flat S plus, welches ebenfalls die LineTec Technologie mit einem Leuchtstreifen benutzt, besitzt zusätzlich eine ausgeprägte Punktlichtquelle in der Mitte. Mithalten kann hier meiner Meinung nach einzig das Philips SafeRide.

Siehe auch: Marktübersicht LED-Fahrradrücklichter für Dynamo

Bleibt noch die Bremslichtfunktion, die ja das eigentliche Schmankerl des Toplight Line brake plus ist. Und hier enttäuscht das Rücklicht leider etwas. Die Bremslichtfunktion funktioniert, aber die Helligkeitssteigerung beim Bremsen ist doch eher gering. Auf dem Bild oben ist der Unterschied noch einigermaßen deutlich zu sehen. Aber auf der Straße, vielleicht mit etwas Abstand, wenn man sich nicht (wie beim Betrachten des Bildes) auf das Rücklicht fixiert, ist der Unterschied nicht so leicht zu bemerken. Ob das einen Sicherheitsgewinn bringt, ist zumindest fraglich.

Die mäßige Bremslichtfunktion verschlechtert das Toplight Line brake plus nicht, die sonstige Funktionalität bleibt ja gewährleistet. Aber ein deutlicher Gewinn ist die Funktion auch nicht. Bleibt zu hoffen, dass diese eigentlich sehr interessante Technik in zukünftigen Varianten verbessert wird. So kann man in meinen Augen auch ohne große Bauchschmerzen zum immerhin rund 10€ billigeren Toplight Line plus ohne Bremslicht greifen.

Bezugsquellen
Toplight Line plus Amazon, Bike24, eBay, Rose
Toplight Line brake plus Amazon, Bike24, eBay, Rose

weitere Testberichte...

findest du verlinkt auf den Übersichtsseiten: Sowie in der Übersicht zu Tests von Fahrradbeleuchtung.

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Kommentare [6]

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— Helmut · 11. August 2017, 13:53 · #

Die Technik ist ja hinreichend beschrieben. Es währe aber sehr “HILFREICH” etws so profanes wie die Ausmaße des Gehäuses zu veröffentlichen!

— Jan · 8. Januar 2017, 21:28 · #

Hallo,

Ich habe seit ein paar tagen das “Toplight Line brake plus” und bin damit sehr zufrieden. Dass man das Standlicht per Taster abschalten kan finde ich super, nun frage ich mich ist das rücklicht das einzige das diese funktion hat, oder gibt es noch andere rückleuchten hersteller wobei man das standlicht per taster ausschalten kann?

— Martin D · 21. November 2014, 00:46 · #

+ Sehr hell
+ Kompakt
+ Leichtes Gewicht
+ Robustes Gehäuse

- Anfälligkeit: Bei meinem Exemplar ist das Standlicht ausgefallen.

Bemerkung: Das Gehäuse ist zwar verklebt, kann aber mit Geschicklichkeit eventuell einmal geöffnet und anschliessend wieder verklebt werden. Ich habe es getan um den oben erwähnten Standlichtfehler zu beheben. Alles funktioniert nun wieder einwandfrei!

— Horst · 25. November 2013, 17:32 · #

Zum Gehäuse des Toplight Line sollte man wissen, dass es zwar teilweise wasserdicht verklebt ist, von unten aber mehrere Löcher hat, durch die Wasser und Schmutz in die Elektronik und Linsen eindringen kann.
Passiert zwar seltener bei sauberer, aufrechter Stadtbenutzung, bei Falträdern ist aber eine 180° Drehung oft nicht zu vermeiden, in der es direkt durch die Löcher reinläuft.
Die Verklebung verhindert danach das Säubern des inneren Gehäuses, Dreck und Feuchtigkeit bleiben drin.
Fazit: Ein Hightech-Einwegartikel.

Fahrradbeleuchtung Info · 20. November 2013, 11:27 · #

Also wie häufig hier genau gemessen wird weiß ich nicht. Aber in der Praxis funktioniert das doch recht gut, es ist eigentlich keine großartige Verzögerung wahrnehmbar.

— Heiner · 15. November 2013, 20:55 · #

Zusätzlich zur kurzen und wenig deutlichen Helligkeitssteigerung vermute ich, dass es ein Problem mit der Zeitverzögerung des Aufleuchtens geben könnte. Die Elektronik muss ja erst mal eine Differenz feststellen, ehe sie reagieren kann.
Wie schnell und wie häufig wird hier gemessen???