Auf der Eurobike 2012 hat Busch & Müller einen neuen Fahrradscheinwerfer vorgestellt: den Lumotec IQ2 Luxos. Erhältlich sein soll dieser ab Herbst 2012, noch scheinen keine Exemplare im Handel zu sein.
Aber die Daten die auf der Herstellerseite zu sehen sind, sehen vielversprechend aus. Sofort stellt sich ein „haben wollen“-Gefühl ein.
Varianten des Lumotec Luxos
Insgesamt wird es drei Varianten des Lumotec Luxos geben: Die Basisversion (Luxos B), die Variante mit USB-Anschluss (Luxos U) und eine Variante für E-Bikes (Luxos E). Folgende Eigenschaften haben die einzelnen Varianten:
Luxos B
Dies ist die Basisversion des Lumotec Luxos.
- Beleuchtungsstärke: 70 Lux
- Tagfahrlicht
- Standlicht
- Sensorautomatik
Luxos U
Dies ist die Version mit USB-Ladeanschluss und vielen weiteren Extras. Zusätzlich bietet dieser Scheinwerfer zum Luxos B:
- Lenkertaster: damit kann direkt am Lenker der Scheinwerfer auf Ein und Aus geschaltet werden
- Panorama-Nahlicht: eine besonders breite Ausleuchtung im Nahfeldbereich (mit zusätzlichen LEDs)
- Lichthupe (im Hellen) bzw. Flutlicht mit 90 Lux (bei Dunkelheit), auch diese Funktion ist über den Lenkertaster steuerbar
- Rücklichtüberwachung: zeigt an, ob ein angeschlossenes Rücklicht einwandfrei funktioniert
- USB-Ladeanschluss: ermöglicht das Aufladen von Smartphones, Navigationsgeräten u.ä. über den Nabendynamo
- Pufferakku: dieser dient sowohl für den USB-Anschluss (manche Geräte kommen mit ständigen Ladepausen schlecht klar) als auch für die Flutlichtfunktion, die wohl mehr Strom benötigt als ein Nabendynamo liefern kann
Luxos E
Dies ist die Variante für E-Bikes. Der Luxos E ist nicht für die 6V Wechselspannung eines Nabendynamos konzipiert sondern für die Gleichspannung eines E-Bike Akkus, wobei hier natürlich verschiedenste Spannungslevel unterstützt werden.
Ansonsten besteht der Unterschied zum Luxos U darin, dass zwei Schaltstufen mit 60 und 140 Lux verfügbar sind.
Update: Der Luxos E scheint nun doch eingestellt zu sein, er ist weder im Handel noch lassen sich auf der Herstellerseite noch Hinweise dazu finden.
braucht man den Lumotec Luxos?
So toll sich das alles anhören mag, eine Frage stellt sich hier. Lohnt es sich, 119€ (Luxos B), 179€ (Luxos U) bzw. 199€ (Luxos E) für einen Fahrradscheinwerfer auszugeben? Auch wenn die Preise günstiger Internetanbieter sicher noch etwas unter diesen unverbindlichen Preisempfehlungen liegen dürften, das ist schon verdammt viel für einen Fahrradscheinwerfer.
Sicher, das Mehr an Helligkeit gegenüber einem Lumotec IQ Fly oder Cyo ist gewaltig (siehe Lichtvergleich von Busch & Müller). Aber braucht man das wirklich? Ich muss sagen, dass ich auch mit der Lichtmenge des Fly oder Cyo vollauf zufrieden bin. Ich fahre im Herbst/Winter täglich im Dunkeln, auch auf unbeleuchteten Wegen. Sicher würde der Lumotec Luxos hier anfangs Begeisterung wecken. Aber was bringt es mir wirklich, noch weiter zu sehen? Lohnt es dafür weit über 100€ auszugeben?
Natürlich kann man das Ganze auch anders sehen. Jemand der sehr viel mit dem Rad im Dunkeln unterwegs ist, dem bietet das hellere Licht eben doch ein wenig mehr Komfort. Wer sein Rad als primäres Forbewegungsmittel einsetzt, vielleicht sogar als Autoersatz, hat mehr von der relativ großen Ausgabe. Ein Gelegenheitsfahrer der 10 mal im Jahr seine Fahrradbeleuchtung benötigt, zahlt bei einer Einsatzzeit von 5 Jahren gut 3,50€ pro Fahrt mit Beleuchtung. Jemand der 200 Tage im Jahr im Dunkeln fährt, zahlt noch knapp 18 Cent pro Nachtfahrt unter gleichen Bedingungen. (Wobei ich damit nicht sagen will, dass der Luxos nach 5 Jahren kaputt ist, aber irgendwas muss man für ein Rechenbeispiel annehmen).
Neben der reinen Lichtstärke gibt es natürlich noch andere Argumente für den Luxos: Der Lenkertaster und die USB-Ladebuchse. Den Lenkertaster mag man noch als Spielerei abtun, aber die USB-Ladebuchse ist bares Geld wert, wenn man sie nutzen möchte. Denn separate USB-Ladegeräte für Nabendynamos kosten, insbesondere mit Pufferakku, eine ganze Menge Geld. Damit relativiert sich der hohe Preis zumindest des Luxos U etwas. Der Mehrpreis gegenüber dem Luxos B beträgt 60€. Soviel muss man für einen Nabendynamo-USB-Lader mit Pufferakku mindestens auf den Tisch legen. Und ehrlich gesagt habe ich lieber eine Ladebuchse gut in die Fahrradlampe integriert (bzw. in den Lenkertaster beim Luxos), als irgendein Gerät umständlich mit Klettband am Rahmen zu befestigen. Oder Unsummen für wirklich durchdachte Lösungen wie „The Plug“ auszugeben.
Eine Alternative mit USB-Ladebuchse wäre hier höchstens der Axa Luxx70 plus, allerdings ohne Pufferakku, für deutlich weniger Geld.
Fazit
Busch & Müller setzt mit dem Lumotec Luxos mal wieder Maßstäbe in der Branche. Im Puncto Lichtstärke, aber auch mit Features wie dem USB-Ladeanschluss. Insbesondere diesen würde ich mir als Option bei mehr Fahrradscheinwerfern, vor allem auch bei günstigeren Exemplaren, wünschen.
Letztendlich ist der Lumotec Luxos aber das, was man in den Namen schon hineindeuten könnte: purer Luxus. Keiner braucht ihn unbedingt. Aber jeder will ihn haben. Ob man bereit ist, weit über 100€ für einen Fahrradscheinwerfer auszugeben, muss jeder selbst mit sich und seinem Geldbeutel ausmachen…
Testbericht Lumotec IQ2 Luxos U
Bezugsquellen
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