Lumotec IQ2 Luxos: wie viel Licht braucht man eigentlich?

16. September 2012

Auf der Eurobike 2012 hat Busch & Müller einen neuen Fahrradscheinwerfer vorgestellt: den Lumotec IQ2 Luxos. Erhältlich sein soll dieser ab Herbst 2012, noch scheinen keine Exemplare im Handel zu sein.

Aber die Daten die auf der Herstellerseite zu sehen sind, sehen vielversprechend aus. Sofort stellt sich ein „haben wollen“-Gefühl ein.

Varianten des Lumotec Luxos

Insgesamt wird es drei Varianten des Lumotec Luxos geben: Die Basisversion (Luxos B), die Variante mit USB-Anschluss (Luxos U) und eine Variante für E-Bikes (Luxos E). Folgende Eigenschaften haben die einzelnen Varianten:

Luxos B

Dies ist die Basisversion des Lumotec Luxos.

  • Beleuchtungsstärke: 70 Lux
  • Tagfahrlicht
  • Standlicht
  • Sensorautomatik

Luxos U

Dies ist die Version mit USB-Ladeanschluss und vielen weiteren Extras. Zusätzlich bietet dieser Scheinwerfer zum Luxos B:

  • Lenkertaster: damit kann direkt am Lenker der Scheinwerfer auf Ein und Aus geschaltet werden
  • Panorama-Nahlicht: eine besonders breite Ausleuchtung im Nahfeldbereich (mit zusätzlichen LEDs)
  • Lichthupe (im Hellen) bzw. Flutlicht mit 90 Lux (bei Dunkelheit), auch diese Funktion ist über den Lenkertaster steuerbar
  • Rücklichtüberwachung: zeigt an, ob ein angeschlossenes Rücklicht einwandfrei funktioniert
  • USB-Ladeanschluss: ermöglicht das Aufladen von Smartphones, Navigationsgeräten u.ä. über den Nabendynamo
  • Pufferakku: dieser dient sowohl für den USB-Anschluss (manche Geräte kommen mit ständigen Ladepausen schlecht klar) als auch für die Flutlichtfunktion, die wohl mehr Strom benötigt als ein Nabendynamo liefern kann

Luxos E

Dies ist die Variante für E-Bikes. Der Luxos E ist nicht für die 6V Wechselspannung eines Nabendynamos konzipiert sondern für die Gleichspannung eines E-Bike Akkus, wobei hier natürlich verschiedenste Spannungslevel unterstützt werden.

Ansonsten besteht der Unterschied zum Luxos U darin, dass zwei Schaltstufen mit 60 und 140 Lux verfügbar sind.

Update: Der Luxos E scheint nun doch eingestellt zu sein, er ist weder im Handel noch lassen sich auf der Herstellerseite noch Hinweise dazu finden.

braucht man den Lumotec Luxos?

So toll sich das alles anhören mag, eine Frage stellt sich hier. Lohnt es sich, 119€ (Luxos B), 179€ (Luxos U) bzw. 199€ (Luxos E) für einen Fahrradscheinwerfer auszugeben? Auch wenn die Preise günstiger Internetanbieter sicher noch etwas unter diesen unverbindlichen Preisempfehlungen liegen dürften, das ist schon verdammt viel für einen Fahrradscheinwerfer.

Sicher, das Mehr an Helligkeit gegenüber einem Lumotec IQ Fly oder Cyo ist gewaltig (siehe Lichtvergleich von Busch & Müller). Aber braucht man das wirklich? Ich muss sagen, dass ich auch mit der Lichtmenge des Fly oder Cyo vollauf zufrieden bin. Ich fahre im Herbst/Winter täglich im Dunkeln, auch auf unbeleuchteten Wegen. Sicher würde der Lumotec Luxos hier anfangs Begeisterung wecken. Aber was bringt es mir wirklich, noch weiter zu sehen? Lohnt es dafür weit über 100€ auszugeben?

Natürlich kann man das Ganze auch anders sehen. Jemand der sehr viel mit dem Rad im Dunkeln unterwegs ist, dem bietet das hellere Licht eben doch ein wenig mehr Komfort. Wer sein Rad als primäres Forbewegungsmittel einsetzt, vielleicht sogar als Autoersatz, hat mehr von der relativ großen Ausgabe. Ein Gelegenheitsfahrer der 10 mal im Jahr seine Fahrradbeleuchtung benötigt, zahlt bei einer Einsatzzeit von 5 Jahren gut 3,50€ pro Fahrt mit Beleuchtung. Jemand der 200 Tage im Jahr im Dunkeln fährt, zahlt noch knapp 18 Cent pro Nachtfahrt unter gleichen Bedingungen. (Wobei ich damit nicht sagen will, dass der Luxos nach 5 Jahren kaputt ist, aber irgendwas muss man für ein Rechenbeispiel annehmen).

Neben der reinen Lichtstärke gibt es natürlich noch andere Argumente für den Luxos: Der Lenkertaster und die USB-Ladebuchse. Den Lenkertaster mag man noch als Spielerei abtun, aber die USB-Ladebuchse ist bares Geld wert, wenn man sie nutzen möchte. Denn separate USB-Ladegeräte für Nabendynamos kosten, insbesondere mit Pufferakku, eine ganze Menge Geld. Damit relativiert sich der hohe Preis zumindest des Luxos U etwas. Der Mehrpreis gegenüber dem Luxos B beträgt 60€. Soviel muss man für einen Nabendynamo-USB-Lader mit Pufferakku mindestens auf den Tisch legen. Und ehrlich gesagt habe ich lieber eine Ladebuchse gut in die Fahrradlampe integriert (bzw. in den Lenkertaster beim Luxos), als irgendein Gerät umständlich mit Klettband am Rahmen zu befestigen. Oder Unsummen für wirklich durchdachte Lösungen wie „The Plug“ auszugeben.

Eine Alternative mit USB-Ladebuchse wäre hier höchstens der Axa Luxx70 plus, allerdings ohne Pufferakku, für deutlich weniger Geld.

Fazit

Busch & Müller setzt mit dem Lumotec Luxos mal wieder Maßstäbe in der Branche. Im Puncto Lichtstärke, aber auch mit Features wie dem USB-Ladeanschluss. Insbesondere diesen würde ich mir als Option bei mehr Fahrradscheinwerfern, vor allem auch bei günstigeren Exemplaren, wünschen.

Letztendlich ist der Lumotec Luxos aber das, was man in den Namen schon hineindeuten könnte: purer Luxus. Keiner braucht ihn unbedingt. Aber jeder will ihn haben. Ob man bereit ist, weit über 100€ für einen Fahrradscheinwerfer auszugeben, muss jeder selbst mit sich und seinem Geldbeutel ausmachen…

Testbericht Lumotec IQ2 Luxos U

Bezugsquellen

Lumotec IQ2 Luxos B Anzeige: Amazon, eBay
Lumotec IQ2 Luxos U (mit USB-Ladeanschluss) Anzeige: eBay

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Kommentare [7]

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English comments welcome!
 

— Michael · 10. Mai 2014, 13:11 · #

Ich fahre mit den Luxos U seit ca. 9 Monaten. Gerade im Winterhalbjahr fahre ich überwiegend im Dunkeln. Ich bin begeistert über die Lichtausbeute und über die zuschaltbaren 90 Lux. Gerade auf dunklen Waldwegen ist diese Funktion top. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig und sehr breit. Deutlich besser als bei der Cyo. Das Standlicht ist ebenfalls deutlich heller als bei der Cyo -> ein wirklicher Sicherheitsgewinn in der Stadt. Über den Preis kann ich mich nicht beklagen, ich habe die Lampe für 40 € bekommen; Fehler vom Händler ;-)

Fahrradbeleuchtung Info · 11. August 2013, 18:00 · #

Matthias:
Danke für den Bericht! Bin auch seit einiger Zeit dabei, den Luxos U zu testen. Die letzten 2 Wochen habe ich auf insgsamt 1000 km die Ladefunktion getestet. Einen ausfühlichen Bericht dazu wird es demnächst hier geben!

— Matthias · 6. August 2013, 08:58 · #

Habe seit 2 Wochen den Lumotec iq2 luxos – Ziel war neben ausgezeichnetem Licht im kommenden Winter auch die Möglichkeit zu schaffen, auf längeren Touren über Nabendynamo mein iPhone5 mit diversen Navi Apps kontinuierlich laden und betreiben zu können. Bei ausgeschaltetem Scheinwerfer ist dies einwandfrei möglich, super Gerät! Nur nach wenigen Minuten ab Tempo 20km/h ist der interne Pufferakku aktiv und gibt ausreichend Ladekraft für das Navi-Gerät .

Fahrradbeleuchtung Info · 28. Mai 2013, 09:50 · #

Hallo Stefan,

danke für deinen Erfahrungsbericht!
Bin momentan auch dabei den Luxos U zu testen. Sobald ich damit fertig bin, wird hier auch ein ausführlicher Testbericht folgen (wird nur noch etwas dauern, die Lichtverhältnisse sind grad nicht so ideal zum Scheinwerfer testen…).

Aber bisher ist mein Fazit auch recht positiv, auch wenn der Luxos gerade wegen des Preises sicher nicht für jeden der passende Scheinwerfer ist.

— Stefan M. · 20. Mai 2013, 16:27 · #

Hallo allerseits,

fahre nun seit etwa 6 Wochen eine Luxos U. Ich musste lange darauf warten und hatte vorher das bisherige Spitzenmodel von Busch und Müller genutzt. Das laden funktioniert beeindruckend gut (Nabendynamo von Shimano DH-3N80). Ohne Licht bei konstanten >10-12 km/h; bei Taglicht bei etwa 20 Km/h. Mit normal-Licht geht das Laden natürlich gar nicht (oder nur sehr kurz).
Das Licht ist absolut klasse insbesondere im Bezug auf die Seitenausleuchtung und erleichtert vor allem das Fahren auf dunklen Radwegen und Waldwegen extrem. Das schöne ist die gleichmässige Ausleuchtung des Fahrbahnbereichs ohne Hot-Spots. Man erkennt den Bereich Nahbereichsdioden durch eine minimal andere Lichtfarbe.
Der Preis ist zwar hoch, allerdings der Sicherheitsgewinn auch. Bei täglich 14 km *2 (davon etwa 10 Km unbeleuchtet) ist das ein sehr deutlicher Gewinn.
Leider kam die Lampe erst als mein täglichen Arbeits-Fahrten nicht mehr durch die Dunkelheit gingen ….

Grüße Stefan

Fahrradbeleuchtung Info · 24. Januar 2013, 17:47 · #

Hallo Johann,

danke für den Erfahrungsbericht!
Ich warte immer noch auf meinen Luxos U, ich hoffe ich kann dann selbst irgendwann mal berichten.

Mir scheint es momentan ein wenig, dass BUMM Opfer der riesigen Erwartungen, die sie zum Luxos geweckt haben, wird. Solche hohen Erwartungen zu erfüllen ist eben nicht einfach, zaubern kann auch BUMM nicht. Und der Preis ist eben ambitioniert, selbst wenn man in Betracht zieht, dass der Luxos B mittlerweile bei günstigen Onlineanbietern für 90€ statt der 119€ UVP erhältlich ist.

Was war denn deine Vergleichsbasis bzgl. Lichtausbeute?

— Johann S. · 24. Januar 2013, 12:01 · #

Hallo
Habe mir den Lumotec IQ2 Luxos B gegönnt.Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt.Die Verarbeitung ist Top,mit der Lichtausbeute bin ich jedoch nicht zufrieden.Hatte mehr erwartet für das Geld.Abgesehn vom Preis würde ich den Scheinwerfer nicht noch mal kaufen.Für das Fahrad meiner Frau werde ich einen anderes Modell bestellen.

MfG Johann S.

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